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Blitze: Unterschätzte Starkstromfackeln
DPATödliche Unwetter in Deutschland: Blitze haben in Sachsen 51 Besucher eines Festivals teils schwer verletzt und in Hessen drei Frauen getötet. Experten warnen, die Gefahr durch die Starkstromfackeln werde unterschätzt. Für die beginnende Gewittersaison stellen sie Verhaltensregeln auf.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...841930,00.html
- #60 01.07.2012 21:12 von
Was ist ein Blitz?
- #61 01.07.2012 21:43 von
Soviel zur Theorie
Als ich vor gut 30 Jahren auf dem Schulgelände in ein starkes Gewitter geraten bin kannte ich von meinen Eltern auch schon diese Verhaltensregeln. Nur was tut der Mensch, wenn er in Gefahr ist. Er sucht sich den nächstmöglichen Unterschlupf. Er wird nicht vom Gipfel ins Tal runtersteigen sondern den nächstmöglichen Unterschlupf suchen. Ich hatte mich damals am Rande (überdacht) des Pausenhofs hingestellt, wunderte mich warum die Luft auf einmal so ungewöhnlich warm wurde, wärend im nächsten Moment der Blitz ca. 20 Meter von mir in der Eiche in der Mitte des Pausenhofs einschlug. Ob ich mich auf einem freien Feld ohne Regenschirm in die Hoche gestellt hätte kann ich mir nicht vorstellen.
- #62 01.07.2012 21:44 von
Schrittspannung!
Auf den Boden legen ist GANZ SCHLECHT ... eine Erhebung von einem hockenden Menschen zieht den Blitz nicht nennswert an, aber wenn der Blitz neben einem liegenden Menschen einschlägt entsteht eine sogenannte Schrittspannung! Das bedeutet das Körperteile die näher am Einschlag liegen ein anderes elektrisches Potential haben als Körperteile die weiter weg sind. Die Entfernung von Kopf bis Fuß kann einige hundert Volt unterschied betragen. Dann wird man in der Regel zwar keine Verbrennungen abbekommen, aber das Herz kann anfangen zu flimmern -> Exitus!
wenn nur die Füße auf den Boden kommen und diese dicht beisammen stehen ist diese Spannung viel geringer und fließt auch nicht durch den ganzen Körper... das überlebt man deutlich sicherer!
gruß - #63 01.07.2012 22:00 von
...
Wie ist das eigentlich bei statischer Aufladung. Man kennt das doch manchmal, wenn man die falschen Schuhe trägt, daß man dann kleine Schläge bekommt, wenn man an Metall fasst. Angenommen ich trage solche Schuhe bei einem aufziehenden Gewitter. Würde ich dadurch mein Risiko für einen Blitzschlag erhöhen oder erniedrigen? Sprich, wie lade ich mich auf, positiv oder negativ, wenn ich solche Schuhe trage? Nur mal so am Rande gefragt.
- #64 01.07.2012 22:02 von
man muss zweistufig vorgehen
Die wichtigste Maßnahme im Gewitterfall ist zu verhindern, direkt vom Blitz durchflossen zu werden. Pi mal Daumen gilt eine 45-Grad-Regel: alles was höher ist, als es von einem entfernt ist, fängt den Blitz mit größerer Wahrscheinlichkeit als man selbst. es kann also durchaus sinnvoll sein, sich nach einem großen Baum umzusehen!
Wenn man dann irgendetwas passendes in diese Richtung gefunden hat, gilt es, die Folgen des möglicherweise nahen Einschlags zu mildern. Da man wiederum Pi mal Daumen davon ausgeht, dass pro Meter Entfernung vom nahen Einschlagsort etwa 100.000 Volt Spannungsabfall im Erdboden auftritt, muss man seine Füße eng beisammen stellen bzw. im Idealfall "den Flamingo" machen, also nur mit 1 Bein Bodenkontakt haben. Deswegen galoppieren Pferde bei Gewittern gerne... denn das ist die Gangart, in der sie die meiste Zeit gar keinen oder höchstens einen Huf am Boden haben... und es erwischt regelmäßig Kuhherden, die sich mit dem Hintern nach innen unter einen Baum stellen, also zwischen Vorder- und Hinterläufen eine Potentialdifferenz von 200.000 Volt einschließen...
Allerdings sollte man von offenbar besserverdienenden bzw. mit besserverdienenden Kerls liierten Mädels schon erwarten können, dass sie auf ihren Smartphones die Wetterlage verfolgen um bei Unwetterwarnung rechtzeitig blitz-sichere Orte aufsuchen zu können. Ansonsten bekommt eben Darwin auch heute noch seine Chance... - #65 01.07.2012 22:08 von
Wenn in unmittelbarer Nähe ein Blitz einschlägt, können schreckhafte Personen sicherlich auch einen Schock erleiden.
Außerdem gibt es die Vermutung, dass man durch den elektromagnetischen Impuls im Körper eine Spannung induziert. Und es gibt Untersuchungen, dass das Herz (bzw. die Impulsgeber) zu bestimmten Phasen empfindlich sind auf derartige Störungen und deshalb auch ohne direkten Treffer ein Herstillstand auftreten kann.
Einige Opfer erleiden durch zu späte Reanimation schwere Hirnschäden, die vermeidbar wären, wenn die Umstehenden schnell die Lage prüfen würden. - #66 01.07.2012 22:17 von
- #67 01.07.2012 22:35 von
blitze aus dem nichts
Sowas habe ich schon mal gelesen, kann sogar auf Spon gewesen sein. Das war glaube ich in Kalifornien bei einem Mountainbikerennen. Klarer Himmel keine Wolke zu sehen aber plötzlich traf einen Fahrer der Blitz, aus einer Gewitterwolke die zig Kilometer entfernt war.
Wundert mich ehrlich gesagt auch nicht. Gestern als es gewitterte wanderten die Blitze mehr oder weniger parallel überm Horizont mehrere Kilometer weit. Es gibt auch oft Blitze von Wolke zu wolke. Gestern war es echt heftig und ich war auch noch mit dem Rad unterwegs, dachte schon das ist heute dein letzer Tag wenn es dich erwischt. - #68 01.07.2012 23:43 von
nicht ganz so viel...
den Flamingo können Sie sich in der Regel sparen, wenn sie derart dicht am Einschlag stehen, dass dort 100 KV Schrittspannung auftreten. In der Praxis geht man auf normalem Erdboden von einigen hundert Volt pro Meter bis hin zu "wenigen Kilovolt" aus.
Schrittspannung / Verband Deutscher Blitzschutzfirmen e.V.
Unterstellt man noch, dass man in der Regel Schuhe mit Sohlen aus schlecht leitenden Materialien trägt und die auch noch halbwegs trocken sind, kann man bei aneinandergelegten oder leicht übereinander gestellten Füßen (also etwa 15cm "Polabstand") mit einer minimalen Gefährdung rechnen.
Alternativ könnte man auch die (Metall-)Schläger flach nebeneinander auf den Boden legen und sich dann draufhocken. Die würden mit ihrem vergleichsweise geringen Widerstand den Spannungstrichter etwas verzerren und die Spannung zwischen den Füßen weitestgehend kurzschließen...
Und jetzt bitte keine Beiträge aus der Abteilung "Metall zieht aber Blitze an". Das ist Humbug... Blitze werden durch Potentiale "angesaugt", nicht durch Materialien. Metallische Blitzableiter transportieren lediglich das (Erd-)Potential über die zu schützenden Punkte hinaus und bilden somit eine Art Entladungs-Staubsauger.
Technisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Blitz in ein Haus MIT Ableiter einschlägt größer, als wenn das gleiche Haus keinen Ableiter hätte. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit schwerer Schäden bei einem direkten Einschlag um ein vielfaches geringer, so dass unterm Strich eine deutlich geringere Gesamtgefährdung gegeben ist. - #69 02.07.2012 01:02 von
...
Gewitter sollten natürlich nicht unterschätzt werden.
Vor allem manche Kartierer neigen stark dazu diese zu unterschätzen, obwohl sie es besser wissen sollten. Deshalb regt es mich "etwas" auf, wenn das passiert. Letztes erlebtes Beispiel: Brutvogelkartierung auf einer Freifläche an einem See. Wenig Bäume, eine Seefläche in direkter Nähe, Hanglage. Wir kommen an, es beginnt zu gewittern. Ich merke an, dass wir jetzt bei Gewitter nicht auf die Freifläche gehen sollten (da höchste Erhebung). Wir sollten lieber warten, bis das Gewitter abgezogen ist.
Die Gruppe ist einfach trotzdem losgelaufen. Mit der Erfahrung, dass eben ganz oft nichts passiert (oft draußen und schon sehr oft ist nichts passiert). Man wird da geradezu belächelt.
Was aber nicht ausschließt, dass eben doch einmal etwas passieren könnte. Und dann ist das Gejammer groß a la "haben die typischen Vorsichtsmaßnahmen nicht eingehalten". Gewitter werden sehr oft unterschätzt, v.a. durch Freilandarbeiter, weil eben sehr oft nichts passiert.
Ich verstehe auch nicht, worin das Problem besteht, noch 10 Minuten zu warten. Aber es muss eben alles schnell gehen ...
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