Bodenschätze: Der Traum von Aynak

Armes Afghanistan? Das Land besitzt riesige Erzvorkommen, die es endlich zu Geld machen will. Die Bieterschlacht läuft, China ist bislang der größte Profiteur. Aber wohin fließt der Gewinn?

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,668292,00.html
  1. #50

    ...

    Zitat von nobbi2003 Beitrag anzeigen
    Die Chinesen bauen Schulen und Infrastruktur auf, Krankenhäuser und Strassen und eine Eisenbahn. Ich habe zum Lesen und (Nach)Recherchieren des Artikels fast 3Stunden gebraucht. Das mit der Eisenbahn ist ne Starke Leistung. Das trauen sich halt nur die Chinesen zu. Ich sage mal, auch wenn die Korruption blüht, da wird einiges im Land bleiben und die Afghanen werden davon ordentlich profitieren. Auch wenn sich das jetzt anders anhört...

    Und was @tystie schreibt kann ich nur unterschreiben:
    Was aus dem Bericht klar hervorgeht ist doch Folgendes:
    Aus den USA, Kanada und Russland kamen Gebote, die KEINE Infrastruktur entwickeln UND einen angemessenen Preis zahlen wollten. Die übliche, koloniale Ausbeutungspraxis halt.

    Chinesische Firmen entwickeln tatsächlich bei vergleichbaren Vorhaben die Regionen, in denen sie tätig werden. Dass chinesische Ingenieure und Arbeiter in der Lage sind, eine höchst komplizierte Bahnstrecke zu bauen, ist durch den Bau der Lhasa-Bahn bereits bewiesen. Warum nicht eine Bahnstrecke nach Afghanistan?

    Warum sollten nicht auch afghanische Muslime mit den Chinesen leichter Frieden schließen können? Die KPCh tendiert nicht dazu, ihre Einflussgebiete mit Internetpornografie, Frittenbuden, Softdrinks und Hollywoodschund zu überziehen. Und vor Allem: Sie führt keinen Krieg gegen Afghanen.
    Eisenbahnen, Strassen, Schulen und Krankenhäuser werden überall in der Welt auch vom ach so ausbeuterischen Westen gebaut.

    Das Problem ist allerdings, dass das in den meisten Fällen vergebene Liebesmühe ist. Es kümmert sich anschliessend niemand um Strassen, Eisenbahnen, Schulen, Krankenhäuser, das gibt es, solange es sich ohne Instandhaltungs-Investitionen hält oder durch Kriege zerstört wird, und dann ist es eben kaputt.

    Afghanistan ist das typische Beispiel für eine solche Gesellschaft. Schön, dass die Chinesen investieren. Aber langfristig wird es sowieso alles wieder verrotten. Oder will hier Jemand so tun, als wären die Afghanen in der Lage, mal keinen Krieg zu führen und sich stattdessen um den Aufbau ihres Landes zu kümmern? Dass die meiste Zeit nicht gegen ausländische Invasoren, sondern untereinander gekämpft wurde, hat man hier wohl schon längst wieder vergessen...

    Den Chinesen kann und wird es egal sein, die haben ihr Kupfer, der Rest interessiert sie nicht die Bohne. Wenn die Afghanen danach alles vergammeln lassen oder ein Warlord alles in Schutt und Asche schiessen lässt, das interessiert dann keinen mehr.
  2. #51

    Wie mein Hund auch

    Zitat von ingridsz Beitrag anzeigen

    Chinesen tragen keine ideologischen Scheuklappen, sie sind sehr fleißig und lernwillig, sie leisten sich keine Sentimentalitäten, sie können sehr rücksichtslos sein, sie streben mit voller Kraft und vollem Einsatz nach Erfolg im wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Bereich.
    Auch von den Chinesen lernen, heißt die Devise. Überholen werden sie uns ohnehin.
    nein,danke!
  3. #52

    Locker bleiben ingridsz

    Zitat von ingridsz Beitrag anzeigen
    Chinesen tragen keine ideologischen Scheuklappen,.....
    Ist das so? Und was war die Sache mit dem Kommunismus gleich noch? Keine Ideologie?

    Zitat von ingridsz Beitrag anzeigen
    Auch von den Chinesen lernen, heißt die Devise.
    Also dann werfen wir erst mal die frechsten Journalisten für 11 Jahre in den Knast? Dann bauen wir also wieder Kohlekraftwerke ohne Entschwefellung? Vielleicht sollten wir auch religiöse MInderheiten von der Armee verprügeln lassen? Wie wäre es denn mit Waffenlieferungen an afrikanische Despoten?

    Zitat von ingridsz Beitrag anzeigen
    Überholen werden sie uns ohnehin.
    Abwarten. Das chinesische Wirtschafsmodell ist so wenig nachhaltig, wie das amerikanische. Mit dem Problem, daß in China 1,6 Mrd Menschen etwa zu essen haben wollen und gleichzeitig die Wüsten wachsen. Der Klimawandel mischt die Karten neu, insb für China und Indien - nur leider nicht zu deren Vorteil. In 20 Jahren geht es weniger um Öl und Erz, als viel mehr um Wasser und etwas zu essen. Da werden auch die chinesischen Agrar-Kolonien in Afrika nicht viel ändern.
  4. #53

    Taliban ungleich Mudschaheddin

    Zitat von fantomas99 Beitrag anzeigen
    Taliban waren früher die Mudschaheddin deren "ehrenvoller Kampf" gegen die Sowjets sogar in einem Rambo film verewigt wurde. Ob jemand Terrorist ist oder freiheitskämpfer kommt auf den Blickwinkel und auch die aktuelle politische lage an.
    Die Taliban sind ganz sicher nicht frühere Mudschaheddin, die beiden Gruppen haben sich wiederholt bis aufs Blut bekämpft.
  5. #54

    Taliban ungleich Mudschaheddin

    Zitat von fantomas99 Beitrag anzeigen
    Taliban waren früher die Mudschaheddin deren "ehrenvoller Kampf" gegen die Sowjets sogar in einem Rambo film verewigt wurde. Ob jemand Terrorist ist oder freiheitskämpfer kommt auf den Blickwinkel und auch die aktuelle politische lage an.
    Die Taliban sind ganz sicher nicht frühere Mudschaheddin, die beiden Gruppen haben sich wiederholt bis aufs Blut bekämpft.

    Die Mudschaheddin waren nie eine einheitliche Gruppierung sondern viele kleine autonome Einheiten des Krieges gegen die Sowjets. Mudschaheddin ist nicht viel mehr als ein Sammelbegriff für die ortlichen Guerillas. Mit Religion hatten die nicht viel am Hut.

    Die Taliban dagegen sind straff organisierte radikale Islamisten mit ideologischem Unterbau durch die Ausbildung in Koranschulen.
  6. #55

    Taliban entstanden aus den Mudschaheddin

    Zitat von bürgerschreck Beitrag anzeigen
    Die Taliban sind ganz sicher nicht frühere Mudschaheddin, die beiden Gruppen haben sich wiederholt bis aufs Blut bekämpft.

    Die Mudschaheddin waren nie eine einheitliche Gruppierung sondern viele kleine autonome Einheiten des Krieges gegen die Sowjets. Mudschaheddin ist nicht viel mehr als ein Sammelbegriff für die ortlichen Guerillas. Mit Religion hatten die nicht viel am Hut.

    Die Taliban dagegen sind straff organisierte radikale Islamisten mit ideologischem Unterbau durch die Ausbildung in Koranschulen.
    Die Koranschulen wurden mit Hilfe von außen gebaut, um mehr Mudschaheddin rekrutieren zu können. Ohne einen größeren ideologischen Rahmen hätte man nie soviele junge Männer dazu gebracht, sich in Afg zu engagieren. Finanziert wurden diese nicht zuletzt auch durch den Drogenhandel. Die Taliban kristallisierten sich nach dem Sowjetabzug aus den zuvor Mudschaheddin genannten Kämpfern heraus, genauso die Nordallianz. Beide waren nie homogene Einheiten, sondern immer auch ein mal etwas festerer, mal loserer Zusammenschluß von Clanführern.