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Bologna-Reform: Bachelor-Studenten gehen seltener ins Ausland

Die Zahl der deutschen Studenten im Ausland steigt. Im internationalen Vergleich liegt die Bundesrepublik damit auf Platz vier. Allerdings schaffen bislang nur wenige Bachelor-Studenten*den*Sprung*über die*Grenze*- und Hochschüler aus armen Familien fahren besonders selten.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...738401,00.html
  1. #1

    mal,

    wieder so ein jubelartikel auf den banchelor.
    es liegt nicht am geld da man ausser den flug nichts zahlen muss den rest übernimmt der akademische bund.

    es liegt vielmehr an diesem absolut unausgereiften banchelor konzept
    mit extremen lern und kurzem zeitpensum, gerade in den ohnehin schon sehr unattraktiven ingenieursstundiengängen.

    es mag zwar schön für die geistewissenschaftler sein das sie endlich geregelt bekommen haben in welchen hörsaal sie müssen.

    für den rest aber.........

    die die ein diplom besitzen dürfen sich glücklich schätzen.

    aber hauptsache immer alles schön normieren
  2. #2

    Wie auch?

    Wie auch, ich studiere auf Bachelor Informatik, meine Freundin Mathematik noch Diplom.

    Ich werde fuchsteufelswild, wenn ich daran denke, welche Unterschied im Prüfungs und Notendruck bei uns gegenüber dem Diplom besteht und dass am Ende das Diplom noch als der bessere Abschluss dasteht. Ich hab hier noch die Diplomprüfungsordnung für Informatik unserer Universität, die haben, von der Diplomprüfung mal abgesehen, weniger Prüfungen und mehr Zeit. Und dann darf man sich anhören: "Enstschuldigung, aber ein Master sollte es schon sein ...". Oh, sagte ich schon, dass ich für den Master die Universität wechseln darf, wenn es überhaupt genug Plätze gibt. So ein Reinfall.
  3. #3

    Zitat von Erebos Beitrag anzeigen
    Wie auch, ich studiere auf Bachelor Informatik, meine Freundin Mathematik noch Diplom.

    Ich werde fuchsteufelswild, wenn ich daran denke, welche Unterschied im Prüfungs und Notendruck bei uns gegenüber dem Diplom besteht und dass am Ende das Diplom noch als der bessere Abschluss dasteht. Ich hab hier noch die Diplomprüfungsordnung für Informatik unserer Universität, die haben, von der Diplomprüfung mal abgesehen, weniger Prüfungen und mehr Zeit. Und dann darf man sich anhören: "Enstschuldigung, aber ein Master sollte es schon sein ...". Oh, sagte ich schon, dass ich für den Master die Universität wechseln darf, wenn es überhaupt genug Plätze gibt. So ein Reinfall.
    Ja die Bologna Reform ist total verfehlt. Ein Student braucht einfach auch etwas mehr Zeit, um auch mal das Wissen setzen zu lassen und man muss auch mal die Zeit haben, sich in Gebieten zu vertiefen zu können, die zwar der Prof. uninteressant findet, wo man selber aber meint etwas Neues zu finden. Die Verschultheit des Bachelor Studium schafft einfach keine Vielseitigkeit, sondern produziert Studenten, die gut wiedergeben können, weil sie ja nur noch gerade so dafür Zeit haben.
    Ich bin auch der Meinung, dass Verschultheit im Studium wirklich zu Ende sein sollte. Obwohl mein Diplomstudiengang auch schon sehr verschulte Züge hatte, konnte man in der Diplomarbeit in einem halben Jahr wirklich lernen was wissenschaftlicher Diskurs ist. Neue Sachen zu entwickeln braucht einfach Zeit, wenn es gut werden soll.

    Leider nimmt sich in den Firmen keiner mehr die Zeit, Sachen wirklich gut oder überhaupt zu machen. Das merkt man als Kunde überall und gerade bei den großen Firmen. Die großen Berater nennen das Produktivitätssteigerung, ich nenne das sukzessive Verlagerung der Produktion zum Kunden (z.B. Qualitätssicherung, Kundenservice, Rechnungserstellung usw.), was natürlich in starkem Margendruck resultiert.

    Trotzdem sollte man nicht schon im Studium den gleichen Fehler machen, sondern auch die Zeit haben einen Perspektivenwechsel zum Prof. einnehmen zu können und eine anderen/eigenen Zugang zu den Themen finden zu können.

    Ich verstehe auch nicht warum wir immer den anderen hinterherlaufen, denn unser Erfolg zeigt doch, dass unsere Systeme so schlecht nicht sein können, aber stattdessen IFRS statt HGB, neuartige Finanzkontrakte (CDS, CDOs, ABS MBS ...), Bachelor/Master statt Diplom, hohe Renditeansprüche und damit hoher Raubbau an der Natur usw. Komischerweise macht das alles unsere Welt eher volatiler. Da Volatilität als Maß für das Risiko angesehen werden kann, wird die Welt also nicht sicherer.
  4. #4

    Wann?

    Ich sehe nicht, wieso sich jemand wundert, denn der Bachelorstundenplan lässt da nicht viele Freiräume.
    Ich selber habe einen Physik Bachelor gemacht und obwohl für mich von Anfang an klar war, dass ich ein Auslandssemester machen möchte, ging das während des Bachelorstudiums nicht.
    Die Gründe waren folgende:
    1. Die Bewerbung um ein Auslandsstudium muss bis Januar eingereicht werden für das folgende Winter- oder Sommersemester
    2. Ein Auslandssemester im Sommersemester ist nicht möglich aufgrund der anderen Studienzeiten in Deutschland und im Ausland: Während in Deutschland im Februar sämtliche Klausuren geschrieben werden fängt in vielen anderen Ländern schon Anfang Februar das Semester an. Man hat also die Wahl zwischen keinem Schein aus dem Vorsemster bekommen und dem 1. Monat im Ausland zu verpassen...
    3. Das Bachelorstudium ist nur 3 Jahre lang. Wo und ob man danach einen Masterplatz bekommt ist nicht klar.
    Im 1. Jahr kann man nicht ins Ausland, weil man die Bewerbungsfrist verpasst hat. Im 2. Jahr ist es auch schwierig, da man sich im Januar des 1.Semesters bewerben muss obwohl man Studienfach und Fachbereich noch nicht gut kennt. Die Wahrscheinlichkeit da dann einen Platz zu bekommen ist auch nicht sehr groß, da noch mit einem Studienabbruch bzw Fachwechsel gerechnet werden muss (zumindest in Physik). Es bleibt also noch das 3. Jahr, in dem man sich aber eine Arbeitsgruppe suchen und die Bachelorarbeit schreiben muss. Beides ist nicht gut per E-Mail möglich. Eine Studienverlängerung wäre also nötig, die aber nicht gerne gewährt wird.

    Somit blieb nur noch die Möglichkeit sich jetzt zum Anfang des Masters zu bewerben. Die Problematik des Findens einer Arbeitsgruppe ist leicht zurückgegangen, da man ja schon eine von der Bachelorarbeit kennt, aber zu einer Studiumsverlängerung wird es trotzdem kommen. Ich hoffe also, dass meine Bewerbung akzeptiert wird, da dies die letzte Möglichkeit im Studium ist.

    So gesehen wundert es mich nicht, dass wenige während des Bachelorstudiums ins Ausland gehen. In manchen Studiengängen ist ein Auslandssemester vorgesehen, aber in den Naturwissenschaften ist es nur schwer möglich.
  5. #5

    so schlimm ist es dann auch nicht...

    In der Studie selbst steht eine Passage zur Interpretation der Ergebnisse:

    "Im Folgenden werden die Mobilitätsquoten für Studierende mit dem Abschlussziel Bachelor und Diplom/Magister getrennt prognostiziert.
    Dabei zeigen sich große Unterschiede zwischen den Studierenden der neuen und der traditionellen Studiengänge.

    Ein direkter Vergleich der Mobilitätsquoten von Studierenden in Bachelorstudiengängen mit Studierenden in Diplom- und Magisterstudiengängen ist allerdings problematisch, da aufgrund der unterschiedlichen Regelstudienzeit die mittlere Semesteranzahl der Studierenden in den Diplom- und Magisterstudiengängen mehr als doppelt so hoch ist (9,5 Hochschulsemester) wie der Studierenden mit dem Abschlussziel Bachelor (4,4 Hochschulsemester).
    Erstere hatten damit rein zeitlich betrachtet durchschnittlich 5 Semester länger die Möglichkeit studienbezogen ins Ausland zu gehen. Werden – wie folgt – nur Studierende in höheren Semestern betrachtet, so reduziert sich der Unterschied im Mittelwert der Hochschulsemester auf 4 Semester (Diplom, Magister: 10,4, Bachelor: 6,7 Semester). Diese zeitlich begründeten Unterschiede sowie die Möglichkeit der Bachelor-Studierenden einen Auslandsaufenthalt in der Masterphase durchzuführen sollten bei der Interpretation der Differenzen in den Mobilitätsquoten von Studierenden in Bachelor- und Diplom- bzw. Magisterstudiengängen beachtet werden." (Internationalisierungbericht, S. 59), 2010

    Es kann sein, dass Bachelor-Studenten rein von den Zahlen her seltener ins Ausland gehen. Dabei ist dann aber nicht berücksichtigt, dass Bachelor-Studenten nur 6 Semester lang Bachelor-Stdenten sind, Diplomer hingegen 10 Semester lang Diplomer.
    Außerdem können viele Bachelor-Studenten ihren gesamten Master im Ausland verbringen, was dann auch nicht in der Statistik auftauchen würde.

    Und vor genau so einer Interpretation (Bachelor-Studenten viel seltener im Ausland) warnen die Autoren ausdrücklich.
  6. #6

    Danke ! mehr davon !

    Zitat von ohne_sorge Beitrag anzeigen
    Ja die Bologna Reform ist total verfehlt....Ich bin auch der Meinung, dass Verschultheit im Studium wirklich zu Ende sein sollte. Obwohl mein Diplomstudiengang auch schon sehr verschulte Züge hatte, konnte man in der Diplomarbeit in einem halben Jahr wirklich lernen was wissenschaftlicher Diskurs ist. Neue Sachen zu entwickeln braucht einfach Zeit, wenn es gut werden soll....
    Ich verstehe auch nicht warum wir immer den anderen hinterherlaufen, denn unser Erfolg zeigt doch, dass unsere Systeme so schlecht nicht sein können, aber stattdessen IFRS statt HGB, neuartige Finanzkontrakte (CDS, CDOs, ABS MBS ...), Bachelor/Master statt Diplom, hohe Renditeansprüche und damit hoher Raubbau an der Natur usw. Komischerweise macht das alles unsere Welt eher volatiler. Da Volatilität als Maß für das Risiko angesehen werden kann, wird die Welt also nicht sicherer.
    Sie haben m.E. eine sehr kluge Beobachtung gemacht. Zunächst zu Bachelor und Masters.

    Man hätte das im weltweiten internationalen Vergleichbarkeitsinteresse selbstverständlich einführen können !
    Dann aber bitte Dipl.Ing = Master ! Das entspreche der Qualität und Reputation weltweit.
    Was hat man gemacht: man hat den Inhalt des Diploms genommen und in 3 Jahre gepresst - friss Vogel oder stirb. Und zum Dank für diese Energieleistung der betreffenden Absolventen hat man dann den Bachelor niedriger eingestuft, als das Diplom....

    Das ist gegenüber deutschen Studenten und den Interessen unseres Landes glatter Verrat. Ohne Worte. Kein West- oder Osteuropäer, Amerikaner/Anglosachsen schon gar nicht (die reiben sich jetzt die Hände über die dummen Deutschen) hätte ein eigenes Erfolgsmodell dermaßen unter Wert verkauft um ein anderes übergestülpt zu bekommen...

    Ganz nebenbei bricht man der FuE und Qualität z.B. des deutschen mittelständischen Maschinenbaus das Rückgrat und verliert die Innovationsbasis kreativer Ingenieure die im Studium Zeit hatten auch zum Querdenken...

    Ganz zu schweigen von der moralischen Seite: da wird schon > 10 Jahre an dem Modell herumgeschustert - in der gleichen Zeit ist China zu Weltmacht aufgestiegen – d.h. es wurden mind. 6 Generationen von Studenten vollumfänglich verarscht und verschlissen...Unfassbar.

    Und last not least ihr Schlenker zu "IFRS statt HGB, neuartige …" - ist hier ganz trefflich angebracht - hat er doch dieselbe Wurzel: nationale Unterwürfigkeit....

    Erst wird das konservative deutsche HGB verteufelt zugunsten des anglosächsischen GAAP oder des geklonten IFRS - weil ja der "Investor" immer sehen müsste, wie es dem Unternehmen geht ("market to market"), d.h. marktnah ohne stille Reserven zu bilanzieren --- nur um dann in der Finanzkrise dieses (in D vorher unbekannte) Prinzip bei den (vor allem US-) Banken außer Kraft zu setzen, weil die Investoren da u.U. gesehen hätten, dass die Banken infolge der notwendigen Abschreibungen alle Pleite gewesen wären....

    Und genau das ist die Parallele: blinde Übernahme der (vor allem anglosächsischen) "Modelle" die denen Erfolg beschert haben - wobei unsere eigenen Erfolgsmodelle gleichzeitig für Nichts aufgegeben werden, oder sogar zu unserem Nachteil zerstört werden -.....
    Was sind das für Entscheidungsträger in unserem Land ! Ganz zu schweigen von den Kosten in unserer Industrie (Umstellung, Hickhack) und der Blutspur in den Lebensläufen der Studenten dieser Lost Generation !
  7. #7

    .

    ja is echt ein tolles System, dieses Bologna Ding
    das Studium wird schwerer und die Absolventen sind am Ende schlechter

    schön immer 3 Tage Bolemielernen vor der Prüfung und danach alles vergessen um gleich Platz für die nächste Prüfung zu schaffen

    wir haben damals erst Bücher durch gearbeitet, dann das Skript und zum Schluss die Übungsaufgaben, damit hat man das Thema dann auch wirklich verstanden und konnte es auch auf unbekannte Fälle anwenden

    heute höre ich von Freunden nur noch "Karteikarten lernen", es werden nur noch irgendwelche Stichpunkte auswenig gelernt und dann mit "4 gewinnt" durch die Prüfung ohne Peilung von der Thematik

    super Ingenieure kommen daraus, stehen einem BWLer in auswendig blabla faseln in nix nach
  8. #8

    ich kann nur bestätigen was hier im forum geschrieben wird,

    im bachelor ist für einen auslandsemester einfach keine zeit,
    erst recht nicht wen man was ingenieurghaftes wie ich studiert,
    finanzierungsprobleme, unterschiedlichkeitsproblem (zw. Studienordnungen eigener Hochschule und anderer Hochschulen) und anerkennungsprobleme noch nicht einmal berücksichtigt ist deshalb so ein aufenthalt einfach nicht mehr drin, die 3 aus meinem semester von ca 100 die es bisher gemacht haben (bin jetzt im 7 semester)sind einer meinung niemals wieder!
  9. #9

    Wer ist besser Diskussion - Kotz

    Zitat von herrpilepenko Beitrag anzeigen
    ...das Studium wird schwerer und die Absolventen sind am Ende schlechter...
    Die alte Leier – Diplom hui Bachelor/Master pfui? Wir werden sehen – denke mit dem ersten Teil haben Sie recht. Ob der zweite Teil stimmt… denke da werden sich die Alt-Diplomer noch umsehen.
    Zitat von herrpilepenko Beitrag anzeigen
    ...
    schön immer 3 Tage Bolemielernen vor der Prüfung und danach alles vergessen um gleich Platz für die nächste Prüfung zu schaffen...
    Lernen zu Stoßzeiten gibt es immer wieder – gab´s aber auch schon immer. Das funktioniert manchmal. Die meisten lassen es nicht darauf ankommen und lernen kontinuierlich – anders sind die riesigen Mengen eh nicht zu schaffen.
    Zitat von herrpilepenko Beitrag anzeigen
    ...
    auswenig gelernt und dann mit "4 gewinnt" durch die Prüfung ohne Peilung von der Thematik...
    „4 Gewinnt“ im Bachelor/Master wohl kaum. Glauben Sie mir wenn jede Note zählt ist eine 4 = Weltuntergang. Eine 5 eine zweite Chance… „4 Gewinnt“ ist Geschichte.

    Ich glaube Sie haben keine Ahnung von den neuen Studiengängen… wie so viele. Hauptsache drauf auf das Neue… Ätzend


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