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Black-Metal-Trip für Touristen: Und dort links sehen Sie die Hölle

Stacy Kranitz/CorbisErst brannten Kirchen, dann starben Menschen. Der norwegische Black Metal erlebte in den Neunzigern einen Gewaltexzess - und machte die Subkultur zum weltberühmten Exportgut. Jetzt schult ein Musiker sogar Diplomaten in dem Genre und nimmt Touristen mit auf Bus-Trips zu den Stätten des Schreckens.

http://www.spiegel.de/kultur/musik/0...843663,00.html
  1. #1

    Vikernes..

    Man weiß nicht, warum Vikernes die Tat begangen hat? Wenn ich mich nicht täusche, hatte er doch in dem Mordprozess auf Notwehr gepocht, da Euronymus einem Freund gesagt habe, er wolle ihn in einen Wald locken und in dort töten. Daraufhin habe Vikernes aus Notwehr gehandelt. So impulsiv kann es aber nicht gewesen sein, da die Wohnung von Euronymus wohl eine halbe Stunde entfernt war. Varg Vikernes ist ein echt mediengeiler Affe, das war er vor allem wieder nach seiner Gefängniszeit, in der er ja erst richtig in der rechten Morast gerutscht ist. Dennoch ist Filosofem ein unglaubliches Album.
  2. #2

    "einschlägige Kreise"

    Einer der Stammgäste war der Musiker Kristian Vikernes, ein Rechtsradikaler, dessen Projekt Burzum bis heute Kultstatus in einschlägigen Kreisen genießt.
    Der Satz sollte etwas genauer umformuliert werden. Mit "einschlägigen Kreise" ist nämlich hoffentlich nur "Black Metal Fans" gemeint; der Satz aber ist so mit "rechtsradikal" verknüpft worden, dass man hier meint es mit NSBM zu tun zu haben - was nicht ist!
    Ob wegen Vargs Geschichte auch Rechtsradikale die Musik hören ... vermutlich. Doch wenn man jede Musik, die ein Rechter hört, verurteilt haben wir ja bald nix mehr (hat nicht mal so nen NPDler was erzählt, er höre gerne Wagner und so? ...)

    Zum Thema:
    Cool, jetzt weiss ich, was ich mache, wenn ich mal in Oslo bin!
  3. #3

    .

    Sänger oder Musiker hört sich im Falle einer Black Metal Band irgendwie ironisch an

    Als ob die Jungs singen oder musizieren würden

    auch wenn ich selbst gerne harten Rock höre, aber mit Musik hat Black Metal nur rudimentär zu tun. Ich höre dabei eigentlich nur Lärm im wirren Rythmus und unverständliche Grunzlaute, dagegen ist das Gequitsche vom Jan Deley reinstes Hochdeutsch
  4. #4

    Black Metal Ende der 80er?

    ...und was ist mit Venom "Black Metal" (1982) bzw. bereits deren frühere Werke?
  5. #5

    Burzum / Kritian *Varg* Vikernes...

    Das alles ist ein sehr schwieriges und komplexes Thema. Vikernes hat für seine Tat 21 Jahre im Gefängnis gesessen, ist heute wieder frei und macht wieder bzw. immer noch Musik. Auf seiner Internetseite nimmt er zur Vergangenheit detailiert Stellung und hat auch zum aktuellen Tagesgeschehen immer wieder eine Meinung. Vieles ist krude, teilweise radikal mit Tendenz nach rechts. Über das alles kann man trefflich und stundelang streiten und wird wohl nie auf einen Nenner kommen. Das große *Aber* - das ist seine Musik. Er ist sehr produktiv und hat selbst nach der langen Haftzeit ein Potential und einen Ausdruck, welcher einem teilweise den Atem stocken lässt. Reiner Blackmetal ist es zwar bei Weitem nicht mehr...aber starke, mächtige Musik in Tiefe und Eindringlichkeit. Die letzen 3 Alben (Belus, Fallen, Umskriptar) zeigen einen musikalischen Giganten... hypnotisch, roh und fein, urwüchsig, ursprünglich, melodisch...und vieles anderes mehr. Das auftretende Problem ist in dem Fall (wieder) einmal die Trennung von Künstler und Werk. Kann / darf man das gut finden ? Eine Frage die sich zum Beispiel auch heute noch bei Richard Wagner und seiner Musik stellt. Antisemit vs. Musik für die Ewigkeit - Thema unzähliger Diskussionen und letzlich gibt es dabei wohl nur eine Möglichkeit: Jeder muss es für sich selbst entscheiden. Burzum's Musik wird bleiben und mit einem hohen Maß an Wahrscheinlichkeit nach Vikernes Tod (in ferner Zukunft) als Klassiker des schwarzen Metal und des Metal überhaupt gelten.
  6. #6

    Lärm im wirren Rhythmus?

    Das ist ja mal totaler Quatsch, bei allem Respekt. Natürlich ist es Lärm, so gesehen ist jede Musik Lärm, sie ist halt laut. Und sicherlich ist Black Metal nicht die Heimat der filigransten Kompositionen. Aber versuchen sie mal einen Song original-getreu nachzuspielen. Die Rythmen stramm durchzuziehen ist dabei schon anstrengend genug. Sie kommen dabei nicht auf die Idee, dass die Monotonie der Melodien, die man in jenen Songs hört, eben zur Botschaft gehört, die man damit ausdrücken will. Das ist Geschmackssache, keine Frage, aber Musik ist es allemal und jedem Fall mehr als Justin Bieber oder was sonst so im Radio läuft. Das ist als würden sie behaupten, dass Technical Death Metal einfacher als Punk Rock sei. Was den Gesang angeht: Als geübter Höhrer würden sie das auch verstehen. ;)
  7. #7

    Zitat von spon-facebook-1378982335 Beitrag anzeigen
    Man weiß nicht, warum Vikernes die Tat begangen hat? Wenn ich mich nicht täusche, hatte er doch in dem Mordprozess auf Notwehr gepocht, da Euronymus einem Freund gesagt habe, er wolle ihn in einen Wald locken und in dort töten. Daraufhin habe Vikernes aus Notwehr gehandelt. So impulsiv kann es aber nicht gewesen sein, da die Wohnung von Euronymus wohl eine halbe Stunde entfernt war. Varg Vikernes ist ein echt mediengeiler Affe, das war er vor allem wieder nach seiner Gefängniszeit, in der er ja erst richtig in der rechten Morast gerutscht ist. Dennoch ist Filosofem ein unglaubliches Album.
    Naja, für (in-)offizielle Gründe gibt es viele Möglichkeiten, und nichts genaues weiß man nicht.
    a) Selbstverteidigung, wie Du geschrieben hast, allerdings zu zweit (ich glaube mit jemanden von Emporor) in einer anderen Stadt nachts um 2 Uhr?
    b) Euronymous angeblich Kommunist, während Vikernes rechts.
    c) Euronymous schwul, Vikernes nicht liberal.
    d) oder doch eine Frauengeschichte (Euronymous hat Vikernes angeblich s/eine Freundin ausgespannt)
    e) 50.000 Euro(?) Schulden, bzw. ein nicht eingehaltener Labelvertrag.

    Was wirklich war, weiß nur eine Person, und der lächelt in die Kamera, wenn er zur maximalen Strafe verurteilt wird...

    Aber ja, er hat sehr gute Musik geschaffen, insbesondere "Jesu død" ist - Achtung, Wortwitz - göttlich.

    Obwohl 100km nordwestlich von Bergen, in einem kleinen Örtchen namens Sogndal auch wunderbare Musik gemacht wurde *schnief*
  8. #8

    optional

    wer Black Metal als wirren Lärem bezeichnet, dem muss ich leider jegliche musikalische Kompetenz absprechen
    die Frühwerke von Venom sind kein Vergleich zu den Sachen, die da in Norwegen entstanden sind, wie bereits im Artikel geschrieben, war das bei Venom nur Show, Ausloten der Grenzen... im Gegensatz zu z.B. Mayhem, die richtig "abgefucked" waren
  9. #9

    .

    Zitat von Christ 32 Beitrag anzeigen
    Sänger oder Musiker hört sich im Falle einer Black Metal Band irgendwie ironisch an

    Als ob die Jungs singen oder musizieren würden

    auch wenn ich selbst gerne harten Rock höre, aber mit Musik hat Black Metal nur rudimentär zu tun
    Lassen sie mich raten, sie kennen nicht eine einzige Black Metal-Band und haben die Musik vor 10 Jahren zufällig mal irgendwo gehört?

    Sicher gibt es einen Haufen Bands, bei denen sich das musikalische Talent in Grenzen hält, aber das ist im Hard Rock nicht anders. Da gibt es genauso viel Schrott.
    Bei Interesse hier jedanfalls mal ein paar Hörtips, zur Erweiterung des BM-Horizontes. ;)
    Nocte Obducta - Im siebten Mond
    Melechesh - Deluge of Delusional Dreams
    Wolves in the Throne Room - Astral Blood
    Siebenbürgen - Vampyria
    A Forest of Stars - God


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