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Blockade statt Boykott auf St. Pauli: Wie weit dürfen Ultras gehen?
Es sollte ein Protest gegen die Einschränkung von Fanrechten werden, am Ende war es Nötigung. Beim FC St. Pauli droht nach dem Spiel gegen Hansa Rostock die Spaltung der Fanszene. Der Streit ist ein gutes Beispiel dafür, wie umstritten die Ultra-Fans sind.
http://www.spiegel.de/sport/fussball...686198,00.html
- #1 29.03.2010 15:58 von
...
ich hab schon vor 25 jahren bei st. pauli auf der tribüne gestanden, aber was sich die ultras heutzutage rausnehmen ist unerträglich geworden. anfeuern ja, choreografien meinetwegen auch - aber rücksichtslose nötigung von fans die nicht genauso verquer denken kann einfach nicht sein.
- #2 29.03.2010 15:59 von
Ultra.....die Apokalypse?
Richtig ist, die Aktion gestern vor dem Spiel in der Süd geht nicht klar. Für Rechte demonstrieren und sich über die Rechte einiger St. Pauli Fans hinwegsetzen passt nicht zusammen. Daraus aber nun einen Bürgerkrieg zu machen spottet jeglicher Beschreibung. Der Streit zwischen USP und unorganisierten Fans lodert schon seit Monaten. Es wird von der Vereinnahmung der Süd und des zur Verfügung stehenden Kartenkontingents, zu viel Einmischung in clubinterne Angelegenheiten, zuviel belanglose Gesangswerke, zu viel Stress mit der Polizei etc. gesprochen. Das inakzeptable Verhalten gestern ruft nun all die Geister auf den Plan, die schon seit langem USP und Ultra-Kultur aus den Stadien verbannen wollen. Diejenigen die für ihren Verein leben, wöchentlich mit großartigen Choreos n Erscheinung treten, sich gegen einen vollkommen kommerziell angelegten Fussballevent für Besserverdiener aussprechen, gegen Auswärtsspielterminierungen, die es dem Fussballfan unmöglichen Auswärts zu fahren (nebenbei, St. Pauli plus ALLEM drumherum macht die Heimstadien voll), Support (man möge sich bitte mal München, Frankfurt, Jena u.a. ohne den Support der Ultras vorstellen) u.s.w.
Gibt dies den Ultras nun mehr Rechte? Nein, natürlich nicht. Aber St. Pauli und seine Fans standen schon immer für die Akzeptanz des anderen in der Fanszene und so sollte es auch bleiben. Die Vorfälle müssen intern geklärt, ein Konsens muss gefunden werden. Kurzfristig angelegte Modelle und Forderungen, wie zum Beispiel die Forderung nach "Ultra-freien Kurven" und Stadienverboten werden keine Änderung mit sich bringen, ausser dass offensichtlich wird, das angewandte Repressions- und Law and order Methoden der politisch herrrschenden Kaste wirklich übernommen werden, mit dem gleichen Ziel: Nach mir die Sinnflut. Und das hat dann mit Solidarität und Rechten genauso wenig zu tun.
Ultras müssen ihr eigenes Handeln überdenken und reflektieren, insbesondere bei der Wahl einiger Mitte (die Gewaltfrage sollte schnellstmöglich geklärt werden). Unorganisierte Fans müssen sich überlegen ob sie wirklich Fussball inmitten von Vip-Loungen, Catering- Servicepoints, "Mitklatsch-Animation an der Decke" erleben möchten. Und alle zusammen müssen miteinander mehr reden, versuchen die Beweggründe der anderen zu verstehen und lernen Zugeständnisse zu machen, weil es nur so geht! - #3 29.03.2010 16:25 von Berta
- #4 29.03.2010 16:52 von
alle sind Verlierer
Die Ultras, aber auch alle anderen Fans, müssen einfach endlich verstehen, dass es nur miteinander und nicht gegeneinander gehen.
Wenn das so weiter geht, sind am Ende alle Verlierer. - #5 29.03.2010 16:55 von
Fußball gehört der friedlichen Mehrheit!!!
Die Diktatur der Ultras ist doch schon fast ein trauriger Witz. Und diese Idioten verantworten auch noch die Kartenvergabe. Diese gesamte Praxis, gepaart mit der Gewaltbereitschaft, schadet nicht nur den Vereinen im einzelnen sondern dem Fußball insgesamt. Hier sollte neu gedacht werden!
Der DFB könnte doch ein Zentralregister schaffen, in dem sich jeder Bürger kostenfrei eintragen lassen kann. Die Verkaufsstellen für Eintrittskarten wären per Computer damit verbunden. Wird ein "Fan" polizeilich aktenkundig wegen Gewalt oder ähnlichen Verstößen, fließt diese Information in dieses Zentralregister ein. Der Name dieser Person wird dann für die nächste Saison geperrt und erhält nirgendwo eine Eintrittskarte. Bei Mehrfachverstößen kann die Sperre verlängert werden. Auch Richter sollten die Möglichkeit haben, Personen den Stadionzutritt auf Zeit zu verbieten, mit zusätzlicher Strafandrohung.
Die Idee kam mir eben spontan und ist nicht völlig durchdacht - zugegeben. Aber es müßte doch möglich sein, gewalttätige "Fans" aus den Stadien herauszuhalten und den Ultras den Hahn abzudrehen.
Im Sinne des Fußballsports, der einer überwältigenden Mehrheit Spaß, Spannung und Abwechslung bringt. - #6 29.03.2010 16:56 von
- #7 29.03.2010 16:58 von
Korrektur...
Kleine Korrektur: Der Angriff aufs Fanprojekt in Karlsruhe war am 28.2. , lieber Spiegel, also Ende Februar, nicht Anfang März.
- #8 29.03.2010 17:36 von
Da sieht man...
... wie systemschädigend alles extreme ist. "Ultra"-links, -rechts, -konservativ, -anarchistisch, -blöd, -moslemisch, -katholisch, -national,... kommt alles in einen topf - engstirnig, assozial, gewaltbereit - ultraeinfach.
- #9 29.03.2010 18:07 von
...
Immerhin sind hier wohl mal fast! keine Falschinformationen in den Artikel hineingeflossen. Journalistisch war es mal kein völliger Offenbarungseid.
Dass nun jede Fanszene pro Verein in Bewegung ist, halte ich jedoch für völlig normal. Sicherlich ist es aber taktisch sehr unklug, wenn (irgend)eine Gruppe ihren Willen alleinig durchboxen will, weil alles geht nur zusammen.
Was in St. Pauli vorgefallen ist, ist jedoch schlicht und einfach ein Problem in der Szene. (was möchte ich uns der Spiegel denn mit dem Beitrag sagen, dass ALLE Ultras schlecht sind oder was?) Das ist deren Sache, das intern zu regeln. Die Intention der Ultras ist sicherlich gerechtfertigt, aber wenn man das so versucht umzusetzen, kann es nur Probleme geben.
In Nürnberg haben die Ultras desöfteren schon Soloaktionen gestartet. Auch weil da immer mal wieder Personen aus Wien auftauchen. Insofern die Täter der Bochum-Aktion aber nicht identifiziert sind, ist es eine Frechheit, diese direkt der Ultra-Bewegung anzudichten. Das können genausogut auch Hooligans gewesen sein oder Normalos oder Ultra-Sympathisanten, wie sie es nämlich unter anderem bei den größten Pyro-Aktionen der letzten Zeit jeweils waren.
In Frankfurt ist das Problem bereits beigelegt. Hintergrund dessen war ein Angriff auf ein Fanprojekt, nicht auf die Personen. Grundsätzlich gibt es immer Auseinandersetzungen mit Personen, die nunmal einen gewissen Standpunkt haben, denn das ist nunmal bei fast allen Dingen der Fall.
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