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Binnenkonjunktur: Experten fordern Lohnerhöhungen trotz Krise

Die Sorge vor einem Wirtschaftseinbruch treibt viele Unternehmen um. Die Firmen sollten die Löhne dennoch erhöhen, um den privaten Konsum anzukurbeln, fordern Experten. Doch Wirtschaftsverbände mahnen zu Augenmaß bei den Tarifverhandlungen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...806000,00.html
  1. #10

    Im Vergleich

    zur restlichen EU hat doch nun wirklich kein anderes Land das eigene Lohnverhältnis dermaßen gedrückt (Reallöhne) wie Deutschland in den letzten 10 Jahren. Es ist kein Zufall, dass unsere Nachbarn die Nase rümpfen und Deutschland kam auch nicht nur durch das Instrument Kurzarbeit durch die Krise. Man hat sich schon die Jahre zuvor schleichend auf dem Rücken der Arbeitnehmer 'krisenfest' gemacht. Wie gut, dass das in besseren Zeiten wieder vergessen wird!

    Das erste Mal etwas lauer, dennoch lesenswerte Politsatire hier:

    Life is a cabaret!
  2. #11

    Zitat von !!# Beitrag anzeigen
    Nur die Ankurbelung der Exporte bringt Wachstum. Der Binnenmarkt ist zweitrangig.
    Um den Export zu erweitern, müssen unsere Produkte konkurrenzfähig bleiben, durch billigere Preise und bessere Qualität. Lohnerhöhungen dürften unsere Produkte verteuern und dadurch einen Vorteil der Konkurrenz verschaffen.
    LOL! Wohin sollen wir sie denn exportieren, wenn wir ganz Euroland mit unserem Lohndumping niederkonkurriert haben? Gegen China haben wir erst eine Chance, wenn wir gleiche Löhne wie die Chinesen haben, der Mond ist noch unbewohnt, und der Mars scheidet vermutlich als Abnehmer unserer Billigprodukte auch aus ...

    Eine einzige Währung für alle heißt unter anderem: vergleichbare Lohnstückkosten, gleiche Inflation usw. Sonst geht fürchterlich was schief (wie wir das gerade erleben).

    Ein bisschen Primitiv-Arithmetik beim Denken würde manchen Stolz auf unseren Exportvorteil in Scham verdrehen.
  3. #12

    Zitat von !!# Beitrag anzeigen
    Nur die Ankurbelung der Exporte bringt Wachstum. Der Binnenmarkt ist zweitrangig.
    Um den Export zu erweitern, müssen unsere Produkte konkurrenzfähig bleiben, durch billigere Preise und bessere Qualität. Lohnerhöhungen dürften unsere Produkte verteuern und dadurch einen Vorteil der Konkurrenz verschaffen.
    Das ist jetzt aber hoffentlich Ironie, oder? Wovon soll das Ausland, insbesondere das europäische (das nebenbei gesagt ja nicht so richtig Ausland ist; wir haben ja schließlich eine gemeinsame Währung und einen europäischen Binnenmarkt, gell?) denn die Sachen bezahlen? Sollen die vielleicht noch ein paar Kredite aufnehmen? Bei denen wurden ja auch die Löhne kräftig gekürzt und die Staatsausgaben. Zu dumm das die Banken trotz Überschwemmung mit EZB-Krediten derzeit wenig geneigt sind Firmen mit Krediten zu versorgen und weitere Anleihen europäischer Staaten zu kaufen.

    Tut mir leid aber irgendwie funktioniert ihr Plan - oder besser Dogma - schon längere Zeit nicht mehr.
  4. #13

    x

    Zitat von !!# Beitrag anzeigen
    Nur die Ankurbelung der Exporte bringt Wachstum. Der Binnenmarkt ist zweitrangig.
    Um den Export zu erweitern, müssen unsere Produkte konkurrenzfähig bleiben, durch billigere Preise und bessere Qualität. Lohnerhöhungen dürften unsere Produkte verteuern und dadurch einen Vorteil der Konkurrenz verschaffen.
    Sischer. Und wem verkaufen wir das? Den Griechen? Den USA? Resteuropa? Entwicklungsländer? Haben Sie immer noch nicht begriffen, daß wir uns selbst betrügen, wenn wir glauben, daß wir da echtes Geld zurückbekommen? Die Exportfirma als solche vielleicht, aber das Geld was da verdient wird, wird über Umwege an genau die ausgeliehen, die das Zeug kaufen. Und wenn sie dann (erwartungsgemäß) Pleite gehen, ist es auch weg. Wir haben geliefert und NICHTS dafür bekommen.

    Lehmann Broth, Schrottanleihen in dne USA, Griechenland etc pp. Es ist immer wieder das gleiche Muster, Es gewinnen nur ein paar wenige dabei.
  5. #14

    Die Krise betrifft ja nicht5 die Firmen

    sondern den Finanzmarkt.
    Bei den Firmen sprudeln die Gewinne weil sie aufgrund des Lohndumpings so schön verdienen, aber die Löhne sollen aufgrund der Fiananz- und Schuldenkrise der Staaten nicht erhöht werden, das ist schon wirklich absurd.
  6. #15

    x

    Zitat von Eutighofer Beitrag anzeigen
    Einkommenserhöhung und alles wird gut ? Ein Wunderglaube. Die Einkommen in Griechenland wuchsen beispielsweise seit 2000 viel stärker als in Deutschland. Hat das den griechischen Binnenmarkt stimuliert und Griechenland zum Aufschwung verholfen ?
    Waren die Griechen im Jahr 2000 Exportweltmeister oder auch nur ansatzweise Exportnation? Nö. Die hätten sich beschränken sollen. Auf der anderen Seite hätte Deutschland die Löhne schon damals erhöhen sollen, damit es gar nicht erst zu den Ungleichgewichten kommt, die wir jetzt haben. Jetzt müssen die Griechen sich nicht nur beschränken, sondern Löhne senken und Deutschland sollte mal kräftig zulangen.

    Tja, so ist das wenn die Dinge zu lange aus dem Ruder laufen. Dann ist die Anpassung halt Schmerzhaft. In Griechenland für die Arbeiter, hier für die Arbeitgeber.
  7. #16

    Von Gier getrieben

    Zitat von !!# Beitrag anzeigen
    Nur die Ankurbelung der Exporte bringt Wachstum. Der Binnenmarkt ist zweitrangig.
    Um den Export zu erweitern, müssen unsere Produkte konkurrenzfähig bleiben, durch billigere Preise und bessere Qualität. Lohnerhöhungen dürften unsere Produkte verteuern und dadurch einen Vorteil der Konkurrenz verschaffen.
    kann ich nur sagen. Binnenmarkt und höhere Löhne müssen sein um das Ungleichgewicht der Nachfrage in Deutschland und den Handelsbilanzüberschuss gegenüber den Nachbarstaaten zum Ausgleich zu bringen.
  8. #17

    Selbst Verantwortung übernehmen

    Zitat von MissBildung Beitrag anzeigen
    Im mir vertrauten Bankengewerbe waren die Tarifabschlüsseabschlüsse von verdi und vorher HBV mehr als peinlich.

    1,6% für 2 Jahre kamen da oft bei raus. Heisst also Reallohnverlust.

    Kleine Sachbearbeiter die sich sowieso mit jedem Pack rumschlagen müssen, mittlerweile unter dem miesen Zockerimage zu Unrecht leiden, gehen dann statt mit 2500 mit 2540 nach Hause. Netto also nur 20 Euro mehr für 2 Jahre.

    Peinlich Verdi, peinlich.
    Sie haben offensichtlich nichts verstanden. Peinlich ist es, wenn unorganisierte Arbeitnehmer/innen auf die Gewerkschaft und deren Tarifergebnisse schimpfen. Entweder Klappe halten - oder Mitglied werden und für gute Arbeit gute Löhne einfordern. Die Gewinne sind da - in allen Branchen- bei deren Verteilung stimmt was nicht!

    Stellvertreter-Mentalitäten sind in Mode! Früher haben die Straßenkehrer für die Kravattenträger die Kohlen aus dem Feuer geholt. Jetzt wird es Zeit, sich schleunigst zu besinnen und sein Einkommensschicksal selbst in die Hand zu nehmen, statt blödes Zeug zu reden und die Schuld anderen zuzuschreiben.
  9. #18

    und täglich grüsst das murmeltier...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Sorge vor einem Wirtschaftseinbruch treibt viele Unternehmen um. Die Firmen sollten die Löhne dennoch erhöhen, um den privaten Konsum anzukurbeln, fordern Experten. Doch Wirtschaftsverbände mahnen zu Augenmaß bei den Tarifverhandlungen.

    Binnenkonjunktur: Experten fordern Lohnerhöhungen trotz Krise - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    ...die arbeitnehmerverbände forden, die arbeitgeberverbände wiegeln ab.

    ich persönlich lebe mittlerweile von der substanz, auf das auto wartet eine grössere reparatur die ich mir mit dem momentanen gehalt einfach nicht leisten kann (und nein, ausbildung und berufserfahrung sind recht ordentlich).
    und ist erst einmal das auto weg siehts auch mit dem geld verdienen, in unserer ach so schönen, flexiblen gesellschaft, mau aus.

    also schauen wir mal wie lange dieses ping pong spiel noch weitergeht...
  10. #19

    Zitat von MissBildung Beitrag anzeigen
    Im mir vertrauten Bankengewerbe waren die Tarifabschlüsseabschlüsse von verdi und vorher HBV mehr als peinlich.

    1,6% für 2 Jahre kamen da oft bei raus. Heisst also Reallohnverlust.

    Kleine Sachbearbeiter die sich sowieso mit jedem Pack rumschlagen müssen, mittlerweile unter dem miesen Zockerimage zu Unrecht leiden, gehen dann statt mit 2500 mit 2540 nach Hause. Netto also nur 20 Euro mehr für 2 Jahre.

    Peinlich Verdi, peinlich.
    Auch ich bin dein über 10 Jahren als Sachbearbeiter in der Branche und denke mein Bruttogehalt liegt im Schnitt.
    In den letzten 10 Jahren ist mein Reallohn, und somit das was ich ausgebe für den privaten Konsum sehr geschrumpft. Ich schaue schon genau hin für was ich mein Geld ausgebe und wie ich es zusmmenhalte, da meine Nebenkosten fürs Wohnen (35qm) und Rentenvorsorge und Krankenvorsoge und Pflegevorsorge immer weiter gestiegen sind. Ich ich jammer noch auf hohem Niveau!

    Mir tun all die alleinerziehenden Mütter leid, all diejenigen, die für 4,50 Euro die Stunde 10-12 Stunden malochen! Und dennoch nicht auf einen grünen Zweig mehr kommen und vorallem dann im Alter verarmen!








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