Forum: Blogs
Bologna-Reform: Bachelor-Studenten hetzen durchs Studium*
Zu viel, zu voll, zu stressig: Viele Nachwuchsakademiker klagen über ihr*Studium nach der Bologna-Reform. Der Wissenschaftsrat fand nun heraus: Viele schließen schneller ab, als sie müssten. Fix wollten es die Reformer haben - ob das gut ist, steht auf einem anderen Blatt.
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...798631,00.html
- #10 19.11.2011 14:00 von
Wer durchs Leben hetzt,
vergisst zu leben.
- #11 19.11.2011 14:56 von
...
80% der Ingenieursstudenten schließen also das Bachelorstudium in 6 Semestern ab. Was ist denn die Datenbasis dafür? An der RWTH haben beispielsweise nur 10% des ersten Bachelorjahrgangs den Bachelor in Regelstudienzeit geschafft (7 Semester Regelstudienzeit). Bei den anderen guten Unis wird es ähnlich aussehen. Ich denke mal, die Statistik wird durch die ganzen FHs und anspruchlosen Unis sehr stark verzerrt. Interessant wären Statistiken der RWTH oder der TU München...
- #12 19.11.2011 15:25 von
Diese...
...Statistik ist realtiv sinnfrei, weil sie nur Absolventen berücksichtigt. Bachelorstudenten die länger benötigen sind natürlich noch keine Absolventen, weil die Einführung der Studiengänge noch nicht lange her ist......
- #13 19.11.2011 16:14 von
Ausbildung statt Bildung
Wie schon oft richtig gesagt wurde, kommt es nur noch auf das schnelle Studieren an und nicht auf eine fundierte Bildung, deshalb sage ich immer, dass ein Studium den Charakter einer Ausbildung bekommen hat...möglichst schnell das Wesentliche lernen, am besten in Regelstudienzeit, damit man sich von den anderen differenzieren kann und dann gemäß dem Prinzip des "geradlinigen Lebenslaufs" (den es nicht geben kann) mit dem Arbeiten beginnen.
Eine negative Folge unseres schnellebigen Alltags ist die mangelnde Auseinandersetzung mit EINEM Thema. Auslandsjahr, tausende Wahlmöglichkeiten beim Bachelor-Studium, Praktikum hier, Praktikum dort...das Risiko, sich zu verzetteln, ist groß.
Es fehlt heutezutage bei uns Jungen die Ruhe und die Zeit, einfach mal dazusitzen und zu denken... - #14 19.11.2011 17:13 von Benutzername1
soso
Das Studium ist längst Mittel zum Zweck geworden.
Nachdem nacheinander erst Religion und dann Philosophie als Wertekompass ausgedient hatten; nachdem der ursprüngliche Forschergeist durch die Ersatzreligion Positivismus ersetzt wurde, sind wir gerade dabei, unsere Prioritäten nach den Werten materialistisch-kapitalistischen Weltbildern auszurichten, was letztlich dazu führen wird, dass der gesamte wissenschaftliche Betrieb korrumpiert wird und enorme Blasen an falschen Fakten produzieren wird. Eben weil er die Voraussetzungen auf denen sein Erfolg in den letzten Jahrunderten beruhte nicht aus eigener Kraft leisten kann (Generierung von grundlegenden Werten)
Angesichts dieser Situation ist die pragmatische Haltung (von Weltbild zu sprechen wäre übertrieben) vieler Studenten gut nachvollziehbar. - #15 19.11.2011 17:23 von
Tschüss Alexander von Humboldt
Es geht nicht mehr um Bildung sondern nur noch um Verwertbarkeit. Die Firmen wünschen sich einen Markt der von vielen jungen und gut ausgebildeten Absolventen überschwemmt ist. Nur dann können die Gehälter weiter sinken und die Anforderungen immer weiter steigen. Die Regierung hat mit der Bologna-Reform der Wirtschaft diesen Wunsch erfüllt. Schon heute gibt es eine Akademiker-Schwemme, egal ob bei Ingenieuren, Betriebswirten, Anwälten oder Architekten.
Natürlich sprechen Unternehmen und die Wirtschaftslobby von einem angeblichen "Fachkräftemangel", doch selbst Unternehmer geben zu, dass sie den Begriff "Fachkräftemangel" schon verwenden, wenn auf eine Stellausschreibung weniger als 10 Bewerbungen eintreffen. - #16 19.11.2011 18:28 von
Na, glauben jetzt wieder alle an die Studien die sie selbst gefälscht haben?
Aus dem Text: ,,Zumindest die Studiendauer scheint die Bologna-Reform erfolgreich verkürzt zu haben."
Wir halten fest: Die mittlere Studiendauer an Unis betrug im Jahr 2009 nur 5,8 Semester für den Bachelor und 3,9 Semester für den Master, macht zusammen 9,7 macht aufgerundet 10 Semester = 5 Jahre.
Die Regelstudienzeit eines Diplomstudiengangs (in jeder alten Studienordnung nachzulesen) betrug 8 Studiensemester + Zwei Prüfungssemester. Macht 10 Semester = 5 Jahre (-/+ 0,3 Semester, je im welchem Monat des Abschlusssemesters die Prüfungen stattgefunden haben.)
Finde den Fehler. Fazit: Erfolgreich verkürzt sieht für mich anders aus.
Zumal auch nur die Bachelor- und Masterstudenten befragt wurden die mit ihrem Studium schon fertig sind. Es kann ja noch Studenten geben (und die gibt es natürlich) die 2006 mit ihrem Bachelorstudiengang angefangen haben und immernoch nicht fertig sind (die wurden nicht befragt). Über der Regelstudienzeit studieren und Langzeitstudent sein kann man nämlich genauso im modularisierten Studiengang (deswegen wird man nicht der Hochschule verwiesen und es gibt natürlich auch sonst keine Sanktionen - warum auch?). Und Hoppla: Wurden hier Bachelor-Studenten in die Studie mitaufgenommen und anschliessend mit Diplomstudenten verglichen? Und was ist dann der Master? Der neue Promotionsersatz für Leute die sich all das noch schönreden wollen? Also wenn man die Kirche im Dorf lässt dann ist nur der fertige Masterstudent das Akademikeräquivalent zum fertigen Diplomstudeten. Aber nicht der 6-Semestrige Bachelor. Das wird Ihnen jeder Dozent und jeder Professor bestätigen können. - #17 19.11.2011 18:34 von
...
Ach - und früher war das Studium kein Mittel zum Zweck?
Ich will ja nicht rumottern - aber auch früher schon haben Studenten studiert um Chancen auf einen guten Job zu bekommen.
Nur die wenigsten sitzen in Vorlesungen um ohne Zielsetzung einfach nur Wissen anzusammeln. Und auch früher war dies keineswegs anders.
Herrgott - was soll das Geheule eigentlich ständig? Wäre es nicht angemessener, sich auch mit geänderten Umständen zu arrangieren und zuzusehen, dass man so gut wie möglich damit klarkommt und für sich selbst möglichst viel daraus zu ziehen. Statt über Jahre hinweg darauf rumzureiten, dass früher aber alles anders (besser?) war, sollte man sich eher mal Gedanken darum machen, wie man selbst auf die neuen Umstände reagiert (zumal die alten Zustände oftmals auch einer gewissen Verklärung unterliegen).
PS: Lebenserfahrung hat man schon immer im Leben gesammelt und nicht an der Uni. Das Leben findet überall statt - und selbst ein Bäcker schafft es doch glatt, so ganz unstudiert Lebenserfahrung anszuammeln. Ob man die jetzt "on the Job" oder im Studienleben sammelt macht auch keinen großen Unterschied. - #18 19.11.2011 18:58 von TheBlind
Schwachsinn
Hi !
Was mich an der Meldung amüsierte war der Fakt, das man sich mit den USA vergleichen wollte. Ein Land wo der Abschluß mehr mit Geld und Herkunft zu tun hat als mit den Qualitäten eines Absolventen.
22-23 jährige "Führungskräfte". Klar, als Meister, Techniker die Führungskräfte werden sollen, werden meist mit einer gewissen Lebenserfahrung, spricht Lebensalter, ausgesucht. Da sind 22-23 jährige eher die absolute Ausnahme als die Regel. Also was will man mit so jungen Leuten in den Positionen? Billige, willensfähige, naive, ahnungslose Befehlsempfänger, die an den Lippen des Vorstandes hängen und alles ungefragt durchziehen? Erfüllungsgehilfen? Und sollte es mal schief gehen, das sind ausgebildete Fachleute, die hätten es wissen müssen, dürfen die dann sich verantworten, als Vorstand ist man dann fein raus. Auch eine Art. Und diese Art kotzt mich so richtig an, eine selbstgefällige Elite die meint über Allem zu stehen, aber zu dumm sind das große Ganze zu verstehen und mit offenden aber nicht sehenden Auge in den Abgrund zu laufen. Diesen Schlag Mensch (den ich lieber ganz anders nennen möchte, aber was sicherlich nicht durchkommen würde) sind _ein_ Hauptgrund, warum wir heutzutage um Gemeinschaften (EU) und Wirtschaftsformen bangen müssen. Aber hauptsache einen auf dicke Hose machen und meinen der Herrscher der Welt zu sein. Dumm nur das WIR das zulassen.
Cu. - #19 19.11.2011 20:01 von
...
Die Argumentationskette hinkt (um es mal milde auszudrücken)
Also, weil junge Leute, die selbst nichts zu entscheiden haben blauäugig hinter den schlechten Entscheidungen anderer stehen, kommt es zu Wirtschaftskrisen?
Na gut - erscheint mir etwas weit hergeholt, aber die Konsequenz aus dieser Behauptung ihrerseits muss doch lauten, dass allem Anschein nach die althergebrachte Ausbildung nicht nur dazu geführt hat, dass die alten Absolventen schlechte Entscheidungen fällen, sondern mehr noch: um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, haben die alten mit der tollen Ausbildung scheinbar nichts besseres im Sinn, als sich zu Herrschern über die dumme Jugend aufzuspielen und diese daran zu hindern, ihnen zur Konkurrenz werden zu können...
Scheint mir nicht gerade ein Argument zu sein, mit dem man vorbringen kann, dass es früher besser war. Noch mehr skrupellose Egoisten sollten ja jetzt nicht unbedingt für eine Ausbildungsart sprechen.
Die aktuellen Top-Themen
Antworten / Zitieren


