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Bombenbau an Waldorfschule: Und es hat Bumm gemacht

Ein Waldorf-Lehrer in Lübeck ließ Fünftklässler mit Schwarzpulver hantieren. Eine Mutter schaltete die Generalstaatsanwaltschaft ein - ihr Sohn sei zur Rohrbomben-Bastelei gezwungen worden. Jetzt fliegt*das Ganze*allen Beteiligten um die Ohren.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...808539,00.html
  1. #30

    Zitat von Hugo55 Beitrag anzeigen
    mit Rattengift ist nicht nur erlaubt sondern oftmals sogar vorgeschrieben.
    Das ist falsch.
    Rattengift mag als Schädlingsbekämpfungsmittel zugelassen sein.
    Für die Euthanasie von Versuchstieren aber auf gar keinen Fall.
  2. #31

    Biodynamische Mütter

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Waldorf-Lehrer in Lübeck ließ Fünftklässler mit Schwarzpulver hantieren. Eine Mutter schaltete die Generalstaatsanwaltschaft ein - ihr Sohn sei zur Rohrbomben-Bastelei gezwungen worden. Jetzt fliegt*das Ganze*allen Beteiligten um die Ohren.

    Bombenbau an Waldorfschule: Und es hat Bumm gemacht - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL
    Als Vater nenne ich Mütter, die (ja oft auch in Klassenpflegschaftssitzungen etc.) derart übermotiviert reagieren gerne die "biodynamischen Mütter". Wenn man an denen tief einatmend vorbeigeht müffelt es nämlich oft bedenklich. Ob von frisch kompostiertem Hirn? Man weiß es nicht.

    Noch dieser Tage habe ich erneut über die Verfilmung der Feuerzangenbowle herzlich gelacht. Da lässt ein Lehrer (in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts spielt die Geschichte wohl) die Oberprima (13) jährlich selbst hergestellten Alkohol („nor ein wänziges Schlöckchen“) kosten. Die spielen wie zuvor abgesprochen auf "total besoffen" und natürlich kriegen sie den Rest des Tages wie geplant frei.

    Heute würde jenen "biodynamischen Müttern" sofort klar, wie gefährlich es sein kann, dass bei Eigenbrand Methylalkohol entstehen kann und die Kinder auch von einem noch so winzigen Schlückchen erblinden könnten usw. usf.

    Oder wie Erich Kästner es sagte: "... seien wir mal ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich".

    Meine Mutter sagte dazu seinerzeit immer: "Die einzigen die die Macht haben zu verhindern, dass ihre Kinder etwas lernen, sind die Eltern selbst."

    Überbehütete Kinder wie in diesem Fall neigen dann meiner Erfahrung nach dazu, in völlig verblödetem Zustand das Elternhaus zu verlassen. Es liegt dann am Ende bei uns, den Ausbildern in den Betrieben diese verzogenen Rotzlöffel mit der (für diese dann oft überhart daherkommenden) Wirklichkeit des Lebens zu konfrontieren.

    Keine ausschließlich schöne Aufgabe. Aber eine die jedes Jahr mehr fordert, so muss ich mich nicht beklagen vorzeitig zu altern.
  3. #32

    Armes Kind, arme Mutter

    Das arme Kind wird bestimmt auch zur Schule gefahren und danach zu all den anderen Aktivitäten zu denen es die Mutter animiert hat (ich könnte auch genötigt sagen, weil das in solchen Kontexten oft der Fall ist. Das Kind wird solange mit einem Vorschlag konfrontiert bis es nachgibt. Es lernt dabei seine eigenen Wünsche und Ziele zu unterdrücken und verlernt dabei eigene Bedürfnisse zu äußern. Das ist ganz prima wenn die Eltern ein folgsames und leicht mobbares Kind haben wollen. Aber da nur Indizien dafür sprechen, lasse ich das mal).

    Nun hat das arme Kind zu Hause erzählt was in der Schule gemacht wird. Es wurde in der fünften Klasse Schwarzpulver gemixt auch noch erklärt wie es hergestellt wird und es wurde über Zünder geredet. Ich musste mir das ehedem alles selbst anlesen. Zum Glück gab es ja die Was ist Was Bücher. BTW. Da steht auch drin wie eine Atombombe funktioniert.

    Nun an einer Waldorfschule wird eben nicht nur über ein Thema gesprochen sondern es wird auch Erfahrungslernen gemacht. Ergo wird Schwarzpulver auch zur Anwendung gebracht. Ein kontrollierter Knall mit reichlich Sicherheitsabstand ist da sicher richtig. Und die Kids haben gelernt, dass wie das funktioniert und welche Kräfte es entfacht. Noch besser wäre es gewesen wenn sie nicht nur ein Röhrchen gesprengt hätten sondern z.B. einen Schrank oder eine Kiste damit der Effekt deutlicher wird. Danach ist nämlich allen klar wie gefährlich das Zeug bei unsachgemäßer Behandlung ist.

    Wir wussten das seinerzeit auch schon und haben unsere Raketen auf Zucker und Unkraut-Ex (später Watte und Unkraut-Ex) auch so getestet, dass wir weit genug weg waren vom Züdort. Fehlversuche haben dann durchaus Löcher im Gemüsebeet hinterlassen wenn z.B. die Düse wegen des Zuckers verstopfte.

    Kommen wir noch zur Mutter. Die ist natürlich ebenso arm dran, weil sie sich in diese "Ich muss mein Kind vor allem Übel der Welt beschützen"-Modus begeben hat. Das zeigt, dass sie ganz große Probleme damit hat loszulassen und dass es ihr an Vertrauen zu anderen mangelt. Das ist alles nicht sonderlich gesund für die Psyche.

    Deshalb: Ich hoffe der Lehrer gewinnt und darf auch in Zukunft in Chemie solcherlei Experimente machen. Vielleicht nicht auf nem Acker wegen der Umweltverschmutzung.
  4. #33

    Zitat von neutrina Beitrag anzeigen
    Dann werden aus mitgebrachten Chinaböllern schnell "Polenböller", dann kommt Schwarzpulver ins Spiel, dann das altbekannte Unkrautmittel, dann P...säure und dann...
    Dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass so ein selbstgebastelter Sprengkörper jemanden ernsthaft verletzt oder gar tötet. Alles schon vorgekommen.
    Ich kannte tatsächlich welche mit abgerissenem Finger, einer ganzen angerissenen Hand und einem entstelltes Gesicht.

    Die meisten aber schafften ihre Lernkurve dadurch dass sie sich vom Abbrennen einer Schwarzpulvermischung schon so beeindrucken ließen dass sie auf weitere Experimente mit Phosphor, Kaliumnitrat und so was sonst noch so verfügbar war, verzichteten.

    Das ganze unter Lehreraufsicht durchzuführen finde ich sinnvoll.
  5. #34

    Problemsuche ...

    ... wenn eine Mutter ihr Kind nacheinander aus 2 verschiedenen Schulen nehmen "muss" ... dann ist sie mit höchster Wahrscheinlichkeit Teil des Problems. Das dürfte ihr aber nicht klar sein, und sie wird das auch nicht wahrhaben wollen.

    Ungeachtet dessen, ist das Hantieren mit Sprengstoffen (egal welcher Art) keine geeignete Massnahme, Schülern Wissen zu vermitteln. Das hätte sich aber mit Sicherheit (!) auch anders klären lassen.
  6. #35

    Falsche Sichtweise!

    Zitat von hman2 Beitrag anzeigen
    Also die Sprengstoffgeschichten sind normal. Aber die Sache mit der Ratte war auch 1967 strafbar. Tötung eines Wirbeltieres ohne Grund war und ist zu Recht verboten.
    Selbstverständlich wurden und werden an Schulen (und anderen Lehranstalten) Tiere seziert und dazu zwangsläufig auch getötet.

    Es passiert eben nicht OHNE Grund.
  7. #36

    !

    Zitat von morgeneyer Beitrag anzeigen
    ...
    Verschließt man es aber in ein Metallrohr so kann es bereits beim Zukneifen des Rohres durch den Druck und die Reibung zum Zünden des Pulvers kommen, wenn dieses in den Spalt gerät.
    ...
    Wenn Sie im Schwarzpulver Kaliumnitrat durch Kaliumchlorat und Schwefel durch roten Phosphor ersetzen, dann mögen Sie Recht haben.
  8. #37

    Mehr ist nicht zu sagen!

    Wenn Du als Kind in den 50er, 60er oder 70er Jahren lebtest, ist es zurückblickend kaum zu glauben, dass wir so lange überleben konnten!

    Wir sind Helden!!!

    Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und Airbags.
    Unsere Bettchen waren angemalt mit Farben voller Blei und anderer gefährlicher Stoffe.
    Die Fläschen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche Brechmittel.

    Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen und auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm.
    Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen und nicht aus Flaschen.
    Wir bauten Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir aber nach einigen Unfällen klar.

    Wir verließen morgens das Haus zum spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein, wenn die Straßenlaternen angingen. Niemand wusste, wo wir waren und niemand konnte uns erreichen, denn wir kannten noch kein Handy.

    Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Zähne und niemand wurde deswegen verklagt. Es waren eben Unfälle. Niemand hatte Schuld außer wir selbst. Keiner fragte nach "Aufsichtspflicht".
    Kannst Du dich noch an "Unfälle" erinnern?.

    Wir aßen ungesundes Zeug, (Schmalzbrote, Schweinsbraten, Bonbons, usw.) keiner scherte sich um Kalorien, tranken Alkohol und wurden trotzdem nicht zu dick. Und auch nicht alkoholsüchtig. Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche und niemand starb an den Folgen.

    Wir hatten keine:
    Playstation, Nintendeo64, X-Box, Videospiele, 64 Fernsehkanäle, Filme auf Video oder DVD, Surround Sound, eigene Fernseher, Computer, Internet-chat-Rooms, Jahreskarten im Fitness-Club, Handys, ect.

    Wir hatten: Freunde!

    Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Straße. Oder wir gingen einfach zu denen nach Hause und klingelten. Manchmal brauchten wir gar nicht klingeln und gingen einfach hinein. Ohne Termin und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern.
    Keiner brachte uns und keiner holte uns.....
    Wie war das nur möglich?

    Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöckchen und Tennisbällen. Außerdem aßen wir Würmer. Und die Prophezeiungen trafen nicht ein: die Würmer lebten nicht in unseren Mägen für immer weiter und mit den Stöcken stachen wir auch nicht besonders viele Augen aus.

    Beim Straßenfußball durfte nur mitmachen, wer gut war. Wer nicht gut war, musste lernen, mit Enttäuschungen klar zukommen.
    Fahrräder (nicht Mountain-Bikes!) wurden von uns selbst repariert!

    Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch die Prüfungen und wiederholten die Klassen. Das führte damals nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zu Änderungen der Leistungsbewertung.

    Unsere Taten hatten manchmal Konsquenzen. Das war klar und keiner konnte sich verstecken. Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen hat, war klar, dass die Eltern ihn nicht automatisch aus dem Schlamassel herausboxten. Im Gegenteil: sie waren oft der gleichen Meinung wie die Polizei!
    Ja, das gab es!

    Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht.

    Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung. Mit alldem mussten wir umgehen, wussten wir umzugehen!

    Und Du gehörst auch dazu?!?
    Herzlichen Glückwunsch!!!

    Ich kann mit Stolz sagen ....ICH WAR DABEI !!!
  9. #38

    Darf oder muss man als Waldorf-Lehrer so blöd sein?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Waldorf-Lehrer in Lübeck ließ Fünftklässler mit Schwarzpulver hantieren. Eine Mutter schaltete die Generalstaatsanwaltschaft ein - ihr Sohn sei zur Rohrbomben-Bastelei gezwungen worden. Jetzt fliegt*das Ganze*allen Beteiligten um die Ohren.

    Bombenbau an Waldorfschule: Und es hat Bumm gemacht - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL
    Dass der Lehrer an einer Waldorfschule wenigstens lesen und das Gelesene verstehen kann, sollte man auch in dieser Schulform voraussetzen.
    Alle Jahre wieder um die Silvesterzeit wird in allen Medien vor der Gefährlichkeit einer solchen Bastelei gewarnt und reglmäßig werden im neuen Jahr Opfer mit abgerissenen Gliedmaßen abgebildet.

    Es mag ja Voraussetzung für die Tätigkeit einer Waldorfschule sein, weltfremd zu sein und Kinder und Jugendliche zu allgemein weitgehend lebensuntüchtigen Menschen zu erziehen, aber dass man dort als Lehrer so blöd sein kann und darf, hätte ich nicht erwartet.
  10. #39

    Das Problem ist nicht der Lehrer

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Waldorf-Lehrer in Lübeck ließ Fünftklässler mit Schwarzpulver hantieren. Eine Mutter schaltete die Generalstaatsanwaltschaft ein - ihr Sohn sei zur Rohrbomben-Bastelei gezwungen worden. Jetzt fliegt*das Ganze*allen Beteiligten um die Ohren.

    Bombenbau an Waldorfschule: Und es hat Bumm gemacht - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL
    Holla, hätt´ ich der Waldorfschule ja gar nicht zugetraut. Cool, der Lehrer.

    Ich habe vor ca 35 Jahren in Nachmittags-AGs bei unserem Physik- und Chemielehrer gelernt, wie man Sprengstoff herstellt, Alkohol destilliert und Radios bastelt. Das war interessant, machte Spaß und aus mir ist weder ein Säufer, noch ein Terrorist geworden, sondern ein Ingenieur der Nachrichtentechnik.

    Früher war übrigens Schwarzpulver ein Kosmoskasten-Standard und im Fernsehen wurde gezeigt, wie man Raketen baut.

    Das Problem ist m.E. nicht der Lehrer, das Problem sind hysterische Eltern und kastrierend-übervorsichtiger Bürokratismus.

    Und dann wird gejammert, die Jugend interessiere sich für nichts... ... aber was für Ingenieure und Wissenschaftler solle denn aus Jugendlichen werden, die allenfalls noch eine Flüssigkeit in die andere kippen und sich dann anschauen dürfen, wie die sich von rot nach blau und retour verfärbt... ach wie spannend.. *GÄÄÄHN*... schönen Dank auch.

    cc

    Rasteira


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