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Bewerben in den USA: Amerika, trotzdem

Für Arbeitsnomaden aus aller Welt waren die USA stets ein Magnet. Krise, Rekordverschuldung, Bedeutungsverlust - jetzt wackelt ihr Nimbus als Land der unbegrenzten Job-Möglichkeiten. Dennoch zieht es weiter viele Deutsche zu amerikanischen Firmen, der*Karriere wegen. Und sie haben gute Gründe.

http://www.spiegel.de/karriere/ausla...762889,00.html
  1. #20

    Ja, ich wohne hier :-)

    Zitat von ocinator Beitrag anzeigen
    Großes Kino. Mal drüben gewesen?
    Zitat: "Der Ami (...)spart daher einen Teil seines Einkommens, um auch mal 6 Monate ohne Arbeit überleben zu können."

    Selten so einen falschen Unfug gelesen. "Der Ami" hat im Schnitt alleine 10.000 Dollar Schulden auf seiner/seinen Kreditkarte/n.
    Die Sparquote in den US of A lag jahrelang zwischen 0-1% des Einkommens, erst seit der Krise ist Selbige ein wenig nach oben gewandert.
    Anders herum gefragt: Hatten Sie schon einen längeren Auslandsaufenthalt, zB in den USA? Hört sich nicht so an.

    Und wer natürlich eine deutsche Kreditkarte so einfach mit einer amerikanischen vergleicht, zeigt, dass er nichts von der Materie versteht. Bitte informieren Sie sich. Die offizielle Sparquote in den USA kann man ebenso nicht mit der deutschen vergleichen, weil hier sehr viel vom Arbeitgeber bezahlt wird, was in der Statistik dann unter den Tisch fällt. Bitte erkennen Sie auch die wirklichen Ursachen des amerikanischen Konsumverhaltens und schieben Sie es nicht auf eine "Verführung" oder was auch sonst negatives Sie da unterstellen wollen.

    Der durchschnittliche Deutsche unterscheidet sich nicht wesentlich von durchschnittlichen US Bürger. Sind alles Menschen mit immer denselben Problemen. Aber hier geht man anders damit um. Und das ist tatsächlich großes Kino für den durchschnittlichen Europäer. Aber das muss man erleben und nicht wegen seines US Urlaubs und einiger SPONartikel meinen, man versteht schon was davon. Das ist übrigens typisch deutsch, da haben selbst die Europäer uns was voraus.

    Und genau deshalb sollten junge Leute ins Ausland gehen: um Erfahrung zu sammeln und solche Meinungen dann nicht mehr verbreiten zu wollen/müssen/können.
  2. #21

    Warum ironisch?

    Zitat von hokie Beitrag anzeigen
    Ich sehe es ganau anders herum.
    In einem urbanen Zentrum kann man sich quasi aussuchen wo man hingeht und mit wem man 'freund' sein moechte...
    in einer laendlichen Region sind die Moeglichkeiten idR bescheidener.
    Aber diese Betrachtungsweise kann auch meiner staedtischen Herkunft geschuldet sein...

    Nicht zu schweigen von den groesseren Moeglichkeiten einen Arbeitgeber zu finden und eventuelle Missgeschicke nicht gleich im ganzen County die Runde machen!
    (ala der dumme Deutsche der die Miller-Farm gekauft hat, hat dies und das gemacht ...)



    meiner Meinung nach
    a Wechselkursbedingt
    b stark Regionsabhaengig
    und
    c ist die Einkommenssteuer im ganzen deutlich geringer so dass man US Brutto nicht mit EU Netto vergleichen kann, besser sollte!

    Man betrachte da besonders Wyoming und Florida...



    ist das ironisch gemeint oder existiert dieser "Verein" wirklich?
    das es sowas noch gibt ... tztztz
    Den "Verein" gibt es, und er hat auch seinen Sinn. Z.B. kommen die Kinder deutscher Eltern zu uns, weil ihnen die in der Regel ueberangepassten deutschen Eltern die deutsche Sprache vorenthalten haben.

    Wechselkursbedingt: hatte ich ja gesagt, man zahlt hier in $ und bekommt sein Gehalt in $. Der Eurokurs ist vollkommen wurscht.

    State income tax: es gibt eine ganze Menge Staaten, bezeichnenderweise vorwiegend im konservativen Sueden, die ohne Income tax auskommen. Die Steuerbelastung, die Lebenshaltungskosten, insbesondere for housing, sind vor diesem Hintergrund gute Gruende, nicht nach California zu gehen, weshalb viele Kalifornier zur Zeit nach Texas ziehen.

    Ich bin auch ein "Stadtmensch", lebe seit 5 Jahren auch wieder in einer groesseren. Und sicher, Firmenmonokulturen sind das caveat in laendlichen Gegenden. Ich meinte in diesem Zusammenhang ja nur, dass man sich Optionen nicht von vornherein dadurch verbauen sollte, dass man sich ausschliesslich auf "cherry picking" kapriziert. Meinen ersten Job hatte ich in MS. Das war in jeder Hinsicht eine ertaunliche, schoene Erfahrung. Das gemaechlichere business Tempo dort, zusammen mit der grossen Freundlichkeit der Leute haben mir die Integration ungemein erleichtert.
  3. #22

    ...

    Zitat von deedl Beitrag anzeigen
    Ich finde es eh dreist wenn Leute, die hier eine über Steuern finanzierte hervorragende Bildung genossen haben in ein Land mit niedrigeren Steuern und schlechterem Bildungsniveau auswandern, "weil man da weniger Steuern zahlen muss".
    Eigentlich haetten Sie schreiben muessen:
    >>mit IHREN Steuergeldern finanzierte Ausbildung...<<
    Es haette das Bild vollends abgerundet.

    "Hervorragende" Schulbildung in Deutschland, das ich nicht lache ...
    nur weil die public schools der USA zT noch schlechter sind als deutsche Schulen heisst es nicht, dass das dt. Schulsystem auch nur ansatzweise die Klassifizierung "Hervorragend" verdient haette!

    Ich behaupte das ueberwiegend gut qualifizierte Fachkraefte aus Deutschland abwandern.
    Ein Merkmal dieser Gruppe ist meist ihre gute Bezahlung, ergo auch die verhaeltnismaessig hohe Abfuehrung von Steuern.

    Um meinen moralischen Kompass mit dem ihrigen zu harmonisieren frage ich Sie:

    Nach wie vielen Jahren steuerpflichtiger Arbeit hat man die Schuld am dt. Gemeinwesen abgegolten und es wird einem somit freigestellt anderorts einer Erwerbstaetigkeit nachzugehen?

    Wie beurteilen Sie denn die Freizuegigkeit innerhalb der EU?
    Es gibt auch innerhalb der EU Staatengemeinschaft einige die mehr in Bildung investieren als andere und durch geschickte Steuerpolitik versuchen Arbeitskraefte abzuwerben.

    Wie halten Sie es denn eigentlich mit der Gruppe der 'Berufsarbeitslosen' und deren "Schulden" am Gemeinwesen?

    Zitat von ocinator Beitrag anzeigen
    "Der Ami" hat im Schnitt alleine 10.000 Dollar Schulden auf seiner/seinen Kreditkarte/n.
    Wenn man Geld hat (gute Credit History und im Notfall die Kreditsumme ausloesen koennte) dann kann man mit Kreditkarten in den USA zusaetzlich quasi noch Geld verdienen, bzw viel Sparen.
    Und das ohne Risiko oder mehr als 5 min Arbeit.

    Angenommen man muss sich dringend ein neues Auto kaufen;
    Den Autohaendler kann man meist nochmal ein paar gute Prozente druecken wenn man die Summe bar bezahlt.

    Diesen Betrag kann man mit einer Creditkarte bezahlen;
    Capital One bietet Kreditkarten mit bis zu 18 Monaten bei 0% APR an.
    Minimum Payment 1% des Betrages auf der Kreditkarte

    Kleines Summenspiel:

    Auto kostet 25.000
    bei cashzahlung 23.500

    Monatliche Raten 235 x 18 = 4230
    (etwas weniger da der Grundbetrag monatlich sinken tut)

    Es bleiben minimum 20.000 uebrig die man in 18 Monaten fest anlegen kann, auch wenn Geld zZ sehr billig ist kann man immer noch mindestens 1,36% bekommen = 412

    Ergibt einen Gewinn von 1912 quasi aus 'nix' ...

    Die Prinzip funktioniert mit allem , sogar Immobilien, man muss halt nur mit Geld umgehen koennen und auch wenn Sie es nicht glauben wollen; aber es gibt sicher mehr US Buerger die mit Geld umgehen koennen als sie denken...

    Genauso wie vermutlich weit weniger Deutsche "Miesepeter" sind als es der allgemeine Eindruck im deutschen Lande wiederspiegelt ;-)
  4. #23

    .

    Zitat von hokie Beitrag anzeigen
    Eigentlich haetten Sie schreiben muessen:
    >>mit IHREN Steuergeldern finanzierte Ausbildung...<<
    Es haette das Bild vollends abgerundet.
    Nein hätte es nicht. Viele wandern in sehr jungen Jahren aus. Wer direkt nach seiner Ausbildungskarierre auswandert, so wie der 23-jährige Typ aus dem Artikel, hat schwerlich schon irgendwelche nennenswerten Steuern bezahlt.

    Zitat von hokie Beitrag anzeigen
    "Hervorragende" Schulbildung in Deutschland, das ich nicht lache ...
    Ich schrieb Ausbildung, nicht Schulbildung, das beinhaltet Lehrberufe und Hochschulen. Und die Ausbildung für Fachkräfte ist in Deutschland hervorragend.
    Zitat von hokie Beitrag anzeigen
    Nach wie vielen Jahren steuerpflichtiger Arbeit hat man die Schuld am dt. Gemeinwesen abgegolten und es wird einem somit freigestellt anderorts einer Erwerbstaetigkeit nachzugehen?
    Es ging mir nicht darum seine Schuld auf Heller und Pfennig abzugelten, sondern darum, dass es Leute gibt, die abwandern, weil ihnen in Deutschland die Steuern zu hoch sind, obwohl sie durch ihre Ausbildung Profiteure der hohen Besteuerung sind. Es ist einfach nicht in Ordnung zu nehmen bis man ein Leistungsträger ist und dann abzuhauen, weil man nichts geben möchte. Jeder kann auswandern wohin er will, aber jemand, der hier soviel bekommen hat soll bitte nicht auswandern weil ihm die Steuern hier zu hoch sind, das ist einfach asozial im wahrsten Sinne des Wortes.

    Zitat von hokie Beitrag anzeigen
    Wie beurteilen Sie denn die Freizuegigkeit innerhalb der EU?
    Es gibt auch innerhalb der EU Staatengemeinschaft einige die mehr in Bildung investieren als andere und durch geschickte Steuerpolitik versuchen Arbeitskraefte abzuwerben.
    Da die EU mittelfristig eh finanzielle Ausfgleichsmechanismen schaffen wird (auch wenn es jetzt keiner zugibt), ist das zukünftig erstaunlicherweise zweitrangig, in welchem EU-Land Wertschöpfung stattfindet.

    Zitat von hokie Beitrag anzeigen
    Wie halten Sie es denn eigentlich mit der Gruppe der 'Berufsarbeitslosen' und deren "Schulden" am Gemeinwesen?
    Dies hat herzlich wenig mit Migration zu tun. Ich glaube aber nicht, dass es mehrere Meinungen über Leute gibt, die nicht arbeiten wollen.
  5. #24

    Ich denke

    eines der größten Problem für Deutsche wird die Umstellung sein, da die Amerikaner ja - angeblich - eine zum Teil völlig andere Denk- und Handlungsweise haben als "wir".
    Den Amerikanern wird das "postive thinking" schon fast in der Muttermilch mitgegeben bzw. auch in der Schule weitervermittelt. Auch ist es wohl so - ich beziehe mich hier auf Berichte und Dokumentationen - dass in der Jr.-School und High-School auch viel Wert auf Diskussionsfähigkeit und der Vertretung der eigenen Meinung Wert gelegt wird und dieses auch vermittelt und gelehrt wird.
    Weiterhin wird in den USA nicht so schnell "schwarz gemalt" wie in Deutschland, da man dort eben auch im Versagen die Chance auf einen Neubeginn sieht.
    Gerade dieser Punkt wird einem in Deutschland sehr schwer gemacht und es braucht viel Selbstvertrauen sich dort herauszuholen. Hier in D wird man eher noch getreten wenn man unten liegt, nach dem Motto "Du Versager". In den USA wird der Wille und die Leistung etwas erreichen zu wollen wesentlich mehr geachtet und auch die in Deutschland verbeitete Neidkultur ist dort nicht in diesem Maß ansässig wie hier.
    Wer es dort zu etwas gebracht hat, darf es auch nach aussen hin zeigen, in Deutschland ist dies verpönt.
    Andere Punkte in den kulturellen Unterschieden die bereits erwähnt wurden will ich jetzt gar nicht anbringen.
    Aber soweit mir bekannt möchte ich noch ein Mythos aus dem Weg räumen.
    Man hat zwar im Vergleich zu Deutschland einige Freiheiten mehr, aber nachdem (vielleicht auch je nach Bundesstaat verschieden) mir bekannt ist, können die amerikanischen Behörden wenigstens genauso gut wenn nicht gar besser, mit Fromularen und Vorschriften "um sich schmeißen" wie Deutschland bzw. die EU.
  6. #25

    Ein bisschen hilfsbereiter sind sie schon

    Zitat von Rockaxe Beitrag anzeigen
    eines der größten Problem für Deutsche wird die Umstellung sein, da die Amerikaner ja - angeblich - eine zum Teil völlig andere Denk- und Handlungsweise haben als "wir".
    Den Amerikanern wird das "postive thinking" schon fast in der Muttermilch mitgegeben bzw. auch in der Schule weitervermittelt......
    Wenn ich an die IRS denke, so sind die Leute dort im Vergleich zu deutschen Finanzbeamten schon enorm serviceorientiert. In meinem Audit vor ein paar Jahren wurde z.B. festgestellt, dass ich zuviel bezahlt hatte. Ich bekam den ueberchuessigen Betrag mit satten 8% verzinst zurueck. Auf dem Weg dorthin traf ich durchweg auf freundliche und hilfsbereite Mitarbeiter. Kein bisschen Obrigkeitsmuff. Die Agentur arbeitet schliesslich fuer den Buerger und nicht etwa umgekehrt.

    Wo gibt es denn so etwas in D?








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