Bilanz des Papst-Besuchs: Deutschland hadert mit seinem Groß-Vater

Eine glänzende Rede im Bundestag, prächtige Auftritte vor Gläubigen - aber auch Enttäuschung bei Protestanten und*der*eigenen, katholischen Jugend: Benedikt XVI. hat sich auf seiner Deutschlandreise wacker geschlagen, doch so richtig sprang der Funke nicht über. Den meisten bleibt ihr Papst fremd.

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...788294,00.html
  1. #470

    *

    Zitat von frenchcurry Beitrag anzeigen
    ach Gott!...sollte es ihn denn tatsächlich geben, ist es am besten wenn er sich vor nicht zählbaren "Schäfchen" versteckt/fernhält, die ihn nur zu gerne mal in die Finger bekämen.

    Ich denke da an Opfer von Gewalttaten, Hunger, Durst, Krankheiten, Unfällen, Naturkatastrophen, und viele mehr.

    Da hätten einige noch Rechnungen offen... die sich mit "seine Wege sind unergründlich" kaum abspeisen lassen.
    Wenn Gott ist (also der allmächtige Gott, der über allem steht, auch über jeglicher Moral usw.), dann

    1. kann er aus menschlicher Perspektive heraus weder verstanden, noch angeklagt, noch verurteilt werden;

    2. zählt das, wie er die Dinge sieht und nicht wie Menschlein die Dinge sieht.

    Soviel mal zur Logik.

    Dazu kommt, dass die meisten der von ihnen erwähnten Katastrophen menschengemacht sind. Auch das scheinen Sie zu übersehen.

    Interessanterweise glauben aber Christen an den Gott, der sich in menschlicher Gestalt der ungerechten menschlichen Anklage und des ungerechten menschlichen Urteils gestellt hat und die Strafe auf sich nahm am Kreuz vom Golgatha.
  2. #471

    NikT

    Zitat von Hannibal72 Beitrag anzeigen
    Ist Ihnen aufgefallen, wieviele Menschen dem Papst zujubeln und wieviele gegen in demonstrieren?
    Und Sie meinen, die geringe Anzahl der Gegendemonstranten wäre ein Indiz für die Beliebtheit des Papstes?

    Wann haben Sie zuletzt Leute gegen Kopfläuse demonstrieren sehen? Keine bemerkenswerte Spezies und relativ unbehelligt von Anti-Kopflaus-Demonstrationen. Den meisten Menschen ist die Existenz der Kopflaus schlicht egal, solange sie nicht mit ihr konfrontiert werden.

    So, nun überdenken Sie Ihre oben stehende Frage bitte.
    Ihr (nicht mein) Papst mag ja 1 Drittel der Deutschen begeistert haben (obwohl lt. Umfrage selbst unter den Katholiken eher Desinteresse am Besuch vorherrscht), ein Drittel hat er enttäuscht und dem anderen Drittel ist er schnurzpiepegal (solange es nicht mit dem Papst konfrontiert wird).

    Noch ein Satz zu der Bemerkung, nur intelligente Menschen hätten die Rede verstehen können: Ist wohl wie mit des Kaisers neuen Kleidern. Die konnten ja auch nur intelligente Leute sehen. Gell? :-)
  3. #472

    Wer lesen kann

    Zitat von karl-felix Beitrag anzeigen
    Mensch sprach hier im Forum von den Katholiken als der Mehrheit der Bevölkerung/ der größten Gruppe. Es ging um die Kofessionslosigkeit. Und da würde jeder Muslim Ihnen eins auf die Mütze geben, wenn Sie erklären, er sei konfessionslos.Zwei Drittel der Deutschen ist nicht konfessionslos.
    Die einfache Mehrheit sprach ich an. Das ist unter Umständen die extrem kleine Minderheit von 3,9% Konfessionslosen in 1970- so Sie Ihr Gedankenspielchen fortsetzen und genügend Religionen in einem Gebiet oder weltweit zusammenfassen. 4-5 Kirchenspaltungen genügen.
    ist klar im Vorteil. Ich habe nirgends behauptet, die Muslims seien konfessionslos. Zwei Drittel der christlichen Deutschen sind nicht konfessionslos, aber das heißt nicht, daß sie gläubig sind.
  4. #473

    NikT

    Zitat von Hannibal72 Beitrag anzeigen
    Sie meinen es wäre billiger, wenn über 20 Mio. Deutsche nach Rom pilgern?
    Ja. Oder müsste ich als Steuerzahlerin Pilgerreisen bezahlen?
  5. #474

    *

    Zitat von annemv Beitrag anzeigen
    Und Sie meinen, die geringe Anzahl der Gegendemonstranten wäre ein Indiz für die Beliebtheit des Papstes?
    Dieses Beliebtheitsargument ist doch völlig unwichtig. Auch wenn ich diesen Papst als Person sehr interessant und nicht "zwider" finde, würde ich ihm nie zujubeln oder dergleichen. Es ist ja auch nicht sein Job, beliebt zu sein.
    Wann haben Sie zuletzt Leute gegen Kopfläuse demonstrieren sehen? Keine bemerkenswerte Spezies und relativ unbehelligt von Anti-Kopflaus-Demonstrationen. Den meisten Menschen ist die Existenz der Kopflaus schlicht egal, solange sie nicht mit ihr konfrontiert werden.
    Ihr Vergleich ist schon unverschämt. Wer einen Menschen mit einer Kopflaus vergleicht, handelt menschenverachtend.

    Wenn ihnen der Papst egal ist, dann ist das natürlich völlig in Ordnung. Nur, warum schreiben Sie dann hier?
    Noch ein Satz zu der Bemerkung, nur intelligente Menschen hätten die Rede verstehen können: Ist wohl wie mit des Kaisers neuen Kleidern. Die konnten ja auch nur intelligente Leute sehen. Gell? :-)
    Nun, ich denke schon, dass man ein gewisses Maß an Bildung benötigt, um Ratzinger zu verstehen. Das "Intelligenzargument" von Hannibal72 hingegen ist eine völlig überflüssige Spitze. Dass Ratzinger enorm gebildet und weit überdurchschnittlich intelligent ist, kann man schwerlich bestreiten:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Benedik...ische_Laufbahn
    http://de.wikipedia.org/wiki/Benedik...tgliedschaften
  6. #475

    ...

    Zitat von joachim_m. Beitrag anzeigen
    Die katholische Kirche braucht nach meiner Meinung Ihre Ansichten insoweit nicht zu ändern. Aber die katholische Kirche hat sich immer wieder damit hervorgetan, wenn in verschiedenen Ländern mit überwiegenden Katholikenanteil, aber zum Teil auch in anderen Ländern ein modernes Scheidungsrecht eingeführt wurde, dagegen zu opponieren, sie ist ständig auf der Barrikade, wenn man es homosexuellen Paaren ermöglicht, ein normales Leben zu führen, ohne Diskriminierung und Anfeindungen. Das gleiche gilt für Abtreibungen, nicht nur "normale", sondern auch medizinisch indizierte, wo es vor allem darum geht, das Leben der Mutter zu retten, wobei häufig genug der Fötus gar nicht gerettet werden kann, es also gar nicht um eine Frage von Leben des Kindes oder Leben der Mutter geht, beide sterben ohne Abtreibung, mit überlebt aber zumindest die Mutter. Diese Liste könnte ich noch sehr lange fortsetzen und auch viele Beispiele nennen, wofür mir hier aber Platz fehlt.

    Daher beantworten Sie mir bitte einmal eine einzige Frage:

    Es zwingt doch niemand Katholiken, sich scheiden zu lassen, homosexuell zu sein oder aus medizinische indizierte Abtreibung durchführen zu lassen, wieso sollen sich aber alle anderen nach der katholischen Moral richten, und müssen in den Ländern, wo sich die Kirche bei dem Gesetzgeber durchsetzt, nach den katholischen Moralvorstellungen leben? Anders gefragt, warum dürfen andere, die niemanden damit schaden, nicht so leben wie sie wollen, sondern sollen sich alle an die katholische Moralvorstellung halten?

    Eine These habe ich ja, vielleicht haben viele Angst, dass Gläubige "angesteckt" werden und das gleiche machen. Aber dies wäre noch lange kein Grund, es anderen zu verbieten, schließlich sind die nicht dafür zuständig, dass Katholiken schön die katholischen Moralvorstellungen einhalten!
    Niemand muss sich an die kath. Moralvorstellungen halten, ausser die Katholiken selbst, tun sie es nicht, sündigen sie.
    Wenn sie sündigen, müssen sie aufrichtig bereuen und Buße tun, dann sind sie wieder in der Gnadengemeinschaft aufgenommen:
    Bedeutung

    Im Sakrament der Buße bekennt sich der Mensch zu den Sünden, die er begangen hat, und übernimmt die Verantwortung für sie. Dadurch öffnet er sich neu Gott und der Gemeinschaft der Kirche und ermöglicht sich so eine neue Zukunft.

    Indem der Priester die Absolutionsformel spricht, wird der Einzelne mit Gott versöhnt. Diese Versöhnung gilt auch für seine Mitmenschen, die Kirche und die ganzen Schöpfung.

    Voraussetzungen
    Damit in der Absolution durch den Priester die Versöhnung mit Gott und der Gemeinschaft der Glaubenden ausgesprochen werden kann, bedarf es:

    - der Reue
    - des Aussprechens der Schuld im Bekenntnis
    - des Vorsatzes, schuldhaftes Verhalten zu ändern und Schaden wieder gutzumachen
    Zitatende
    aus:
    http://www.bistum-wuerzburg.de/bwo/d...e/beichte.html
    Nachsatz:
    Ich habe oft betont, dass jeder nach seiner Facon selig werden kann. Wenn aber im GG Ehe und Familie unter einen besonderen Schutz gestellt werden, kann ich diesen nicht aufweichen und gleichgeschlechtliche Partnerschaften den "normalen" Ehen gleichstellen.
    Dann soltte konsequenter Weise das GG geändert werden, ansonsten ist dieser Schutz ausgehölt!
  7. #476

    NikT

    Zitat von Götternot Beitrag anzeigen
    Gottes Geduld ist unerschöpflich,
    Na na na, lautet eines der Gebote nicht: Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.....(oder so ähnlich)

    Ihr Gott hatte recht wenig Geduld mit den Erstgeborenen der Pharaonen. Überhaupt erscheint er mir recht unduldsam wenn ich mir all die Fluten, Feuersbrünste und diverse Plagen der biblischen Geschichte ansehe. Nicht zu reden vom Sündenfall und dessen Ergebnis.

    Dagegen erscheint Kali ja beinahe liebenswert. :-)
  8. #477

    Der "Clown" ist weg

    Zitat von kuddel37 Beitrag anzeigen
    Ist der Clown endlich weg. Wäre billiger gewesen wenn die Leichtgläubigen zu ihm pilgern um seinen Märchenstunden zu genießen.
    und Sie als gläubiger Anhänger des Atheismus oder sonstiger Überzeugungen können Ihr Manifest weiter lesen! Oder haben Sie gedacht dass der Glaube an keinen Gott KEIN Glaube ist? Das ist auch ein Glaube - der Glaube dass es keine Götter gibt - also sind Sie ein Atheist - Sie ungläubiger Leichtgläubiger :)
  9. #478

    ohne Zweifel

    Zitat von Rockker Beitrag anzeigen
    Wobei man da eines beachten muss.

    Konfesionlos ist nicht gleich atheistisch.
    Und "in der Kirche" bedeutet nicht gleich "gläubig".

    Zitat von Rockker Beitrag anzeigen
    Es gibt unter den Konfesionlosen jede menge Menschen die nach wie vor gläubig, oder nach wie vor katholisch oder evangelisch sind, bzw. fühlen siech nach wie vor einer der Kirchen hingezogen, sind aber auf dem Papier, nicht mehr die Mitglieder. In den Kirchen wird sowieso an der Einganstür nicht kontroliert, wer Mitglied ist, und jeder darf rein
    Ich vermute, dass es *deutlich* mehr Menschen gibt, die nicht oder nicht mehr gläubig sind, aber aus irgendeinem Grund doch noch in der Kirche.
    Noch immer ist die Säuglingstaufe *die* Version, die von den Kirchen (und Eltern) gewählt wird.

    Ich denke weiterhin, die Gründe, warum Leute noch in der Kirche sind, dürften sich auf
    Faulheit, "das ist halt so", "so schöne Trauungen" und Gleichgültigkeit beziehen.

    Zitat von Rockker Beitrag anzeigen
    Also, die wahren Zahlen, die wahre Staistik werden wir wohl nie erfahren, aber dass es mehr Gläubige gibt, als die Statistik es sagt, das ist ohne Zweifel so.
    Ohne Zweifel?
    Nein, sicher nicht!

    Mich würde eine repräsentative Umfrage interessieren, die zum Thema hat, wie viele rk. oder ev. Christen dies nur auf dem Papier sind!
  10. #479

    *

    Zitat von annemv Beitrag anzeigen
    Ihr Gott hatte recht wenig Geduld mit den Erstgeborenen der Pharaonen. Überhaupt erscheint er mir recht unduldsam wenn ich mir all die Fluten, Feuersbrünste und diverse Plagen der biblischen Geschichte ansehe. Nicht zu reden vom Sündenfall und dessen Ergebnis.
    Nun, wie es Ihnen so zu sein scheint, ist natürlich völlig Ihre Sache. das macht es aber nicht richtig. In keinem der von Ihnen erwähnten Beispiele.

    So belegt auch die Pharaonengeschichte das völlige Gegenteil. Da wurde dem Pharao nun wirklich immer wieder Gelegenheit gegeben, die Unterdrückung der Israeliten zu beenden und sie ziehen zu lassen. Aber der nahm es in Kenntnis der Konsequenzen nur zum Anlass, die Israeliten noch mehr zu unterdrücken. Und irgendwann ist dann halt Schluss. So wie z.B. bei Gadhafi.