Bewerbungen: Schöne Frau, schick besser kein Foto

Christopher Lane/ Getty ImagesMänner können bei Bewerbungen mit ihrem Aussehen punkten. Frauen nicht - ganz im Gegenteil. Attraktive Bewerberinnen sollten sich Bewerbungsfotos lieber sparen, raten israelische Forscher. Und woran liegt's? An stutenbissigen Personalerinnen und ihrer Angst vor Rivalinnen.

http://www.spiegel.de/karriere/ausla...826089,00.html
  1. #70

    Zitat von B.Lebowski Beitrag anzeigen
    Ich wollte nur sicher gehen, dass Sie auch verstanden haben, dass es um das Austechen von Konkurrenz vermeintlich hübscherer Bewerberinnen geht. Was ist daran etwas Anderes, als eine Diskriminierung wegen seiner Hautfarbe, Gesinnung oder Gesundheitszustand? Und warum hat eine hübsche mehr zu verlieren als eine hässliche? Alleine die Tatsache, dass bei einer Bewerberin Konkurrenzdenken auftritt ist krank und hat mit betriebsgerechter Auswahl von Bewerbern nichts zu tun.

    Wenn die Controllerin erstmal dahinter kommt ....
    Sie wollten oder Sie wollen? - Ich schätze mal, Sie wollen.

    Nun denn: Diskriminierung. Ein schreckliches Verbrechen. Und deshalb ist es auch ungerecht, dass sich alle Welt in Angelina Jolie verliebt und nicht in mich.

    Sie wissen, dass große Menschen beruflich erfolgreicher sind als kleine? Das ist eine elendige Diskriminierung von Kleinwüchsigkeit.

    Und jetzt kommt der Hammer: Menschen mit einem Dialekt haben es in manchen Bereichen beruflich ebenfalls schwerer als andere. Das ist Diskriminierung von "Landeiern" !!!

    Überall, wohin ich schaue: Grobe Verstöße gegen die elementaren Menschenrechte.

    Was das mit Hautfarbe, Gesinnung oder Gesundheitszustand zu tun hat? Weiß ich auch nicht. Erklären Sie es mir.
  2. #71

    Willkommen im Club

    Zitat von friespeace Beitrag anzeigen
    Hervorragend qualifiziert, mit verschiedenen Preisen dekoriert, bekommt sie hier nur sehr wenig Einladungen zu Vorstellungsgesprächen, aus ca. 50 Bewerbungen. Und von diesen kam sie bisher nur ein "Recall".[...]

    Insofern ist es für eine sehr attraktive junge Frau tatsächlich schwerer, einen Job zu finden - ist sie dann auch noch verheiratet, wird es doppelt schwer.

    Und evtl. ist ja sogar eine sehr hohe Qualifikation eher abstoßend - schließlich bekommen einige Leute dann auch noch Angst um Ihre Karriere.
    Ging mir ähnlich - nach sehr erfolgreichen ersten Karrierejahren im Ausland und ebenso erfolgreichem Wiedereinstieg in D schlug nach Absturz meiner damaligen Firma in der Krise der dt. Bewerbungszirkus voll als Karrierebremse zu... Qualifikation und bisherige Erfahrungen schienen egal (oder sogar hinderlich?) zu sein, Familienstatus ("leider" bei mir sogar mit Kind, das von meinem Mann, Omas und Kita aber gut betreut ist) dagegen alles. So weit, dass mir mehrmals in Interviews oder ersten Kontaktgesprächen nahegelegt wurde, ich solle es mir doch noch ein paarmal mehr gründlich überlegen, ob ich wirklich tatsächlich und wahrhaftig Vollzeit arbeiten und dafür die süßesten Jahre mit dem Kleinen verpassen will. (Ich hatte immer Vollzeit gearbeitet, die bessere Ausbildung und war zu der Zeit sogar Alleinverdiener, da gab es nicht viel mehrmals und noch dreimal zu überlegen. Was meine Gesprächspartner aber alles herzlich gar nicht interessierte, die sahen nur "Frau mit Kind"...)

    Ich weiß auch nicht, was ich Ihrer Frau raten könnte... Nun ja, die Zeile mit dem Familienstand aus dem Lebenslauf löschen könnte immerhin zu einer etwas höheren Interviewrate führen (bei mir machte es einen sehr deutlichen Unterschied). Aber spätestens im Interview wird es vermutlich doch wieder zur Sprache kommen (und bei Existenz anderer brauchbar qualifizierter Mitbewerber zum K.o. führen?)... - Ich habe es irgendwann aufgegeben und dümpele seitdem, mit leider deutlich reduzierter Motivation, in der öffentlichen Forschung vor mich hin - irgendwo muss das Einkommen schließlich herkommen...
  3. #72

    Männerquote zur Frauenförderung

    Zitat von LH526 Beitrag anzeigen
    Na, wo sind jetzt die Frauenverbände, Frauenbeauftragte und Berufsempörte, die nach einer Männerquote im HR schreien? Kann ja wohl nicht sein, daß durch Stutenbissigkeit eine schöne Frau bei der Berufs(voraus)wahl diskriminiert wird. 50% Männer in die Personalabteilung und das Problem ist gelöst! ;)
    Abgesehen davon dass die Verhältnisse in Israel nicht 1:1 übertragbar sind, sind auch hier Frauen in Personalabteilungen dominierend.
    Warum werden Männer dort so selten eingestellt?
    Diskriminieren generell Frauen hübsche Frauen oder ist dies nur eine Eigenschaft der Personalleiterinnen?
    Wer hat gerade diese Frauen dort eingestellt? Waren es Männer, die auch mal eine Frau einstellen wollten - und weil sie Frauen keine Fachkenntnis aber Menschenkenntnis zutrauen sie dort einstellen?
    Suchen diese Männer dann gezielt hübsche, eitle aber nicht selbstbewusste Frauen als Personalleiterinnen aus?

    Brauchen wir also gar keine Frauenquote bei den Aufsichtsräten sondern eine Männerquote bei den Personalleiterinnen?

    Ist es überhaupt gerecht hübsche Frauen zu bevorzugen? Achten Personalleiterinnen vielleicht nur darauf dass auch hässliche Frauen einen Job erhalten und sollten wir nicht eher bei den Männern eine Hässlichenquote einführen?

    Wir der Nachteil der hübschen Frauen in der Endauswahl der (männlichen) Vorgesetzten vielleicht wieder kompensiert?

    Fragen über Fragen die deutlich machen, dass einfache Erklärungsmodelle und einfache Quotenlösungen kein Problem erklären oder lösen.
  4. #73

    Männer im Personalbereich

    Zitat von Velociped Beitrag anzeigen
    Abgesehen davon dass die Verhältnisse in Israel nicht 1:1 übertragbar sind, sind auch hier Frauen in Personalabteilungen dominierend.
    Warum werden Männer dort so selten eingestellt?
    Diskriminieren generell Frauen hübsche Frauen oder ist dies nur eine Eigenschaft der Personalleiterinnen?
    Wer hat gerade diese Frauen dort eingestellt? Waren es Männer, die auch mal eine Frau einstellen wollten - und weil sie Frauen keine Fachkenntnis aber Menschenkenntnis zutrauen sie dort einstellen?
    Suchen diese Männer dann gezielt hübsche, eitle aber nicht selbstbewusste Frauen als Personalleiterinnen aus?

    Brauchen wir also gar keine Frauenquote bei den Aufsichtsräten sondern eine Männerquote bei den Personalleiterinnen?

    Ist es überhaupt gerecht hübsche Frauen zu bevorzugen? Achten Personalleiterinnen vielleicht nur darauf dass auch hässliche Frauen einen Job erhalten und sollten wir nicht eher bei den Männern eine Hässlichenquote einführen?

    Wir der Nachteil der hübschen Frauen in der Endauswahl der (männlichen) Vorgesetzten vielleicht wieder kompensiert?

    Fragen über Fragen die deutlich machen, dass einfache Erklärungsmodelle und einfache Quotenlösungen kein Problem erklären oder lösen.
    Ich bin seit mehr als 20 Jahren im Personalbereich tätig und habe die Veränderungen somit live miterlebt. Damals waren weibliche Personalreferentinnen noch eher die Ausnahme. Frau war Sekretärin oder Assistentin des Personalreferenten oder -direktors. Ich habe in der Zwischenzeit einige männliche Kollegen (in der Regel als Berufsstarter nach dem Studium) er- und überlebt - ganz einfach deshalb, weil die Herren der Schöpfung sich ganz schnell in eine Leitungsposition entwickelt haben (oder dies zumindest wollten) oder sich in Richtung Personalberatung als Headhunter o.ä. verändert haben. Ich persönlich finde es sehr schade, dass die Personalarbeit von A-Z inzwischen eine Frauendomäne ist, aber irgendwas hat die Natur da offenbar so gepolt ... Und ein HR Director oder Teamleiter Recruiting ist häufig nicht mehr operativ tätig, ist somit nicht mehr sichtbar im Tagesgeschäft bzw. in der Außenwirkung.
  5. #74

    ich bemühe mich redlich ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Männer können bei Bewerbungen mit ihrem Aussehen punkten. Frauen nicht - ganz im Gegenteil. Attraktive Bewerberinnen sollten sich Bewerbungsfotos lieber sparen, raten israelische Forscher. Und woran liegt's? An stutenbissigen Personalerinnen und ihrer Angst vor Rivalinnen.

    Bewerbungen: Schöne Frau, schick besser kein Foto - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    ... genderbinäres denken zu vermeiden, aber leider kann ich die ergebnisse der studie mit erfahrungen aus meinem berufs- und privatleben nur bestätigen: schönen männern wird gerne der arsch handvergoldet, schöne frauen werden gemobbt. besonders fatal ist die kombination aus schönheit und intellligenz, weil hier ohnehin grundsätzlich unterstellt wird, dass alle erfolge und abschlüsse "erschlafen" wären.

    und bei allen mobbingfällen, die ich mitbekam, handelte es sich nicht um das hässliche entlein, sondern meist um die attraktivste frau, die bis auf einen fall, IMMER von anderen frauen gemobbt wurde. (in dem einen fall mobbte ein unattraktiver mann, der mit seinen anzüglichkeiten abgeblitzt war.)

    das ist einfach in höchstem maße unprofessionell und vergiftet das ganze betriebsklima. leider war es dann immer die schöne frau, die ging, und nie die mobbenden unattraktiven.

    es benehmen sich auch männer, die ihre hormone nicht im griff haben, im berufsleben gegenüber schönen frauen unter aller sau, keine frage, aber platte anmachen kann frau abwehren. schleichendes vergiften durch lästernde pummelige hyänen, die sich dinge ausdenken wie unterlagen verschwinden lassen, ergebnisse fälschen, lügen verbreiten etc., eher nicht. und sowas machen männer einfach nicht. klar, hassen auch männer ihre kollegen, aber da geht man sich aus dem weg oder sagt in einer stillen stunde: alter, du gehst mir auf'n sack, und zwar aus dem und dem grund, und dann wird ein mittelweg ausgehandelt, oder man beschließt eben, sich aus dem weg zu gehen. so. auf jeden fall affektieren persönliche animositäten da nicht das arbeiten. und ich habe auch noch nie gehört, dass ein mann auf einer firmenfeier über kollegen lästerte: guck mal, der ist doch zu fett für den anzug.

    wenn ich eine firma hätte, würde ich darauf achten, dass der mann-frau-anteil absolut ausgewogen ist und alle ungefähr gleich schön sind.
    und sobald ich mobbing mitbekäme, wäre der teufel los und die verursacherin draußen, nicht das opfer!

    was schöne männer betrifft, so sind die m.e. sogar bei heterosexuellen kollegen und chefs gern gesehen, weil sie wie eine teure uhr oder schickes interiour design erfolg repräsentieren. außerdem fallen in der umgebung eines schönen mannes mehr attraktive frauen für die begleitungen ab — nämlich jene, die der schöne anzieht, aber nicht haben will.

    und in einem dienstleistungsberuf, z.b. der gehobenen gastronomie, bringt ein schöner mann eben alle benefits einer schönen frau (mehr umsatz durch charme und sexappeal), aber mit meist pflegeleichterem charakter. schöne männer können sich hier die jobs wirklich aussuchen und mit ihrem aussehen (und dadurch selbstbewusst-charismatischem auftreten) problemlos auch einen miesen hauptschulabschluss kompensieren. — natürlich nur solange, wie sie sich schönheit und jugend erhalten ...

    long story short: frau+schön = arschkarte, mann+schön = sechser im lotto. und schuld sind, sorry — daran mal wirklich nicht die männer ^^
  6. #75

    Fluch der Schönheit

    Zitat von henrywotton Beitrag anzeigen
    schleichendes vergiften durch lästernde pummelige hyänen, die sich dinge ausdenken wie unterlagen verschwinden lassen, ergebnisse fälschen, lügen verbreiten etc., eher nicht. und sowas machen männer einfach nicht.
    [...]
    long story short: frau+schön = arschkarte, mann+schön = sechser im lotto. und schuld sind, sorry — daran mal wirklich nicht die männer ^^
    Noch besser wäre dieser Beitrag, wenn die Groß- und Kleinschreibung... egal, mich treibt um, wie umfassend Aussehen das Leben bestimmt, nicht allein das Berufsleben. Da haben schöne Frauen eher schlechte Karten, Fluch der Schönheit also – nur spielt auch eine Rolle, dass die meisten Menschen ihr gutes Aussehen wie eine Trophäe empfinden, die ihnen per Geburt überreicht wurde. Die Gesellschaft fördert dieses fragwürdige Besitzstandsdenken, und deshalb kann es nicht überraschen, dass sich die Besitzlosen wie Verlierer vorkommen.

    Zitat: „lästernde pummelige hyänen“ – mit Pummeligkeit habe ich keine Schwierigkeiten, aber mit Hyänen – wären diese Kolleginnen weniger missgünstig, wenn ihnen die Realität nicht ständig vorhalten würde, dass es ein Makel ist, normal auszusehen? Wahrscheinlich. Wenn Schönheit zur Doktrin wird, dann wird im Umkehrschluss Normalität zum Defekt und Hässlichkeit zum Schicksalsschlag. Unter solchen Bedrückungen leiden die Frauen viel mehr als die Männer, und nur wenige sind souverän genug, sich von der Schönheitstretmühle innerlich zu distanzieren. Manchmal, zum Beispiel beim Fernsehgucken, habe ich den Eindruck, dass die Medien das Leben zu einer einzigen Casting-Show verbiegen, aus der die meisten Menschen als Versager hervorgehen. Es ist vor allem die Werbung, die keine Unzulänglichkeiten verzeiht – da werden ausschließlich Idealmenschen vorgeführt, die in Wirklichkeit selten sind. Die Werbung führt vor, wie die Gewinner der großen Casting-Show auszusehen haben. Und in den Fernsehfilmen laufen vorwiegend Ingenieure, Ärzte, Rechtsanwälte, Künstler oder Unternehmer herum, einer großartiger als der andere – die Malocher, die Fließbandarbeiter will der Zuschauer nicht sehen, in den Spiegel kann er alleine schauen... natürlich auch in den SPIEGEL.