Zitat von
GetulioV
Ich denke die Wurzeln dieses Problems reichen viel tiefer als bis ins 3. Reich. Ich denke in einer Kultur die seit Jahrtausenden Monogamie als das gültige Ideal propagiert tun sich Männer wie Frauen eben sehr schwer damit, mit dem direkten Beweis von Untreue konfrontiert zu werden. Auflösen ließe sich dies m.E. nur, wenn man von dem - ohnehin den meisten nicht voll erreichbaren - Ideal von Monogamie und sexueller Treue Abschied nimmt. Stattdessen dann ein Trennung von sexueller und Beziehungs- bzw. Familienebene, mit dem Ergebnis, dass Familie mit Kindern eben ein soziales und kein biologisches Gebilde mehr ist.
Wird sich sicher erst in ferner Zukunft erreichen lassen, aber für mich trotzdem eine schöne, eifersuchtsfreie Utopie.
Ich halte deshalb auch "automatische" Gentests bei jedem Kind für Unsinn, weil es meiner Ansicht nach ein Recht des Mannes und vermeintlichen Vaters geben muss, in dieser Hinsicht "dumm zu sterben" im Sinne von "ich will es gar nicht so genau wissen, alles ist gut so wie es ist".
Ich habe es erlebt, dass Vaterschaftsanfechtungen "gewonnen" wurden, aber danach wohin das Auge reichte nur noch ein einziger Scherbenhaufen blieb und die ganze Familie zerbrach. Da kann es nach reiflicher Überlegung durchaus gedeihlicher sein, es trotz Zweifeln an der Vaterschaft es beim Status quo zu lassen und für die Kinder, die gefühlt die eigenen sind auch zu zahlen und da zu sein wie ein Vater es eben tut.