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Bittere Medizin: Neandertaler aßen Heilpflanzen

dpaSchon die Neandertaler haben Heilpflanzen genutzt - darauf deuten winzige Nahrungsreste in Zähnen hin, die Forscher jetzt analysiert haben. Zum Spaß seien die Gewächse zumindest nicht gegessen worden: Sie schmeckten bitter.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...845181,00.html
  1. #1

    Warum denn nicht?

    Die bislang Einzigen in der Evolution, die planlos alles in sich hineinstopfen, sind wir Kinder der Industriegesellschaft. Wäre das schon früher vorgekommen, unsere Linie und ihre Verwandten hätten sich längst erledigt. Sogar Menschenaffen wissen sich mit enormen Heilpflanzenkenntnissen zu helfen, dann wussten es doch wohl erst recht die Neandertaler. Trotzdem nett, dass der Nachweis gelungen ist - und die unglaubwürdige Mähr vom ewigen Mammut-Griller widerlegt wurde, bei der es sich wohl auch nur um eine Projektion unseres Ernährungs-Amoks handelt.
  2. #2

    Wär hätte das gedacht?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schon die Neandertaler haben Heilpflanzen genutzt - darauf deuten winzige Nahrungsreste in Zähnen hin, die Forscher jetzt analysiert haben. Zum Spaß seien die Gewächse zumindest nicht gegessen worden: Sie schmeckten bitter.

    Neandertaler aßen Heilpflanzen wie die Analyse ihrer Zähne zeigt - SPIEGEL ONLINE
    Da putzt sich der Neanderthaler vor 50000 Jahren nicht die Zähne und beweist damit medizinische Kenntnis, dass heißt, er war damals nicht viel weniger schlau als wir heute. (Selbst Tiere fressen gezielt Heilpflanzen.) Ich frage mich immer wieder, warum unsere Vorfahren für blöd gehalten werden. Dabei sind sie vor einer Million Jahren zur See gefahren, haben vor 40000 Jahren die Nähnadel (mit Öse) erfunden, haben vor 30000 Jahren phantastische Bilder an die Höhlenwände gemalt, vor 50000 Jahren Hirnoperationen durchgeführt und Astronomie und Mathematik betrieben, etc.. Und heute führt der Homo sapiens noch Revierkämpfe durch wie ein Rudel wild gewordener Schimpansen. Wo ist da der Fortschritt?
  3. #3

    optional

    Ich bin immer wieder erstaunt mit welcher Verwunderung das Verhalten unserer Vorfahren betrachtet wird.Welche Arroganz anzunehmen,daß nur wir über richtige Intellegenz verfügen.
    Und die immer wieder zu hörenden Behauptungen,daß die Menschen früher dümmer waren.
  4. #4

    Ja, die Wissenschaft hat festgestellt...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schon die Neandertaler haben Heilpflanzen genutzt - darauf deuten winzige Nahrungsreste in Zähnen hin, die Forscher jetzt analysiert haben. Zum Spaß seien die Gewächse zumindest nicht gegessen worden: Sie schmeckten bitter.

    Neandertaler aßen Heilpflanzen wie die Analyse ihrer Zähne zeigt - SPIEGEL ONLINE
    dass das Licht die Welt erhellt.

    Schon Schimpansen nutzen bis zu 80 Heilpflanzen.
    Gemeiner Schimpanse
    Übrigens ist von Ziegen ähnliches bekannt, was für ein Wunder, wenn ein Tier etwas weiß. Das kann doch nur Instinkt sein, oder? Nein Tiere verfügen über Wissen. Und wir sind auch Tiere. Aber das erstaunt immer noch manchen "Wissenschaftler".

    Vor garnicht langer Zeit haben "Wissenschaftler" dem Neandertaler noch die Sprachfähigkeit abgesprochen.

    Vielleicht sollten wir an den Hochschulen, oder am Hochschulzugang mal was ändern?
  5. #5

    Selbst wenn der Neanderthaler nicht explizit Heilpflanzen gekannt haben sollte, warum soll er nicht gezielt den Geschmck "Bitter" gesucht haben?

    Wir geniessen heute noch "Campari" oder "Fernet Branca", beides weltbekannte Bittergetraenke ...
  6. #6

    Zitat von LeToubib Beitrag anzeigen
    Selbst wenn der Neanderthaler nicht explizit Heilpflanzen gekannt haben sollte, warum soll er nicht gezielt den Geschmck "Bitter" gesucht haben?

    Wir geniessen heute noch "Campari" oder "Fernet Branca", beides weltbekannte Bittergetraenke ...
    Also ich würde mal davon ausgehen, dass sie durchaus bewusst Heilkräuter gesucht und verwendet haben. Wie oben schon ganz richtig angemerkt, fressen selbst Tiere instinktiv bestimmte Heilpflanzen und selbst, wenn das nicht der Fall wäre - bei Neandertalern reden wir von einer Menschenart, die immerhin schon ritualisierte Bestattungen, Malerei und sehr wahrscheinlich auch sowas wie Spiritualität oder Religion kannten. Warum also keine Heilpflanzen?

    Was das Sprachvermögen angeht: Ich denke schon, dass sie auf die eine oder andere Weise sprechen konnten. Erstens deuten ihre kulturellen Hinterlassenschaften stark drauf hin und zweitens wurde bei ihnen ja auch das als "Sprachgen" bezeichnete FOXP2-Gen nachgewiesen, das wohl ne wichtige Rolle beim Sprachvermögen spielt. Die Sache ist wohl nur, dass ihre Anatomie anders aufgebaut war, als die unsrige. Unter anderem lag der Kehlkopf des Neandertalers höher als unserer, was ihnen weniger Klangvarianz und Zungenbeweglichkeit erlaubte. Daher werden Neandertalersprachen vermutlich sehr viel anders geklungen haben als die des heutigen Homo Sapiens. Ein Neandertaler hätte beim Erlernen moderner Sprachen anatomisch bedingt wohl echte Aussprachprobleme. Wahrscheinlich sogar bis zu dem Punkt, dass Homo-Sapiens-Sprachen für ihn ewig unaussprechlich geblieben wären.
  7. #7

    Meisterwurz

    Zitat von LeToubib Beitrag anzeigen
    Selbst wenn der Neanderthaler nicht explizit Heilpflanzen gekannt haben sollte, warum soll er nicht gezielt den Geschmck "Bitter" gesucht haben?

    Wir geniessen heute noch "Campari" oder "Fernet Branca", beides weltbekannte Bittergetraenke ...
    Zitat von LeToubib Beitrag anzeigen
    Selbst wenn der Neanderthaler nicht explizit Heilpflanzen gekannt haben sollte, warum soll er nicht gezielt den Geschmck "Bitter" gesucht haben?

    Wir geniessen heute noch "Campari" oder "Fernet Branca", beides weltbekannte Bittergetraenke ...
    Pharmakophagie ist nicht erst bei Primaten, sondern z.B. auch bei Hasen nachgewiesen.

    Es ist nur ein kleiner Schritt vom Lernen, welche Pflanzen besonders gut oder schlecht schmecken, bis dahin, deren Auswirkungen auf das Wohlbefinden zu bemerken.

    Es scheint, die Evolution hat das Geschmacksempfinden gut auf einen gelegentlichen, mäßigen Genuss von Bitterem ausbalanciert.

    Der Fernet kommt ja auch am Besten nach allzu großer Völlerei.
  8. #8

    Fuenfzigtausend Jahre Rueckschritt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schon die Neandertaler haben Heilpflanzen genutzt - darauf deuten winzige Nahrungsreste in Zähnen hin, die Forscher jetzt analysiert haben. Zum Spaß seien die Gewächse zumindest nicht gegessen worden: Sie schmeckten bitter.

    Neandertaler aßen Heilpflanzen wie die Analyse ihrer Zähne zeigt - SPIEGEL ONLINE
    An der Karzinogenspeise Brot duerften die gesottenen Mehlwuermer darin noch das Gesuendeste sein.
    Natuerlich waren die vor 50 Tausend Jahren ueberwiegend Vegetarierund wussten das auch, schliesslich war man nicht so doof wie die degenerierten Nachfahren 50 tausend Jahreszyklen spaeter.
    In Notzeiten konnte man sich mittels essen anderer Tiere eine Weile weiter am Leben halten, die Flexibilitaet ist ja ein Geschenk aus der Evolution. Dafuer hatte man halt ein koerperliches Notprogramm in sich.
    Man war aber normalerweise neben Vegetarier nur noch Kaeferfresser, wie viele Millionen Afrikaner und Asiaten es bis heute weiter sind, das ist viel gesuender als andere Tiere zu essen, die fast so sind, die wie man selber ist.
    Dass viele Menschen heutzutage nur noch nach dem Notprogramm essen, ist nicht nur ungesund fuer die Betroffenen, sondern fuer die ganze Erde. Letzeres insbesonders, da wir mittlerweile zu viele sind.
    Es liegt eine echte und leider fatale Rueckschrittsentwicklung in unserer spezies vor.
    So nannten sich die Neanderthaler bewusst auch nicht selber blasphemisch doppelsapiens.
    Neandertaler kannten natuerlich auch schon deep ecology. Davon sind wir heute erheblich weiter entfernt als die.

    "...viele falsche Vorstellungen über die Neandertaler zu beseitigen", sagt Studienleiter Antonio Rosas"
    Es ist wohl eher so, dass es bei uns heutigen Menschen mehr Falschvorstellungen ueber die richtige Lebensart gibt.
    Nicht nur mehr, als wir ueber die haben, sondern auch mehr, als wir uns heute ueber uns selber haben.
    Im uebrigen bekamen die Gesellen von damals ihren Namen, als Neandertal noch Neanderthal hiess.
    SPON schreibts also falsch.
  9. #9

    Bittere Heilpflanzen?

    Bei Bedarf schmecken diese Kräuter nicht bitter. Der bittere Geschmack wird erst wahrgenommen, wenn der Bedarf gedeckt ist.

    Insgesamt ist es verwunderlich, dass Wissenschaftler über rascht sind, wenn etwas ganz normales ausgedeckt wird. Für jeden, der etwas naturnah lebt, ist es allerdings keine Überraschung.








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