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Bilanz 2012: Weniger Deutsche erkranken nach Zeckenstichen

DPASie beißen nicht, sie stechen: Zecken sind gefürchtet, weil sie gefährliche Erreger übertragen können. 2012 aber infizierten sich vergleichsweise wenig Menschen, erklären Forscher auf einem internationalen Symposium. Sie rätseln, warum die Statistiken von Jahr zu Jahr schwanken.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-890121.html
  1. #1

    Zecken beissen - sie stechen nicht!

    Liebe Redaktion, Zecken saugen Blut mit ihren Mundewerkzeugen, genauso wie im uebrigen Mücken und übertragen Krankheitskeime über ihren Speichel. Deswegen muss es strenggenommen beissen heissen. Zecken (oder Mücken) besitzen degegen KEINEN Stachel mit dem sie stechen könnten wie zum Beispiel Bienen. Wenn Mediziner im Zusammenhang mit Zecken von Stechen sprechen handelt es sich um einen ihrem mangelnden Wissen um die Anatomie diverser Spinnentiere (dazu gehören Zecken) oder Insekten geschuldeten Fehler. Es wäre spitze, wenn sie das korrigieren könnten und nicht diesen im Volksmund weitverbreiteten Irrtum weiter pflegen würden! Herzliche Grüße von einem Zoologen
  2. #2

    Leider ungenau...

    ... ist die immer wieder kolportierte Information, allein eine Wanderröte um die Bißstelle indiziere eine Borrelien-Infektion. Selbst Ärzte fragen oft nur nach diesem Symptom - was gefährlich unvollständig ist. Wenngleich eine Wanderröte, wenn sie denn auftritt, ein fast sicheres Zeichen für die Infektion ist, tritt sie bei weitem nicht bei allen Borrelieninfektionen auf. Gefährlich ist daher die Annahme: "Keine Wanderröte - keine Borreliose". Aus diesem oberflächlichen Wissen heraus bleiben -sogar ärztlich!- unzählige Borrelieninfektionen unerkannt. Leider Fakt.
  3. #3

    [QUOTE=sysop;12308847]Aktiv werden Zecken nach Angaben der Forscher, wenn über einige Tage hinweg Temperaturen zwischen acht und zehn Grad Celsius erreicht werden.[QUOTE]

    Ausschlaggebend ist aber nicht nur, wann die Zecken aktiv werden, sondern auch, wann deren potenzielle (menschlichen) Opfer im Freien so aktiv werden, nämlich ungefähr dann, "wenn über einige Tage hinweg Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad Celsius erreicht werden" ... was im Supersommerjahr 2012 (zumindest gefühlt) eben wohl wenig häufig der Fall war! ;-)

    Ich bin ehrlich gesagt überrascht, dass in dem Artikel das Wort "Wetter" kein einziges mal fällt! Denn das ist doch das erste, was einem einfällt, wenn man darüber nachdenkt, warum die Zahl der Infektionen von Jahr zu Jahr so stark schwanken. Der Sommer 2012 war in der Erinnerung vieler kein besonders toller (nach einem schönen Frühjahr kam nicht mehr viel), wodurch sich Outdoor-Aktivitäten in den fraglichen Regionen gegenüber anderen Jahren sicher in Grenzen hielten.
  4. #4

    Kein Rätsel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie beißen nicht, sie stechen: Zecken sind gefürchtet, weil sie gefährliche Erreger übertragen können. 2012 aber infizierten sich vergleichsweise wenig Menschen, erklären Forscher auf einem internationalen Symposium. Sie rätseln, warum die Statistiken von Jahr zu Jahr schwanken.
    Es gab letztes Jahr viel weniger Zecken. Unsere Katze ist ein guter Indikator, denn sie streift täglich durch die Wiesen. Letztes Jahr habe ich ihr wenig Zecken abgenommen, in den Jahren davor bis zu 20 pro Tag.

    Vor 30 Jahren haben wir vielleicht eine Zecke pro Woche an unserer Katze gefunden. Warum die Population so schwankt wäre eine interessante Frage.
  5. #5

    Zitat von schlüsselkind Beitrag anzeigen
    ... ist die immer wieder kolportierte Information, allein eine Wanderröte um die Bißstelle indiziere eine Borrelien-Infektion. Selbst Ärzte fragen oft nur nach diesem Symptom - was gefährlich unvollständig ist. Wenngleich eine Wanderröte, wenn sie denn auftritt, ein fast sicheres Zeichen für die Infektion ist, tritt sie bei weitem nicht bei allen Borrelieninfektionen auf. Gefährlich ist daher die Annahme: "Keine Wanderröte - keine Borreliose". Aus diesem oberflächlichen Wissen heraus bleiben -sogar ärztlich!- unzählige Borrelieninfektionen unerkannt. Leider Fakt.
    Angeblich taucht nur bei 50% aller Infektionen eine Wanderroete auf.

    2011 hatte es mich erwischt. Allerdings vermute ich eher, dass mich eine Bremse gebissen hatte, da ich mich nach dem Waldlauf immer gruendlich abdusche. Eine Zecke haette ich daher wohl bemerkt.

    Eine Wanderroete tauchte zwar auf (Innenseite Oberschenkel), da ich aber keinen Zeckenbiss in Erinnerung hatte, dauerte es noch eine Weile bis zur Gedankenbruecke zur Borreliose. Etwa eine Woche nach der Infektion ging ich mit den Symptomen einer Sommergrippe ins Bett, um am Morgen dann komplett durchnaesst aufzuwachen. Nicht nur die Unterwaesche war komplett mit Schweiss vollgesogen, sondern das Bettzeug gleich mit. Erst in diesem Moment klingelte ein Gloeckchen in meinem Hinterkopf, und ich erinnerte mich wieder an die Symptome einer Borreliose.

    Mein Hausarzt setzte mich sofort auf Antibiotika, und der Labortest bestaetigte die Infektion. Dummerweise sind sich die Experten nicht einig, wieviel und wie lange welche Antibiotika genommen werden sollten, also entschied ich mich fuer die langwierigste Empfehlung: 3 Monate lang 2 x 200mg Doxycyclin taeglich (bei 90kg Koerpergewicht). Da ich ueber keine Unvertraeglichkeiten verfuege, klappte das problemlos, und ich kann wohl heute davon ausgehen, die Borrelien los zu sein.

    Wer also im Sommer die Symtome einer ungewoehnlich heftigen Sommergrippe an sich bemerkt, der sollte sich vorsichtshalber auf Borrelien testen lassen.
  6. #6

    Witterung

    Zitat von b4u3r Beitrag anzeigen
    Ich bin ehrlich gesagt überrascht, dass in dem Artikel das Wort "Wetter" kein einziges mal fällt! Denn das ist doch das erste, was einem einfällt, wenn man darüber nachdenkt, warum die Zahl der Infektionen von Jahr zu Jahr so stark schwanken. Der Sommer 2012 war in der Erinnerung vieler kein besonders toller (nach einem schönen Frühjahr kam nicht mehr viel), wodurch sich Outdoor-Aktivitäten in den fraglichen Regionen gegenüber anderen Jahren sicher in Grenzen hielten.
    Genau so ist es mit dem Wetter, aber es liegt nur bedingt an den menschlichen Aktivitäten. Die wenigen Alten, die noch in den Wald gehen, lassen sich von ein bißchen Regen nicht abhalten. Die Mehrheit sind sowieso Hundeeigentümer, und die müssen raus.

    Ich habe bei warmem nicht zu trockenem Wetter schon mal zwölf Zecken von den Beinen gelesen, nach einem Kilometer querfeldein durch einen Wald in Ba-Wü.

    Wenn es zu kalt (unter 15°C), zu trocken oder zu naß ist, hat man mit den Biestern absolut nichts am Hut. Und das müßten die sogenannten Experten genau wissen. Sie behandeln gerade in Süddeutschland doch reihenweise Waldarbeiter und Förster, und die haben zu mehr als fünfzig Prozent Borreliose. Die ist nicht endgültig heilbar, etwas bleibt immer zurück, vor allem Ärger an Gelenken, kurz- und langfristig. Der rote Kranz ist nur wenige Stunden lang zu sehen, zumeist an Stellen, wo man nicht hinguckt.

    Man spürt sie übrigens erst nach Stunden, wenn sie sich festgebissen haben. Und ihr „Gift“ spritzen sie wohl erst nach dem Saugvorgang, also frühestens nach zwölf Stunden. Ich war als Kind und Jugendlicher (als Pfadfinder) häufig im Wald, durchaus bodennah, hatte selten weniger als drei Zecken am Sack und nie eine Infektion. Und alle jammern und wehklagen. Ich habe dafür in Süddeutschland keinerlei Verständnis. Dort müßte das Problem hinlänglich bekannt sein.
  7. #7

    Borelliose

    Mich hat 2004 eine Zecke gebissen.
    Nachdem eine kreisrunde Rötung an der Bisstelle auftrat gings ab zum Arzt und es folgte die Einnahme von Antibioikum.
    Ich habe aber bis heute um die Bisstelle herum auf einer handgroßen Fläche große, rötliche Flecken.
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Zecken können aber auch in Regionen vorkommen, die nicht als Risikogebiete ausgewiesen sind.
    ... und ich dachte, die machen an der Landkreisgrenze halt.
  9. #9

    Zeckensperren

    Zitat von alphaniner Beitrag anzeigen
    ... und ich dachte, die machen an der Landkreisgrenze halt.
    Genau so ist es, obwohl es keine Landesgrenzen sind. Am Weißwurstäquator lauern abertausende von Ärzten, und jede Zecke, die es über den Main schafft, wird gnadenlos geimpft, damit sie nie wieder ein Unheil anrichtet. Es ist allerdings auffällig, daß nördlich dieser Schadenszeckengrenze eigentlich gar keine Zecken mehr vorkommen, jedenfalls hatte ich noch nie welche, wenn ich Wälder im Sauerland oder Westerwald durchstreifte. Lediglich in der Eifel trifft man ab und an auf größere Populationen, was man vermutlich der Nachlässigkeit der rheinländischen Ärztekammern anlasten muß. Es hält wohl niemand Wacht, wenn das Schutzimpfpersonal an der Nahe seinen Schoppen oder sein Viertele schlürft.

    Tatsächlich handelt es sich diesmal um ein internationales Symposium über Tick-borne Diseases, das nur Zeckenangriffen gewidmet ist, allerdings in Jena und nicht in Weimar, die unheimlich wissenschaftlichen Angaben kommen vom Nationalen Referenzzentrums für Borrelien und vom Robert Koch-Institut, es handelt sich also um die Speerspitze des Wissens und nicht um ein Garageninstitut in Donegal oder Saskatchewan. Wenn diese Blüten der Wissenschaft solchen Kokolores verzapfen, dann habe ich unter Garantie den falschen Beruf gewählt.


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