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Bezahl-Internet: Die "Times" traut sich (noch nicht so richtig)

Fünf Wochen, nachdem die renommierte "Times" begonnen hat, Zugang zum Web-Angebot nur noch nach Registrierung zu gewähren, folgt nun der zweite Schritt: Ab sofort muss bezahlt werden. Entgegen bisheriger Ankündigungen gibt es aber vorerst satten Rabatt: 30 Tage zum Preis von einem.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...704234,00.html
  1. #1

    zuviel bla für zuviel geld.

    Wenn man für den Dünnschißjournalismus der heute als "Hochwertig" angeboten bekommt zahlen soll.. Nee..

    Alleine die Konjunktur-Krisen-Meldungen auf SPON sind ja schon einen Lacher wert.

    Von daher wird das TIMES -Experiment scheitern. Mit jedem Bezhalsystem werden Themenblogs mit gut recherierter Grundlage stärker und besser frequentiert.
  2. #2

    Keinen Cent!

    Entweder das Internet ist umsonst oder es ist überhaupt nicht. notfalls gucken wir wieder pro 7.
  3. #3

    bezahlseiten sind nicht die zukunft

    Bis vor kurzem habe ich noch täglich die Times gelesen. Viele der Artikel sind geistreich und unterhaltsam geschrieben, und erweitern die Sicht, die man in der deutschen Medienlandschaft findet. Trotzdem - Geld werde ich dafür nicht zahlen, egal wie viel oder wenig. Es lohnt sich nicht. Die Times war für mich ohnehin nur ein Ergänzungsangebot, nicht meine alleinige Informationsquelle. Jede der Newsseiten, die ich regelmäßig lese, kann auf die eine oder andere Art ersetzt werden.

    Mir ist das Problem bewusst, dass durch diese Mentalität für Medienseiten entsteht. Aber so ist es nun mal...die meisten Leuten werden sich ihre Infos wohl eklektisch zusammensuchen, mal hier, mal dort etwas lesen. Für jede einzelne Seite deshalb hohe Beträge zahlen zu müssen, wäre absurd. Aber vielleicht gibt es andere Möglichkeiten. Möglich wäre eine Art GEZ-ähnliche Struktur, mit der sich Newsseiten zusammen fassen könnten.
  4. #4

    Kostenloses ist nicht die Zukunft

    Etwas kostenlos zu bekommen ist angenehm. Irgendjemand muss das, was man kostenlos bekommt aber bezahlen. Das Produzieren von Content kostet Geld. Wenn man die Kosten für die Produktion des Content immer weiter senkt, dann kommt was dabei raus? Richtig - "Dünnschissjournalismus". Zeitungen die nur noch mit der Generation Praktikant arbeiten sind bei dem, was sie für die Produktion des Contens ausgeben bereits unter das Niveau guter Schülerzeitungen gefallen. Dass dafür keiner mehr bezahlen und die abonnieren möchte ist verständlich. Wenn jemand los fährt, um z.B. für SPON ein Foto herzustellen, dann kostet das Geld. Wenn jemand für SPON losfährt einen Artikel schreiben und recherchieren, dann kostet das Geld. In der Regel mehr, als dafür bezahlt wird.
    Gleiches gilt für jede andere Publikation auch. Damit fallen hauptberufliche Journalisten als Erzeuger des Content aus und an deren Stelle treten Schüler, Hausfrauen und Rentner. Die machen's schon für Kleingeld. Die müssen ja am Ende keinen Gewinn erwirtschaften. Ob die qualifiziert sind oder jemandem den Job wegnehmen interessiert dabei nicht mehr. Wenn demnächst noch Zalbertus seine "Kostet-nix-sie-schicken-uns-ihr-Geschmiere-und-Geknipse-und-wir-drucken-jeden-Müll-ab-Zeitung" auf den Markt kommt, sinkt das Niveau noch weiter. Hauptsache, der Content ist kostenlos. Journalistisches Handwerk, journalistische Grundregeln, Glaubwürdigkeit, Wahrheit und Qualität uninteressant. Hauptsache der Name des selbsternannten Bürgerreporters steht dran. Wollt ihr dann Artikel von einem Freund der Geschäftsführung über einen riesigen Giftskandal wie bei Envio, bei dem unter Inkaufnahme der Todesfolge Mitarbeiter und Anwohner vergiftet wurden? Oder lieber einen Artikel von einem Freund eines Behördenmitarbeiters, dessen Behörde jahrelang bei der Kontrolle so einer Giftküche geschlampt hat?

    Etwas kostenlos zu bekommen ist angenehm. Es ist aber auf keinen Fall die Zukunft. Und das Ergebnis in Sachen Journalismus mit Sicherheit nicht das, was wir wollen.
  5. #5

    Das geht schief

    Die Branche traut sich keine Prognose? Ich schon: Das geht schief. Ganz sicher.

    Man darf das Prinzip der "Laufkundschaft" nicht unterschätzen. Auch ich habe Artikel der Times gelesen. Jetzt ist sie kostenpflichtig? Dann lese ich sie eben nicht mehr! Es scheitert nicht mal prinzipiell am bezahlen. Es scheitert am Bezahlmodell.

    Wie sehr viele andere Leute auch lese ich in vielen Zeitungen. Wenn die jetzt alle kostenpflichtig werden - und zwar nach dem Modell der Times - dann werde ich sie nicht mehr nutzen. Glaubt wirklich irgendjemand, das sich die Leute auf zig Webseiten registrieren, die sie vielleicht nur einmal im Monat frequentieren?

    Liebe Medienbranche: Einigt euch auf EIN Zahlungsmodell, das ALLE nutzen können. So etwas wie eine Kreditkarte für Zeitungen. Zahlbar in ALLEN Varianten: Kreditkarte, Überweisung, 0900-Nummer, Paysafe-Card usw.. Gleichzeitig muss erfasst werden, wieviel ich lese. Wenn ich hundert Artikel beim Spiegel lese, muss ich automatisch in eine andere Abo-Klasse reinrutschen - sagen wir mal, für einen Euro (maximal) kann ich einen Tag lang so viel lesen, wie ich will. Und einen Monats-Kostendeckel muss es auch geben. Wenn ich solche Sicherheiten nicht habe, werde ich eine Seite nicht nutzen. Das wäre mir zu riskant; das Bezahlmodell wäre mir zu unsicher.

    Die Kosten für einen einzelnen Artikel müssen im einstelligen Cent-Bereich liegen. Ich lese nämlich sehr, sehr viel - garantiert viel mehr als zu Prä-Internet-Zeiten. Aber ich lege mich nicht auf eine Seite fest, ich lese viele. Und dabei gehe ich nicht mal nur von den Seiten selber aus; häufig wird verlinkt oder ich kriege eine Mail die mich auf einen Artikel hinweist. Aber praktisch kein Mensch verlinkt auf kostenpflichtige Artikel bei Seiten, bei denen ich mich im Times-Stil registrieren muss.

    Das System, das die Times nutzt, ist auch an anderer Stelle gescheitert. Wieviele Leute haben denn hier beim Spiegel die kostenpflichtigen Artikel gelesen? Das dürfte eine Minderheit gewesen sein, ein Bruchteil der User. Eben nicht genug, um ausreichenden Gewinn zu erwirtschaften. Denn sonst wäre sicherlich auch der Spiegel längst dicht.

    Einigt euch mit eurer Konkurrenz auf EIN System. Und bedenkt, das ein Preis von einem Cent pro Artikel vielleicht nicht nach viel klingt, aber nach hundertausend Klicks habt ihr auch euer Geld.

    Persönlich glaube ich nicht, das sich die Branche auf ein solches System einigen kann. Was dazu führen wird, das ihr euch euer eigenes Grab schaufelt.
  6. #6

    ...

    ich muss mich als ehemaliger spiegel fan outen, früher stand ich total hinter dem spiegel und fand alles super.
    inzwischen ist das niveau aber so abgesackt, das ich mir den spiegel schon garnichtmehr kaufe und über spon nurnoch lachen kann. wenn die seite auch nur einen cent kostet, dann les ich da halt nichtmehr.

    und zum bezahlmodell.
    was verhindert denn, das die passwörter weitergegeben werden?
    wenn sich ein paar mitarbeiter/familienangehörige zusammentun und eben nur ein account für eine periode bezahlt und sich jeder mit dem account einloggen kann und dan "kostenlos" mitliesst?
    10.000 zahlende kunden und 100.000 leser?
    und für die 90.000 nichtmal werbeeinnahmen...
  7. #7

    #

    Zitat von John.Moredread Beitrag anzeigen
    Liebe Medienbranche: Einigt euch auf EIN Zahlungsmodell, das ALLE nutzen können. So etwas wie eine Kreditkarte für Zeitungen. Zahlbar in ALLEN Varianten: Kreditkarte, Überweisung, 0900-Nummer, Paysafe-Card usw.
    Pflichte Ihnen bei. Grundsätzlich bin ich bereit, für qualitativ gute Arbeit zu bezahlen, wo auch immer, so auch im Internet.
    Ich frage mich nur, wie das ist, wenn ich einen Abo-Zugang habe und einen Artikel verlinken möchte. Kann ein Nichtzahler den dann auch lesen oder ist das das Ende der typischen Internet-Diskussionskultur?
  8. #8

    Staat muss zahlen

    Entwarnung für Deutschland:
    in 2 Jahren kommt die Mediensteuer für jeden Haushalt.Daraus ergibt sich die Verpflichtung des Staates seine Bürger kostenlos zu informieren.Da die GEZ so schlau war seit 2 Jahren auch Computer mit dazuzuzählen muss der Staat auch im WWW zukünftig kostenlos informieren.Für die Privaten bleibt jetzt nur Spenden zu sammeln um sich für 1 Million ein neues Gesetz zu kaufen um so auch etwas von dem fetten Kuchen abzubekommen
  9. #9

    .

    Für Internetangebote wird zur Zeit wohl kaum jemand zahlen, das müssten schon sehr exklusive Informationen sein.

    Wenn Apple sein tablet zu einer handlicheren Version weiterverarbeitet, so man überall mit ins Internet kommt, dann wäre das eine echte Alternative zur jetzigen Zeitung. Dafür würde ich auch zahlen, ich zahle ja jetzt auch für meine Printzeitung und Printzeitschriften


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