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Blog über britisches Schulessen: Drei Gurkenscheiben für Martha

Martha PayneEine einzige Krokette, kaum Gemüse, dafür öfter ein Haar: Eine neunjährige Britin prangert in ihrem Foto-Blog das dürftige Mittagessen in ihrer Schule an. Nach zwei Wochen hat Martha schon mehr als 700.000 Leser, kriegt Presseanfragen aus aller Welt - und begeistert Jamie Oliver.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...834637,00.html
  1. #10

    kein Titel

    Aus langjähriger THW Erfahrung kann ich nur sagen, wir haben auch pro Dienst und Helfer 2,50 Euro, das allerdings für Frühstück, Mittagessen und alle Getränke zusammen, trotzdem wird man satt und bekommt - mit gewissen Abstrichen natürlich - was brauchbares vorgesetzt. Bei den Bilder beschleicht mich aber die Vermutung, dass da keine besonderen Experten (die es in Großküchen ja wirklich gibt) stehen, was den Einkauf angeht. Das Eis kostet vermutlich schon mehr als ein Kilo Nudeln, für die Tiefkühlkroketten hätte man ebenfalls Kiloweise Kartoffeln bekommen und statt des Kuchens (der sicher auch eher kostenintensiv ist) könnte man sicher auch beim örtlichen Supermarkt Palettenweise Jogurts kaufen, die nahe ver Verfallsgrenze sind und dort nichtmehr verkauft werden. So wird es zumindest bei uns öfter gemacht. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist echt der Freund jeder Großküche, die Supermärkte freut es, wenn das jemand noch abnimmt und sie nicht Waren, die zwar völlig in Ordnung aber bereits über das Mindesthaltbarkeitsdatum ist, wegwerfen müssen.

    Leider scheint das mit Essen - zumindest was ich so mitbekommen habe - nicht unbedingt ein Einzelfall zu sein. Englische Schulen sind da ja etwas eigen. Ich erinnere mich an Szenen, als Jamie Oliver versuchte, an Schulen gesundes Essen einzuführen und die Eltern in Klamotten oder über die Schulzäune ihren Kindern Hamburger und Co in die Schule schmuggelten.

    Was btw. auch überhaupt nicht geht sind Hygienemängel. Da verstehe ich absolut keinen Spaß. Eine Großküche in einer Schule muss aussehen wie ein frisch geputzer OP-Saal, immerhin essen da vielleicht hunderte Kinder das, was in einem großen Topf dort zusammengekocht wird.

    In Deutschland ist die Zahl der Ganztagsschulen zwar gering, aber die Schulen die ich kenne die das entweder anbieten, oder doch wenigstens das berühmt berüchtigte Kiosk haben, ist die Qualität doch besser, auch wenn man da sicher auch Dinge optimieren könnte. Zumindest wüsste ich keinen Kindergarten oder Schule, wo die Schüler so wenig bekämen, dass sie hungrig heimgingen!
  2. #11

    Zitat von hallo_welt Beitrag anzeigen
    Das britische Schulessen ist ja schon mal besser als kein Schulessen, wie oftmals hier bei uns in Deutschland.
    Also wenn ich mir die "Mahlzeit" da so anschaue ist es immer noch besser, es gibt gar kein Essen als so eine Frechheit für 2,50. Da schmiert man sich doch lieber 4 Stullen und gut ist. Meine ehemalige Schule wurde gerade zur Ganztagsschule mit Kantine umgebaut als ich Abi gemacht habe und dem Urteil der Leute nach, die man dort noch so kennt, gibt es für 2,50-3 € ein vernünftiges (macht satt und einigermaßen lecker) Essen. Das ist schon leistbar für den Preis, auch in England. Wie einige hier schon schrieben, man kommt nicht um den Gedanken umhin das sich da jemand nebenbei die Taschen vollmacht.
  3. #12

    ... das Thema ist ganz schön schwierig

    Essen in der Schule ist ein schwieriges Thema.

    Auf der einen Seite gibt es Eltern, die durchaus mehr zahlen würden - wenn es denn kindgerechtes Essen wäre.

    Auf der anderen Seite gibt es Eltern, die sich nicht €2 leisten können/wollen.

    Essen für weniger als €3 ist sehr schwierig zu bekommen.

    Kleinere Schulen beziehen nur kleine Mengen - dementsprechend sind das keine lukrative Kunden.

    Außerdem sind Kinder nicht gerade die Kundschaft, die sich die Essenlieferanten wünschen, denn sie gelten als eher schwierig und verbreiten eher schlechte Kommentare über die Lieferanten.

    Alternative Erstellung des Essens durch Eltern scheitert an den hohen hygienischen Anforderungen - aber es gibt Beispiele, wo Eltern das Essen zubereiten und das scheint bezahlbar (bzw. wird nicht bezahlt) und wird angenommen.

    Aber egal: das Thema ist schwierig - und es fehlt an Geld überall. Selbst ein täglicher Apfel pro Kind scheint nicht finanzierbar.
  4. #13

    Zitat von hallo_welt Beitrag anzeigen
    Das britische Schulessen ist ja schon mal besser als kein Schulessen, wie oftmals hier bei uns in Deutschland.
    In der Regel sind die Schüler aber zum Mittagessen auch schon zuhause...bzw. an Ganztagsschulen gibt es denn auch Essen.

    Das bisschen Essen da ist echt ein schlechter Witz und da glaube ich auch, dass sich jemand das Geld in die eigene Tasche steckt. Umgerechnet 2,50€ ist aber auch nicht viel - vor allem nicht wenn man bedenkt, dass Lebensmittel in UK etwas teurer sind als bei uns. Trotzdem, eine richtige Mahlzeit sollte drin sein. In Kantinen und Mensen (Mensas? Mensae?) funktioniert es doch auch...
  5. #14

    Zitat von brik3010 Beitrag anzeigen
    bei uns kostet ein Essen 3,30€, das ist die absolute Schmerzgrenze für die Eltern und manchen auch schon zu viel. Von diesen 3,30€ gehen schon mal 19% Mehrwertsteuer ab, dann nochmal 19% Umsatzsteuer (schließlich setzen die Schüler sich hin zum Essen, da wird das besteuert wie im Restaurant).
    Äh...wieso zahlen Sie zweimal Mehrwertsteuer?


    Die Schüler bezahlen 19%, weil die Schulmensa wie ein Restaurant behandelt wird, klar, aber wieso nochmals 19%?
  6. #15

    wie wäre es denn...

    ...mal mit zuhause frühstücken,und für die mittagspause etwas von zuhause mitnehmen???
    so funktionierte das bei mir ende der 80er bis mitte 90er wunderbar.

    aber ist wieder typisch...den schulen schön immer mehr aufladen...erziehung in allen lebenslagen,vollpension in der schule,hausaufgabenbetreuung,bespaßung rund bis anschlag.
    wenn mami und papi auf diner-time in der schule nicht verzichten können,wie wäre es dann mal mit eigenengagement...so war das an unserer schule später auch.

    im übrigen hat mit sicherheit NICHT die kleine,süüüüße maus das essen fotografiert,sondern ihr vater...der sicherlich für die gesamte werbung rund um seinen blog verantwortlich ist.
  7. #16

    Rechnen und Denken..

    Zitat von brik3010 Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht, welchen Mehrwert- und Umsatzsteuersatz die Briten haben, und um es gleich vorweg zu sagen: was den Kindern da geboten wird, macht mich fassungslos! Ich arbeite in einer Schulkantine an einer Privatschule: bei uns kostet ein Essen 3,30€, das ist die absolute Schmerzgrenze für die Eltern und manchen auch schon zu viel. Von diesen 3,30€ gehen schon mal 19% Mehrwertsteuer ab, dann nochmal 19% Umsatzsteuer (schließlich setzen die Schüler sich hin zum Essen, da wird das besteuert wie im Restaurant). Bleiben 2,06€, aus denen nicht nur ein wenigstens halbwegs vollwertiges Menu gezaubert werden soll,..
    Selbstverständlich wird nicht zweimal USt/MwSt fällig!
    Der Unterschied ist nur, dass Lebensmittel an sich nur mit 7% besteuert werden, ein Essen in einem Gastronomiebetrieb aber mit 19%.
    Daneben ist allerdings zusätzlich auch noch ihre ganze Berechnung falsch, selbst wenn zweimal der volle MwSt-Satz fällig wäre.

    Richtig ist: 3,30€ / 1,19 = 2,77€

    Und dann müssen Sie auch noch berücksichtigen, dass so ein Betrieb für die eingesetzten Waren vorsteuerabzugsberechtigt ist.
    Damit ist es völlig daneben, hier die MwSt überhaupt grossartig mit dem vollen Steuersatz anzuführen.
  8. #17

    Der kleine Gourmet

    Zitat von tobilino Beitrag anzeigen
    ...mal mit zuhause frühstücken,und für die mittagspause etwas von zuhause mitnehmen???
    so funktionierte das bei mir ende der 80er bis mitte 90er wunderbar.
    ..
    Das stimmt, da gibt es ein gewisses Anspruchsdenken, früher gab es die Schulmilch oder Luxus Kakao, das war es dann. Ansonsten hatte jeder auch eine Butterbrotdose, meist mit Apfel oder Birne und Pausenbrot. Es war nicht alles besser. Aber warum eine Erbsen- oder Graupensuppe - warm - nicht reichen sollte, weiss der Geier. Stattdessen gibt es Kuchen und Wassereis.
  9. #18

    Ich bin Koch für 270 Kinder...

    ... und habe 3 Euro für ein Mittagessen mit Salat und Dessert und einem IMbiss am Nachmittag zur Verfügung. Von diesen 3 Euro müssen auch noch die Löhne und Energiekosten gezahlt werden. Sie könne mir glauben, dass ich als Vater alles dafür tue den Kindern ein gesundes und gut schmeckendes Essen zu servieren. Im Endeffekt ist aber die Regierung gefragt mehr Geld für die Versorgung bereit zu stellen. Darauf warten wir schon seit Jahren... Ich tue jedenfalls jeden Tag mein Bestes !
  10. #19

    Zitat von tobilino Beitrag anzeigen
    ...mal mit zuhause frühstücken,und für die mittagspause etwas von zuhause mitnehmen???
    so funktionierte das bei mir ende der 80er bis mitte 90er wunderbar.
    Was funktionierte bis in die 90er Jahre? Bestimmt keine Ganztagsschule, sowas gab es in D. nicht (bis auf ganz wenige Ausnahmen), vielleicht mal zwei Stunden Unterricht am Mittag.


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