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Bildungsstudie: Warum Privatschulen schlechter sind als ihr Ruf

Effektiver, innovativer, einfach besser - Privatschulen haben bei Eltern ein Top-Image. Eine aktuelle Studie zeichnet ein anderes Bild: Die nicht-staatlichen Institute werden massiv überbewertet, schreibt Bildungsforscher Manfred Weiß - und kritisiert die elitäre Attitüde*in*den Einrichtungen.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...744226,00.html
  1. #390

    Nichts

    Zitat von hjm Beitrag anzeigen
    Kann es sein, dass Sie hier „Lösung“ mit „exemplarische Darstellung eines Algorithmus, der bei diesem Aufgabentyp stets eine Lösung liefert,“ verwechseln?

    Wenn ich den Begriff „analytisch“ in diesem Zusammenhang so verstehe wie Sie, dann ist sqrt(2)+1 eine „analytische Lösung“ der Gleichung x²-2x=1. Aber das ist sie auch dann, wenn sie erraten wurde.

    Was Sie offenbar „möchten“, ist die Darstellung eines allgemeinen Verfahrens zur Lösung einer quadratischen Gleichung anhand dieses speziellen Beispiels.

    Es gab bei uns einmal die bizarre Diskussion über eine Abiturklausur, in der eine Teilaufgabe sinngemäß lautete:
    (c) Lösen Sie die Gleichung aus (b). (Zur Kontrolle: x=4/7).
    Es gab tatsächlich Kollegen, die der Meinung waren, der Schüler müsse nun „so tun als ob“ er die Lösung noch nicht kenne. Selbst in dem hypothetischen Fall, dass er schon bei der Bearbeitung von Aufgabe (b) die Lösung „gesehen“ (vielleicht sogar „unabsichtlich“ aufgeschrieben) hatte, ohne den Hinweis bei (c) gelesen zu haben. Ich finde das ehrlich gesagt ein bisschen gaga und hätte (so der Fall vorgekommen wäre) den Nachweis, dass 4/7 tatsächlich die (einzige) Lösung ist, als korrekt akzeptiert und notfalls auch durchgepaukt.

    Mir ist es unerklärlich, warum ein Prüfer, wenn er etwas bestimmtes vom Prüfling will, das nicht einfach sagt. Wenn er will, dass der Prüfling einen bestimmten Algorithmus vorführt, dann soll er doch das ganz explizit als Aufgabe stellen und gut ist.

    Warum muss das so verklausuliert werden? Genau das ist nämlich die Ursache für das völlig falsche Mathematik-Verständnis vieler Schulabgänger. Um bei dem Beispiel zu bleiben: Unter einer „Gleichung“ versteht der so konditionierte Schüler nicht eine Aussage, die durch Einsetzen von Zahlen wahr oder falsch wird, sondern einen Auftrag, ein bestimmtes Rechenverfahren anzuwenden.

    Ich habe ´mich nicht präzise ausgedrückt. Ich hatte ein Beispiel mit einem Flächen-Integral im Kopf. Wenn ich möchte dass es geschlossen, analytisch gelöst wird dann schreibe ich das rein, damit keiner auf die Idee kommt das mit irgendwelchen numerischen Näherungsverfahren oder Kästchenzählen zu lösen.

    Ansonsten bin ich grosszügig was die Lösungswege anbelangt. Das Ziel ist wichtiger als der Weg dahin.

    Bei sehr langen Aufgaben, gebe ich schon mal eine Zwischenlösung an. Damit lenke ich das Ganze wieder in geordente Bahnen, wenn zum Beispiel ein kleiner Rechenfehleer zu einem irren, nicht mehr sinnvoll weiterverarbeitbaren Ausdruck führt.

    Das ist jetzt aber schon etwas "off topic".
  2. #391

    .

    Zitat von caliper Beitrag anzeigen
    Ich habe ´mich nicht präzise ausgedrückt. Ich hatte ein Beispiel mit einem Flächen-Integral im Kopf. Wenn ich möchte dass es geschlossen, analytisch gelöst wird dann schreibe ich das rein, damit keiner auf die Idee kommt das mit irgendwelchen numerischen Näherungsverfahren oder Kästchenzählen zu lösen.
    Okay, das ist dann etwas anderes. Und ich gehe davon aus, dass Sie in diesem Fall die folgende Lösung akzeptieren würden: Angabe der Stammfunktion, Nachweis durch Ableiten, Einsetzen ins Integral, Ausrechen und Ergebnis als exakten Term angeben.
    Ansonsten bin ich grosszügig was die Lösungswege anbelangt. Das Ziel ist wichtiger als der Weg dahin.
    Sehe ich genauso. Ich vermeide deshalb grundsätzlich den Begriff „Lösungsweg“. Ich finde es nämlich absolut legitim (und sogar einen Hauch von „echter“ Mathematik vermittelnd), wenn ein Schüler die Lösung errät, und anschließend nachweist, dass sie richtig ist. Das wäre im Wortsinn kein „Lösungsweg“. Statt dessen verlange ich, die Lösung (aber nicht der Weg dahin!) muss nachvollziehbar sein. Das heißt, der Leser muss beim Lesen erkennen können, dass es sich um die richtige Lösung handelt, aber der Autor muss ihm nicht verraten, wie er drauf gekommen ist. Hat sich in der Praxis als deutlich weniger missverständlich erwiesen als der „Lösungsweg“. (Wobei ein solcher Nachweis durch einen „Lösungsweg“ natürlich erbracht ist.)

    Bei sehr langen Aufgaben, gebe ich schon mal eine Zwischenlösung an.
    Keine Frage. Aber wenn ich das mache, dann dürfen die Schüler diese Information selbstverständlich auch schon vorher benutzen und müssen sich nicht als Schauspieler betätigen a la „Ich muss jetzt so tun als ob ich's noch nicht wüsste“. Das konterkarriert doch völlig meine Bemühungen, ihnen beizubringen, doch bitte eine Aufgabe erstmal ganz zu lesen, dann zu lösen, und dann die Lösung zu dokumentieren. Aber das ist sowieso meist ein hilfloses Unterfangen.
  3. #392

    So geht's:

    Zitat von outdoor Beitrag anzeigen
    Zu 3. wie funktioniert das bezahlen für das Abitur?
    Bei einem Zentralabi ist es ziemlich schwer für das Abi zu bezahlen.
    Die meisten Privatschulen fördern die Schüler nur wesentlich individueller und somit schaffen die Kinder dann auch das Zentralabi.
    Diese Zentralabiturthese verrät vollkommene Unkenntnis darüber, wie Abiturnoten zustande kommen. Es gibt nämlich eine Vornote, die die „Privatklitsche“ aufgrund der „humanen Korruption nachsichtiger Zensurengebung“ (Prof. Walter Schäfer) intern festlegt, und dann noch die mündlichen Prüfungen, in denen schlechte Ergebnisse beim Zentralabitur nachträglich noch korrigiert werden können.
    Ich hätte hier mal einen Auszug aus der Neuen Zürcher Zeitung zu der Frage, wie z.B. teure Internatsschulen ihr „Ranking“ verbessern:
    http://ulange.beepworld.de/files/int...olgsquoten.pdf

    Wer’s nicht glauben will, kann auch mal bei „Schulradar“ nachlesen.
    URL: http://ulange.beepworld.de/files/int...schulradar.pdf
    Zitat: “Man muss wissen, dass der größte Teil der Abinote vor den schriftlichen Zentralabitursprüfungen in allen geprüften Fächern durch die Noten der Lehrer entsteht. Es ist gerade in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern nicht selten, dass die Note in der Prüfung dann deutlich nach unten abweicht oder diese Fächer, sofern möglich gar nicht erst gewählt werden.“

    Und wenn man es filmisch dokumentiert haben will, hilft „youtube“ weiter:
    URL: NDR - Reportage Internat Louisenlund 3 - Teil 3 von 3 - YouTube
    0-Ton: “Bei einigen war es richtig knapp. Am Ende haben die besonders guten Noten in der mündlichen Prüfung viele noch durchs Abi gebracht.“

    Warum versucht denn der ehemalige Leiter des staatlichen Hochbegabteninternats St. Afra, das private Landerziehungsheim Louisenlund zu „akademisieren“ (siehe http://ulange.beepworld.de/files/int...okument3.pdf)? Weil das Leistungsniveau der Schüler dort so hoch ist?
  4. #393

    Privat? Unbedingt!

    Meine Kinder waren auf einer Waldorfschule.
    Vorteile: alle Eltern sind an einer guten Schulausbildung ihrer Kinder interessiert und entsprechend engagiert. Familiäre Atmosphäre. Keine Asozialen. Keine Muslime. Keine Gewalt. Lernen macht Spaß. Ob da ein Lehrplan erfüllt wird ist uninteressant: Sed vitae non scholae discimus.
    Für die Abiturprüfung wurde in einem Crashkurs gelernt. Abitur mit eins. Später Studienabschluß an einer normalen Uni als Jahrgangsbeste.
  5. #394

    Warum denn "unbedingt"?

    Zitat von meinmein Beitrag anzeigen
    Meine Kinder waren auf einer Waldorfschule.
    Vorteile: alle Eltern sind an einer guten Schulausbildung ihrer Kinder interessiert und entsprechend engagiert. Familiäre Atmosphäre. Keine Asozialen. Keine Muslime. Keine Gewalt. Lernen macht Spaß. Ob da ein Lehrplan erfüllt wird ist uninteressant: Sed vitae non scholae discimus.
    Für die Abiturprüfung wurde in einem Crashkurs gelernt. Abitur mit eins. Später Studienabschluß an einer normalen Uni als Jahrgangsbeste.
    Die ganze Diskussion zum Thema Privatschule im Anschluss an den Spiegel-Beitrag zeigt doch, dass man sowohl an staatlichen wie an privaten Lehranstalten gute und schlechte Erfahrungen machen kann. Warum also verallgemeinern Sie die eigenen guten Erfahrungen – die ich Ihnen und Ihren Kindern von Herzen gönne - so rigoros, als gehe es um ein Glaubens- bekenntnis?
    Ihre Aufzählung: Keine Asozialen. Keine Muslime [gehört das in eine Kategorie?] finde ich befremdlich. Ich hatte in meinem Internat einige Schülertutoren bzw. Studenten muslimischen Glaubens und darunter sogar eine überzeugte Kopftuchträgerin. Es waren wundervolle, exzellent erzogene, hoch intelligente und extrem leistungsorientierte junge Menschen, echte Vorbilder für die Internatskinder, die im Übrigen über die Erziehungsvorstellungen deutscher Eltern nur milde lächeln konnten.

    Ein Nachtrag noch zu meinem Beitrag #392:
    Die korrekte URL zum Thema „Akademisierung“ von Landerziehungsheimen lautet:
    http://ulange.beepworld.de/files/int..._dokument3.pdf

    Nur um mal ein gutes Beispiel für eine öffentliche Schule zu nennen: gymnasium-schloss-neuhaus
  6. #395

    Abiturkauf - Wirklich bekannt oder Gerüchte, Neid und Missgunst?

    Zitat von Blutkoete Beitrag anzeigen
    Eine Privatschule in der nächsten Stadt war teuer und galt als die Schmiede, wo das lokale Unternehmertum seine Kinder hinschickte. Während meiner eigenen (öffentlichen) Schullaufbahn bekamen wir vier Mal Zugänge, die vorher auf dieser Privatschule waren. Sie kamen alle mit einem Schnitt von 2 und blieben im ersten Jahr sitzen.

    Es ist allgemein in der Region bekannt, dass an dieser Schule das Abitur an Menschen "verkauft" wird, die danach dann bitte im Betrieb der Eltern einsteigen und nicht versuchen, aus ihrem Abitur ein Studium zu machen.
    Ich möchte hier einmal auf das oft zitierte "bei uns war allgemein bekannt, dass man sich auf dieser Schule das Abitur kaufen konnte" eingehen. "Allgemeinen Bekanntheiten" wird hier leider viel zu oft mit "und dann ist es auch sicher wahr" gleichgesetzt. Ich habe oft genug erlebt, dass Neid und Missgunst einfach strukturierter Menschen aus allen(!) Gesellschaftsschichten zu solchen Gerüchten führen, die sich dann unkritisch weiterverbreiten und dann leider irgendwann als "allgemein bekannt und damit wahr" manifestieren.

    Selbst mir, obwohl ich an einem völlig durchschnittlichen öffentlichen Gymnasium war mit viel zu großen Klassen und einer Mischung aus guten und schlechten Lehrern, wurde von einer hämischen Nachbarin gesagt, dass ich nur deshalb so gute Noten hätte, weil es ja "allgemein bekannt" sei, dass es auf meinem Gymnasium leichter sei. Eine völlig absurde Behauptung die fortan die Runde machte. Außerdem muss, zumindest in Bayern, jeder, der das Abitur machen möchte, das eine einzige Zentralabitur machen. Auch wenn er an einer Waldorf- oder Montessorischule war. Das Abitur wird verpflichtend an einer externen staatlichen Schule abgelegt.

    Noch eine Frage habe ich zur Behauptung von Blutkoete: Warum glauben Sie schicken ALLE lokalen Unternehmer ihre Kinder in diese Schule, wo ja ihrer Meinung nur die beschränkten hinkommen? Haben denn alle Unternehmer in ihrer Region minder bemittelte Kinder ;-)? Können Sie sich nicht vorstellen, dass es vielleicht auch andere Gründe dafür gab?

    Und wie andere vor mir möchte ich auch noch einmal grundsätzliches betonen: Privatschule ist nicht gleich Privatschule. Man kann nicht alle verschiedenen Schulkonzepte in einen Topf namens "Privatschule" werfen, nur weil sie "privat" bezahlt werden müssen. Hinter jedem einzelnen Schulkonzept steckt viel mehr! Außerdem sind obengenannte Erfahrungen von Blutkoete wahrscheinlich geschätzte über 30 Jahre alt.

    Die althergebrachten Montessori, Waldorf oder konfessionellen Privatschulen sprechen mich persönlich heute auch nicht an. Aber es werden immer mehr wirklich neue, visionäre Schulkonzepten erarbeitet, die ich sehr spannend finde. So etwas hätte mich als Jugendliche unendlich motiviert und mir damit Erkenntnisse veschafft, die ich mir erst später mühsam selbst erarbeiten musste. Beispiel: Nicht Geschichte, Literatur, Religion Kunst und Musik als einzelne Fächer auswendig lernen müssen und alles wieder vergessen. Sondern all diese Fächer als ein Gesamtbild der Epochen verstehen. Wer kannte wen, wer hat wen beeinflusst, was war die Folge davon. So unterrichtet wird man Zusammenhänge VERSTEHEN und nie wieder vergessen. So lernt man wirklich für das Leben und nicht nur für die nächste Schulaufgabe. Wenn mein Kind ähnlich veranlagt ist wie ich, dann werde ich ihn mit Sicherheit eine solche Schule ermöglichen.








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