"Bild"-Methoden: Der erfundene Tod der Hannah Wolf

BILDManche Bekannte hielten die Studentin Hannah Wolf ein Wochenende lang für tot. Der Grund: Die "Bild"-Zeitung hatte ihr Foto ausgegraben und damit eine Geschichte über einen Mord reißerisch bebildert. Die Studentin ist entsprechend wütend - und geht nun gegen das Boulevardblatt vor.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...839926,00.html
  1. #70

    Bei Springer ists wie immer...

    ...und nix neues. War schon so, als Wallraff dort recherchiert hat.
    Andererseits: diese Zeitung wird sowieso nur wegen der Anzeigen diverser Prostituierten gekauft.
    Gilt auch für andere "Boulevardblätter".
    Wolfgang Clement (ehemals Superminister) war auch mal Chef einer Boulevardzeitung im hohen Norden und hat dort die einschlägigen Anzeigen diverser Damen aus dem Blättchen gekickt. Daraufhin brachen die Verkaufszahlen gewaltig ein. Wer sind also die Bild-Leser, die nur nach einer "Gesellschafterin" suchen? Handelsreisende? Männer, die zu irgendwelchen Weiterbildungen/Messen/Motivationskursen fahren oder fliegen? Politiker bzw. Beamte? Sollten die Soziologen mal tiefgehender untersuchen. Würde mich durchaus interessieren welche Gesellschaftsschicht da die Hauptgruppe stellt.
  2. #71

    Personen des öffentlichen Interesses und BILD

    Was mich an dem moralischen Zustand von Personen des öffentlichen Interesses zweifeln lässt, ist, dass diese zu dieser Präsentation des "60-Jahre-BILD-Buches" hingehen. Ich habe sogar gesehen, wie scheinbar intelligente Menschen dieses Genre Werbung für Bild machten. Die Bewunderung für die vergangenen Leistungen dieser Personen ist für mich nicht mehr vorhanden.
  3. #72

    "Der Frau ist keinerlei Nachteil entstanden, also sollte sie sich über ihren Ruhm freuen."
    Dummes Zeug. Es gibt ein Recht am eigenen Bild, und das hat "die" Bild hier gleich doppelt verletzt - erstens haben sie nicht die Verwandten der Toten gefragt ob sie deren Bild veröffentlichen dürfen, und dann haben sie nicht die Person um Erlaubnis gefragt, die in Wirklichkeit auf dem Foto abgebildet ist. Dazu haben sie auch noch das Urheberrecht des Fotografen missachtet und natürlich gegen den Pressekodex verstoßen. Und das alles, um die Auflage ein klein wenig zu steigern. Bekannten von mir ist das Gleiche passiert als ihr Sohn tödlich verunglückt ist, da wurde (allerdings von einer anderen Boulevardzeitung) einfach ein Foto aus dem facebook-Profil geklaut. Die Familie hat sich dagegen erfolgreich zur Wehr gesetzt, und das sollten alle tun denen sowas passiert, denn je mehr sich wehren, desto teurer wird es für die Zeitungen und desto eher werden sie es sich in Zukunft überlegen ob es sich lohnt so vorzugehen.
  4. #73

    Bild gehört eingestellt

    Die Bild steigert nachweislich ihre Auflage mit Unwahrheiten und Lügen. Nur ignorieren ist keine Lösung, da viel zu viele Menschen in diesem Land dieses Schmierenblatt lesen..und schlussendlich die Bildjournalisten auch mit seriösen Journalistenpreisen bedacht werden. Diese Blatt gehört eingestellt, die Persönlichkeitsverletzungen eingeklagt...
  5. #74

    Interessant...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Manche Bekannte hielten die Studentin Hannah Wolf ein Wochenende lang für tot. Der Grund: Die "Bild"-Zeitung hatte ihr Foto ausgegraben und damit eine Geschichte über einen Mord reißerisch bebildert. Die Studentin ist entsprechend wütend - und geht nun gegen das Boulevardblatt vor.

    Krautwurst-Bloggerin: Bild erklärt Studentin Hannah für tot - SPIEGEL ONLINE
    Neben der berechtigten Empörung finde ich den Weg den Frau Wolf hier gehen will, sehr vernünftig und wertvoll:

    Wolf: Das werde ich versuchen. Aber es geht nicht um Geld oder um meine 15 Minuten Ruhm. Angehörige echter Opfer haben nach einer persönlichen Katastrophe nicht die Kraft, die "Bild"-Methoden zu thematisieren. Ich schon. Mein Beispiel soll zeigen, wie ethische Regeln durch "Bild" verletzt werden.
    Technisch wird eine Klage wohl schwierig werden, da es sich um einen klaren und von Bild eingestandenen Fehler handelt und bzgl. der fälschlichen Auswahl des Bildes und anderer Daten von Frau Wolf keinerlei Vorsatz abzuleiten sein wird - in der Sache ist das reine Schlamperei und die würde dann wahrscheinlich als Fahrlässigkeit o.ä. vom Gericht beurteilt werden. Würde letztendlich dann wohl mit moderatem Schadenersatz bzw. Vergleich erledigt werden.

    Wenn Frau Wolf und Anwälte aber mit diesem Fall die grundsätzliche Art der Berichterstattung und Recherche etc. infrage stellen, könnte daraus eine interessante Diskussion entstehen, die den tatsächlichen Opfern weiterhelfen kann.
  6. #75

    Siehe auch hier:

    http://ruthe.de/cartoons/strip_1511.jpg
  7. #76

    wie bitte?!

    Zitat von EspritCritiqueM Beitrag anzeigen
    ....
    Eines wundert mich dann beim Opfer der Medienberichterstattung schon: Es ist wichtiger erst auf facebook zu posten und dann die eigenen Eltern zu informieren? Das Opfer hat viel von seinem Furor gegen die schöne neue Medienwelt verwirkt.
    was hat FB denn damit zu tun?! Nur weil Sie keine Ahnung haben und zeitliche Abläufe und Aufwand und Effizienz (Verbreitung) bei der Nutzung sozialer Netzwerke nicht einschätzen können und offenbar nur ein einziges genau definiertes Szenario bzgl. der Kommunikation von Frau Wolf innerhalb Ihrer geistigen Grenzen erkennen können, heißt das noch lange nicht, dass da ein Zusammenhang zu "schöne neue Medienwelt" besteht, sondern nur dass Sie nicht widerstehen konnten, selbst dieses Thema für Ihre socialmediaphoben Plattitüden zu missbrauchen.
  8. #77

    Sicher?

    Zitat von Vorzeichen Beitrag anzeigen
    Üble Sache - und zwar von der Betroffenen. Wie Bild arbeitet, wissen alle, aber hier ist eine Nichtigkeit passiert. Es freut mich auch, dass die Totgesagte endlich verstanden hat, welches die Methoden der Bild sind, aber ihr Gehabe ist auch nicht besser... Der Frau ist keinerlei Nachteil entstanden, also sollte sie sich über ihren Ruhm freuen...
    Eine 'Nichtigkeit' oder gar 'Ruhm' würde ich das nicht nennen. Denn mal abgesehen von den rechtlichen Konsequenzen (wie hier schon von einigen Foristen dargestellt): Wie würde es Ihnen gefallen quasi Ihre eigene bebilderte Todesanzeige in der Zeitung vorzufinden?
  9. #78

    Ich freu mich schon auf die "Bild", die bald kostenlos die Brieflästen verstopft.

    Tagtäglich passieren in Deutschland Dinge, über die man sich wirklich aufregen kann und keiner tut was dagegen.
  10. #79

    ... das

    Zitat von earl grey Beitrag anzeigen
    Wie tief ist der Journalismus in diesem Land eigentlich schon gesunken?
    wurde schon vor über 30 jahren in einem buch sehr gut beschrieben nach 25 jahren existieren der bild. damals gab es noch nicht diese mitarbeiter fluktuaktion wie sie sich in den vergangenen 30 jahren entwickelte und jeder meinte "na die bild reporter werden nie die anderen verlage infiltrieren..." - tja dumm gelaufen, sie haben. gewaltig. erscheckend gewaltig.