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Bildungsstandards für die Oberstufe: Länder peilen Zentralabitur ultra-light an
DPAWas müssen Abiturienten von Bremen bis Bayern können? Die Kultusminister wollen dazu jetzt neue Bildungsstandards beschließen. Doch bis zum Zentralabitur ist es noch weit. Erst 2016 soll es einen Aufgaben-Pool für alle Länder geben.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/b...-a-861891.html
- #1 18.10.2012 09:28 von
Eine Überprüfung der Standards wäre möglich, wenn die gesamten Abiturklausuren an andere Lehrer an anderen Schulen zur Korrektur übergeben werden. Am besten sollten auch diese Lehrer eine Oberstufe unterrichtet haben, so dass die Massstäbe und der Anspruch vergleichbar sein werden. Man könnte so auch einen gewisse Notenverzerrung wegzaubern, denn die Lehrer kennen die Schüler einfach auch nicht. Auch würden die Lehrer "etwas kontrolliert", denn ich befürchte, dass es auch da "gute" und "schelchte" gibt. Aber das darf man auch nicht äußern, denn in Deutschland ist halt jeder gleich (leider dann gleich schlecht, und positive Ausreißer verlieren so wahrscheinlich auch die letzte Motivation)
- #2 18.10.2012 09:33 von
welches Ziel wird eigentlich verfolgt?
bzw. wie soll die Praxis aussehen? Ein bundesweites Zentralabitur? Dann muss es infolge auch bundesweit einheitliche Abiturtermine und damit auch Schulferien geben. Frankreichs Verkehrschaos lässt grüßen...
Ein einheitlicher Aufgabenpool, aus dem jedes BL sich bedienen kann, aber nicht muss? Das wird doch auch nix...
Die Überfarce finde ich, dass sich u.a. Hamburg und Bayern auf "gemeinsame" Abiaufgaben schon 2014 geeinigt haben. Wo liegt deren Niveau? Auf Meereshöhe, Alpenhöhe, oder wie üblich in der Mitte = Mittelmaß. Dadurch wird auch nichts erreicht.
Was mir abgeht, ist eine detaillierte Untersuchung, warum manche Bundesländer einfach signifikant besser sind. Liegts nur am Reichtum, oder dem Migrantenanteil? Oder gar daran (wegduck), dass in Bundesländern mit hohem Hitec-Anteil einfach der Anteil an gscheiteren Schülern größer ist? Woran liegts in Wirklichkeit?
Altkanzler Schröder würde natürlich wieder sagen: an den faulen Säcken...........
Das Bildungssystem in Deutschland ist verquast und es wird herumgedoktert = herumkompetenzt. Hauptsache, es klingt toll und wurde Aktionismus gezeigt.
Ich bin frustiert. - #3 18.10.2012 09:36 von
Was soll das bewirken? Bremen wird darauf drängen, dass auch seine Absolventen eine Chance haben, das Abitur zu bestehen. Das geht aber nur, wenn Bayern sein Abitur massiv aufweicht - ergo: Das Abitur wird noch mehr vermatscht und noch niveauloser, die Universitäten werden noch mehr Stützkurse einrichten müssen...
Wem ist eigentlich mit dieser Vermatschung des Niveaus gedient? - #4 18.10.2012 09:43 von
netter Versuch, der nicht viel bringt
Wichtig wäre nicht nur, dass die Messlatte für das Abitur bei den unterschiedlichen Bundesländern gleich hoch ist, sie sollte insgesamt hoch sein, denn das Ziel des Abiturs sollte die Allgemeine Hochschulreife sein und nicht die Befähigung zur Aufnahme einer Lehre.
Aber gerade Bundesländer wie z.B. NRW, die immer nur darauf abzielen, möglichst viele Abiturienten zu produzieren und dafür das Gymansialniveau kontinuierlich absenken, werden sich niemals darauf einlassen, die Standards wieder anzuheben. Hinzu kommt, dass der größte Teil der Abiturnote VOR den Abiturprüfungen festgelegt wird. Dort ist sowieso der Willkür noch Tür und Tor geöffnet. - #5 18.10.2012 09:49 von
Ziel der Bildungspolitik ist es, die Zahl der Abiturienten zu erhöhen, damit die Statistik stimmt. Da die Schüler nicht besser werden, tendenziell eher umgekehrt, werden die Anforderungen gesenkt. Manche bekommen noch nicht einmal einen Ausbildungsplatz und müssen dann studieren.
Eigentlich müsste daher ein Mindeststandard eingeführt werden, was aber nur möglich ist, wenn es einheitliche Abiturprüfungen unter externer Aufsicht gibt, die dann von zwei Lehrern korrigiert werden, die unabhängig sind. Vorbild sollten die Prüfungen in der Berufsausbildung sein, die seriöser sind als etliche Abiturprüfungen.
Darauf wird sich aber kein Politiker einlassen. Statt dessen läuft man lieber in des Kaisers neuen Kleidern herum und lässt sich für bildungspolitische Erfolge feiern. - #6 18.10.2012 10:09 von
- #7 18.10.2012 10:36 von
Wieso? München hat doch auch die selben Bildungsstandards wie ländliche Regionen Bayerns, oder? Und in Tests wie PISA schneiden süddeutsche Städte nicht besser ab als norddeutsche; teilweise sogar schlechter, weil im Norden häufig mehr Geld von Seiten des Staats für bildungsferne Familien ausgegeben wird. Daß Städte häufig andere Sozialstrukturen haben, liegt in der Natur der Sache. Wenn man Marxloh, Wilhelmsburg, Neukölln etc. nach Zwickau oder Nürnberg umsiedeln könnte, wären dadurch die Schüler in Leipzig oder München nicht besser oder schlechter. Eigentlich ist es doch offensichtlich, daß es noch andere Gründe geben muß, wenn man feststellt, daß Stadtstaaten häufig schlechter abschneiden, als nur aufs System abzuzielen, das scheinbar völlig irrelevant ist.
- #8 18.10.2012 10:50 von
Kann nicht fair sein!
Warum machen wir den Bildungserfolg junger Menschen von einer einzigen Prüfung abhängig?
Keine wissenschaftliche Messung wird irgendwie ernst genommen, wenn sie zu wesentlichen Teilen auf einer einzigen Stichprobe beruht! - Noch dazu, einer Messung in einer Ausnahmesituation... Das ist nicht fair, egal wie sehr das Abi standardisiert ist. Es kommt im Leben nun einmal auch nicht immer darauf an, wie man unter Stress arbeitet - nur in ganzen bestimmten Berufen ist das entscheidend.
Und je einheitlicher das Abi wird, desto leichter wird es, zu schummeln oder sich passgenau vorzubereiten - damit reduziert sich die Breite des Wissens erheblich. Lehrer sagen, die Noten werden nach der Einführung des Zentralabiturs besser, das Wissen der Schüler aber nicht.
Außerdem - im Berufsleben wird eine Vielfalt von Fähigkeiten gebraucht. Je mehr das Schulwissen vereinheitlicht wird, desto weniger variabel sind die Abgänger in ihren Fähigkeiten... Wer nur gelernt hat, nach Schema F vorzugehen, ist in einer sich rapide verändernden Welt nicht mehr anpassungsfähig! - #9 18.10.2012 10:55 von
An Bayerns Schul-Leistungsdruck soll die Welt genesen und bis dahin gehen Studienplätze an Abiturienten aus den anderen Bundesländern?
...mal abgesehen von der sehr schönen und sicherlich sehr wertvollen Elfenbeinturm-Diskussion, was ein Schüler in welchem Alter wissen/können/verinnerlicht haben/umsetzen können sollte -
kann mich mal eben kurz jemand davon überzeugen, dass es für bayerische Kinder ein echter Mehrwert in ihrem Leben ist, wenn sie sich mit stolzgeschwellter Brust mit einem 3er Abitur bei den zulassungsbeschränkten Studiengängen bewerben, um sich dann hinter 1er-Kandidaten aus anderen Bundesländern anzustellen? Ah - ich weiß! Sie sind dann stolz, dass sie den 1er-Kandidaten aus den anderen Bundesländern eben doch total überlegen sind: Denn im Fach "Frustrationstoleranz" kommt so schnell keiner an sie ran!
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