DPA/ TotalDas Gasleck in der Nordsee verdeutlicht ein gesellschaftliches Problem: Konzerne wie Total, BP oder Tepco beteuern hartnäckig, riskante Förderprojekte seien beherrschbar - trotz immer neuer Umweltkatastrophen. Sie kommen damit durch, weil auch die Bürger gerne an diese Illusion glauben.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...824382,00.html
So, wie der Mensch als Lebewesen angewiesen ist auf Luft, Wasser, Nahrung, Kleidung und Wohnraum, so sind moderne Gesellschaften angewiesen auf Energie. Sie zählen die drei Katastrophen auf, die jetzt im Jahrestakt auf diesem Planeten geschehen sind: Öl, dann Kernenergie und jetzt Erdgas. Alle drei haben mit Energie zu tun. Das hat seinen Grund, und das wird so weiter gehen.
Es gibt keine Alternative?
Doch, es gibt eine Alternative:
1. Die Menschen auf diesem Planeten müssen weniger werden, denn die Erde ist von Menschen überbevölkert.
2. Die Menschen, die auf der Erde leben, müssen ihre "Bedürfnisse" auf ein Maß einpegeln, dass für das restliche Leben auf diesem Planeten erträglich ist.
3. Wir müssen lernen sämtliche Bedürfnisse, die wir haben, aus erneuerbaren Energien zu befriedigen. Und damit ist nicht nur Energie gemeint.
Gibt es sonst noch Alternativen? Antwort: NEIN.
1) Das Wort Katastrophe wird viel zu oft verwendet und übertreibt das geschehene. Günstige Fördermöglichkeiten sind nun mal nicht risikofrei. Im nachhinein ist man immer klüger, welches Projekt besser gestoppt worden wäre.
2) Keine Panik. Erdöl ist ein Naturprodukt und es gelangt einfach wieder zurück in die Natur. Alles Bio!
3) Der Planet ist groß und ein paar unschöne Stellen darauf sind noch lange kein Problem. Der Drang neue Nachrichten aus dem Ärmel zu zaubern zwingt die Presse darüber zu berichten.
Um all diese Grossprojekte in einen geregelten Rahmen zu zwingen gibt es eine einfache, aber poitisch nicht gewollte Lösung. Da staatliche Einmischung sich auf das wesentliche konzentrieren muss, und zwar in Form von Rahmenbedingungen, muss nur eines erzwungen werden: jedes Risiko muss versichert werden, und zwar so, dass im Falle einer Katastrophe der Gesamtschaden von der Versicherung, und nicht vom Steuerzahler, "repariert" werden muss.
Es liegt in der alleinigen Verantwortung des Gesetzgebers Regeln dafür aufzustellen welcher Schaden durch wieviel Geld abgeglichen werden muss. Die Abschätzung des Risikos (and die sich daraus ergebenden Prämien) kann man dann getrost den Versicherungen überlassen, das ist nämlich deren Job.
Einwände, die darauf abzielen "man kann doch Umweltschäden, Todesfälle, Erkrankungen nicht in Geld ausdrücken" sind falsch. Man kann, aber es ist nicht einfach. Mit einem entsprechenden Einsatz - gering im Vergleich zu den Schäden selbst - geht es.
Im übrigen zielen die Einwände gegen eine Versicherungspflicht darauf ab a) das Risiko dem Steuerzahler aufzubürden b) als Folge davon das Wesen des Risikos zu verschleiern, nicht begreifbar zu machen.
Für wie dumm hält der Autor eigentlich die Bürger, daß er derartige Unverschämtheiten von sich gibt? Nein, die Konzerne kommen damit durch, weil a) die Bürger den Konzernen nicht an den Kragen können. Die Konzerne werden durch unsere Politikerkaste geschützt, weil dort die zukünftigen Jobs der zukünftigen Politiker-Millionäre sitzen. Ich sage nur Schröder. Und sie kommen damit durch, weil die Bürger von ihren Produkten abhängig sind. Wie kann man diese Konzerne zum Teufel jagen, wenn man gleichzeitig mit Benzin fährt und im Winter seine Wohnung heizen will? Der Erfolg der Grünen zeigt ja, daß die Bürger mehr und mehr erkennen, daß sie nur über erneuerbare Energieträger und Solar/Windenergie diesen Konzernen und ihren kriminellen Machenschaften entkommen. Dieser Prozess ist in Gang gesetzt; nur, das braucht seine Zeit.
Welche Bürger? Ich bin nicht dieser Bürger.
Sind es nicht vielmehr die willfährigen Politiker, die alles und jedes glauben (wollen), vom notwendigen Wachstum über die Finanzbetrügereien und unschädlichen oder nicht vorhandenen Fluglärm bis zur sauberen Fördertechnik?
Und die andere Meinungen und Einschätzungen grandios abtun? Und hinterher sagen: "Ja, das konnte man doch nicht voraussehen!" ((C) Schäuble)?
Vor rund 40 Jahren gelesen:
D. F. Jones, Laß die Blumen stehn. Eine technische Zukunftsvision, die morgen schon Wirklichkeit sein kann!
Goldmann Taschenbuch Nr. 0147
Gleiche Problematik wie in der Nordsee. Ort ist aber der Pazifik. Wer das Buch hat/findet .... unbedingt lesen. Danach sind keine Fragen mehr offen.
Was mich immer stutzig macht, ist, wieviel Fehler diese Artikel enthalten. Hier werden zum Beispiel Wassertiefe (1500m, BP, Golf von Mexico), und Bohrtiefe (7000m, Brasilien) in einen Topf geworfen, was absoluter Schwachsinn ist.
Das soll jetzt keine Entschuldigung für mangelnde Sicherheit seitens der Industrie sein.
Aber ich frage mich immer: wenn einmal in der Presse etwas breitgetreten wird, bei dem ich mich auskenne (Tiefbohrungen), und so gut wie alle Artikel (Elgin, Macondo...) voller sachlicher Fehler sind, ist das dann bei allen anderen Themen (bei denen ich mich nicht auskenne und deshalb keine Fehler finde), genauso???