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Bildungstudie 2011: Was haben die, was wir nicht haben?
Wismar ist flop, der Landkreis Main-Spessart top - das ist ein Ergebnis der großen Bildungsstudie, die Deutschland neu vermessen hat. Doch was macht den abgeschiedenen fränkischen Landkreis zum Sieger, die Hansestadt*an der Küste*Mecklenburgs zur Lernwüste? Zwei Ortsbesuche zeigen es.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...799025,00.html
- #150 23.11.2011 15:36 von
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Nein, hier geht es nicht um Sündenböcke, hier geht es darum, dass alle diese Statistiken, die süddeutsche Landkreise im Flächenbundesland mit Stadtstaaten vergleichen und dass die Nation dann mit Häme vom hohen Ross auf die Bildungsmisere der Stadtstaaten herabblickt. Das ist nicht gerechtfertigt.
Keiner sucht hier Sündenböcke, jenen, die sich allerdings tagtäglich in den ewig geschmähten Stadtstaaten und das Wohl und Vorwärtskommen der Schülerinnen und Schüler bemühen, sollte man auch das Recht zugestehen, ihre Argumente für die Gründe ihres Abschneidens hervorzubringen, ohne sie gleich mit dem Nazihammer zu erschlagen - wir leben in einem Einwanderungsland, und die Zuwanderer kommen nun mal vor allem in die großen Städte.
Ein mir sehr gut bekannter Stadtstaat hat im gesamten Grundschulbereich bereits 50% Migranten zu beschulen, die jeweils individuell völlig unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen - ihre Herkunftskultur und-sprache, ihre Religion, ihre bisherige Aufenthaltszeit etc. Damit ergeben sich völlig andere Grundvoraussetzungen für schulisches Arbeiten in großstädtischen Brennpunktgebieten als in süddeutschen Landkreisen. Die eigentliche Integrationsarbeit wird nämlich an dieser Front geleistet, in den Gesamtschulen der Großstädte, vor allem der drei Stadtstaaten. DA ist es kaum noch möglich, straight an einem Lehrplan entlangzuarbeiten, da sind individuelle Förderkonzepte zu entwickeln, da sind Differenzierungsleistungen durch das lehrende und erziehende Personal zu erbringen, die häufig völliges Neuland betreten. Da ist es oft ein Erfolg, einen vor zwei Jahren Zugewanderten, der hier erst die Sprache erlernt hat, in diesem Jahr hier mit dem Hauptschulabschluss zu entlassen. Diese Leistung auf dem Gebiet der Bildung UND Integration kann gar nicht genug gewürdigt werden! Und das tun die in kurzen Abständen aufeinanderfolgenden Statistiken der offenbar an Wirtschaftsfetischismus leidenden "Experten" eben nicht. - #151 23.11.2011 17:19 von
- #152 23.11.2011 18:30 von
Blickwinkel
Für mich ist nicht Menge an Abiturienten entscheidend, sondern die allgemeinen Bedingungen, die dazu führen, dass Kinder vernünftig lernen können unabhängig von der Schulart. Wozu brauchen wir denn soviele Abiturienten? Doch nur, weil die Absolventen der gymnasialen Oberstufe das können, was meine Eltern als einfache Volksschüler damals konnten (um es mal überspitzt auszudrücken). Ein sehr guter Freund von mir (aus Unterfranken;-)) hat einen qualifizierten Hauptschulabschluss, mit dem er in der Lage war, seine Ausbildung zum Maschinenschlosser gut abzuschließen. Dazu brauchte er kein Abitur.
Mir ist es wichtiger, dass Kinder unter guten Bedingungen das für ihre Verhältnisse Beste herausholen können, nicht dass sie Abitur machen. - #153 23.11.2011 19:49 von solarfighter
Nur Regionalliga
Wenn so etwas von einem Franken kommt, muss ich immer schmunzeln. Franken ist eine Verliererregion, da beißt die Maus keinen Faden ab. Bei den seriösen Studien halt sich Performance doch schwer in Grenzen. Das ewige Gezeter gegen die Bayern spricht auch Bände.
Ich habe nicht gegen seriöse Studien, da kann man auch etwas bei lernen und versuchen in seiner Region umzusetzen. Aber schauen sie sich doch mal an, mit welchen Regionen ihr geliebtes Franken so auf dem Treppchen steht. In der Kategorie „soziales Lernen“ und „berufliches Lernen“ stehen absolute Hinterwäldler-Regionen in Deutschland mit auf dem Treppchen. Da zählt wohl schon das Saufen in den Schützenvereinen, die mangels Alternativen in der Region gut besucht sind, wohl schon als „soziales Lernen“.
Es gibt global die Tendenz vermehrt in Metropolregionen zu denken und zu planen, da diesen gute Wachstumsprognosen im Vergleich zu den anderen Regionen zugebilligt werden. Das haben unsere Föderalisten mit ihrem regionalen Marketing auch mitbekommen und viele lustige Metropolregiönchen ausbaldowert. Da es hierbei auch immer um das größer (bezgl. der Einwohnerzahl) und damit auch bedeutender geht, sind manche „Metropolregionen“ in der Fläche extrem gewachsen. Die Würzburger haben den Käse irgendwann nicht mehr mitgemacht und sind aus der „Metropolregion“ Nürnberg ausgetreten. Würzburg orientiert sich heute eher an ihrem westlichen Nachbarn, der Metropolregion Rhein-Main.
Fahren Sie mal mit dem ICE von Frankfurt nach Köln oder Stuttgart und vergleichen sie dieses mit einer Fahrt von Frankfurt nach Nürnberg. Bei letzter können sie auch irgendeinen lausigen Regionalzug nehmen. Der ist auch nicht viel langsamer. Wenigstens können die Nürnberger schnell zum Motzen oder Arbeiten nach München kommen. Beim Autobahnnetz sieht es ebenfalls nicht viel anders aus. Hafen und Flughafen spielen ebenfalls nur in der Regionalliga. - #154 23.11.2011 20:01 von solarfighter
Auf zur Kulturrevolution
Die Performance aller Großstädte ist in dieser Studie eher mäßig, während absolute Hinterwaldregionen ziemlich gut abschneiden. Die Bertelsmänner scheinen vor allen wohl die Bauernschläue gemessen zu haben. Vielleicht sind die ja auch verkappte Maoisten und wollen eine Kulturrevolution anzetteln.
- #155 24.11.2011 07:44 von
- #156 25.11.2011 15:07 von
- #157 05.12.2011 20:01 von
Tja MSP ist wohl best :)
Ich, als Teil dieses Hinterwäldlerlandkreises, beanspruche natürlich einen Teil des Sieges.
Ich hoffe da gibts noch Prämien etc. ^^
So aber jetzt mal im Ernst:
Ich studiere mittlerweile in Frankfurt Wirtschaftswissenschaften und - ja - ich fühle mich unterfordert.
Manche von den Klausuren hier, würden an unserem Gymnasium abgelehnt, weil sie nicht schwierig genug wären.
An der Uni ist das einzig Schwierige, die Masse an Stoff in der Prüfung parat zu haben. wirklich Anspruchsvolles war noch nicht dabei.
(auch wenn die anderen Studenten rumheulen).
Hatte heut schon wieder zwei Stunden Folienablesen und zwei Stunden Excel Schimpansentraining hinter mir gebracht.
und das ganze Regionengeplänkel lol. Heult hier doch nicht rum. Die Studie hat auch nie behauptet perfekt zu sein oder seh ich das falsch.
Und über das Schwachsinnsthema Metropolregionen vs. Hinterwäldlerregionen kann ich nur schwer lachen. Wer nur den begrenzten Horizont hat, bei solch einer Diskussion mitzumachen, ist wohl einer der Gründe für die Unterschiede derer.
Und das gilt sowohl für den lieben solar, als auch für den Frankenfan hier in der Runde. Bei euch beiden ist es echt müßig eure Beiträge zu lesen. Auf der einen Seite Solar, bei dem der Neid fast schon rausgesprungen kommt, bei seinen vor Fehlern in der Logik strotzenden Argumentationen und auf der anderen Seite Frankenfan, der über die ach so tollen Franken schwadroniert.
Ihr seid wohl auch welche, die immer noch in Ost und West denken oder in Schwarz und Weiß.
Egal ob die Studie authentisch ist oder nicht, man sollte sie natürlich nicht überbewerten.
Die schwächeren Regionen könnten es ja als Ansporn sehen mehr in Sachen Bildung zu machen.
Vor allem die hier angesprochenen "Metropolregionen" könnten sich ja mal fragen, wie es eine Hinterwaldregion schafft sie zu deklassieren.
Und bitte kommt nicht mit dem Argument, dass hier rumgedoktort worden ist, so ein Vorbild ist MainSpessart doch nicht.
Aber ich kann euch alle nur nach MSP einladen. Vor allem die Metropolitans unter euch. Ihr müsst ja nicht hier herziehen, aber Urlaub machen lohnt sich. Soviel Natur, soviel Ruhe findet ihr nur schwer in eurer Metropolregion und die Leute sind zwar eigen, aber eigentlich alle nett ;)
Ein paar Erfahrungen, die ich in der Großstadt gemacht hab:
Hier hat eine Rentnerin ja schon Angst ausgeraubt zu werden, wenn man auf der Strasse aus Höflichkeit ihre Einkaufstasche tragen will. Oder ist vollkommen überrascht, wenn man in öffentlichen Verkehrsmitteln den Platz für sie freimacht.
Die Frauen sind auch positiv überrascht, bei den einfachsten Sachen wie Tür aufhalten etc.
Und ich bin fast schon stolz darauf in einer Hinterwäldlerregion so aufgezogen worden zu sein. Wo noch die Mutter zu hause bleibt und sich um die Kinder kümmert und sie nicht in Kinderhorte abschiebt um Karriere zu machen.
Von dem ganzen Gesocks, das einen hier dummdreist den ganzen Tag belästigt mal ganz zu Schweigen.
Was ich damit sagen möchte: Man erleidet fast einen Kulturschock wenn man in eine - wie ihr es sagt - Metropolregion zieht. Und bei Weitem keinen Positiven.
Vor meinem Umzug hätte ich es nie für möglich gehalten, dass ich mal meinen Landkreis so zu schätzen lerne.
Ich denke jeder, der in einer Hinterwäldlerregion aufgewachsen ist, weiß wovon ich spreche :)
euch einen wundervollen Abend, Ich labe mich noch ein wenig am Bewusstsein, aus der (alleraller)besten Region Deutschlands zu kommen ^^
beste Grüße
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