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Bilderklau auf Twitter: Erdbeben-Fotograf verlangt 120 Millionen Dollar Entschädigung

APDas kann teuer werden: Vor zwei Jahren postete der Fotograf Daniel Morel Bilder des Haiti-Erdbebens auf Twitter. Die Presseagentur AFP bediente sich, ohne ihn zu fragen - jetzt wird vor Gericht geklärt, ob Morel wegen Verletzung seiner Urheberrechte ein Millionenbetrag zusteht.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...831511,00.html
  1. #1

    Genau lesen

    Die Essenz des Artikels ist ganz klein am Ende zu finden. Alle grossen Bildagenturen sind dafür bekannt, Privatleute, zB. Blogger, Webseitenbastler oder jugendliche Fans von Popstars gnadenlos zu verflogen und abzumahnen sobald diese wissentlich oder unwissentlich ein Bild dieser Agenturen verwenden.

    Dabei sind diese Bilder eigentlich nur für Print, Medien, Publishing zu lizensieren. Was entsteht für ein Schaden, wenn ein Privatmensch ein solches Bild auf seine Homepage stellt, es vielleicht vorher ohne Quellenangabe bei Google gefunden hat? Die Agenturen wissen es genau, tausende Euros, selbstverständlich.

    Wenn es darum geht, das eigene Portfolio zu erweitern stellt man sich anscheinend plötzlich dumm. Das Foto war auf Twitter, also darf ich es meinen Geschäftskunden anbieten und damit Geld machen? Ich möchte nicht wissen, was Tageszeitungen oder Webseiten wie Spiegel Online direkt nach der Katastrophe für dieses Bild zahlen mussten. Unglaublich...

    Ich hoffe, dass alle beteiligten Agenturen nun selbst zahlen müssen.
  2. #2

    Und was die Frau davon?

    bekommt sie auch etwas von den Millionen oder darf sie froh sein, das sie überlebt hat? Dei Frage würde mich seitens Spiegel durchaus interessieren.
  3. #3

    Es ist schon ein Unterschied ...

    ... ob man öffentliche Nachrichten untentgeltlich weiterverbreitet oder kommerziell nutzt. Der Erdbeben-Fotograf sollte eine Entschädigung bekommen, vielleicht in der Höhe wie bei einer normalen Lizensierung. Zu hohe Schadensatzforderungen sind gesellschaftsschädlich.
  4. #4

    Wenn das mit Twitter stimmt und das dort alle Rechte abgegeben werden, dann ist der Fotograf wegen eigener Dummheit selber Schuld. Das sollte dann allen eine Lehre sein, die Ihre Fotos bei facebook, Twitter, Flickr und etc. hochladen.
  5. #5

    Kann mir nicht vorstellen, dass das unter Berufsfotographen üblich ist, dass man solch exklusive Bilder, die man optimal zu Geld machen kann, auf Quatsch-Seiten wie flickr streut. Wozu?
  6. #6

    Steht nicht in den AGB von Twitter, Facebook & Co., dass die Nutzer dem Social Network ein komplettes Nutzungs- und Weitergaberecht sämtlicher Daten (auch hochgeladene Bilder) einräumen, sobald sie das Netzwerk nutzen? Und als der Fotograf die Bilder da hochgeladen hat, hat er damit Twitter vollständige Nutzungs- und Weitergaberechte eingeräumt. Hätten die betroffenen Agenturen, die die Bilder genutzt haben, sich das denn nicht nachträglich von Twitter lizenzieren lassen können?
  7. #7

    Und was bekommt das Motiv

    Klar - urheberrechtliche Bilder dürfen nicht ohne Einverständnis verbreitet werden. (Ob es hier der Fall ist, wird man abwarten müssen).
    Mich würde aber mal interessieren, ob der Fotograf das Einverständnis des Motivs hat, welches er abgelichtet hatte. In diesem Fall die arme Frau, die sich da aus den Trümmern ziehen lässt. Und ob diese Frau irgend etwas dafür bekommen hat und wenn sie zugestimmt hat, ob ihr überhaupt bewußt war (v.a. zu diesem Zeitpunkt) dass sie als Bild plötzlich rund um den Globus zu sehen ist.
  8. #8

    Ganz genau....

    Zitat von Rodelkönig Beitrag anzeigen
    Steht nicht in den AGB von Twitter, Facebook & Co., dass die Nutzer dem Social Network ein komplettes Nutzungs- und Weitergaberecht sämtlicher Daten (auch hochgeladene Bilder) einräumen, sobald sie das Netzwerk nutzen? Und als der Fotograf die Bilder da hochgeladen hat, hat er damit Twitter vollständige Nutzungs- und Weitergaberechte eingeräumt. Hätten die betroffenen Agenturen, die die Bilder genutzt haben, sich das denn nicht nachträglich von Twitter lizenzieren lassen können?
    ...das würde mich auch mal interessieren. Aktueller Fall aus meinem eigenen Freundschaftskreis. Die Freundin A einer guten Freundin B meinerseits lädt ein Foto ihrer und meiner Freundin B bei Flickr hoch. Die Bildredaktion der GEO gräbt dieses Foto auf Flickr aus und druckt es in einer Spezialausgabe (GEO Special Meck Pomm) ohne die Fotografin zu fragen. Man hat die Sache auf sich beruhen lassen weil man 1. Keine Freunde vor den Kadi zieht und 2. Die Bildrechte ja vermeintlich ohnehin an Flickr abgetreten wurden. Ja was denn nun???
  9. #9

    Zitat von Wololooo Beitrag anzeigen
    Wenn das mit Twitter stimmt und das dort alle Rechte abgegeben werden, dann ist der Fotograf wegen eigener Dummheit selber Schuld. Das sollte dann allen eine Lehre sein, die Ihre Fotos bei facebook, Twitter, Flickr und etc. hochladen.
    Also dem kann ich mich nur anschliessen. Selbst als Laie weiß ich, wie man die Auflösung von Bildern herunterskalieren und Wasserzeichen einfügen kann, so dass die Bilder nicht professionell weiter verwertet werden können (=Interessenten müssten dann auf den Fotografen zukommen und einen Deal aushandeln).

    Hier erschleicht sich beinahe schon der Verdacht, dass der Fotograf dieses Szenario bewusst inszeniert hat, denn mit Schadensersatz lässt sich nicht selten mehr Geld einfahren, als im seriösen Geschäftsleben (Lesetip zu dem Thema: "Marions Kochbuch" bei Google oder Youtube eingeben und staunen).








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