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Bildungsunrecht: Notfallplan für Problemschulen

DPADeutschland hat zu viele schwache Schulen, Kinder von Reichen haben die besten Chancen - das zeigt eine neue Bertelsmann-Studie. Jetzt ist an der Zeit, endlich den immensen Wohlstand zu nutzen, um das Schulsystem zu reparieren. Bildungsgerechtigkeit ist möglich.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...820739,00.html
  1. #30

    *

    Zitat von Endlager Beitrag anzeigen
    Noch mehr Geld löst nicht das Problem der Schulen, stattdessen muss es endlich wieder klare Vorgaben geben die Einzuhalten sind, anstatt das Niveau immer weiter zu senken, und die Bildung zu verwässern. "Schreiben wie man spricht" und ähnliche Projekte zur Kultur- und Bildungsdekonstruktion sind abzuschaffen.
    Wie wahr - die Kinder der "Reichen" (mit Ausnahme derjenigen neureicher Ed Hardy-Träger und sonstiger Vertreter des Phänotyps "Unterschicht mit Geld") werden die richtige Rechtschreibung nämlich ohne Weiteres zuhause eingebimst bekommen, während die Kinder der "Armen" sie nimmer und nirgendwo mehr lernen... Die Nivellierung nach unten in der Schule fördert daher im Ergebnis die Ungleichheit und die Perpetuierung von Eliten... Sehr schön sichtbar etwa bei Studienabschlüssen: Wo auf anonymer Basis streng geprüft und das gesamte Notenspektrum ausgeschöpft wird (wie im juristischen Staatsexamen), da finden sich auch Kinder von Armen in Spitzenjobs wieder (etwa mit mehr als EUR 100.000 Anfangs-Grundgehalt in einer internationalen Wirtschaftskanzlei), wo dagegen die Note keine Aussagekraft mehr hat, weil alle die "Eins" bekommen, da hängt der Zugang zu den Spitzenjobs von Zusatzqualifikationen (wie etwa tollen Praktika im Ausland) ab, deren Erwerb viel Geld kostet und daher nur den Kindern der "Reichen" offensteht...
  2. #31

    Zitat von traumprinzessin Beitrag anzeigen
    Solange es Eltern gibt, die ihr Geld lieber für Solarium, Strähnchen und Kunstnägel ausgeben und sich beschweren, dass die Lektüre 5€ kostet, ist jede Bildungsreform überflüssig.
    Genau das sagte Sarrazin doch auch; die falschen Leute vermehren sich am stärksten, mit entsprechenden Folgen. Wenn die Eltern schon halberwachsene dumme RTL-Guckerbratzen sind, wieso sollen ihre Kevins & Schantalles zu Wunderkindern mutieren? Da hülfen nur negative Anreize.
  3. #32

    Zitat von schwarzes_lamm Beitrag anzeigen
    So abwegig ist der Gedanke in der Tat nicht, wenn man Bewerbungen und die Bewerber für Ausbildungsplätze zu sehen bekommt.
    Finde ich auch sehr gut! Vor allem da man von vornherein immer weniger Mitbewerber hat als in anderen Berufen. Zudem muss es auch Menschen geben, die mit ihrem Talent noch etwas von dauerhaften Wert produzieren und instand setzen können.
  4. #33

    Zitat von traumprinzessin Beitrag anzeigen
    ....Eltern müssen Kindern beibringen, dass es sich lohnt sich anzustrengen, ...
    Genau liebe Kinder, nehmt euch die Gutenbergs dieser Welt als Vorbild, nicht der Adelstitel nein "knallharte Leistung "lohnt sich.
  5. #34

    Unaufgeklärt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutschland hat zu viele schwache Schulen, Kinder von Reichen haben die besten Chancen - das zeigt eine neue Bertelsmann-Studie. Jetzt ist an der Zeit, endlich den immensen Wohlstand zu nutzen, um das Schulsystem zu reparieren. Bildungsgerechtigkeit ist möglich.

    Bildungsunrecht: Notfallplan für Problemschulen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL
    Mir hat noch nie jemand schlüssig erklären können, was im Lichte all dieser zum Teil sicherlich berechtigten Kritik so schlecht daran wäre, ganz profan Aufnahmeprüfungen ins Gymnasium anzubieten, bzw. zur Auflage zu machen. Wer die besteht, kann ins Gymnasium, wer nicht, bleibt draussen.

    Das alleine würde noch nicht reichen, den Begabten unter den weniger Begüterten einen Zugang zu sichern, weil auch die auf einen geregelten Grundschulbetrieb angewiesen wären. Aber es würde dem Missstand abhelfen, dass die nur grenzwertig Begabten und die weniger Eifrigen unter den Söhnen und Töchtern der Wohlhabenden sozusagen per Freibrief in die weiterführende Schule gelangen und dort das Niveau des Unterrichts beschädigen könnten.
  6. #35

    .....

    Zitat von rettungsschirm Beitrag anzeigen
    ...aber mir kommt es so vor, als würden diese ganzen Studien einschliesslich deren Kommentierung nie Klartext reden (wollen). Man hört immer wieder (vereinzelt) von Hauptschullehrern, dass es auf deren Schulen überhaupt nicht darum geht Wissen an die Kinder/Jugendlichen zu vermitteln, sondern viel mehr deren soziale Defizite (jedenfalls während der Unterrichtsstunden) nicht vollends aus dem Ruder laufen zu lassen. Ist dies generell so auf den (Haupt-)schulen? Wenn dem so sei, dann ist das ganze aber kein Bildungsproblem und somit auch kein Schulproblem!

    Würde mich aber gerne eines Besseren belehren lassen.

    tut mir leid, kann ich leider auch nicht. meine persönliche erfahrung ist folgende: schüler aus zumeist bildungsfernen schichten kommen (wenn sie kommen und nicht dauerschwänzen) ohne schulsachen zum unterricht. hausaufgaben werden grundsätzlich nicht erledigt und 10 wörter, die in 3 wochen zu lernen sind, die zwischendurch ständig geübt werden, verursachen einen 6,0 - klassenschnitt.
    dazu kommen mangelnde unterrichtsdisziplin. schüler hören nicht zu, lärmen rum, beschimpfen den lehrer, wenn er sie zur ruhe ruft und fangen auch schon mal mitten im unterricht an mit stühlen zu werfen oder sich zu prügeln. als lehrer ist man gezwungen, den stoff einer 9. / 10. klasse auf das niveau der 5. herunterzuschrauben um überhaupt ein kleines bisschen wissen voraussetzen zu können.
    wenn sich genug verfehlungen angesammelt haben und sämtliche disziplinarmaßnahmen nicht fruchten, werden die eltern zum gespräch in die schule geladen. 2 möglichkeiten gibt es dann: entweder die eltern kommen nicht (oder erst wenn man ihnen mit dem jugendamt droht) oder sie kommen, putzen die lehrkräfte heraunter, weil es ja wohl nicht sein kann, dass hasiputzi eine schlechte note bekommen hat, weil er keine zeit zum lernen (aber bis 3 uhr morgens ballerspiele spielen) hatte oder sie stehen im gespräch auf und entgegnen in varianten folgendes: die lehrer sind ja immer noch so bekloppt wie bei mir!
  7. #36

    Zitat von ichbinsdiesusi Beitrag anzeigen
    tut mir leid, kann ich leider auch nicht. meine persönliche erfahrung ist folgende: ....!
    Ah so, und auf welche "persönlichen " Erfahrungen greifen Sie zurück?

    P.S. Klein und Großschreibung gehört immer noch zur deutschen rechtsschreibung.
  8. #37

    Zitat von zweifler001 Beitrag anzeigen
    Jedes Kind hat zumindest theoretisch gleiche Chancen. Daß aus den Unterschichten prozentual weniger Kinder auf das Gymnasium kommen, dürfte einfach normal sein und muß wohl hingenommen werden. Daran kann keine Schulreform etwas ändern, da die Kinder aus .....
    warum liegen Canada und Finnland auf den vordersten Plätzen bei Pisa?
    es liegt wohl am System...ich bereue meinen Kindern nicht schon eher das canadische Schulsystem "gegönnt" zu haben
  9. #38

    Zitat von charlie1111 Beitrag anzeigen
    Ah so, und auf welche "persönlichen " Erfahrungen greifen Sie zurück?

    P.S. Klein und Großschreibung gehört immer noch zur deutschen rechtsschreibung.
    Ich finde es sehr bedenklich, die geschilderten Missstände einzig auf das Bildungssystem zu schieben. Erziehung findet vorrangig im Elternhaus statt. Wenn von dort wenig kommt, kann auch das beste Schulsystem nichts mehr kompensieren. Weshalb tritt man im Falle leistungsschwacher Schüler nicht an die Eltern heran und nimmt diese in die Pflicht? Aus meinem familiären Umfeld kenne ich die Situation von Lehrern nur allzu gut. Wenn die Kinder katastrophal schlecht vorbereitet in die Schule kommen, hilft auch der beste Lehrer an der schönsten Schule nichts mehr.
    Unstreitig ist, dass es im Bildungssystem einige Mißstände gibt. Aber solange es allein am Elternwunsch hängt, ob das liebe Kind zum Gymnasium kann, sieht es düster aus mit der zukünftigen Akademikerelite.
  10. #39

    Vorschlag

    Zitat von Fricklerzzz Beitrag anzeigen
    Mein Sohn war auf einer Grundschule in Niedersachsen. So bescheuerter Unterricht das er in 2. Halbjahr in Deutsch auf 5 stand und kein einziges Wort schreiben konnte. Ich habe 3 Wochen Urlaub genommen und mit Ihm in den Herbstferien jeden Tag 5 h geübt: Weichnachten stand er auf 3 und geht heute aufs Gymnasium mit Realschulempfehlung mit gutem Stand. .....
    Wie wäre es denn, wenn sie Späteinsteigerin im Lehrerberuf würden. Nach ihren Worten müssen sie ja eine begnadete Lehrerin sein. Nur zu, zeigen sie den doofen Lehrern, die jahrelang studiert haben und in unzähligen Prüfungen ausgesiebt wurden, mal, was eine Harke ist. Ich wünsch ihnen dabei dieselbe Elternschaft als Clientel ;-)








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