Mich würde zunächst mal interessieren, wie eine Umfrage unter Schülern und deren Eltern mit dieser Studie korrelieren würde - bsw. "wie wichtig ist Ihnen der schulische Erfolg Ihres Kindes und wieviel Zeit investieren Sie dafür?" - natürlich hilft Geld, außerfamiliäre Dienste einzukaufen um Nachhilfeleistung oder Betreuung abzudecken, nur wird auch oft vergessen, dass das Gros für eigenen Wohlstand auch viel arbeitet, wodurch wieder Zeit für die eigene Betreuung des Kindes fehlt.
Ansonsten stößt mir auch das ständige Gebrauchen der Worthülse Bildungsgerechtigkeit auf, wo ist diese denn nicht gegeben? Ich kenne selber aus meinem Bekanntenkreis gute Beispiele für Menschen, die aus einfachen Verhältnissen, teils als Scheidungskinder etc. mit weniger Geld Abi gemacht haben und selbstverständlich studieren gegangen sind - die Chancen sind da, genau das zu werden, was man möchte, so würde ich für mich Bildungsgerechtigkeit auch definieren. Dass es immer Extrembeispiele geben wird, in denen die Kinder eines Millionärpaares durch zigfache Förderung, Privatlehrer und networking der Eltern gewisse Vorteile abgreifen sollte nicht verwundern - und hier ließe sich auch mit absurden Förderungsmitteln keine völlige Gleichheit herstellen. Im Mittel hat aber jeder mit genügend Ehrgeiz die Möglichkeit, was zu werden.
Für mich ist eher die Verdrängung auf dem Arbeits- und Azubistellenmarkt von oben ein Problem, da wird mittlerweile für viele Berufe ein Abitur erwartet, für die es vor einigen Jahren noch die mittlere Reife getan hätte. Für diese Konkurrenzsituation fehlt es schlicht noch an Lösungen, wie auch für die Frage was man mit wirklich gering Qualifizierten tun soll, für die es an einfachen, körperlichen Tätigkeiten mangelt und in Zukunft noch extremer mangeln wird.

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