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Bildmanipulation: Simpel-Software soll Fotofälscher aufspüren
Die Haut etwas straffer, die Brüste etwas größer - und noch schnell einen zusätzlichen Finger dazuzaubern? Digitale Bildbearbeitung ist mittlerweile kinderleicht. Ein französischer Informatiker hat ein Programm entwickelt, das solche Fotolügen schnell und einfach aufdecken soll.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...697283,00.html
- #1 29.05.2010 13:32 von
lol
Wer, bitteschön, glaubt denn an eine Wahrheit in Fotos?
Ein Fotograf bricht Lichtstrahlen schon beim Eintritt in die Linse, da geht die Manipulation schon los. Alles ist Interpretation, wie immer bei so vielen imponderabilen Verarbeitungsstufen, bis hin zur Ausgabe auf den verschiedenen Interfaces.
Lächerlich da über Manipulationsverfahren der einen oder anderen Art zu referieren - ein Digitalbild ist immer Manipulation, vorher oder nachher mag beim grobschlächtigen Vorgehen noch unterschieden werden können. Das war es dann aber auch schon. - #2 29.05.2010 14:19 von
Retusche oder Manipulation
Man sollte zwischen der Retusche und der Bildmanipulation unterscheiden. Beides hat es mit Beginn der Fotografie gegeben, ist also keine digitale Errungenschaft - durch die digitale Bildbearbeitung nur leichter geworden.
Retusche:
Wer Menschen fotografiert und Hautunreinheiten abmildert, hat noch lange keine Bildmanipulation betrieben. Ob ich die Person vorher schminken lasse oder sie digital nachbearbeite ist relativ egal. Manche entscheiden sich so, andere so.
Aus meinem beruflichen Alltag kann ich sagen, dass ich beinahe jedes Bild nachbearbeite - mit Verantwortung.
Kreativität:
Wer privat Bilder am PC manipuliert, hat in jedem Fall eine kreative Beschäftigung :-)
Manipulation:
Die Grenzen verschwimmen sicherlich - den Schweißfleck von Merkel wegzupixeln würde ich unter Retusche laufen lassen.
Wer wichtige Bildelemente in Reportagefotos nachträglich bearbeitet, die in der Presse publiziert werden, wer in seinen Hotelprospekten unschöne Details verschwinden lässt, wer Bilder bearbeitet, die als Beweisfotos gelten sollen hat andere getäuscht und sich meines Erachtens sogar strafbar gemacht.
Einsatz der Software:
Und genau hier wäre die Software eine tolle Sache um Manipulationen aufzuspüren. Dort, wo z.B. in der Forschung Bildbeweise vorgelegt werden, wäre der Einsatz sinnvoll - um Betrügerein vielleicht noch schneller aufspüren zu können. - #3 29.05.2010 14:28 von
Ordentlich und relevant
Ihre Antwort ist wichtigtuerisch und falsch. Es geht nicht um die Veränderungen eines Bildes durch physikalisch unvermeindbare Veränderungen (das fängt schon bei der Auswahl der Brennweite an). Es geht um das bewußte Weglassen oder Hinzufügen von Informationen, die das Bild in einen anderen Sachzusammenhang stellt. Da wird einem Politiker ein Knüppel in die Hand retuschiert, eine Uhr zeigt eine falsche Zeit an, in Ungnade gefallene Politiker verschwinden aus dem Bild.
So, nun lassen sie mal Luft ab, der Artikel war nämlich ganz ordentlich und auch relevant. - #4 29.05.2010 15:54 von
Kann auch nachteilig sein.
Das machen ja Forensiker. Nur wenn man so eine Software algemein verfügbar macht. Können Kriminelle die auch einfach nutzen und solange das Bild bearbeiten. Bis die Software sagt das Bild ist jetzt gut genug gefälscht. Genauso arbeiten ja auch Virenauthoren. Die haben bekannte Scanner installiert und wenn einer Alarmschlägt, ändert man solange den Code ab bis das nicht mehr der Fall ist. Das kann man sogar automatisieren.
- #5 30.05.2010 11:20 von
Ein anständiges Programm hinterlässt seinen Namen im Bild
Es gibt EXIF Attribute in einem Digital Foto. Wenn das Bildbearbeitungsprogramm seriös ist, schreibt es in das Exif Attribut seinen Namen hinein. Also sollte jemand, der nicht Programmieren kann so einfach kein Bild fälschen können.
Aber ich denke, wenn man wirklich will, kann man jede Fälschung herausfinden. Es wird wohl noch kein Programm dafür geben, aber wenn man ein einzelnes Bild betrachtet, dann merkt man es schon, ab einer gewissen Auflösung.
Eigentlich sollte man jedes Bild vor Fälschung sichern können, mit einer Codierung. Dieser sollte aber nur dem Kamera Hersteller bekannt sein. Wie ich die Leute kenne sollte es mich nicht wundern, wenn es nicht schon stattfindet.
Vor allem steht in einem Bild einer Digitalkamera immer das Datum der Aufnahme. (Im Exif Attribut) Wenn dieses nicht dem Datum der Datei Erstellung entspricht, dann gibt es ein Problem.
Ich bewahre von allen Bilder immer ein Original auf, ohne Drehung, ohne Veränderung, um auch zu belegen, dass ich das Original habe. - #6 30.05.2010 16:11 von
aha
Genau, schon bei der Auswahl der Brennweite fängt die Manipulation an. Es scheint, Sie meinen also da Grenzen ziehen zu können?
Der Blickwinkel, bzw. die Position aus der heraus fotografiert wird, die Auswahl des Fotos (Merkels Mundwinkel, wie so gern auf Spon) und nicht zuletzt die Bildunterschrift. Die Grenzen sind fließend und werden auch nicht schärfer durch die von Ihnen benannten Extreme.
Jeder, der schon einmal das Titelbild einer Fernsehzeitung in Relation zur Realität betrachtet hat, weiß doch wie wenig Abbildern zu trauen ist.
Der Manipulation durch Veränderung von Bildern - auf welche Art auch immer - wird man kaum Herr werden, mit keiner Software. Hase/Igel Wettrennen.
Guter Artikel, mag sein, jedoch meiner Meinung nach eben keine wirkliche Problemlösung auch wenn es Ihnen zu überspitzt dargestellt erschien. - #7 30.05.2010 17:05 von
EXIF ist kein Beweis
Die EXIF Daten lassen sich ohne jegliche Programmierkenntnisse ziemlich einfach manipulieren. Das ist klar strukturierte und unverschlüsselte Information in der Bilddatei, die von vielen Programmen gelesen _und_ geschrieben werden kann. Solange in der Exif nicht eine digitale Unterschrift mit einem Kamerageheimen Schlüssel und einem wie auch immer gearteten Hash über das gesamte Bild gespeichert wird, ist die EXIF Information reine Information auf Treu und Glauben und sicherlich nicht zum Beweis der "Echtheit" des Bildes geeignet. Einfachste Manipulationsmöglichkeit ist, nach der Manipulation einfach die originalen Exif Daten in das manipulierte Bild wieder einfügen. Das Dateierstellungsdatum sind auch nur ein paar Bytes im Dateisystem. Auch diese Informationen lassen sich mit frei verfügbaren Programmen einfach manipulieren ohne Spuren zu hinterlassen.
Behalten Sie weiter Ihre Originale. Das ist immer eine gute Idee. Als Beleg für die "Echtheit" taugen sie bedingt, aber nicht wegen der EXIF Daten. Höchstens weil man im Original ein paar kleine Besonderheiten Ihrer Kamera nachvollziehen kann und so zumindest eine Aussage treffen kann, dass dieses Bild mit einem Kameramodell gemacht wurde, das die selben Eigenheiten hat wie Ihre Kamera. Allerdings ist auch das a) aufwendig festzustellen, b) gibt auch nur eine gewisse Wahrscheinlichkeit an und c) kann normalerweise nicht auf genau Ihre Kamera sondern höchstens auf Ihr Kameramodell allgemein bezogen werden. - #8 31.05.2010 10:40 von
Mann muss dann auch alles selber machen
So, so, dann werde ich mir halt selber eine Verschlüsselung ausdenken.
Aber ich finde das ist ganz schwach von den Herstellern. Ein wie auch immer geartetes Paritywort wäre doch sehr einfach.
Ich erzeuge ein aus allen Bilddaten erzeugtes Wort und setze es in ein Exif Attribut. Wenn ich aus dem geänderten Bild das Wort berechne ist es immer ein Anderes. Womit man die Veränderung beweisen kann.
Das ist erstaunlich, dass die das nicht schon längst eingebaut haben.
Klar kann man Exif Daten auch mit einem Hexeditor ändern. Aber warum die ganze Mühe, wenn es sich so schnell fälschen lassen kann.
Sie haben mir soeben eine Marktlücke genannt. Leider bin ich nicht mehr tauglich. - #9 01.06.2010 10:00 von
exif
Das können Sie machen, aber das beweist dann natürlich nur für Sie, dass das Bild original ist.
Naja, ich denke die EXIF Daten waren ursprünglich wirklich nur dafür gedacht, dem Fotografen nützliche Informationen über die Kameraparameter während der Aufnahme zu geben. Sie waren sicherlich nicht als Echtheitszertifikat geplant.
Ein Prüfwort (Hash) über die Bilddaten ist sicherlich einfach gemacht (z.B. ein MD5 Hash). Das Problem daran ist, da es einfach zu berechnen ist, kann man es natürlich auch einfach nachträglich berechnen (auf das manipulierte Bild) und wieder einfügen. Das wäre wirklich nur dann einigermassen sicher, wenn der Hash entweder mit einem geheimen Verfahren erstellt und/oder mit einem geheimen Schlüssel verschlüsselt wird. Beides hätte aber auch zur Folge, dass dann nur noch der Kamerahersteller selbst die Echtheit eines Bildes bestätigen könnte, da nur er das Verfahren und/oder den Schlüssel kennt. Wie man aber auch schön an DVD und BluRay sehen kann, sind auch solche Geheimnisse nicht sehr lange geheim oder werden irgendwann umgangen/geknackt.
Nebenbei bemerkt, schreiben diverse Kameras auch einen Block von binären Daten in die Exif von denen vermutlich nur der Kamerahersteller weiss, was da wirklich drin steht. Vielleicht ist da bereits so ein Hash drin, das kann ich Ihnen nicht sagen.
Ich, für meinen Teil, bleibe da lieber bei meinem "gesunden Misstrauen" gegenüber allen Fotos, die ich nicht selbst gemacht habe ;)
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