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Bildungsabschlüsse: Kultusminister*finden Abi wertvoller als Lehre
Gymnasium*schlägt*betriebliche Ausbildung?*Geht es nach den Kultusministern der Länder, sind manche Lehrberufe*weniger wert als ein Abitur.*Gewerkschaften und Handwerk*sind empört und sehen die duale Ausbildung entwertet. Ab 2012 soll eine neue Punkteskala gelten.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...793288,00.html
- #1 21.10.2011 17:01 von
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Ich denke, in diesem Urteil schlägt sich weniger der tatsächliche Wert eines Abiturs nieder als vielmehr der Versuch, die akademischen Reihen fest geschlossen zu halten und es plebejischen Aufsteigern unmöglich zu machen, die Elfenbeintürme Deutschlands zu entern. Dabei funktionieren die Schutzwälle doch auch so ganz prima. Nirgends sind die Chancen von Kindern aus "bildungsfernen Schichten" so gering, zu Bildung zu gelagen, wie in Deutschland. Aber klar, wo kommwa denn dahin, wenn demnächst jeder Mechatroniker so tun könnte, als hätte er genauso viel Ahnung von - sagen wir mal Technik - wie ein Abiturient mit den Leistungsfächern Kunst, Sport und Deutsch.
- #2 21.10.2011 17:22 von
Na sowas aber auch
Dann muss ich das so verstehen, dass ein Abiturient, der sich eine Lehrstelle sucht, einen qualitativen Rückschritt macht? Geht er dann mit Berufsabschluss studieren, wird das nicht von Nachteil sein, oder? Komisch - gerade in den Bauberufen kursieren zig Annekdoten über frisch gebackene Dipl. Ing.'s, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben, wenn es zur Parxis kommt.
- #3 21.10.2011 17:24 von
Der Wert eines Abschlusses zeigt sich am Markt!
Wer -ohne staatliche Hilfen - Geld verdienen will , der muß dem Markt etwas anbieten. Ich zweifle das ein Apiturient mehr zu bieten hat, für was ein Unternehmer oder Kunde sofort zu zahlen bereit ist , als ein gelernter Friseur , Maurer ,Installateur oder Mechaniker(global gesehen).
- #4 21.10.2011 17:39 von Hercules Rockefeller
Der gelernte Abiturient
Scheinbar sind es die Fähigsten der Fähigen, die die Lehrpläne an unseren Schulen entwerfen. Ich mache mir um die Zukunft dieses Landes keinerlei Sorgen mehr.
Mit der Buyreuthmethode kommt man jedenfalls bis dato nicht an einen Gesellenbrief...
Davon ab, mit Abitur kann man genau welchen Beruf nochmal aus dem FF? Mir fällt da spontan genau nichts ein...
Wenn bei mir nächstes Mal das Bad erneuert werden soll, werde ich dem örtlichen Gymnasium den Auftrag erteilen-ich bin ja nicht blöd! - #5 21.10.2011 17:44 von
Ja was, ja was...ja was wissen denn schon...
...Kultusminister? Offensichtlich und gelinde gesagt: nicht viel!! Genauer betrachtet ist es doch nur die Bankrotterklärung ihrer Urteilsfähigkeit schlechthin. Würden Klein- und mittelständische Familienbetriebe (oft von Meistern geleitet) nur von Kultusministern (natürlich alle? mit Abitur?) geführt, so wären binnen kürzester Zeit ein Großteil dieser Betriebe garantiert bankrott! Dieses völlig daneben seiende und hoffentlich NICHT ernst genommene Gedöns spiegelt doch nur den längst überholten (ALP)Traum vom "akademisierten Proletariat" wieder. Die zum Teil nachweislich hochgradig vermurksten Bildungsreformen in jüngster Zeit sprechen doch für sich. Unser Land ist anscheinend noch nicht genug reformiert-ruiniert.
- #6 21.10.2011 17:49 von
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Knapp daneben ist halt auch vorbei. Ein Abiturient, der sich für einen Ausbildungsberuf entscheidet, konkurriert mit anderen Bildungsabschlüssen. Korrekt gestellt müsste Ihre Frage lauten: Bietet ein Abiturient nach Abschluss derselben Ausbildung wie ein Real- oder Hauptschüler einem Unternehmer oder der Volkswirtschaft insgesamt einen Mehrwert?
Von der Prämisse ausgehend, dass ein Plus an Bildung immer von Vorteil ist, lautet die Antwort eindeutig: Ja. Von den intellektuellen Vorteilen, die der Durchschnitt der Abiturienten mitbringt und die im Berufsleben positiv nutzbar sind, ganz zu schweigen.
Im übrigen hat die Wirtschaft die Frage bereits beantwortet. Nicht umsonst werden für bestimmte Ausbildungsberufe fast nur noch Abiturienten eingestellt. - #7 21.10.2011 17:59 von
- #8 21.10.2011 18:00 von Schnapsfritze
Fragwürdige Klassifizierungen
So, erstmal ein Moin von mir.
Generell muss ich sagen, hat die ganze Mannschaft der BMK zu wenig echte Aufgaben. Ich bin sowohl Handwerker, als auch Akademiker und habe mit beiden Gruppen in meinem Beruf (welcher auch genau ein Mix aus beidem ist) viel zu tun.
Und im Endeffekt weiß ich genau eines:
Die Fähigkeiten ganzer Gruppierungen bzw. Schichten(das Wort ist in diesem Kontext sicherlich nur suboptimal) lassen sich per se nicht pauschalisieren oder gar klassifizieren. Ich kenne auf der einen Seite genügend Handwerker, welche wahrlich keine Meisterleistungen vollbringen und auf der anderen Seite auch ausreichend viele Akademiker, welche den Titel m.E. nach nicht tragen dürften, den sie innehaben.
Im Endeffekt beschäftigt man sich hier nur mit Sinnlosigkeiten.
Das Humankapital ist entsprechend seiner individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu klassifizieren - im Einzelfall.
Was aber sicherlich zu dieser Ausgrenzung bzw. Abwertung von Menschen mit Berufsabschluss (aber ohne Abitur) in diesem Falle führen dürfte, könnte die Auslegung der Hochschulzugangsvorschriften sein, denn das Abitur ist in diesem Sinne auf dem Papier leider wirklich wertvoller, als die mittlere Reife + abgeschlossene Berufsausbildung...
Im Endeffekt werden hier aber wieder aberwitzige Summen von Geld für ein großes Nichts aufgewendet.
Zur Motivation wird dieser Prozess sicherlich nicht dienlich sein. Um das zu erreichen (vielleicht war das ein Ziel??), sollte man den Erwerb einer Lizenz zur Führung eines Fahrzeuges an den Bildungsabschluss koppeln ;)
Bspw. für Menschen, die nur einen Hauptschulabschluss haben und sonst der Bildung abgeneigt waren gibt es dann nur ein MoFa. Das wäre konsequent. Wer mehr kann, kann dann wirklich mehr... - #9 21.10.2011 18:04 von
was für ein Unsinn
Ich kann die Handwerker gut verstehen, die sich jetzt aufregen. Wieder einmal wird ihre Zunft arrogant von oben herab behandelt und herabgestuft.
Ein Schreinergeselle soll jetzt also weniger wert sein als ein Abiturient. Nicht nur werden hier weitere Gräben zwischen Bildungsbürgertum und Arbeitern ausgehoben, auch innerhalb der Ausbildungsberufe soll es jetzt "bessere" und "schlechtere" geben.
Was wird die Folge sein?
Noch mehr Kinder als jetzt schon werden von ihren Eltern um jeden Preis aufs Gymnasium gepresst. Ob sie da glücklich werden und ihren Begabungen entsprechend gefördert werden können, ist egal. Eine Realschulempfehlung wird ja heute schon als Totalversagen der Kinder und Kampfansage der Lehrer gewertet... Das macht nicht nur die Kinder auf Dauer kaputt. Wer ständig mit Misserfolgen konfrontiert wird, kann keinen Spaß mehr am Lernen empfinden. Andererseits gehen dem Staat dadurch auch vielfältige handwerkliche Begabungen verloren, was sich volkswirtschaftlich in einem noch weiter steigenden Facharbeitermangel auswirken wird.
Man muss nicht um jeden Preis aus einem Kind einen schlechten Mathematiker machen, wenn ein guter Schreiner oder Schlosser in ihm steckt. Diese fatale Entscheidung der KMK wird aber dazu führen, dass genau das immer häufiger passieren wird. Etwas mehr Wertschätzung für Ausbildungsberufe wäre also mehr als nur angebracht, statt dumpfes Standesdünkel in Punkteskalen zu zementieren.
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