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Bildungsmisere: Regierungsreport gibt Schulabgängern miserable Noten

Die Wirtschaft braucht dringend Nachwuchs, aber die Suche nach geeigneten Bewerbern wird immer schwieriger. Der neue Berufsbildungsbericht der Bundesregierung stellt Deutschlands Möchtegern-Azubis nun ein jämmerliches Zeugnis aus - jeder zweite sei nicht fit für eine Lehrstelle.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...681398,00.html
  1. #120

    Vernünftige Bildung gibt es nicht umsonst

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Wirtschaft braucht dringend Nachwuchs, aber die Suche nach geeigneten Bewerbern wird immer schwieriger. Der neue Berufsbildungsbericht der Bundesregierung stellt Deutschlands Möchtegern-Azubis nun ein jämmerliches Zeugnis aus - jeder zweite sei nicht fit für eine Lehrstelle.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...681398,00.html
    Solange für die Bildung nicht wirklich Geld ausgegeben wird, wird das auch nicht besser werden. Die Politiker verweisen dann immer auf tolle Statistiken, nach denen die Ausgaben, Zahl der Lehrer etc. ständig steigen. Fakt ist aber z.B. dass in der Schule meines Sohns in München vom Rektorat für diesen Jahrgang eine 4. Klasse beantragt wurde. Das wurde abgelehnt mit dem Ergebnis, dass sich bis zu 27 Kinder in den drei Klassen drängeln. Und das bei einem Anteil von über 50% Kindern deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Wo doch gerade in den ersten Klassen der riesige Unterschied in den Ausgangsvoraussetzungen zusammengeführt werden muss. Und dann kommt Herr Seehofer daher und will kostenlose Nachhilfe einführen. So ein Unsinn! Da soll dann mit Geld repariert werden, was in den ersten Jahren durch "Geiz ist Geil" in der Schulpolitik zerstört worden ist. Und das schlimmste ist, dass Schulpolitik nicht mit Sachverstand sondern nur mit politischem Lagerdenken geführt wird. Auf der einen Seite das Elitedenken und auf der anderen Seite die Gleichmacherei. Beide Positionen sind nicht optimal aber beide Parteien sind tief in Ihren Schützengräben eingegraben und verhindern jede Einigung auf einen vernünftigen Mittelweg. Vor allem sollte der Mittelweg dann bundesweit gelten. Es ist doch unglaublich, dass wir z.B. von Flexibilität bei der Arbeitsplatzsuche sprechen aber der Umzug von einem Bundesland in ein anderes Schulkinder vor dramatische Probleme stellt.
  2. #121

    .

    Halte die Zahlen ("~50% der Schulabgänger nicht ausbildungsfähig") ausgehend von meinen eigenen Erfahrungen mit Jugendlichen für unrealistisch, glaube aber doch, dass es zwischen den Fähigkeiten der Einsteiger und den Anforderungen der Ausbildungsbetriebe unterm Strich ein Missverhältnis gibt, das nicht ausgesessen werden kann.

    Zu Beginn evtl. Lösungsversuche wäre ohne Rücksicht auf Political Correctness zu benennen, welche Personengruppen besonders betroffen sind. Selbstverständlich kommt man dabei u.a. auf Menschen mit Migrationshintergrund. Das klingt nicht schön, trifft aber zu. Außerdem wäre zu klären, inwieweit diese Personengruppen einen nachhaltig negativen Einfluss auch auf diejenigen haben, die sich ansonsten normal entwickeln (würden).

    Einen gewissen "Bodensatz" gab es auch schon in besseren Zeiten. Wenn es aber so ist, dass der Anteil der Problemfälle jetzt einfach zu hoch liegt, als dass man diese noch mit durchziehen könnte, gibt es nur noch die Lösung, diesen Anteil zu begrenzen und wenn möglich sogar zu senken.

    Ein weiteres Übel scheint mir die Rundumversorgung ohne eigenes Bemühen zu sein. Es trifft doch auf die meisten Menschen zu, mich selbst nicht ausgenommen: Je weniger man unter dem Druck steht, etwas leisten zu müssen, desto geringer ist auch die Bereitschaft, etwas zu leisten.

    In den 70ern ergab sich ein Teil der Leistungsbereitschaft allein daraus, dass Arbeitslosigkeit vielen einfach zu peinlich war. Wie alltäglich ist dagegen heute Hartz IV ...?
  3. #122

    Bildungsmisere

    [QUOTE=Schleswig;5125883]Mit ein Hauptübel ist nach meiner Meinung, das unqualifizierte Schulpersonal und deren Zusammensetzung. Die Bildungsmisere ist als Aufreger leider nicht so neu, das hatten wir schon vor 15 Jahre.
    Z.B. Schlechte Schüler studieren Pädagogik, und werden mit 25J. wieder auf die Schüler losgelassen. Wie soll das jemals im Leben funktionieren. Pädagogen müssen auch neben gute Fachkenntnisse, auch Charakter
  4. #123

    Punktlandung!

    Zitat von Pancho Villa Beitrag anzeigen
    Wo sehen Sie hier eigentlich das Problem? Unternehmen kritisieren ja keineswegs, daß Schulabsolventen ohne fachspezifische Kenntnisse eine Ausbildung antreten. Sondern daß sie trivialstes Basiswissen und soziale Kompetenz vermissen lassen.

    Es geht hier explizit um Absolventen von Haupt- und Realschulen, die eine Berufsausbildung anstreben. Wenn diese Menschen beim Verlassen der Schule Grundfertigkeiten und zivilisatorische Mindeststandards nicht beherrschen, dann liegt das keineswegs an überzogenen Forderungen und Erwartungen der Wirtschaft.

    Und es liegt keineswegs daran, daß unser Staat das "Bildungssystem kaputtspart". Wenn ich so was höre... Unser Staat führt seit 30 Jahren Bildungsexperiente durch - vulgo Menschenversuche - die allesamt einer Grundrichtung folgen: Niveauabsenkung, Kastration der Autorität von Schule und Lehrer, Ergebnisgleichheit statt Chancengleichheit. Es liegt nicht am Geld, es liegt an ideologischer Verbohrtheit.

    Wer systematisch Disziplin, Leistungswillen, Sauberkeit, Pünktlichkeit und Höflichkeit bestenfalls lächerlich macht (schlimmstenfalls zu Sekundärtugenden erklärt, mit denen man ein KZ führen könne), der darf sich nicht wundern.

    Wie konnten eigentlich unsere Eltern in der Kriegs- und Nachkriegszeit eine Schulbildung und Erziehung erreichen, die sie in die Lage versetzte, dieses Land wieder aufzubauen und einen beispiellosen Wohlstandssprung zu erwirtschaften? Und zwar: Ohne Nanny-State, ohne Sozialgetütel und weiche Sprüche.
    Dem ist nichts hinzuzufügen.
  5. #124

    Zweiter Punkt: Falsch.

    Zitat von ntholeboha Beitrag anzeigen
    Um es drastisch auszudruecken: Faulheit, Traegheit oder Dummheit gibt es ueberall - in Deutschland und im Ausland. Andererseits existieren zum Glueck aber auch engagierte Menschen in jedweder Hemisphaere.
    Es ist somit Unsinn, die Bildungsmisere an den dummen, unwilligen, schmarotzenden Einwanderern festzurren zu wollen (die NPD laesst gruessen!).
    Erster Punkt: Korrekt!
    Zweiter Punkt: Falsch. 40% zu 15% ist ein signifikanter Unterschied. Wenn Migranten die gleichen Anteil an Schulversagern hätten wie Personen ohne Migrantionshintergrund, dann hätten wir kein Problem.
    Es ist also klar, dass Einwanderer gewisser politisch stabiler Länder wie zB Türkei,im allgemeinen in ihrem eigenen Land es schon nicht gepackt haben und nun eben hier sind, weil wir besser Sozialleistungen bieten.
    Das ist nicht das ganze Problem, aber ein großer Teil, den man nicht so wie sie einfach ignorieren kann.
    Dass jemand der dieses Thema anspricht reflexartig zum Rechtsradikalen gemacht wird ist dann wohl ein Schutzreflex ihrer Ideologie.

    Zitat von ntholeboha Beitrag anzeigen
    Das Problem ist sehr vielschichtig. Es beginnt beim Bildungssparen seitens Staat, geht ueber ueberfuellte Klassen - in denen oft gestresste Lehrkraefte das Ende ihrer U.-Stunde herbeisehnen, viele Eltern sehen sich dank eigener Probleme (Geld, Arbeitsplatz, Schwierigkeiten bei der Erziehung ihrer lieben Kleinen, eigene Unfaehigkeit etc.) kaum in der Lage, Anteil am Bildungsprozess zu nehmen und nicht zu vergessen die Einfluesse der div. Makroebenen und Mikrogruppen.
    Das Problem ist nicht immer an unserem Schulsystem festzumachen. Andere Länder haben noch größere Klassen und noch weniger Geld, aber trotzdem eine bessere Quote.
    Ja, selbst in unserer Vergangenheit wars schonmal mit weniger Geld im System besser.
    Der Unterschied ist der fehlende Wille, und der fehlt weil der Druck weg ist. Druck ist aber einer der stärksten Motivatoren mal sich anzustrengen.
    Es heisst auch Zuckerbrot UND Peitsche.
    Die Peitsche abschaffen zu wollen ist ein irrweg.

    Zitat von ntholeboha Beitrag anzeigen
    Und bei der Wirtschaft gehoert Jammern eh zum Geschaeft - wobei diese Flanke nicht voellig unrecht hat, da viele Jugendliche bereits froh sind ihren Namen ohne Fehler zu Papier zu bringen. Letztlich funktioniert in der gediegenen Bildung doch wohl das Prinzip, dass ein Rad ins andere greift. Und auch deshalb sind die Finnen schlicht besser. Vielfaeltige positive Ausnahmen, die es in Deutschland dennoch gibt, sind eben leider kein Grundprinzip in Politik, Bildung, Elternhaus und jugendlichem Engagement. Und wo beginnt der Fisch zuerst zu stinken? ...
    Naja, die Wirtschaft wird sich schon zu helfen wissen, aber diese Lösungen dürften Deutschland nicht gefallen, also sollte lieber der Staat UND auch die Bewohner desselbigen mal mehr tun.
    Und bezüglich des Fisches ist natürlich klar, dass der grundsätzlich immer dort anfängt zu stinken, wo man selber nicht drinnen hängt.
    Leute, wieso ruft ihr nach dem Staat, heult über Bildungssysteme,ja hängt in Foren rum, aber bemüht euch nicht um eure Kinder?
  6. #125

    Eltern

    Zitat von tweet4fun Beitrag anzeigen
    Ich glaube, daß das Hauptproblem bei vielen erfolglosen Bewerbern schon während des Kindesalters im Elternhaus zu finden ist.
    Genau! Nicht alle Betriebe brauchen Hochqualifizierte, aber eben auch fast niemand mehr Unqualifizierte. Für viele Ausbildungsberufe reicht es völlig aus, Grundkenntnisse der Mathematik einschließlich Dreisatz und Zinseszins, ordentliche Rechtschreibung und gutes Leseverständnis sowie angemessenes Benehmen (Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Höflichkeit Kunden gegenüber) mitzubringen. Eigentlich auch für einen Hauptschulabsolventen kein Ding der Unmöglichkeit und in 9 Schuljahren relativ mühelos zu erwerben. Wenn das nicht klappt, läuft zu Hause irgendetwas elementar falsch. Dann werden dort keine Werte vermittelt, kein Verantwortungsbewußtsein, dann wird dort nicht vorgelesen und nicht positiv vorgelebt. Wie man solche Schüler (in Massen) fördern kann, ist mir unklar. Meines Erachtens muss man die Eltern viel stärker in die Pflicht nehmen.
  7. #126

    Epsilon

    In NRW ist für Gymnasien per Erlass des Ministeriums im Mathematikunterricht jetzt die Behandlung der Epsilon-Umgebung verboten. Das sei zu schwer für die Schüler.
    Nur, ohne Epsilon-Umgebung versteht man die Infinitesimalrechnung (Differential- u. Integralrechnung) nicht.
    Ein Beweis für die Niveauabsenkung.
  8. #127

    Bildungsmisere

    [QUOTE=bookworm610;5126963][QUOTE=Schleswig;5125883]Mit ein Hauptübel ist nach meiner Meinung, das unqualifizierte Schulpersonal und deren Zusammensetzung. Die Bildungsmisere ist als Aufreger leider nicht so neu, das hatten wir schon vor 15 Jahre.
    Z.B. Schlechte Schüler studieren Pädagogik, und werden mit 25J. wieder auf die Schüler losgelassen. Wie soll das jemals im Leben funktionieren....

    Dem kann ich leider nur zustimmen. Seit 15 Jahren arbeite ich als privater Nachhilfelehrer und konnte in dieser Zeit feststellen, dass die Anforderunge an die Schüler (Gymnasium) immer weiter gesenkt wurden, damit ja alle Abitur machen können.

    Ein Schüler der 7. Kl., der nicht einen einzigen fehlerlosen Satz schreiben kann, bekommt hier in Hessen in Deutsch eine 2.

    Neulich fiel mir das selbst verfasste Übungsblatt eines Referendars für die Realschule in die Hände, das nur so von Fehlern wimmelte.

    Wie sollen Schüler bei solchen Lehrern noch etwas Vernünftiges lernen?

    Unsere Zukunft? Nachzulesen in dem exzellenten Buch "Aufstand der Unterschicht".
  9. #128

    Forderung der Wirtschaft

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Wirtschaft braucht dringend Nachwuchs, aber die Suche nach geeigneten Bewerbern wird immer schwieriger. Der neue Berufsbildungsbericht der Bundesregierung stellt Deutschlands Möchtegern-Azubis nun ein jämmerliches Zeugnis aus - jeder zweite sei nicht fit für eine Lehrstelle.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...681398,00.html
    Ist doch kein Wunder - will die Wirtschaft doch am liebsten Menschen, die mit 16 Jahren schon fertig ausgebildet, mindestens 3 Sprachen sprechen und am besten schon mehrjährige Auslandserfahrung vorweisen kann.

    Selber zu investieren - das macht die deutsche Wirtschaft (bis auf das konventionelle Handwerk) nicht mehr. Und wovon hat sie das gelernt? Klar, weil wir nämlich den Wirtschaftstheoretikern wie BWL- und VWL Studenten das Wissen von hunderten von Ami-Professoren und Nobelpreisträgern einbleuen. Da sind die Traditionen aus deutschen Landen noch nie was Wert gewesen (bis auf den Werbespruch: "in Deutschland getestet").
    Dann muss man sich nicht wundern, wenn wir immer mehr amerikanische Verhältnisse erlangen.
    Erst wenn die Betriebe wieder lernen, daß wir KEINE Amis sind, wird sich was ändern.
    Das die Politik auch was dazutut, wird sich dann wieder richten.
  10. #129

    Verboten

    An Gymnasien ist es im Latein-Unterricht per Ministerialunterricht seit neuestem verboten, auch nur zu reinen Übungszwecken vom Deutschen ins Lateinische zu übersetzen.
    Da wird Französisch (eine Sprache, die stark vom Lateinischen geprägt ist) sicher bal folgen.
    Auch dies ein Beweis für amtliche verordnete Niveauabsenkung.








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