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BGH-Prozess um Zinswetten: Deutsche Bank muss halbe Million Euro Schadensersatz zahle

Herbe Niederlage für die Deutsche Bank: Das Geldhaus muss mehr als eine halbe Million Euro Schadensersatz für spekulative Zinswetten zahlen. Es hat einen Kunden über die hohen Risiken einer Anlage nicht genügend aufgeklärt, entschied der Bundesgerichtshof in einem wegweisenden Urteil.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...752374,00.html
  1. #50

    Produkte, die man versteht

    Zitat von lars in berlin Beitrag anzeigen
    Also ich handle nach dem Grundsatz, ein Produkt nicht zu kaufen, dass ich nicht verstehe? Auch wenn es verlockend erscheint.

    Wer seine Gier nicht im Zaum hat, kann halt auf die Nase fallen, so ist das.
    Ich behaupte mal, dass 95% die von ihnen gekauften Bank oder Versicherungsprodukte nicht verstehen, dem Vetreter vertrauen und das Kleingedruckte noch nie angeschaut haben, da kompliziert und lässtig, oder weil völlige Unkenntnis darüber besteht, dass das wichtige im Kleingedruckten steht und nicht auf der ersten Seite. Und diese Leute müssen geschützt werden, auch Mittelständler. Der BGH wird seine Gründe für sein Urteil gehabt haben.
  2. #51

    Na, dann wundern Sie sich eben!

    Zitat von M-S-R Beitrag anzeigen
    Ja, so ist. Institutionen die Geld verleihen waren ja noch nie sonderlich beliebt. Wenn sich die eigene Fehlbarkeit wieder offensichtlich manifestiert, ist es immer am einfachsten "Verbrecher" ........
    1.
    Niemand hat je die Notwendigkeit von Geschäftsbanken bestritten. Sie sollten wohl auch privat sein.
    2.
    Niemand musste mit einer Drückerkolonne hinter dem Beratungstresen rechnen. Nicht mal, dann, wenn's auch noch Kaffee und Plätzchen gab.
    3.
    Niemand wird auf Dauer darauf verzichten können, weiter greifende Regeln für die Finanzwirtschaft aufzustellen und durchzusetzen. Wenn diese für alle gelten, mindert sich der Druck, mit betrugsähnlichen Geschäften die jeweils höheren Gewinne zu machen.
    4.
    Sie können die Keule wieder wegpacken.
  3. #52

    Gibt es doch noch Gerechtigkeit?

    Fein, dann funktioniert er ja noch der Artikel 20 Absatz 1 mit 3 Grundgesetz:

    (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
    (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
    (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.
    (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

    Und Absatz 4 muß nicht in Erwägung gezogen werden....
  4. #53

    Ausstieg

    Warum nur über den Ausstieg aus der Atomenergie nachdenken. Reden wir doch mal über den Ausstieg aus der sog. Finanzwelt. Legen wir doch einfach mal einige der hoch riskanten Banken für einige Zeit still, überprüfen und erhöhen die Regulierungsstandards und warten mal ab, ob dann die Lichter in den Chefetagen ausgehen, weil sich dann derlei Abzocke nicht mehr lohnt.
  5. #54

    umsteigen!

    es gibt laengst bessere bankien als DB und co. informiert euch und steigt um:
    http://www.ecosia.org/search.php?q=n...tigkeitsbanken
  6. #55

    Nonsensprodukte

    Einige meinen ja, wer solche Zockerpapiere kauft, ist selber schuld. Tatsächlich kommt aber kein Kunde zur Bank und will so etwas haben. Vielmehr klappern die Berater ihre Kunden ab und preisen neue Angebote mit salbungsvollen Worten an. Z.B. Kommune hat hohe Kredite und schwankt, ob man Zinsen langfristig festschreibt, Oder man hat Anlagen und ist sich unsicher, ob bei dem aktuellen Zinsniveau diese kurz- oder langfristig festlegt. In solchen Zusammenhängen könnte man ja gewisse Produkte noch nachvollziehen. Leider ist für die Bank das Volumen der Geschäfte mit Kunden, bei denen so etwas Sinn macht, viel zu gering. Also denkt man sich aus, wie man diese auch anderen verkaufen kann. Es kommt hinzu, dass heute die Berater gar nicht mehr ausreichend geschult werden, um solche Produkte zu verstehen und zu erklären. Sie erhalten von ihren "Spezialisten" nur noch bunte Prospekte und dürfen auf Seminaren vorgefertigte Sätze auswendig lernen, die sie auf Fragen der Kunden von sich geben. Im Ergebnis haben wir dann ein Volumen an Finanzprodukten auf der Welt, die um ein Mehrfaches über der realen Produktion liegen. Allein die Größenordnung zeigt, dass die meisten dieser Finanzinnovationen völliger Nonsens sind.
  7. #56

    Supi!

    Zitat von spon-tan100 Beitrag anzeigen
    1.
    Niemand hat je die Notwendigkeit von Geschäftsbanken bestritten. Sie sollten wohl auch privat sein.
    2.
    Niemand musste mit einer Drückerkolonne hinter dem Beratungstresen rechnen. Nicht mal, dann, wenn's auch noch Kaffee und.....
    Dafür wird dann BASEL II beschlossen, und die Leute jammern rum, dass sie keine Kredite mehr bekommen.

    Oder Kleinanleger meckern, weil sie nach dem WPHG bestimmte Papiere dann nicht kaufen dürfen.

    Es gibt halt immer zwei Seiten der Medaille.
  8. #57

    Dummheit wird belohnt?

    Zitat von TheDspGuy Beitrag anzeigen
    Hatte mich schon gefragt was aus dieser Klage der Firma Ille geworden ist, weil man nichts mehr davon gehört hat. Ich finde es gut, daß die Banken endlich mal für ihre Machenschaften zur Rechenschaft gezogen werden. Zwar ist man selbst schuld, wenn man sich auf Dinge einläßt die man nicht versteht und dann dabei Geld verliert, aber es kann andererseits auch nicht sein, daß einem das Blaue vom Himmel versprochen wird und nachher wills dann keiner gewesen sein....
    Wie hier immer über die deutschen Banken geschimpft wird.
    Immer kräftig drauf, auf die Fieslinge.
    Dieser Mittelständler wollte richtig abkassieren und das hat nicht geklappt. Er hat verloren, warum steht ihm eine Entschädigung zu? Wenn man etwas nicht versteht, muss man nachfragen. Oder??? Er hat es nicht verstanden -> eigene Aussage/eigene Schuld. Vor Gericht schützt jetzt also Unwissenheit!!!???
    Übrigens ist das alles gar nicht so schwer, wenn man sich etwas damit beschäftigt. Steht alles super erklärt in den Unterlagen die man bekommt.

    Dem Typen kann man das 10 mal erklären, der ist einfach zu doof es zu verstehen wie auch die ganzen anderen Kunden der Deutschen Bank (die Swaps gekauft haben). Die sehen die Rendite und Risiko kennen die nicht. Jeden der im Namen einer Kommune gehandelt hat, müsste auch zurücktreten.

    Der Richter müsste im Urteilsspruch der Deutschen Bank auch mal erklären, wie sie zukünftig beweisen soll, dass der Kunde richtig aufgeklärt wurde. Ach gibt ja bereits wunderbare Formulare dafür. (das diese übrigens alle total nutzlos sind, weil sie nichts beweisen ist Nebensache)

    Jeder der in einer Bank als Berater arbeitet, weis wie bescheuert Kunden sind. Ist leider so und da diskutier ich auch nicht mit jemanden, der nicht als Berater tätig ist/war!

    Man könnte als Kunde auch eine super Beratung bekommen, aber dafür müsste man ein Honorar bezahlen. Das geht ja gar nicht in Deutschland. Lieber bezahle ich nicht, lasse mich falsch beraten und hinterher verklage ich die Bank und der Richter (der bei der gleichen Bank ist) gibt mir noch Recht.
  9. #58

    ...

    Zitat von mucki526 Beitrag anzeigen
    Ich behaupte mal, dass 95% die von ihnen gekauften Bank oder Versicherungsprodukte nicht verstehen, dem Vetreter vertrauen und das Kleingedruckte noch nie angeschaut haben, da kompliziert.....
    Die Produkte sind halt teilweise sehr kompliziert. Und sie existieren, weil es eine Nachfrage gibt.

    Aber die Leute schützen, weil sie das Kleingedruckte nicht lesen WOLLEN? Also mal ehrlich...
  10. #59

    Kämmerer zur Rechenschaft ziehen

    Zitat von verfügungsmasse Beitrag anzeigen
    Ich lebe in einem 16.000 Einwohner Kaff in NRW. Unser Bürgermeister hat, ohne dabei den Stadtrat befragen zu müssen, ein solches Geschäft abgeschlossen. Ohne dem Mann zu nahe treten zu wollen, er konnte die Tragweite ......
    Das ist doch genau das Problem. Wieso schließt ein Bürgermeister, ein Geschäft ab, dessen Tragweite er nicht abschätzen kann? Man muss sich
    1. fragen, ob er so ein Geschäft auch mit seinem eigene Geld abgeschlossen hätte.
    2. schrillen selbst bei Oma Erna die Alarmglocken, wenn man ihr von einem Finanzprodukt erzählt, bei dem wahnsinnig tolle Gewinne OHNE Risiko möglich sind.

    Sicher muss man den Verbraucher vor seiner eigenen Dummheit schützen, aber wie man hier sieht, sollte man die Bevölkerung auch vor ihren Kämmerern schützen. Und diese Personen sollten auch (oder zumindest teilweise) zur Rechenschaft gezogen werden (siehe Punkt 1). Die Alleinschuld der Bank zuzuschreiben, ist nicht gerade ein salomonisches Urteil.








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