Sportliche Geländewagen werden in Deutschland immer beliebter. Laut einer Studie hat der Marktanteil der SUV im ersten Halbjahr 2012 einen Rekordwert erreicht. Stärker wächst kein anderes Fahrzeugsegment. Die Macher der Studie sehen mehrere Gründe für den Erfolg der Autos.
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...847687,00.html
sind diese Autos für mich.
OK Senioren können da besser einsteigen. Aber es gibt ja auch massig normale PKW, die etwas höher gebaut sind.
Der Verbrauch kann es auch nicht sein, denn diese Dinger sind echte Säufer.
Platz? Ne! In jedem normalen Kombi gibt’s davon mehr.
Straßenlage, Technik? Also Bitte.
Sicherheit? Blödsinn. Bremsweg und passive Sicherheit sind bei den Dingern nicht so gut wie bei normalen Autos.
Emotion? Da les ich dann Abenteuer. Mal ehrlich, sich in so einer Kiste in ein Abenteuer zu träumen, wenn man gerade von der Arbeit nach Hause zu Mutti und den Kleinen fährt, ist so was von erbärmlich. Aber es gibt ja auch Leute, die meinen, sie seien wirklich lustig, wenn sie eine lustige Krawatte oder Brille tragen.
Design? Darüber kann man nicht streiten. Aber man darf bemerken, dass es gerade heute wieder einige sehr elegante und/oder sportliche Autos gibt.
Am Ende bleibt nichts Positives an diesen Kisten. Aber Moment ...
Ein Freund von mir ist Bestatter. Der fährt so ein Ding mit Anhängerkupplung. Grund: Da kann ich in der Woche die Särge mit dem Hänger holen und brauch mir privat nicht noch ein normales Auto zu holen.
Yo! Das kann ich verstehen. Abgesehen von den verschiedenen Varianten dieses Grundes bleibt aber nichts.
Was sollen denn die angesprochenen "Emotionen" sein? Dass man sich als Busfahrer fühlt? Mir wäre es peinlich, so einen Kleinbus durch die Gegend zu schieben. Was diese Kisten machen:
- Sie nehmen nachfolgenden Verkehrsteilnehmern die Sicht
- Sie sind Todesfallen für Motorradfahrer und schnelle Radfahrer, die mit dem Kopf gegen die Dachkante knallen können
- Unterhalb absurder Motorleistungen sind sie rollende Hindernisse auf der Autobahn. Wie oft habe ich so ein Ding drängelnd im Rückspiegel in der 100-Zone. Ist das Limit aufgehoben, kommen sie nicht hinterher. Die 250-Marke erreicht kaum einer, vielleicht auch besser bei der Kippneigung. ;)
Zwei Dinge vorweg:
1.) Dass Panzer im Stile eines Q7, X5 etc. bzw. "sportlich getunte" SUVs einfach nur idiotisch sind, wird wahrscheinlich keiner in Frage stellen.
2.) Ich leben in einem zivilisierten Land in dem ein AB-Tempolimit von 130 km/h herrscht und habe die Alpen vor der Haustür.
Mein Pflichtenheft für den nächsten Zweitwagen ist wie folgt:
- Max. 4,20 m Länge für die Wendigkeit in der Agglo;
- Eher Van-mässige Sitzposition (obwohl ich erst 39 bin muss ich mich nichts ins Auto hineinducken oder herausschälen wollen);
- möglichst grosse Fenster und gerade Karosseriekanten damit man beim Parken nicht raten muss wo dass Auto anfängt und aufhört;
- Kofferraum hoch genug damit ein grosses Rennrad reinpasst sobald das Vorderrad (und nur das Vorderrad!) ausgebaut ist;
- Geräumigkeit und Kofferraum so gross dass man damit zu viert noch ins Wochenende verschwinden kann;
- Allradantrieb damit am Wochenende auch in aller Herrgottsfrühe zum Ausgangspunkt einer Skitour kommt.
Und irgendwie lande ich damit dann immer (ob ich's will oder nicht) bei Skoda Yeti o.ä.
Selbst wenn man das Kriterium 4WD aussen vor lässt: Fakt ist doch dass die SUVs wohl auch deshalb soviel Erfolg haben weil die Hersteller anderen Fahrzeugklassen dorch übertriebene "Ver-Sportlichung" (in Konzeption und Design) den Nutzwert ausgetrieben haben...
Geländewagen sind die idealen Rentnerfahrzeuge! Schön hoch einzusteigen und der Verbrauch ist dem älteren Fahrer egal, weil er voraussichtlich eh nicht mehr so lange auf dem Globus lebt. Eigentlich wäre der Begriff "Rentner-Auto" passend, aber das klingt zu sehr nach Stützstrumpf und Rollator. Also nennt man das SUV (SPORTS Utility Vehicle), das klingt frisch und jugendlich, vielleicht sogar ein bisschen wild. Das ist eine wirklich bewundernswerte, geile Marketing-Idee!! (Leider auf Kosten der Umwelt und der Verkehrssicherheit.) Aber Hand auf´s Herz: Ist es nicht peinlich und lächerlich, auf deutschen Straßen einen Geländewagen zu fahren? Ich bin gespannt auf den nächsten Artikel über zu hohe Spritpreise. Da werden dann wieder alle jammern und jaulen. Auch die, die so eine mannshohe Geländekiste fahren (und sich wundern, dass die in der Realität weit mehr braucht, als es der Normverbrauch auf dem Papier verspricht). Übrigens: Laut VW-Hersteller-Angaben gehen auf der Autobahn 70 % der Leistung nur für den Luftwiderstand drauf. Macht es dann Sinn, so hohe Autos zu bauen? Verwundert es, dass diese Geländewagen auf der Autobahn regelmäßig zu Schluckspechten werden?
Die große Abneigung gegenüber den SUVs hier überrascht mich. Ich habe zwar keinen, kann mir aber durchaus vorstellen, dass mein nächstes Auto ein SUV wird. Warum?
- ich mag in der Tat die höhere Sitzposition, niedriger als in meinem Golf Plus will ich nicht mehr sitzen.
- hier im Schwarzwald gibt es auch noch richtige Winter, da ist ein Allradantreib eine feine Sache.
- der Platz ist auch nicht zu verachten.
Dagegen spricht aus meiner Sicht, dass die Fahrzeuge ein wenig behäbig sind. Hier muss ich mir daher überlegen, ob die o.g. Vorteile besser sind, als bessere Beschleunigung und höherer Topspeed.
Keine Argumente dagegen sind für mich aber folgende:
- andere Verkehrsteilnehmer sehen nichts mehr - wie wäre es, ein wenig Abstand zu halten? LKWs nehmen doch auch Sicht, dennoch gelingt es, irgendwie an ihnen vorbei zu schauen
- gefährlich für Motorradfahrer und Radfahrer - ich möchte diese Verkehrsteilnehmer damit ja nicht jagen. Und mit verantwortungsvoller Fahrweise ist kein Fahrzeug eine Gefahr für andere. Rast mir ein Motorradfahrer allerdings rein, dann hab ich da auch kein Mitleid.
- Benzinverbrauch - mein nächstes Auto bekommt zusätzlich Gas, rechnet sich nach ca. 40.000 - 50.000 Km.
Nun viel Spaß beim weiteren Lästern über SUVs.
Das haben die deutschen - doof und vorurteilssüchtig wie sie nunmal sind - falsch verstanden.
SUV ist nicht gleich SUV. SUV stand ursprünglich für SUV für Suburban Utility Vehicle - nicht für Sport ... das haben die europäischen Medien draus gemacht. Und Suburban = Stadtrand/Vorstadt/Dorf, also nicht Gelände, sondern höchstens unbefestigte (nicht asphaltierte) Straßen.
Also: Suburban Utility Vehicle frei übersetzt: "Vorstadt-Nutzfahrzeug bzw. Allzeckfahrzeug".
Herkunft: Viele Autohersteller in den Vereinigten Staaten benutzten früher den Namen „Suburban“ zur Bezeichnung eines Kombi mit Fenstern, der auf einem Nutzfahrzeug-Rahmen basierte (wie der Chevy Suburban). Das waren robuste Familien-Fahrzeuge für Farmer oder Bauunternehmer.
Diese Konzept hält sich übrigens bis heute: Der Ford Expedition und der Lincoln Navigator basieren auf dem Ford-F-150, Cadillac Escalade, Chevy Tahoe/Suburban und GMC Yukon basieren auf dem Silverado. Das Ergebnis sind langlebige Fahrzeuge mit hohem Nutzwert. Da es in den USA üblich ist, oft den Wohnort zu wechseln oder das Haus Hurrican-Sicher zu machen - also sperrige Dinge zu transprotieren - ist die Beliebtheit einfach zu erklären.
Im US-amerikanischen Sprachgebrauch bezeichnet Sport Utility Vehicle (Sport-Nutzfahrzeug) Geländewagen aller Art. Sport-Nutzfahrzeug übrigens nicht im Sinne von "Sportlicher Fahrweise" schon für Freizeit-Sportler (Bergsteiger, Surfer, Camper, Jäger, Bootsbesitzer usw.) Synonym spricht man auch von off-roaders (etwa Geländetaugliche). Ein Jeep Wrangler wird jedoch in den USA allerdings ebenso als SUV bezeichnet wie etwa der Jeep Grand Cherokee.