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Bildungsstreik: "Die Studierenden wollen keinen neuen Rudi Dutschke"

Für nächste Woche planen Studenten und Schüler einen großen Bildungsstreik. Auch ein streit- und streikerfahrener Professor aus Berlin mischt mit: Politologe Peter Grottian, 67. Im Interview erklärt der altlinke Aktivist, warum ein bisschen Zunder schon sein muss.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...629811,00.html
  1. #10

    ernst gemeint?

    Zitat von Joe Black Beitrag anzeigen
    Es gibt übrigens auch Studenten, die nicht aufgrund von Zeitproblemen diesem Streik fernbleiben, sondern weil sie ihn inhaltlich nicht unterstützen. Ich gehöre dazu.
    Da ist einmal die Tatsache, dass dieser Streik von Organisationen betrieben wird, die ich rundherum ablehne (SDS, Attac). Ich sehe überall nur Globalisierungskritiker, Sozialisten, Altlinke. Die Kritik an den Zuständen an der.....
    1. Niemand demonstriert gegen Leistungsförderung - und die Verallgemeinerung - es wäre eine Demo gegen ein marktwirtschaftliches System ist doch nicht belegbar.

    2. Wer bestreitet, dass mit Einzug des Bachelor eine Verschulung des Studium stattfindet der bestreitet die Realität. Wer jetzt noch in einem Diplomstudiengang steckt, der steckt eh zumeist in einem "modularisierten" Dipl.studiengang - hier ist es doch quasi schon nach dem selben Modell angepaßt.

    3. Es ist doch ein Streik um Aufmerksamkeit auf das Bildungssystem zu lenken. Eben deshalb gibt es nicht die "eine" Organisation die es leitet sondern jeder ist aufgerufen sich zu beteiligen. Man kann dem Streik seine eigene Note geben - das war und ist Sinn und Zweck des Bildungsstreikes.

    www.bildungstadtschloss.wordpress.com

    Wer
  2. #11

    fiktiver Banküberfall?

    Grottian: Bei den Vorbereitungen gab es viele Diskussionen über die richtigen Protestformen. Eher normale Formen wie eine Demonstration oder auch Akte des zivilen Ungehorsams? Nun wird es beides geben, neben den Demonstrationen etwa einen fiktiven Banküberfall.

    Anfang der Woche wurde meine Vorlesung von einem halben Dutzend maskierter und schreiender Studenten gestürmt, die zusätzlich Explosionsmaterial benutzten, während sie durch den Hörsaal stürmten und die Tafel mit roter Farbe beschrifteten. Die Aktion dauerte vielleicht 3 Minuten, 30 Sekunden brauchten wir, um zu realisieren, daß es sich nicht um einen Amoklauf handelte.
    Viel Vergnügen, Herr Grottian!
  3. #12

    reife Leistung

    Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten.
    Die hier kritisierte angebliche Abschaffung des Denkens kann ich auch nicht nachvollziehen. Ich studiere noch auf Diplom und kenne genügend Kommilitonen, die nur Skripte auswendig lernen anstatt die gelehrten Themen zu hinterfragen. Das hat nichts mit dem Abschluss zu tun, sondern mit dem Mensch an sich.
    Was soll die blöde Binsenweisheit, dass jeder anders studiert und lernt?
    Es ging im Artikel und auch generell um die NEUEN BACHELORstudiengänge (Punktesystem und Modularisierung) und die dafür typischen Probleme.
    Das du das nicht nachvollziehen kannst, ist ja klar und noch lange kein Grund das laut kund zu tun, muss ja nicht jeder wissen, dass du keine Ahnung vom Thema hast.

    Wer auch nur ansatzweise was mit Bachelor, vielleicht sogar in einem etwas anspruchsvollerem Studiengang, zu tun hat, weiss was Auswendiglernen und Verschulung als Kritikpunkte real für alle Bachelorstudenten bedeuten.
    Mit allen Konsequenten wie Stress und Überlast die bis in die Depressionen und Studienabbruch bei Vielen gehen.

    Sowas mag bei BWL funktionieren (aber selbst da sehe ich das kritisch).
    Für technische Fächer z.B. ist es absolut tödlich gerade für die richtig kreativen und innovativen Köpfe.
    In vielen Firmen machen aber diese "Freaks" gerade die wirklich schweren und wichtigen Arbeiten und ich finde es krank, dass inzwischen sture Auswendiglerner ohne Rückgrat und Leistungsschweine nahezu problemlos studieren, während die mit Kopf und Herz eher kämpfen und scheitern.

    Das alles klappt ganz gut ohne den Faktor Mensch.
    Der soll ja gerade plattgemacht werden, die wollen Arbeiter und keine Dichter und Denker.
    Da wärst du mit deinem "die gelernten Themen hinterfragen" aber ebenso ganz schnell unten durch und 'n Kandidat für die Wiederholungsprüfung.
    Bis du merkst, dass es mehr Sinn macht, nur die Übungen und den Stoff zu pauken, ohne zuviel nachzudenken.
    Oder eben abbrichst/geext wirst.

    Da ich grad mit dem Bachelorabschluss beschäftigt bin und auch schon auf Diplom studiert habe, weiss ich wovon ich rede. Und ich bin sicher nicht der Einzige.

    Nur mal zum Nachdenken...
  4. #13

    -

    Zitat von bildungstadtschloss Beitrag anzeigen
    1. Niemand demonstriert gegen Leistungsförderung - und die Verallgemeinerung - es wäre eine Demo gegen ein marktwirtschaftliches System ist doch nicht belegbar.
    2. Wer bestreitet, dass mit Einzug des Bachelor eine Verschulung des .....
    1) Niemand demonstriert gegen Leistungsförderung? Da habe ich aber aeinen anderen Eindruck. Allein dass gegen Elite-Förderung demonstriert wird zeigt doch das Leistungsförderung nicht gewollt ist. Dann höre ich immer wieder die Forderungen nach Universaluniversitäten, sprich jede Uni soll alles anbieten. Es sei nicht zumutbar, wenn man 100 km vom Elternhaus weg muss um sein Wunschfach studieren zu können. Das halte ich verrückt. Spezialisierung und Arbeitsteilung ist vorteilhaft, da braucht man sich nur mal in der Wirtschaftsgeschichte umschauen. Im Grunde ist Wissensvermittlung ja eine Dienstleistung.

    2) Niemand hier hat glaube ich niemand bestritten, dass mit den neuen Abschlüssen eine Verschulung stattfindet. Die erfolgt nach meiner Erfahrung aber vor allem in der Auswahl der Fächer - es wird viel mehr vorgegeben als früher - denn in dem einzelnen Fach. Dort wird von der Modularisierung abgesehen nämlich so gut wie nichts geändert. Das ist übrigens mein Hauptkritikpunkt an der Reform. Man ändert die Abschlüsse, aber die Struktur der Fächer bleibt im Kern gleich. Alter Wein in neuen Schläuchen. Die Modularisierung hingegen empfinde ich als Diplomstudent als sehr nützlich und hilfreich. Es ist viel angenehmer 4 Klausuren zu je 1h zu schreiben als eine zu 4h.

    3) Ich gebe dem Streik ja meine eigene Note - nur ist die im Bereich 5 bzw. 6. Die von Ihnen beschriebene Aufmerksamkeit geht halt mMn in die falsche Richtung. Mehr Sozialismus, mehr Einheitsbrei statt Eigenverantowrtung und gesunder Wettbewerb. Ich hab einfach den Eindruck es geht nur darum zu sagen: früher war alles besser.
  5. #14

    Keine Aufbruchstimmung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für nächste Woche planen Studenten und Schüler einen großen Bildungsstreik. Auch ein streit- und streikerfahrener Professor aus Berlin mischt mit: Politologe Peter Grottian, 67. Im Interview erklärt der altlinke Aktivist, warum ein bisschen Zunder schon sein muss.

    http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...629811,00.html
    Bei sehr vielen jungen Menschen und auch bei fast allen Studierenden ist einfach kaum noch eine Aufbruchstimmung zu verspüren.
    Man versucht so gut wie es geht sein Ding durchzuziehen, aber bloß keinen Handschlag zu viel machen, oder sich mit seiner Meinung in den Vordergrund drängen, es ist eine verschlafende Jugend herangewachsen und Schuld tragen wir alle.
    Denn zu lange wurde von der Spaßgesellschaft geschwatzt, aber das man nur Spaß und Freude genießen kann, wenn man auch was leistet, das wurde den jungen Menschen zu wenig vermittelt.
  6. #15

    Ähm nö

    Zitat von Joe Black Beitrag anzeigen
    1) Niemand demonstriert gegen Leistungsförderung? Da habe ich aber aeinen anderen Eindruck. Allein dass gegen Elite-Förderung demonstriert wird zeigt doch das Leistungsförderung nicht gewollt ist. Dann höre ich immer wieder die Forderungen nach Universaluniversitäten, sprich jede Uni soll alles anbieten. Es sei nicht zumutbar, wenn man 100 km vom Elternhaus weg muss um sein Wunschfach studieren zu können. Das halte ich verrückt. Spezialisierung und Arbeitsteilung ist vorteilhaft, da braucht man sich nur mal in der Wirtschaftsgeschichte umschauen. Im Grunde ist Wissensvermittlung ja eine Dienstleistung.

    2) Niemand hier hat glaube ich niemand bestritten, dass mit den neuen Abschlüssen eine Verschulung stattfindet. Die erfolgt nach meiner Erfahrung aber vor allem in der Auswahl der Fächer - es wird viel mehr vorgegeben als früher - denn in dem einzelnen Fach. Dort wird von der Modularisierung abgesehen nämlich so gut wie nichts geändert. Das ist übrigens mein Hauptkritikpunkt an der Reform. Man ändert die Abschlüsse, aber die Struktur der Fächer bleibt im Kern gleich. Alter Wein in neuen Schläuchen. Die Modularisierung hingegen empfinde ich als Diplomstudent als sehr nützlich und hilfreich. Es ist viel angenehmer 4 Klausuren zu je 1h zu schreiben als eine zu 4h.

    3) Ich gebe dem Streik ja meine eigene Note - nur ist die im Bereich 5 bzw. 6. Die von Ihnen beschriebene Aufmerksamkeit geht halt mMn in die falsche Richtung. Mehr Sozialismus, mehr Einheitsbrei statt Eigenverantowrtung und gesunder Wettbewerb. Ich hab einfach den Eindruck es geht nur darum zu sagen: früher war alles besser.
    Das Problem der Eliteförderung ist ja ein anders - das Ihnen vielleicht nicht bewusst ist - dort werden nur Teile gefördert und das oft abgeschlossen vom Rest. Förderung von besonders guten Studenten und Forschern ist doch völlig ok - davon sollten aber alle profitieren und nicht der Rest der Lehre darunter leiden, dass dort nicht gefördert wird sondern nur an der Spitze.

    Wissensvermittlung ist KEINE Dienstleistung sondern quasi ein Grundrecht.

    Ihr Anliegen es wäre viel einfacher 4 Klausuren á 1 Stunde statt 1 Klausur á 4 Stunden zu schreiben hat eine gewisse Logik, hält aber der Realität nicht statt, da in den Klausurenwochen eben teilweise 5 Klausuren á 90 Minuten an 5 nachfolgenden Tagen geschrieben werden. Die Modularisierung verhindert im Übrigen auch teilweise völlig die Möglichkeit eigene Schwerpunkte zu setzen - es ist wie Schule Lehrplan auswendig lernen - Klausur bestehen - Lehrplan vergessen - neu auswendig lernen.

    Und zuletzt bleibt zu sagen, Ihr Eindruck täuscht sie. Niemand schreit nur nach Sozialismis beim Bildungsstreik - das ist billige Polemik um die Streikenden Gewerkschaften, Professoren, Studenten, Schüler etc. etc. zu diffamieren.

    Die Initiative "Bildung sta(d)t Schloss"

    www.bildungstadtschloss.wordpress.com
  7. #16

    Liegt nicht am System

    Zitat von bildungstadtschloss Beitrag anzeigen

    Ihr Anliegen es wäre viel einfacher 4 Klausuren á 1 Stunde statt 1 Klausur á 4 Stunden zu schreiben hat eine gewisse Logik, hält aber der Realität nicht statt, da in den Klausurenwochen eben teilweise 5 Klausuren á 90 Minuten an 5 nachfolgenden Tagen geschrieben werden. Die Modularisierung verhindert im Übrigen auch teilweise völlig die Möglichkeit eigene Schwerpunkte zu setzen - es ist wie Schule Lehrplan auswendig lernen - Klausur bestehen - Lehrplan vergessen - neu auswendig lernen.
    Die Tatsache, dass die Klausuren so nahe beisammen liegen, ist ein großes Problem. Ich bin ja selbst Student und kenne das. Es hat aber nichts mit der Modularisierung zu tun. Allein die Tatsache, dass die Prüfungen modularisiert sind sorgt ja nicht dafür, dass sie nahe beisammen liegen.

    Ich habe übrigens einen vollkommen anderen Eindruck bzgl. der Schwerpunkte: ich kann im Diplom 3 Schwerpunkte setzen, und muss dann alles Mögliche zu diesem Fach belegen, kann aber nicht nur 3 von 4 machen und als 4. dafür ein anderes. Bei den neuen Abschlüssen geht das. Nur ist da leider vieles vorgegeben, das gefällt mir wie gesagt auch nicht. Das ist aber eine Frage der Ausgestaltung, und nicht ob Modularisierung ja oder nein.
    Genauso ist es auch mit ihrer Kritik am Auswendiglernen. Sie haben ja Recht! Nur hat das nichts mit der Modularisierung zu tun. Im Diplomstudium ist das genau das Selbe! Wollen Sie ernsthaft behaupten dass Diplomstudenten ihre Prüfung nach 3 Monaten auch bestehen würden? Sie haben ebenfalls viel vergessen. Das liegt nicht am System, sondern am Menschen.

    Von daher können Sie vielleicht am Mittwoch gegen den Menschen demonstrieren. Wenn Sie gegen das System demonstrieren, lösen Sie die oben genannten Probleme aber leider nicht, auch wenn das System tatsächlich geändert werden sollte. Und deshalb gehe ich nicht hin.

    Übrigens: Wissensvermittlung ist sehr wohl eine Dienstleistung. Wenn Sie sagen es gibt ein Grundrecht auf Wissen heißt das doch, dass Wissensvermittlung für den Studierenden frei zugänglich und kostenlos sein muss, oder nicht? Das mag man so sehen, aber deshalb ist Wissensvermittlung immer noch eine Dienstleistung, ob kostenlos oder nicht!
  8. #17

    andere Erfahrung

    Was den Bachelor angeht gibt es bei uns andere Erfahrungen. Die Auswahl der Möglichkeiten ist unglaublich eingeschränkt - sehr viel mehr als im Diplomstudiengang.

    Ist Ihrer Meinung nach der Beruf des Lehrers der eines Dienstleisters?

    Im Übrigen - der Bildungsstreik ist sehr gut angelaufen :)

    Die Initiative "Bildung sta(d)t Schloss"

    www.bildungstadtschloss.wordpress.com
  9. #18

    Eure eigenen ELtern

    Oh man... ganz ehrlich. Könnten die "Erwachsenen" mal bitte aufhören sich über meine Generation so zu ereifern.
    Es wirkt peinlich.
    Man merkt mit jedem Satz das Ihr eigentlich keine richtige Ahnung habt sondern nur Vermutungen anstellt. Hier mal nen Artikel gelesen, da mal nen Studenten oberflächlich kennengelernt, ein bisschen mit der Gesellschaft frustriert und evl noch nen verkorksten Sprössling in der Familie. Super.

    Und dennoch.. Ihr steckt nicht drinnen und betet eigentlich nur EURE Ideale, aufgebaut in einer ganz anderen Umgebung/ einem anderen Zeitgeist seit Jahren vor. Das haben Generationen von "Erwachsenen" vor euch schon getan, und Generationen von "Jugendlichen/ Studenten" vor euch haben entnervt die Augen gen Himmel gedreht.

    Ihr seid nicht wir.
    Und nur weil Ihr auch mal studiert habt wisst Ihr NICHT wie es in uns aussieht, was uns bewegt, warum wir bestimmte Dinge tun, welche Sorgen wir haben, welche Chancen wir sehen und was uns antreibt. Müsst Ihr auch nicht. Aber bildet euch nicht ein das Ihr den goldenen Löffel der Weisheit in der Hand habt.

    ES NERVT!

    danke
    Wenn es für euch früher alles so viel toller war und ihr deswegen nun soviel bessere Menschen seid... enjoy.








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