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Bildung: Geregelte Arbeitszeit

Ab Herbst wollten die Hochschulen die Studienplatzvergabe neu regeln. Nun ist das Prestigeprojekt verschoben - weil private IT-Firmen draußen bleiben sollten.

http://www.spiegel.de/0,1518,778998,00.html
  1. #30

    .:.

    Zitat von topaz75 Beitrag anzeigen
    Ich kennen nicht den ganzen Rest der Welt, aber Universitaeten hier in den USA steuern das vollkommen autark, in eigener Verantwortung und im eigenen Interesse, denn sie verdienen mit Studenten Geld. Und es funktioniert.

    Das war der Kern meiner Kritik. Anstatt ein Problem dort zu loesen, wo es hingehoert (an den Universitaeten), verlagert man es "nach oben", nur um dann dort auch glorreich zu scheitern.
    Das Duzend Elite-Unis der USA (bei Unterschlagen des riesigen Rests) mit dem kompletten deutschen Hochschulsystem zu vergleichen, ist Quatsch.

    Dass ein Yale- oder Stanford Mythos "funktioniert", weil er viele Tausend Dollar pro Monat kostet, welch Wunder.
    Aber schauen Sie mal, wie es woanders als in der rosaroten La-La-Welt aussieht.
    Und was man mit einem Bachelor-Abschluss für den man 40.000$ Schulden auf sich genommen hat, überhaupt anfangen kann...
    In den USA gibt's nur einen einzigen Studiengang, der die Studenten nicht zittern läßt, was ihre finanzielle Zukunft angeht, und das ist Medizin und das studieren die meisten -nicht-.
    Alle anderen haben keine Ahnung ob bzw. wie lange es dauern wird, die Schulden für's Studium (egal ob Elite Uni 1. oder 2. oder 3.Grades) abzubezahlen.

    Die Realität ist weit entfernt von ihrer Argumentation (wenn man die Phrase "In USA läuft's super" überhaupt so nennen will).

    Der Kern-Punkt ihrer Aussage war, in den USA ist alles toll, denn da sind die Unis autonom.
    Hier ist die Organisation für bestimmte NC Fächer zentralisiert, und das hat jetzt in diesem Jahr nicht reibungslos geklappt also alles schlecht.
    Naja, lassen wir mal so stehen, diese "simple" Ansicht, die weder Sinn noch Verstand hat.
  2. #31

    Wie jetzt?

    Zitat von HIS GmbH Beitrag anzeigen
    Die HIS GmbH versorgt im Auftrag von Bund und Ländern – übrigens seit den 1970er Jahren – den Großteil der staatlichen Hochschulen in Deutschland mit Hochschul-Management-Software.
    [...]
    Bei hochschulstart wurde von allen beteiligten Unternehmen – auch von der HIS Hochschul-IT – die Komplexität der Anbindung eines zentralen Vergabefahrens an die Vielzahl der an den 379 deutschen Hochschulen vorhandenen Software-Konfigurationen unterschätzt.
    Ok, bin zwar nicht vom SPON aber trotzdem neugierig:
    Sie versorgen "den Grossteil der staatlichen Hochschulen in Deutschland" und "unterschaetzen" die "Vielzahl" der Konfigurationen?

    Wie passt das zusammen?

    Wieso spielt die "Vielzahl" der Konfigurationen eine Rolle? Was wie konfigurierbar ist, sollte doch bekannt sein, oder? Und wieso kann man die als Lieferant "unterschaetzen"? Wie sehen denn in Ihrem Umfeld die Kundenbeziehungen aus?

    Ich mein, sie sind ja nicht der einzige Anbieter, der konfigurierbare Software verkauft. Ich stell mir grad die Reaktionen vor, wenn z.B. SAP, Oracle oder IBM so eine Begruendung bringen wuerden. Von der Vielzahl der Windows-Konfigurationen, an denen Microsoft an jedem Patchday recht zuverlaessig herumschraubt, ganz zu schweigen.
  3. #32

    Titel

    Zitat von j0nnl Beitrag anzeigen
    Das Duzend Elite-Unis der USA (bei Unterschlagen des riesigen Rests) mit dem kompletten deutschen Hochschulsystem zu vergleichen, ist Quatsch.
    Wie meinen Sie denn, dass die vielen kleinen Universitaeten und Colleges ihre Studenten bekommen? Durch Zuweisung aus Washington?

    Meine Kernthese ist: Das Problem, die Nachfrage von Studenten und das Angebot von Studienplaetzen zu matchen braucht keine staatliche Steuerung, es braucht selbstverantwortliche Akteure auf beiden Seiten und einen Markt.

    Das ist das System in den USA, und es funktioniert. Sowohl das Volumen als auch die Qualitaet des Outputs ist hoeher als in Deutschland, wie der Anteil der Graduierten und die Anzahl von Nobelpreistraegern beweist.
  4. #33

    ...

    Zitat von topaz75 Beitrag anzeigen
    Sie sehen ernsthaft keine andere Loesung ein Ungleichgewicht von Nachfrage und Angebot zu regeln als staatliche Steuerung?
    Klar, die Unis versteigern am Anfang der Ferien die Plaetze und die Immabescheinigungen koennen dann bis zum Studienanfang frei gehandelt werden, falls jemand krank wird oder sich umentscheidet. Geht natuerlich auch. Dazu braucht's aber eine 2/3-Mehrheit der FDP im Bundestag.
    Zitat von topaz75 Beitrag anzeigen
    Wie waere es mit Marktwirtschaft und Selbstverantwortung der Unis?
    Schlecht, wie man am jedes Jahr bei den Bewerbungen sieht. Im Uebrigen sind die Unis nicht fuer sich selbst verantwortlich, sondern fuer die Studenten. Und dieser Verantwortung werden sie nicht gerecht.
  5. #34

    ...

    Zitat von topaz75 Beitrag anzeigen
    Das ist das System in den USA, und es funktioniert.
    Es funktioniert, weil (Hochschul-)Bildung in den USA kein Grundrecht ist, sondern eine Dienstleistung, die gekauft wird. Das ist ein grundlegender Unterschied zu Deutschland. Hier ist einfach der gesellschaftliche Konsens anders und ich find ihn gut so.

    Insofern koennen die guten Unis eben nicht die Studiengebuehren so hoch schrauben, dass sie auf ihre Bewerberanzahl kommen und Bewerber koennen eben nicht darauf hoffen, dass sie schonmal zu 80% drin sind, wenn sie sich das Studium leisten koennen.

    Eine "zentrale" Vergabe, wenn sie vernuenftig gemacht ist tut hier nichts anderes als einen Markt zu schaffen, in dem eine andere Waehrung gilt, naemlich die bisherige Leistung.
  6. #35

    Als

    Zitat von HIS GmbH Beitrag anzeigen
    Sehr geehrter Herr Book, sehr geehrter Herr Fleischhauer,

    verwundert und empört haben wir Ihren schlecht recherchierten Artikel in der aktuellen SPIEGEL-Ausgabe gelesen. Lassen Sie uns ein paar Fakten gerade rücken, da wir uns in der Polemik des Artikels sehr unausgewogen wiedergegeben sehen. Die HIS GmbH versorgt im Auftrag von Bund und Ländern – übrigens seit den 1970er Jahren – den Großteil der staatlichen Hochschulen in Deutschland mit Hochschul-Management-Software. HIS stehe „seit langem im Ruf, den Anschluss ans Informationszeitalter verpasst zu haben“, schreiben Sie. Deutschlandweit ist die HIS GmbH jedoch der einzige Hersteller im Markt, der ein rein webbasiertes, von überall, auch von Mobilgeräten zugängliches System im Angebot hat. Unser Erfolg an den Hochschulen, der beileibe nicht zuletzt auf State-of-the-art-Technologie fußt, gibt uns Recht.

    Mit freundlichen Grüßen
    HIS GmbH
    Der Erfolg fußt einzig auf der nicht vorhandenen Konkurrenz (das Geschäft lohnt ohne Subvention einfach nicht)

    Das LSF kann man nämlich durchaus als "den Anschluss verpasst" bezeichnen. Weder freundlich im Umgang für Studenten (Semesterübergänge sind besonders schön, da dann der Stundenplan vom SoSe den fürs WiSe integriert hat, sobald er erstell wurde ! doppelte übersicht ;D), noch die lehrenden (Das eintragen soll ein schöner Aufwand sein, und scheinbar ist die Software nicht an die Prüfungsordnungen angepasst, sondern die andere Richtung gilt es zu erfüllen ...)
  7. #36

    Titel

    Zitat von vhe Beitrag anzeigen

    Eine "zentrale" Vergabe, wenn sie vernuenftig gemacht ist tut hier nichts anderes als einen Markt zu schaffen, in dem eine andere Waehrung gilt, naemlich die bisherige Leistung.
    Sie glauben ernsthaft, dass Leistung die Waehrung ist, die in Deutschland ueber die Vergabe und Zuwiesung eines Studienplatzes entscheidet?

    Wenn sie Hoechstleistungen bringen, koennen sie sich in den USA die Uni aussuchen. In D. muessen sie offensichtlich drauf hoffen, dass ein paar beamtete Programmierer auch die richtige Software gebastelt haben, damit die staatliche Studienplatzzuweisung richtig funktioniert.

    Und das deutsche System ist besser. Ja nee, ist klar.
  8. #37

    Titel

    Zitat von vhe Beitrag anzeigen
    Klar, die Unis versteigern am Anfang der Ferien die Plaetze und die Immabescheinigungen koennen dann bis zum Studienanfang frei gehandelt werden, falls jemand krank wird oder sich umentscheidet. Geht natuerlich auch. Dazu braucht's aber eine 2/3-Mehrheit der FDP im Bundestag.

    Schlecht, wie man am jedes Jahr bei den Bewerbungen sieht. Im Uebrigen sind die Unis nicht fuer sich selbst verantwortlich, sondern fuer die Studenten. Und dieser Verantwortung werden sie nicht gerecht.
    Wenn man wie sie nur auf Deutschland starrt, ist es natuerlich schwer, ueber den Tellerrand hinauszudenken. Dass es in Deutschland schlecht funktioniert ist klar, das war ja der Ausgangspunkt. Aber warum soll die Loesung ausgerechnet die zentrale staatliche Steuerung sein, wenn es in vielen anderen Laendern (die USA sind nur ein Beispiel) sehr erfolgreich auch ohne das laeuft.
  9. #38

    Es ist nicht schwierig!

    Zitat von achim_62 Beitrag anzeigen
    ... einfach mal die Klappe halten.



    Genau: Keine Ahnung von den Geschäftsprozessen, aber einfach mal behaupten, dass es nicht schwierig sein kann.

    Zudem lesen sich manche Passagen des Artikels wie aus der Werbebroschüre der Datenlotsen GmbH.
    Ich kenne die Geschäftsprozesse einer UNI nicht, andere aber sehr wohl und weiß diese zu modellieren. Die im Artikel aufgeführten Probleme sind schlicht und ergreifend lachhaft.
  10. #39

    Wirtschaft in den USA

    Zitat von topaz75 Beitrag anzeigen
    Das ist das System in den USA, und es funktioniert. Sowohl das Volumen als auch die Qualitaet des Outputs ist hoeher als in Deutschland, wie der Anteil der Graduierten und die Anzahl von Nobelpreistraegern beweist.
    Warum haben die USA im Vergleich zu Deutschland dann so viele fundamentale Wirtschaftsprobleme, angefangen bei der seit Jahrzehnten negativen Handelsbilanz? Kann es sein, dass die Studenten in den USA zwar viele Dinge lernen, die gut dafür sind, schnell reich zu werden, die aber für die Gesellschaft als Ganzes gar nicht so nützlich sind?


    Jag


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