Das iranische Säureopfer Amene Bahrami kann vorerst keine Rache an ihrem Peiniger nehmen: Die iranische Justiz hat die Vollstreckung eines Urteils verschoben, mit dem die Frau den Täter hätte blenden dürfen. Ein neuer Termin ist offen.
http://www.spiegel.de/panorama/justi...762521,00.html
Jesus hatte recht. Natürlich ist es weise Schlechtem mit Gutem zu begegnen.
Für das Opfer wäre dieses Verhalten nur dann sinnvoll, wenn es sich freiwillig dafür entscheiden würde. Dann würde es tatsächlich daran wachsen.
Diese Entscheidung - entsprungen einer Einsicht - kann aber allein das Opfer treffen. Der Wunsch nach Vergeltung ist zwar wenig edel, aber gerecht.
Das Opfer kann, aber muss nicht wie ein Heiliger handeln.
Daß sich der Iran nach dem islamischen Kalender im Mittelalter befindet, ist ja klar. Aber manche Kommentare hier lassen die Vermutung aufkommen, daß Teile unserer (deutschen) Bevölkerung auch nicht so weit davon entfernt sind. Kotz und Würg ...
den Film 'die Steinigung der Soraya M.' wenn dann noch jemand den Racheakt ablehnt dann hat er/sie nichts verstanden.
Das ganze Problem wäre einfach und günstig gelöst mit der chinesischen Methode.
Kurzer Prozeß, und dann öffentlicher Genickschuß.
Kostengünstig, keine Luxushotels für Mörder und andere Schwerverbrecher, stattdessen Schutz der Gesellschaft.
Wirksame Abschreckung ohne Rückfallgefahr!
Das glaube ich nicht. M.E. nimmt der Iran rücksicht auf die internationalen Proteste - wie sooft in der Vergangenheit, als es darum ging zum Tode verurteilte Journalisten freizulassen. Auch hier gab der Iran oft genug nach. Aber für den Fall des Säureopfers erhoffe ich mir, dass das Gesetz eingehalten wird. Nur das Opfer darf sich zwischen Vergeltung und Vergebung entscheiden - anderen steht das schlicht und einfach nicht zu!
Das kombinieren Sie dann am Besten noch mit der schwedischen Gesetzgebung und deren radikalfeministischer Definition von "Vergewaltigung"...
Das maximal aufsehenerregende Bestrafungen auch nur ansatzweise abschreckend sind, hat sich in mehreren tausend Jahren Kulturgeschichte erwiesen und sollte sich mal so langsam rumgesprochen haben. Wer aus einem Impuls heraus handelt, denkt in dem Moment nicht an Konsequenzen - und wer mit Vorsatz handelt, geht eh davon aus nicht erwischt zu werden, oder es ist ihm egal
Hier geht's schlicht darum, niederste Instinkte zu bedienen. Nämlich Rache. Das mag für das Opfer befriedigend sein, aus gesellschaftlicher Sicht ist das aber extrem kontraproduktiv. RECHTsprechung sollte aber mit der Bedienung niedriger Instinkte rein gar nichts zu tun haben, sondern der Gesellschaft dienen. Jedenfalls in einem Umfeld, welches sich als zivilisiert bezeichnet.
Alle anderen können ja gerne in Staaten auswandern, wo Recht und Rache im Gleichklang sind. Iran böte sich da an (nur für Männer allerdings), die USA wären auch eine passende Wahl
In einem Rechtsstaat westlicher Prägung ist es zwar auch möglich, Gerechtigkeit zu schaffen. In den meisten Fällen sprechen wir aber davon, daß "Rechtsfrieden" geschaffen wird. Ein gerichtlicher Vergleich schafft zB nie Gerechtigkeit, weil der Anspruch des Klägers ja nur teilweise durchgesetzt wird. Genauso ist es bei Kapitalverbrechen wie Körperverletzung oder Totschlag gar nicht möglich, Gerechtigkeit zu schaffen. Die Gesellschaft gibt sich durch das Strafgesetzbuch einen konsensfähigen Sühnekatalog, der durch den Resozialisierungsgedanken ergänzt wird. Das unterscheidet uns vom Faustrecht. Wer Rache will, muß sich eine andere Gesellschaft suchen; es gibt ja noch genug davon auf der Welt.