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Bis zu 40 Prozent: Private Krankenkasse Central erhöht massiv Beiträge

Die Dumping-Angebote der vergangenen Jahre setzen vielen privaten Krankenkassen zu: Central, die fünftgrößte Kasse der Branche, bittet*ihre Mitglieder nun massiv zur Kasse. Versicherten drohen Aufschläge von mehr als 40 Prozent.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...799857,00.html
  1. #120

    irgendwann

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Dumping-Angebote der vergangenen Jahre setzen vielen privaten Krankenkassen zu: Central, die fünftgrößte Kasse der Branche, bittet*ihre Mitglieder nun massiv zur Kasse. Versicherten drohen Aufschläge von mehr als 40 Prozent.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...799857,00.html
    Ich hab das irgendwann schonmal geschrieben und kann es nun nur nochmal schreiben. Die meisten Gesundheitspolitiker und Ökonomen gehen davon aus, dass es in 10 Jahren in Deutschland keine private Krankenversicherung mehr geben wird ... nicht weil man sie abschaffen würde oder nicht mag, sondern weil sie schlicht und einfach nicht konkurrenzfähig ist gegenüber den gesetzlichen Kassen. Die finanziellen Vorteile mögen in jungen Jahren nicht wenig sein, aber dafür überwiegen die riesigen Nachteile umso mehr, je älter und kränker man mit der Zeit wird. Viele derjenigen, die in jungen Jahren über die GKV-Versicherten gelacht haben, wundern sich im Alter, dass sie dann plötzlich ein Drittel oder manche sogar fast die Hälfte ihres gesamten Ruhestandseinkommens alleine nur für die Krankenversicherung ausgeben müssen.
    Die Entwicklung ist auch völlig logisch, denn es kommen immer weniger neue, junge PKV-Versicherte hinzu, weil sie es sich aufgrund der niedrigen Löhne schlicht nicht leisten können und auch nicht leisten wollen. Ich selber zahle auch lieber den Maximalbeitrag in die GKV, statt in die PKV zu wechseln. Dafür kann ich mir aber auch sicher sein, dass ich von der GKV aufgefangen werde, falls ich irgendwann mal krank, arbeitslos, arbeitsunfähig oder einfach nur alt werde.
    Hinzu kommt noch, dass die PKV in ihren Verwaltungsstrukturen viel zu teuer ist. Während bei der GKV gerademal 3% der Mitgliedsbeiträge für die Verwaltung draufgeht, sind das bei der PKV fast 15%. Und dann haben sich natürlich viele private Krankenversicherungen an den Börsen verzockt. Eine große Finanzkrise und schwupps ... sind sämtliche PKV sowieso pleite, da dann das Kapital weg ist. Die GKV mit ihrer Solidargemeinschaft und den Menschen, die dahinter stehen, wird es aber nach jeder Finanzkrise immer noch geben. Die GKV ist der PKV langfristig einfach haushoch überlegen und deswegen wird die PKV nicht mehr lange existieren. Irgendwann wird es dann eine Bürgerversicherung geben und geben müssen, in die vom Selbständigen, über den normalen Arbeitnehmer bis hin zum Beamten und Politiker alle einzahlen. Eine andere Möglichkeit gibt es da überhaupt nicht mehr. SPD, Grüne und Linkspartei kämpfen zwar schon seit Jahren für eine solche Regelung, aber ich bin sicher, am Ende wird sogar die CDU davon überzeugt werden und es auch noch selber einführen, so wie sie das mit dem Atomausstieg, der Wehrpflicht und anderen Dingen auch gemacht hat. Die CDU weiß es nur noch nicht, aber so wird's eines Tages kommen. ;-)

    MfG
  2. #121

    Nanana...

    Zitat von jinky Beitrag anzeigen
    Ach, hören Sie doch auf. Natürlich versucht jeder, so günstig wie möglich wegzukommen - das würden Sie auch, wenn Sie die Möglichkeit hätten.
    Nanana - es versucht eben NICHT JEDER, so günstig wie möglich wegzukommen! Und wer es versucht, muss sich schon ein wenig Häme gefallen lassen...

    Zitat von jinky
    Das Problem ist, dass hier Entscheidungen getroffen und z. T. auch getroffen werden müssen, deren Tragweite einfach aufgrund des langen Zeithorizonts nicht abzusehen ist.
    Ich habe es für mich von diversen Gesellschaften durchrechnen lassen - und kam (unter Berücksichtigung von potentiellen Familienmitgliedern und Beitragssteigerungen) immer auf eine überschaubare Ersparnis. Dies habe ich zur Kenntnis genommen und bin in der GKV geblieben.

    Zitat von jinky
    Wie viele Leute haben sich einfach auf das verlassen, was ihnen seit Jahrzehnten allüberall entgegengetrötet wird: die Privaten können billiger sein, weil privat immer alles besser kann.
    Das ist nämlich der Punkt: Nur weil es mir entgegengetrötet wird, nehme ich doch kein Angebot an, das mich lebenslang (!!!) bindet, ohne vorher genau zu kalkulieren und meine persönlichen Prioritäten zu beleuchten.

    Und wenn ich dann dennoch in eine PKV wechsle, dann spare ich entweder so viel, dass es jetzt nichts zu jammern gibt, oder mir war Solidarität nicht so wichtig - und dann gibt es jetzt ebenfalls nichts, und zwar überhaupt nichts zu jammern!

    MfG
    Urban
  3. #122

    Notfälle

    Zitat von endbenutzer Beitrag anzeigen
    Legen Sie die monatlichen 29.- € für die Zahnzusatzversicherung lieber aufs Sparbuch und zahlen dann im Fall des Falles davon den Zahnersatz.
    Wie lange benötigt man, bis man auf diese Weise 10.000 Euro zusammenhat.
    Bis dahin geht es dann ohne Zähne oder mit Kredit.
  4. #123

    Mehr Wettbewerb unter PKVs dringend erforderlich

    Besondere Kennzeichen der Central sind ein langfristig unterdurchschnittlicher Anlageerfolg der verwalteten Rücklagen bei gleichzeitig überdurchschnittlichen Verwaltungskosten. Schlechtes Wirtschaften wie dieses würde normalerweise durch einen freien Markt schnell bereinigt - durch bessere Leistung oder durch Verschwinden des Anbieters.

    Nicht so bei privaten Krankenversicherungen: Hier ist den Versicherten das wirksamste Instrument seine Versicherung zu erfolgreicherem Handeln zu bewegen, nämlich die Freiheit des Wechsels zu einem Wettbewerber, faktisch aus der Hand geschlagen. Denn wer wechselt, muß seine Altersrückstellungen gegenleistungsfrei der verlassenen Versicherung schenken. Zudem drohen ihm Aufschläge, wenn sein Gesundheitszustand nicht mehr so perfekt ist wie früher.

    Vor diesem Hintergrund können PKVs wie die Central weiter entspannt mißwirtschaften. Schlechte Ergebnisse werden einfach - wie jetzt im Falle der Central - auf die Versicherten umgelegt. Und verlässt doch einmal ein Versicherter die Versicherung ist das umso besser. Die hinterlassenen Rückstellungen sind schnell verdientes Geld.

    Wenn hier Abhilfe geschaffen werden soll, muß schleunigst ein echter Wettbewerb unter den PKVs her: Indem Versicherte im Falle eines Wechsels ihre Altersrückstellungen mitnehmen können.
  5. #124

    aaa

    Zitat von marlene1960 Beitrag anzeigen
    Es gibt doch, wenn ich mich nicht irre, die Tarife für Selbständige.

    Als Basis gilt, soviel ich weiß, der letzte Jahresabschluss.
    Da haben Sie recht. Ich bin freiwillig gesetzlich versichert. Niemand wird aus der GKV ausgeschlossen weil auf einmal selbstständig ist und gut verdient. Man muss sich als selbstständiger halt überlegen ob man solidarisch sein will oder als Einzelkämpfer sein Glück versucht.

    Bei Beamten sieht es wohl anders aus aber für den Rest gilt: Man hat sich aus Gier freiwillig aus der Solidargemeinschaft verabschiedet und nun muss man halt die Folgen tragen. Man wollte es ja nicht anders. Ich habe da wenig Mitleid. Sollen die Privatisierungsfans doch mal Ihre eigene Medizin schmecken. Das ist heilsam.
  6. #125

    eine branche voller egoisten.

    pkv-versicherte sollten sich mal nicht aufregen! selber schuld...gier hat auch seine nachteile (gewechselt wird ja nur aus eigeninteresse)! ihr plädiert doch auf eure freie persönlichkeitsentfaltung, nun müsst ihr die suppe auch auslöffeln! verdammte axt, manche zahlen in der gkv den höchstbeitrag von knapp 700 euro (inkl. pflege) und tun das gerne! wir leben in einem sozialstaat! einige meiner vorkommentatoren würde ich gern eine ethikvorlesungen zwangsverordnen...moral und soziale verpflichtung nimmt in diesem land wohl niemand mehr ernst!
  7. #126

    ...

    Zitat von rhedeko Beitrag anzeigen
    Sie sollten bei ihrer aufgeblasenen Entrüstung nicht vergessen, dass die Versicherten der PKV das System über höhere Gebührensätze zu großen Teilen tragen. Davon haben in der Vergangenheit auch die gesetzlich Versicherten profitiert(!).

    Fragen sie mal einen Arzt, wie er mit seiner Praxis über die Runden käme, wenn es die Privatversicherten nicht gäbe. Ich kenne einige, die es wirtschaftlich nicht schaffen würden.
    Der Arzt kann jederzeit seine Kassenzulassung zurückgeben und sich nur noch mit Privatpatienten beschäftigen. Dann darf er sich gerne mit den anderen Ärzten um die Privatpatienten streiten. Fragen Sie also mal einen Arzt, wie er nur mit Privatpatienten über die Runden käme.
    Und ein Arzt, dem Privatpatienten lieber sind, sollte sich natürlich während seiner Zeit als Assistenzarzt im Krankenhaus auch nur noch um Privatpatienten kümmern (wie, das wollen die Privatpatienten nicht?). Ob ohne die Kassenpatienten seine Ausbildung möglich wäre, darf bezweifelt werden.
    Es hat alles zwei Seiten, wie Sie sehen. Auf die PKV wird man aber eher verzichten können als auf die GKV.
  8. #127

    Basistarif

    Zitat von Schwabenelch Beitrag anzeigen
    Für eine Teil der Krise ist der Gesetzgeber verantwortlich:
    Er hat für die ganzen Pfennigfuchser den 3.Klasse Basistarif in der Privaten-Krankenkasse eingeführt. Das ist die Flat-Rate-PKV-Version. Dort wirds Geld so richtig von den Gesellschaften ausgeballert.
    was für Geld wrd denn da verballert? Der Basistarif ist den privaten zum 1.1.2009 mit Einführung der Krankenversicherungspflicht aufs Auge gedrückt wurden. Kein Anspruchsberechtigter darf abgelehnt oder gekündigt werden unabhängig vom Krankenbild oder der Beitragszahlung. Ein absolutes Minusgeschäft, was natürlich mit Überschüssen anderer Tarife ausgeglichen werden muß.
  9. #128

    Titel

    Zitat von jinky Beitrag anzeigen
    Weil diese absurde Idee seit Jahrzehnten als unumstößliche Wahrheit allerorten herumposaunt wird?
    Wo doch der Osten das genaue Gegenteil wissenschafltich bewiesen hat :-)
  10. #129

    drücker

    na? haben die drückerkolonen der dvag wieder zu fleissig fehlverkauft? tja, wenn die branche eben auf provisionen und nicht auf ordentliche beratung zu festen beträgen aufgebaut ist, kommt das raus.

    für die versicherungsbranche sollten provisionen ganz abgeschafft und durch feste pauschalen ersetzt werden. ein grundeinkommen für jeden verkäufer (bitte "berater" nie wieder benutzen) muss eingeführt werden, damit sie nicht auf teufel lauf weg verkaufen.

    klar wird sich dann ein bernie cornfeld im grabe umdrehen, aber sein schüler pohl kann sich halt öffentlich ärgern.


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