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Bewerbungslügen: Frisch frisiert ist halb gefeuert
Nur nicht erwischen lassen - denkt mancher Bewerber*und erfindet Praktika, täuscht Qualifikationen vor, fälscht Zeugnisse.*Fliegt der Schwindel auf, steht die Karriere auf dem Spiel, selbst Jahre später droht die Kündigung. Lügen lohnt also nicht, wohl aber dezente Lebenslaufkosmetik.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...790620,00.html
- #1 18.10.2011 14:14 von
Die perfekte Bewerbung
Das Problem einen Job zu finden, fängt schon beim Bewerbungsschreiben an. Jede Firma hat andere Vorstellungen, wie eine Bewerbung aussehen soll, dazu gibt's Bücher zum Thema "Die perfekte Bewerbung", aber in jedem Buch steht was anderes.
Am Ende haste zwar eine "perfekte Bewerbung", die aber doch zurück kommt, weil dem Personalchef die Mappe nicht gefällt oder auf dem Bewerbungsfoto die Belichtung nicht korrekt ist. Wenn du dann doch mal Glück hattest und im Vorstellungsgespräch sitzt, erwartet jeder von dir, das du dem Personalchef möglichst tief in den Arsch kriechst. Denn die wenigsten Firmen wollen heute noch Leute mit Selbstbewusstsein. Denen ist es nur wichtig, ihre Angestellten klein zu halten um Lohn oder Gehalt zu drücken - schließlich waren sie ja vorher arbeitslos und können froh sein, wenn sie jetzt 5 Euro mehr verdienen.
Als nächstes hätten wir da die Liebe zum Papier. In den USA und anderen Staaten geht's nach Mundpropaganda. Kannste was und das spricht sich rum, haste den Job. Oder man arbeitet einen Tag zur Probe (keine unbezahlten drei oder vier Wochen Praktika), das reicht meist. Hier in Deutschland braucht man in erster Linie Zeugnisse, Zeugnisse und Zeugnisse und für jeden Beruf eine Ausbildung. Die Liebe zu bedruckten Dokumenten ist schier Grenzenlos. Wenn aber irgendwelche Zahlen auf dem Zeugnis nicht stimmen, oder der falsche Name der Schule auf dem Papier steht, ist der Ofen aus. Genauso, wenn der Lebenslauf Lücken hat, das Bild fehlt, oder man zwischendurch in einer anderen Branche gearbeitet hat und schon etwas länger aus dem eigentlich erlernten Beruf draußen ist. Hier fordern Arbeitgeber oft langjährige Berufserfahrung - stimmen die Dokumente nicht, biste weg vom Fenster.
Heutzutage wird man nicht mehr zu seinen Stärken motiviert, sondern wegen seiner Schwächen verurteilt. Wer eine kleine Schwäche hat, bekommt keine Chance. Und solange wir dieses Problem haben, ist die ganze Gesellschaft nichts wert.
Das ist dieser witzige Gegensatz: Papier ist geduldig, aber nur solange man keinen Job sucht. - #2 18.10.2011 14:18 von
- #3 18.10.2011 14:20 von jocurt
- #4 18.10.2011 14:20 von
"Lügen lohnt also nicht"
Das mit dem "Lügen lohnt also nicht" gilt aber nur Menschen im nicht-adeligen Bereich, die keine Minister sind, also "normale" Menschen. Für Minister mit Adelsabstammung lohnt sich das Lügen nämlich offenbar schon, trotz einer Überführung als Promotionsfälscher und Lügner wird solchen Menschen weiter hofiert, und deren Rückkehr gewünscht.
- #5 18.10.2011 14:24 von
Griechenland feuern
Und warum gilt das nicht auch für Länder, die sich mit frisierten Zahlen in die Eurozone gelogen haben?
- #6 18.10.2011 14:29 von
- #7 18.10.2011 14:43 von
Armes Deutschland!
Da wird dann auch gerne mal eine x-jährige Berufserfahrung verlangt für ´nen auf 6-Monat befristeten Arbeitsvertrag. Die Firmen züchten sich eine ganze Generation an Arbeitern heran, die Sie selbst nicht einstellen würden.
- #8 18.10.2011 14:44 von
Lücken gehören zum Leben...
Dann hat man halt ein paar Monate Lücken im Lebenslauf. Ein realistischer Personaler weiß auch, dass ein Job nicht nahtlos in den anderen Job übergeht und dass es viele Unwägbarkeiten im Leben gibt, die eine Lückenlosigkeit durchkreuzen. Daher kann man alle Tipps zur Verschleierung der angeblich negativen Lücken vergessen, gerade von angeblichen Karriereberatern.
Besonders unschön:
"Wer zum Beispiel einen Monat in Frankreich verbracht hat, kann das als Sprachreise statt als Strandurlaub deklarieren."
Warum sollte man einen privaten Urlaub überhaupt angeben? Das geht den Arbeitgeber gar nichts an, egal ob Strandurlaub oder Sprachreise. Wenn Französisch-Kenntnisse gefordert sind, dann bringt ein ausgedachter Sprachurlaub ohne Nachweise überhaupt nichts, und falls sie nicht gefordert sind, dann erst recht nicht.
Und dann die angebliche Arbeits-Belastung der Personaler:
"Kocks-Berater Manfred Lotze hält das Risiko ertappt zu werden für gering: 'Die Personaler haben statistisch nur zwischen fünf und zehn Minuten Zeit für eine Bewerbungsmappe. Da ist wohl nur Daumenkino möglich.'"
Der Personaler soll ja nicht bei jedem Bewerber eine komplizierte Überprüfung der Angaben vornehmen, sondern nur bei denjenigen, die auch eingestellt werden sollen. Dafür haben Personaler ausreichend Zeit. - #9 18.10.2011 14:47 von
Die meisten...
...guten Jobs werden eh über Vitamin B vergeben...da ists dann egal was im Lebenslauf steht.
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