Bildungsabschlüsse: Kultusminister*finden Abi wertvoller als Lehre

Gymnasium*schlägt*betriebliche Ausbildung?*Geht es nach den Kultusministern der Länder, sind manche Lehrberufe*weniger wert als ein Abitur.*Gewerkschaften und Handwerk*sind empört und sehen die duale Ausbildung entwertet. Ab 2012 soll eine neue Punkteskala gelten.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...793288,00.html
  1. #340

    Das Gegenteil ist der Fall

    Zitat von volkmar10 Beitrag anzeigen
    Knapp daneben ist halt auch vorbei. Ein Abiturient, der sich für einen Ausbildungsberuf entscheidet, konkurriert mit anderen Bildungsabschlüssen. Korrekt gestellt müsste Ihre Frage lauten: Bietet ein Abiturient nach Abschluss derselben Ausbildung wie ein Real- oder Hauptschüler einem Unternehmer oder der Volkswirtschaft insgesamt einen Mehrwert?

    Von der Prämisse ausgehend, dass ein Plus an Bildung immer von Vorteil ist, lautet die Antwort eindeutig: Ja. Von den intellektuellen Vorteilen, die der Durchschnitt der Abiturienten mitbringt und die im Berufsleben positiv nutzbar sind, ganz zu schweigen.

    Im übrigen hat die Wirtschaft die Frage bereits beantwortet. Nicht umsonst werden für bestimmte Ausbildungsberufe fast nur noch Abiturienten eingestellt.
    Nein, genau das Gegenteil ist der Fall.
    In den letzten jahren habe ich mich in meinem Betrieb gezielt gegen Abiturientinnen und fuer motivierte Hauptschuelerinnen entschieden.
    Man muss die Balnce von intellektuellen Faehigkeiten und praktischen Faehigkeiten und Geschick im Einzelfall abwaegen. Fuer eine Natursektkelterei koennte ich keine Abiturientinnen gebrauchen, die dann jede Anweisung hinterfragen oder diskutieren wollen.
  2. #341

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gymnasium*schlägt*betriebliche Ausbildung?*Geht es nach den Kultusministern der Länder, sind manche Lehrberufe*weniger wert als ein Abitur.*Gewerkschaften und Handwerk*sind empört und sehen die duale Ausbildung entwertet. Ab 2012 soll eine neue Punkteskala gelten.

    http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...793288,00.html
    Ist grundsaetzlich richtig und war schon immer so. Dass die Grenzen fliessend sind und man sich jeden Kandidaten einzeln ansehen muss, ist ein anderes Thema.

    Das duale Ausbildungssystem ist ein grosser Quatsch, da die meisten "Ausbilungen" komplett ueberfluessig sind und die Leute eigentlich nur fuer 3 Jahre billige Arbeitskraefte sind und am Ende oft weder Generalisten noch Spezialisten sind.

    So oder so gibts mittel- und langfristig zuwenige Akademiker in Deutschland. Wenn man nicht langsam von dieser Fixierung auf das produzierende Gewerbe wegkommt, sieht die Sache im internationalen Wettbewerb bald sehr schlecht aus. Solange man aber Dienstleistung mit Haareschneiden und 3-jaehriger Ausbildung zur Schuhfachverkaeuferin gleichsetzt (die natuerlich nicht geeignet ist, Leuten Lebensmittel zu verkaufen), wird sich nichts aendern. Und am Ende ist das Gejammer gross, wenn andere an einem vorbeiziehen.
  3. #342

    Neugierig nachgefragt

    Zitat von sir.viver Beitrag anzeigen
    Man muss die Balance von intellektuellen Faehigkeiten und praktischen Faehigkeiten und Geschick im Einzelfall abwaegen. Fuer eine Natursektkelterei koennte ich keine Abiturientinnen gebrauchen, die dann jede Anweisung hinterfragen oder diskutieren wollen.
    Welche praktischen Faehigkeiten und welches Geschick mag wohl beim Drehen von "Natur"-Sektflaschen erforderlich sein ? :-)
  4. #343

    .

    Zitat von libertarian Beitrag anzeigen
    Das duale Ausbildungssystem ist ein grosser Quatsch, da die meisten "Ausbilungen" komplett ueberfluessig sind und die Leute eigentlich nur fuer 3 Jahre billige Arbeitskraefte sind und am Ende oft weder Generalisten noch Spezialisten sind.
    Sie haben leider keine Ahnung, anders kann ich den Beitrag nicht interpretieren. Die Zahl gut ausgebildeter Facharbeiter und Fachangestellter ist entscheidender Vorteil dieses Landes. Ohne diese wäre der Industriestandort Deutschland nicht so stark.

    Zitat von libertarian Beitrag anzeigen
    So oder so gibts mittel- und langfristig zuwenige Akademiker in Deutschland. Wenn man nicht langsam von dieser Fixierung auf das produzierende Gewerbe wegkommt, sieht die Sache im internationalen Wettbewerb bald sehr schlecht aus.
    Wenn ich mir Länder wie GB oder USA ansehe, die von Finanzindustrie leben wollen, ziehe ich die Verhältnisse in D vor.
    Die Zahl der Akademiker ließe sich problemlos erhöhen, wenn man die Ausbildung im dualen System zu Fachhochschulausbildungen umbenennen würde, aus Berufsschullehrern Professoren macht.
    Ein Vergleich der Berufsausbildung in den NL und D macht deutlich, dass der Unterschied darauf hinausläuft, wobei der Praxisbezug in den NL geringer ist. Ein Vorteil für die Auszubildenden scheint es nicht zu sein.
    Wenn in den USA jeder achte Briefträger inzwischen einen Bachelor hat, scheint etwas nicht zu funktionieren. In vielen Staaten gibt es eine hohe Arbeitslosigkeit "Hochqualifizierter", wie gelegentlich zu lesen ist. Nur es braucht sie keiner.

    Zitat von libertarian Beitrag anzeigen
    Solange man aber Dienstleistung mit Haareschneiden und 3-jaehriger Ausbildung zur Schuhfachverkaeuferin gleichsetzt (die natuerlich nicht geeignet ist, Leuten Lebensmittel zu verkaufen), wird sich nichts aendern. Und am Ende ist das Gejammer gross, wenn andere an einem vorbeiziehen.
    Was Sie schreiben, beweist nur, dass Sie keine Ahnung haben. Die gemeinsame Schnittmenge zwischen Schuhfachverkäuferin und Lebensmittelverkäuferin ist sehr groß, lediglich im Fachkundeunterricht gibt es Unterschiede. Beide werden im gleichen Beruf ausgebildet, es gibt keine Berufsausbildung zur Schuhfachverkäuferin.

    Ich sehe nicht, wo andere vorbeiziehen. Sie haben da eine seltsame Wahrnehmung.
  5. #344

    Bachelor = Meister?

    Meiner Meinung nach ist die wahre Bedeutung des Abiturs längst untergegangen. Ein Abitur ist in erster Linie eine Hochschulzugangsberechtigung. Und wer Abitur macht, sollte mMn auch studieren. Ist ja heutzutage eh in einer Light-Variante (Bachelor) möglich. Solange mittelmäßige Abiturienten den guten Realschülern oder gar Hauptschülern Lehrstellen wegnehmen, läuft doch eh eine Menge schief hier in Deutschland. Sollte für einen Beruf das Abitur notwendig sein, sollte man diesen an einer Hochschule ausbilden. Für alle Ausbildungsberufe sollte gelten: "Sie haben Abitur? Tut uns leid, da sind Sie überqualifiziert."

    Was die Rangliste angeht: Sicher, Hauptschulabschluss - Mittlere Reife - Hochschulzugangsberechtigung in dieser Reihenfolge abgestuft ist in Ordnung. Das Abitur aber höher anzusetzen, als einen abgeschlossenen Lehrberuf finde ich nicht in Ordnung. Eher gleichwertig. Und was den Vergleich "Bachelor entspricht Meister im Lehrberuf" angeht, bin ich komplett dagegen. Der Bachelor ist - wie der Name schon sagt - ein Geselle und allenfalls dem Gesellen (Lehrberuf) gleichzusetzen. Erst der Master ist dem Meister (Lehrberuf) gleichwertig (ebenso wie das Diplom). Um in der Wirtschaft zu arbeiten, ist eine höhere Qualifikation meines Erachtens auch nicht notwendig. Promotion und Habilitation nur für Leute, die in Forschung und/oder Lehre gehen (wollen).

    Und wer rumjammert, dass 18-jährige Abiturienten zu jung seien, sich für ein Studium (und damit einen Beruf) zu entscheiden: Hallo? Geht's noch? Was ist denn dann mit Haupt- und Realschulabgängern, die in der Regel mit 16 eine Entscheidung über ihren künftigen Beruf treffen müssen? Auch "viel zu jung"? Das ist doch wirklich ein selten dämliches Argument.

    Eine Diplom-Mathematikerin, die mit 14 bereits genau wusste, was sie studieren will und das bis heute nicht bereut hat.
  6. #345

    !

    Zitat von b.lödheimer Beitrag anzeigen
    Dann muss ich das so verstehen, dass ein Abiturient, der sich eine Lehrstelle sucht, einen qualitativen Rückschritt macht? Geht er dann mit Berufsabschluss studieren, wird das nicht von Nachteil sein, oder? Komisch - gerade in den Bauberufen kursieren zig Annekdoten über frisch gebackene Dipl. Ing.'s, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben, wenn es zur Parxis kommt.
    Der "Praxisschock" trifft alle, nicht nur die Ingenieure. Wer voher
    Elektromechaniker gelernt hat, tut sich da leichter. So wie ein Betriebswirt wohl kaum die Buchhaltung einer Würstchenbude packt.
    In der Realität gibt sich das aber schnell.
    Man sollte es so halten wie früher bei der Bundeswehr: Abi und
    mittlere Reife + Lehre sind gleichwertig. Was aber nichts daran ändern kann, dass man zum Studieren der MINT-Fächer noch ein Kolleg drauflegen sollte. Das muss nicht die Hochschulreife am Abendgym sein, es sollte spezifischer und kürzer sein.
  7. #346

    na ja

    Zitat von avada~kedavra Beitrag anzeigen
    Sie weiter, was hätte man davon?
    Im wahrsten Sinne Kiddies die keinerlei Lebenserfahrung haben und sich dann korrekt entscheiden sollen was der richtige Studiengang für sie sein soll?
    Das schaffen ja noch nicht mal alle momentanen Studenten und die sind im Schnitt 2 Jahre älter.
    Einzig bei einem G7 danach zwingend eine Ausbildung und dann ein Studium.
    ... die mit mittlerer Reife sind 16 und schaffen das doch auch.
    Nicht die Wahl des Studienganges, aber die Wahl des Berufes.
  8. #347

    Stolz war ich auf mein Abitur, doch schnell stellte sich heraus das es sich einfach um eine allgemeine Hochschulreife handelt. Ich würde behaupten dass ich nach meiner abgeschlossenen Lehre auf dem Arbeitsmarkt deutlich mehr Wert bin als mit meinem Abitur. Ich kenn keinen Unternehmer der statt einem Kaufmann einen Abiturient einstellt !!