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BGH-Entscheid zu Kuckuckskindern: Mütter müssen Namen des Vaters preisgeben

Der Bundesgerichtshof hat die Rechte von Männern gestärkt, denen ein*Kind untergeschoben wurde: Eine Frau*darf*den Namen des wahren Erzeugers nicht verschweigen. Geklagt hatte ein 49-Jähriger, der Unterhalt für ein Baby zahlte, das nicht seines ist.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...796723,00.html
  1. #260

    Wir sind 36 Jahre verheiratet

    Zitat von GetulioV Beitrag anzeigen
    Ich denke die Wurzeln dieses Problems reichen viel tiefer als bis ins 3. Reich. Ich denke in einer Kultur die seit Jahrtausenden Monogamie als das gültige Ideal propagiert tun sich Männer wie Frauen eben sehr schwer damit, mit dem direkten Beweis von Untreue konfrontiert zu werden. Auflösen ließe sich dies m.E. nur, wenn man von dem - ohnehin den meisten nicht voll erreichbaren - Ideal von Monogamie und sexueller Treue Abschied nimmt. Stattdessen dann ein Trennung von sexueller und Beziehungs- bzw. Familienebene, mit dem Ergebnis, dass Familie mit Kindern eben ein soziales und kein biologisches Gebilde mehr ist.

    Wird sich sicher erst in ferner Zukunft erreichen lassen, aber für mich trotzdem eine schöne, eifersuchtsfreie Utopie.

    Ich halte deshalb auch "automatische" Gentests bei jedem Kind für Unsinn, weil es meiner Ansicht nach ein Recht des Mannes und vermeintlichen Vaters geben muss, in dieser Hinsicht "dumm zu sterben" im Sinne von "ich will es gar nicht so genau wissen, alles ist gut so wie es ist".

    Ich habe es erlebt, dass Vaterschaftsanfechtungen "gewonnen" wurden, aber danach wohin das Auge reichte nur noch ein einziger Scherbenhaufen blieb und die ganze Familie zerbrach. Da kann es nach reiflicher Überlegung durchaus gedeihlicher sein, es trotz Zweifeln an der Vaterschaft es beim Status quo zu lassen und für die Kinder, die gefühlt die eigenen sind auch zu zahlen und da zu sein wie ein Vater es eben tut.
    und nie haben wir unsere Ehe bereut. Mir schaudert es bei Ihren Vorstellungen ...
  2. #261

    Persönlichkeitsrechte

    Zitat von Janedoe Beitrag anzeigen
    Darf ich den Mann dann verklagen wegen z.B. Verletzung der Privatsphäre?
    Nicht wegen Verletzung der Privatsphäre, aber wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte. Ganz ohne Ironie.
  3. #262

    ...

    Zitat von unterländer Beitrag anzeigen
    Ob Mann und Frau monogam leben, ist vollkommen nebensächlich, wenn es darum geht, jemandem eine Pflicht aufzuerlegen, die er biologisch gesehen gar nicht verursacht hat.
    Ich hatte mich auch nicht auf den Fall aus dem Artikel bezogen, sondern auf die von mir zitierte Äußerung des Mitforisten.

    Von daher hat Ihre Aussage nichts mit meiner von Ihnen zitierten zu tun.

    Ich stimme Ihnen selbstverständlich zu, dass es das gute Recht jedes vermeintlichen Vaters ist, sich unberechtigten Unterhaltszahlungen zu entziehen.

    Man muss sich eben auch der zwischenmenschlichen Konsequenzen, v.a. im Verhältnis zu den Kindern wenn diese schon älter sind, bewusst sein. Es ist nicht selten, dass ein Anfechtungsverfahren auch lange gewachsene Vater-Kind-Beziehungen tötet. Wenn man das angesichts der Unterhaltsersparnis möchte oder auch nur in Kauf nimmt, kein Problem, eigene Entscheidung. Aber man sollte sich eben dieser nicht abwegigen Konsequenz bewusst sein.
  4. #263

    Auskunftsanspruch

    Zitat von brunokoch Beitrag anzeigen
    Es ist auch Anspruch des Kindes den leiblichen Vater des Kindes zu wissen, so will es die Menschenrechtskonvention.
    Das können Sie einfacher haben, dieses Recht gibts inzwischen auch im deutschen Familienrecht seit 2008:

    http://www.bmj.de/DE/Recht/Buergerli...cht/_node.html

    Zitat von brunokoch Beitrag anzeigen
    Abgesehen davon ging es in meiner Antwort darum, daß ein Forist meinte eine Klage gegen die Mutter würde dem Kind schaden. Demnach braucht Frau offenbar nur ein Kind und ist dann von Recht und Gesetz befreit?
    In gewissen Sinne tut es das ja auch, wenns kein Geld mehr gibt leidet das Kind ja letztlich auch darunter.

    Dass es ziemlich viele Fälle gibt, in denen die derzeitige Gesetzeslage sehr ungleichgewichtig gegen den rechtlichen Vater ausgelegt ist, da sind wir uns wohl einig.
  5. #264

    .

    Zitat von god is a dj Beitrag anzeigen
    Zum Fall: Sowohl der Kläger als auch die Mutter waren der Überzeugung, dass ersterer der Erzeuger des Kindes war. Infolgedessen hat der Kläger die Vaterschaft für das Kind freiwillig anerkannt.

    Des Weiteren: Soweit ich mich noch richtig an meinen Biologieunterricht erinnere, verfügt die Frau über keinen 6. Sinn, mit dessen Hilfe ihr die Bestimmung des wahren Erzeugers ihrer Leibesfrucht möglich wäre.
    Sie sind ein Spassvogel.
    Wenn der Frau der Überblick verloren gegangen ist, dann kann sie ja wohl auch nicht den Kläger ruhigen Gewissens als Vater nominieren.

    Ist es nicht eher so, dass ein Kuckuckskind dem Kläger 'untergeschoben' wurde, um Versorgung und Ehefrieden nicht zu gefährden und den Seitensprung zu verdecken?
    Das soll recht häufig vorkommen, Schätzungen sprechen von 5-10% aller Kinder in Deutschland.
  6. #265

    Vaterschaftstest.

    Zitat von GetulioV Beitrag anzeigen
    [...]Es treten schon reichlich seelische Komplikationen auf nach sowas, von daher ist es schon richtig, dass es Tests nur auf Antrag gibt und nicht automatisch.
    Wenn der Test zwingend vorgeschrieben und gleich bei der Geburt durchgeführt wird, kommen solche Komplikationen gar nicht erst auf.
  7. #266

    Kondome?

    Zitat von kleinzack Beitrag anzeigen
    Ganz einfach: Durch eine finanzielle Folgekostenregelung: no name, no money.

    Wird sich herumsprechen. Führt in letzter Konsequenz zu "no wrong fucks" oder daß immer schön die Pille genommen wird.
    Wenn es doch nur IRGENDETWAS geben würde das Männer benützen könnten, um eine ungewolle Schwangerschaft zu verhindern. Ich habe mal was von Kondomen gehört, aber die kann man sich nur schwer besorgen und ausserdem sind sie auch noch unerschwinglich teuer. Arme Männer. Ist ja alles so kompliziert.
  8. #267

    .

    Zitat von max_copernicus Beitrag anzeigen
    Ist doch überhaupt kein Thema, so oft wird man ja nicht Vater und dann macht man einfach nach der Geburt heimlich den Test (Internet / Ausland).

    Ist man der Vater ist alles ok und man hat Gewissheit, ist man es nicht dann gerät die Gattin wohl in Erklärungsnot.

    Aber so wie es heutzutage ist (günstige Tests über Internet) könnte es für uns Männer nicht einfacher / besser laufen.
    Ich glaube, das ist strafbar in Deutschland. Weil, wenn Sie nicht der Vater sind, haben Sie sich an den Persönlichkeitsrechten des (Ihnen fremden!!) Kindes vergriffen.
  9. #268

    Gutes Urteil

    Zitat von marsupilama Beitrag anzeigen
    Diese Entscheidung müsste dazu führen, dass jede Frau verpflichtet wird eine ordentliche Buchführung über ihr Sexualleben anzulegen.
    Da bin ich ja mal gespannt, wie Mann das von Seiten des hohen Gerichtes aus durchsetzten möchte.
    Muss die Frau gar nicht.

    Es reicht einfach aus, nicht fremdzugehen während der Partnerschaft. Kann wohl so schwer nicht sein, oder etwa doch? Dann ist das Gesetz sinnvoll.

    Zahlepapas?

    Übrigens: das Gesetz sollte zumindest auf 6 Jahre rückwirkend gelten, d.h. Kuckuckskindväter sollten einen Anspruch auf Schadenersatz geltend machen können für diesen Zeitraum ...
  10. #269

    ...

    Zitat von uinen_osse Beitrag anzeigen
    und nie haben wir unsere Ehe bereut. Mir schaudert es bei Ihren Vorstellungen ...
    Das freut mich ganz aufrichtig und ironiefrei für Sie und Ihre Frau! Was Sie an meinen Ansichten allerdings schaudern lässt, kann ich nicht nachvollziehen.

    Ich denke, solange die Menschen glücklich sind, ist alles gut. Weiterhin denke ich, dass der Anspruch in unserer Kultur, monogam und sexuell treu zu leben, für sehr viele Mitmenschen nicht ein ganzes Leben lebbar ist, was unweigerlich zu tiefen Verletzungen der Beteiligten führt.

    Daher fände ich die Vorstellung einer Gesellschaft, in der Paare zusammen leben und das "Nest" für Kinder bilden, aber aufgrund der Freiheit von dem unnützen und unreifen Gefühl der Eifersucht eben diese Verletzungen vermeiden können, wunderschön. Dann müsste es eben niemanden mehr jucken, wer der genetische Erzeuger eines Kindes ist - es ist sozial das Kind des Paares, bei dem es geboren wird und das es gemeinsam großzieht.

    Wie gesagt, natürlich eine Utopie und natürlich wäre auch ich selbst nicht in der Lage, das so zu leben, dazu bin ich zu sehr Kind der christlichen Kultur. Aber an der Überwindung von Eifersucht und jeglichem Besitzstandsdenken in Bezug auf die Partnerin arbeite ich trotzdem fleißig. ;-)








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