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Bokeh-Effekt in Fotos: Zerstreut und scharf

Tilo Gockel / DOCMA Scharf allein ist nicht schön: Räumlich wirken Fotos erst, wenn Schärfe und Unschärfe sich abwechseln. Wie gelingen kunstvoll verschwommene Elemente? Das Fachmagazin "Docma" erklärt, wie das mit entsprechenden Objektiven oder spezieller Software gelingt.

http://www.spiegel.de/netzwelt/gadge...820159,00.html
  1. #10

    Hier könnte Ihre Werbung stehen

    Zitat von tlatz Beitrag anzeigen
    Das kann man so nicht stehen lassen.
    ...
    Die Aussage, das fertige Bild müsse stets und immer direkt aus der KAmera fallen ist einfach nur falsch!
    Schon richtig, aber wenn das Endprodukt so vermurkst aussieht wie das Titelbild des Artikels, würde ich das unbearbeitete Original direkt aus der Kamera deutlich bevorzugen.

    ... schreibt jemand, der u.a. zwei Fuji GX680 samt vollständiger Objektivpalette im Schrank liegen hat.
  2. #11

    Was für ein Quatsch

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Scharf allein ist nicht schön: Räumlich wirken Fotos erst, wenn Schärfe und Unschärfe sich abwechseln. Wie gelingen kunstvoll verschwommene Elemente? Das Fachmagazin "Docma" erklärt, wie das mit entsprechenden Objektiven oder spezieller Software gelingt.

    Bokeh-Effekt in Fotos: Zerstreut und scharf - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Wird allgemein ..., gilt als ..., wird wahrgenommen ...: Schon hier verrät sich das Dilemma des Herrn Gockel: Ästhetik-Regeln festzuschreiben, die einfach nicht festzuschreiben sind. Die Ästhetik in der Fotografie hat sich schon so oft gewandelt und wird sich weiterhin wandeln, warum also dem Leser jetzt was über den Bokeh-Effekt erzählen, wenn dieser morgen schon wieder vergessen werden kann. Ein guter Fotograf entwickelt seinen eigenen Stil, alle anderen knipsen nur nach. Was dabei herauskommt, ist langweilig. Aber gut fürs Geschäft.
  3. #12

    Scherenschnitt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Scharf allein ist nicht schön: Räumlich wirken Fotos erst, wenn Schärfe und Unschärfe sich abwechseln. Wie gelingen kunstvoll verschwommene Elemente? Das Fachmagazin "Docma" erklärt, wie das mit entsprechenden Objektiven oder spezieller Software gelingt.

    Bokeh-Effekt in Fotos: Zerstreut und scharf - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Im Bild 1 habe ich eher den Eindruck, dass die Frau und der Hintergrund nicht zusammen gehören. So als hätte man sie im Studio aufgenommen, das Bild freigestellt und über einen gleichmäßig unscharfen Hintergrund kopiert. Der Effekt verstärkt sich noch dadurch, dass sie genau auf dem unteren Bildrand steht.

    Bild 3 ist deutlich besser gelungen, da man einen Übergang zwischen Schärfe und Unschärfe sieht.
  4. #13

    Zitat von mulhollanddriver Beitrag anzeigen
    Zuviel Bildberbeitung am Schluß. Fotografie passiert in der Kamera, nicht am Computer.

    Ansonsten guter Überblick.
    Noch ein Nachtrag:

    Dieses Bild ist ein perfektes Beispiel:
    Bruce Barnbaum, Retrochoir, Wells Cathedral

    Im dunkelsten Bereich des Bildes (Im Deckengewölbe direkt über der Orgel) sieht man immer noch jede Menge Details. Die Gewölberippen sind alle klar erkennbar. Dunkel aber sichtbar. Nur ganz wenige Punkte sind wirklich schwarz.

    In den hellsten Bereichen (z.b. direkt über der Orgel) sieht man ebenfalls noch perfekt Details und nur ganz wenige Punkte sind reinweiß.

    Das Bild ist auf Schwarzweiß-Film geschossen. Erstaunlich, dass der Kontrastumfang der Szene so perfekt dem Kontrastumfang des verwendeten Filmes entspricht, oder? Natürlich nicht!


    Barnbaum hat den dunkelsten Punkt im Bild mit einem Belichtungsmesser angemessen, dann hat er den hellsten Punkt angemessen und kannte damit den Kontrastumfang X der Scene.
    Dann hat er ausgerechnet, wie lange er belichten muss damit der dunkelste Punkt gerade noch Zeichnung behält und abgedrückt. Dann hat er das Negativ in die Dunkelkammer gebracht und ausgerechnet, wie lange er es nun im Entwicklerbad halten muss um den Film auf den Kontrastumfang der Szene X einzustellen.
    Dann hat er das fertige Negativ auf den Vergrößerer gelegt, das passende Fotoüpapier ausgewählt und es belichtet. und selbst dabei hat er vielleicht noch durch abwedeln und nachbelichten einzelne Teile des Bildes heller oder dunkler gemacht.

    Und erst DANN ist so ein Bild fertig.

    Aufwand:
    Motivwahl: Unbekannt und nicht wirklich erlernbar. Hier, in der Visualisation des fertigen Bildes liegt die eigentliche Kunst, alles was nun folgt ist Handwerk.

    Kamera:
    Kamera ausrichten, Bildausschnitt festlegen: 2 Minuten
    Lichtwerte der Schatten und Lichter messen, Kontrastumfang feststellen: 30 Sekunden
    Entscheiden, wie die Belichtung an der Kamera einzustellen ist: Mit Erfahrung 10 Sekunden
    Belichtung einstellen und Abdrücken: 30 Sekunden.
    Gesamtdauer: unter 5 Minuten für dieses Bild

    Dunkelkammer:
    Berechnen, wie lange zu belichten ist: Mit Erfahrung 10 Sekunden
    Wässern, Entwickeln, Wässern, Fixieren, Wässern: Je nach der Entwicklungsdauer: 30 - 60min

    Vergrößerung:
    Aufbau: 5min
    Belichtung (inklusive Abwedeln, Nachbelichten und was man sonst noch so machen muss): ein paar Sekunden bis zu mehreren Minuten Aufwand.
    Entwickeln wie vorher: 30-60min.


    Es fällt also auf: Die KAmeraarbeit ist der kleinste Teil auf dem Weg vom Objekt zum Bild.


    Bei digitaler ARbeitsweise entfällt die Chemie.

    Die Rawdaten der Kamera enthalten aber ebenso wie ein Negativ einen viel größeren Kontrastumfang als das, was die KAmera als jpg rausgeben würde.

    Also auch hier: Belichtung vorher mit Bedacht wählen schadet nie, Lichter und Schatten mal genau antesten, eine mittlere Belichtung wählen, hinterher im RAW-Konverter die Schatten z.B. anheben, die Lichter reduzieren. All das ist auch bei digitaler Fotografie nötig um das Beispielbild zu erzeugen, denn auch eine moderne Nikon oder Canon hätte im Automatikmodus mit JPG-Datenspeicherung nur ein Bild erzeugt, in dem die Gewöble schwarz und die Orgelspitze reinweiß geworden wären. Das Bild wäre so viel schlechter geworden....
  5. #14

    Zitat von ArnoNym Beitrag anzeigen
    Schon richtig, aber wenn das Endprodukt so vermurkst aussieht wie das Titelbild des Artikels, würde ich das unbearbeitete Original direkt aus der Kamera deutlich bevorzugen.

    ... schreibt jemand, der u.a. zwei Fuji GX680 samt vollständiger Objektivpalette im Schrank liegen hat.

    Das stimmt natürlich ebenfalls. Die Beispielbilder hier sind grausam.

    Meine ewiglange Ausführung (in zwei Teilen) bezieht sich nur und ausschließlich auf die absolut falsche Aussage, ein Bild müsse fertig aus der Kamera kommen.

    Kamera auf Automatik, JPG ein ist ein sehr bequemer Weg und man macht damit viele Aufnahmen und wenn man ein Auge für Motive hat, dann wird man sicher auch so gute Fotos machen. Aber erst durch die wirkliche Nacharbeit (Dunkelkammer (analog) oder Computer (Digital) ist hier vollkommen egal) kann man wirklich perfekt kontrollierte Ergebnisse erzielen.
  6. #15

    Ich kann tlatz nur beipflichten. Viele Leute glauben, dass man sich gute Fotos kaufen kann indem man sich die teuerste Fototechnik anschafft. (Schließlich kann man mit einem teueren Auto ja auch schneller fahren.) Das ist aber nur bedingt richtig. Einen viel größeren Einfluss hat die Nachbearbeitung. Wer die von vornherein ablehnt wird es zu nichts bringen. Da unterscheidet sich digital nicht von analog. Die DOCMA Artikel dazu finde ich allgemein hilfreich: Im schlechtesten Fall kennt man es schon, im besten Fall kann man noch was lernen.
  7. #16

    Danke für Eure Hinweise

    Mit 6 oder 7 Jahren habe ich die ersten SW-Fotos entwickelt. Seit Jahren verdiene ich Geld mit Fotografie und nutze selbstverständlich RAW, RAW-Konverter usw. Was ich nicht mag, sind Fotos, die wie Gemälde aussehen oder die nachträglich massiv verändert werden, besspielsweise durch übermäßiges Hinzufügen von Unschärfe.

    Das eigentliche Fotos solle aus der Kamera kommen und nur noch optimiert werden müssen, nicht verfremdet. Das meinte ich vorhin.
  8. #17

    Zitat von couchforce Beitrag anzeigen
    Ich kann tlatz nur beipflichten. Viele Leute glauben, dass man sich gute Fotos kaufen kann indem man sich die teuerste Fototechnik anschafft. (Schließlich kann man mit einem teueren Auto ja auch schneller fahren.) Das ist aber nur bedingt richtig.
    Teuerste Fototechnik zieht selbstverständlich nicht automatisch gute Fotos nach sich, aber ohne ein Mindestmaß an Funktionalität geht's auch wieder nicht: Bei den Fotos meiner Immer-dabei-Kamera (Sony TX55) wundern sich die meisten Leute, daß man "derart gute Fotos" mit einer nur knapp über scheckkartengroßen Kamera anfertigen kann. Naja, ich würde das dann doch eher auf die Bildgestaltung schieben, denn man kann dabei nur wenig Einfluß auf die Automatiken nehmen, und das Spiel mit Schärfe/Unschärfe kann man wegen des kleinen Sensors ganz vergessen. Eine gänzlich andere Liga sind hier SLR-Kameras im APS- oder Kleinbildformat. Aus fotografischer Sicht richtig schön (aber unpraktisch wegen Größe, rel. langer Vorbereitungszeit bis zur Aufnahme und schlechter Transportabilität - ein Stativ gehört schließlich immer dazu) sind Mittelformatkameras oder sogar Fachkameras. Und raten Sie mal, wo diese Kameras preislich liegen.

    Zitat von couchforce Beitrag anzeigen
    Einen viel größeren Einfluss hat die Nachbearbeitung. Wer die von vornherein ablehnt wird es zu nichts bringen.
    Nachbearbeitung dahingehend, daß man den Kontrast etc. optimiert (aber bitte im RAW nicht im JPG!), ggf. ausfleckt, unerwünschte Reflektionen abdunkelt o.ä., ist m.E. okay, aber ein Foto mit irgendwelche billigen Effekten aufhübschen zu wollen, geht völlig in die Hose. Wie man's nicht machen sollte, sieht man wie gesagt am Titelfoto.
  9. #18

    Zitat von green-belt Beitrag anzeigen
    Bei 3D-Spielen mag ich Tiefen- und gerade auch Bewegungsunschärfe überhaupt nicht. Ich bekomm davon Kopfschmerzen, wenn meine Augen etwas fokussieren wollen, aber nicht können, weil das Programm mir sagt, wo ich hinzuschauen habe... Wenn möglich, schalte ich solche Effekte immer aus.

    Von 3d-Spielen redete ich auch nicht.
  10. #19

    ..

    Also die typische Tiefenunschärfe der Spiegelreflexkameras war für mich einer der Hauptgründe mir eine zuzulegen.
    War damals die EOS 300D - (nun bin ich bei der 40D).
    Das Spielen mit der Schärfeebene finde ich eigentlich das Faszinierendste...



    Zitat von mindphuk Beitrag anzeigen
    Von 3d-Spielen redete ich auch nicht.
    Ich glaube von 3D-Rendering werden die wenigsten hier Ahnung haben, ist doch logisch dass den meisten Spiele in den Sinn kommen wenn man nicht explizit von Rendering spricht ;)

    Die Tiefenunschärfe-Effekt beim Rendern lässt sich am allereinfachsten durch ZDepth erzeugen. Da gibt es dann auch keine Extrarenderzeiten (wie mit ner physikalischen Cam und "echtem" Depth of Field).
    Wenn man die ZDepth Map mit rausrendern lässt, kann man diese später in Photoshop zusammen mit den Blur-Spezialfiltern auf ein Bild anwenden und hat in Etwa den gleichen Effekt.
    So mach ichs jedenfalls mit 3ds max und Vray.








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