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Blendung des Täters: Gericht verschiebt Racheakt des Säureopfers

Das iranische Säureopfer Amene Bahrami kann vorerst keine Rache an ihrem Peiniger nehmen: Die iranische Justiz hat die Vollstreckung eines Urteils verschoben, mit dem die Frau den Täter hätte blenden dürfen. Ein neuer Termin ist offen.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...762521,00.html
  1. #240

    Reue

    Diese Tat wurde 2004 verübt, nun haben wir 2011, 7 Jahre hat sich das Opfer nun mit der Tat auseinandersetzen können und ihrem Wunsch nach Vergeltung. Ich denke alle wesentlichen Argumente gegen die Form so einer körperlichen Bestrafung, die die Foristen hier vorgebracht haben sind ihr hinlänglich bekannt. Und trotzdem, trotz der Zeit, des In sichs gehen und der Distanzierung fordert sie vehement die Durchsetzung dieser Strafe. Warum?

    Eine mögliche Erklärung könnte sein das der Täter kein Funken Reue, Mitleid oder aufrichtiges Bedauern zeigt, noch seine Schuld eingesteht, ganz im Gegenteil er gibt ihr die Schuld daran, was passiert ist und fordert nicht zuletzt das ihr die Augen ausgeräumt werden, damit sichergestellt ist, dass sie wirklich nicht mehr sehen kann.

    Und das Alles wegen ein paar verletzten Gefühlen und persönlichen Eitelkeiten und ja es fällt mir leicht das zu sagen aus einem Kulturkreis heraus, indem solche Maßstäbe und Befindlichkeiten keine Grundlage für gesellschaftliche Anerkennung oder Selbstwert bilden.
  2. #241

    ...

    Zitat von BuenaBanana Beitrag anzeigen
    Das ist keine Mär. In Singapur gibt es auf Drogenhandel die Todesstrafe. Deshalb gibt es in Singapur kaum Drogenkriminalität.
    Kaum Drogenkriminalität oder kaum AUFGEDECKTE Drogenkriminalität? Das ist ein gewaltiger Unterschied, besonders wenn da noch die Korruption mit in's Spiel kommt.
  3. #242

    .

    Zitat von mindphuk Beitrag anzeigen
    Übrigens entscheidet das im Iran nicht die Frau sondern deren Familie, maßgeblich ihr Brüder oder ihr Vater.

    Verwechsle nich den Iran mit unserer gleichberechtigten Gesellschaft. Im Iran kann eine Frau solch eine Entscheidung nicht selber treffen. Dass das Urteil jetzt ausgesetzt wurde zeigt vielmehr, dass die Familie des Opfers und des Täters sich noch nicht einig sind bzw. sich auch anderweitig einigen können, etwa durch Zahlung von Blutgeld. Die Leiden der Frau sind da zweitrangig.
    Nein, sie entscheidet ganz alleine, ob sie vergeltung übt oder verzeiht.
  4. #243

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das iranische Säureopfer Amene Bahrami kann vorerst keine Rache an ihrem Peiniger nehmen: Die iranische Justiz hat die Vollstreckung eines Urteils verschoben, mit dem die Frau den Täter hätte blenden dürfen. Ein neuer Termin ist offen.

    http://www.spiegel.de/panorama/justi...762521,00.html
    Der Richter hat ihr gesagt, sie solle verzeihen? Wenn das stimmt, dann ist das edel gesprochen. - Nun habe ich noch nie davon gehört, dass bei einem z.B. wegen Ehebruchs verurteilten Menschen (kann ja auch ein Mann sein) im Iran vom Richter eine Begnadigung empfohlen worden wäre. Ich vermute, dahinter steckt ein gänzlich anderes Rechtsempfinden als das meine bzgl. der Frage, für welche Tat ein größere öffentliches Interesse besteht: Ehebruch ist nach iranischem Verständnis eine Gefahr für die Gesellschaft, schwere Körperletzung nicht.

    Ich würde mir wünschen, dass Frau Bahrami sich nicht auf diese Weise rächt. Ich kann ihr eine andere Entscheidung jedoch nicht ernsthaft vorwerfen. Wenn ich derartige Schmerzen und dann auch noch die dauerhafte Blindheit hätte ertragen müssen, wäre ich vielleicht auch von Rache getrieben.
  5. #244

    Was ist heilig?

    Zitat von Gilad Beitrag anzeigen
    "Die Vergeltung für eine Schädigung soll eine Schädigung in gleichem Ausmaß sein; wer aber vergibt und Besserung bewirkt, dessen Lohn ist sicher bei Allah. Wahrlich, Er liebt die Ungerechten nicht." (Sure 42/ Vers40)

    Das Opfer hat ein Recht auf Vergeltung. Wie man dem Vers entnehmen kann, gibt es auch noch die Option der Vergebung.
    Dieses Gesetz ist absolut vernünftig und gerecht.
    Nun ja, 'Heilige Bücher' egal ob Talmud,Neues Testament,Koran oder gar 'Das Kapital' von Karl Marx haben so ihre Tücken! Wortwörtliche Auslegung ist immer problematisch, so wie die Welt nicht in 7 Tagen erschaffen wurde, müssen auch andere Glaubenssätze im rechten Licht gesehen werden.
    Trotzdem achte ich sie, diese 'Heiligen Bücher'.
  6. #245

    ...

    Wenn man die Kommentare hier liest, wie und warum eine Rache in diesem Fall gerecht oder gerechtfertigt ist usw., dann kann man sich ungefähr ein Bild davon machen, welche Leistung es von JESUS in der damaligen Zeit war, sich ganz öffentlich gegen das damalige geltende Recht zu Stellen und die "Täter" zu "schützen". Und das sage ich ohne missionarischen Hintergedanken o. ä . Und wie man sieht: Das Thema hat seit 2000 Jahren nichts von seiner Aktualität und brisanz verloren.
    Natürlich ist das Schicksal dieser Frau schrecklich. Und vielleicht wünschte sie sich heute, sie sei lieber tot, als dieses Schicksal weiter zu ertragen, wer weiss. Dennoch: Gleiches mit Gleichem zu vergelten ist - heute genau wie vor 2000 Jahren auch - der falsche Weg. Dadurch entsteht nur noch mehr Leid. Und ein präventiver Effekt ist darüber hinaus mehr als fragwürdig.
    Außerdem: wie ich dem Artikel entnehmen konnte, wurde die Frau völlig falsch notfallmäßig behandelt, was den Grad der Verletzungen vergrößerte. Außerdem konnte die Sehfähigkeit eines Auges zwischenzeitlich wieder hergestellt werden. Somit ist für mich die Schwere der Schuld an der Verstümmelung und an der Erblindung nicht eindeutig in voller Höhe nur dem Täter anzulasten, so schwer das auch für einige Schlechtmenschen zu verstehen ist. Ganz so einfach ist es also nicht mit dem "Auge um Auge" Prinzip.
    Und bitte jetzt nicht die obligatorische Gutmenschbetitelung, das bringt in der Sache nicht weiter.
    Wenn es der Frau nach der Rache nicht besser geht - was dann?
  7. #246

    dann eben Vorsatz!

    Zitat von 59755 Beitrag anzeigen
    Das Problem ist, dass Leute wie Sie nicht unterscheiden zwischen Fahrlässigkeit und Vorsatz.
    ... unter der Annahme, mehr als 50 km/h zu schnell gefahren, da darf man ja dann schon Vorsatz annehmen. Was dann? Haben Sie dafür auch eine Ausrede? Passiert übrigens häufiger, als Sie vielleicht denken. Oder angetrunken, das ist m.M.n. auch Vorsatz und nicht fahrlässig. Was dann? Wo setzen wir an?
  8. #247

    .

    Zitat von mindphuk Beitrag anzeigen
    Dass Härtere der Strafen nicht weniger Verbrechen bedeutet, hat sich scheinbar noch nicht überall in Deutschland rumgesprochen.
    Den Vertretern der „Rache muss sein“-Theorie geht es überhaupt nicht darum, die Gesamtzahl der Verbrechen zu minimieren. Deren Vorstellung von einer idealen Welt ist nicht eine Welt ohne Verbrechen, sondern eine Welt, in der jedes Verbrechen angemessen bestraft und damit gerächt wird. Ihnen geht es nicht darum, möglichst nicht in der U-Bahn zu Tode geprügelt zu werden, sondern in dem wohltuenden Bewusstsein zu sterben, dass es den Tätern genauso ergehen wird.
  9. #248

    Verbrechensopfer

    Zitat von Passivist Beitrag anzeigen
    Ich nicht. Und jetzt? Abstimmen?
    Würden Sie derartige Äußerungen als Rechtsstaatsverfechter auch einem Verbrechensopfer offen ins Gesicht sagen? Hätten Sie den Mut dazu?

    Es ist einfach traurig, wie vor Gericht der (Un)Rechtsstaat das Opfer eines Verbrechens zum zweiten Mal zum Opfer und zum Verlierer macht.
  10. #249

    Rache

    Es wäre anders, wenn eine Frau einen Mann geblendet hätte. Sie wäre längst gesteinigt worden.


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