Betrug in Unternehmen: Der Chef bittet zur Vernehmung
Leere Tresore, veruntreute Gelder: Manchmal stecken die Mitarbeiter eines Unternehmens dahinter. Marco Löw war*Ermittler bei der Polizei. Jetzt zeigt er Firmenchefs, wie sie Diebe überführen und Betrüger schon an der Bewerbung erkennen. Übeltätern rät er: Achten Sie auf Ihre Beine!
Der größte Gangster, mit dem der Ex-Polizei-"Experte"
in der Regel quatscht, ist sehr wahrscheinlich sein Auftraggeber.
Darüber hinaus sollte man bei einem Vorwurf als Beschuldigter absolut nichts sagen und sofort einen Anwalt einschalten. Mit dem darf der "Verhörexperte" dann reden. Ich stelle mir dann vor, wie dieser Intelligenzler dann den Anwalt auf einen kleinen Stuhl ohne Rückenlehne setzen will. Die sehen sich alle schneller im Gerichtssaal wieder, als sie sich wünschen. Die Sache ist klar, zunächst wird der Anwalt alle Strafrechtlichen Vorwürfe aus der Welt schaffen wollen. Das Strafrecht stellt sehr hohe Ansprüche an die Beweise, wirklich sehr hohe Ansprüche. Wenn das vom Tisch ist, wird er zum Gegenangriff blasen und zivilrechtlich die Firma und speziell den "Ermittler" nach allen Regeln der Kunst auseinandernehmen. Dazu wird er seinen Mandanten medizinisch begutachten lassen, wo festgestellt wird, dass sein Mandant nachhaltig arbeitsunfähig ist.
Was der selbsternannte "Experte" und offenbar in seinem früheren Job gefrustete und karrieretechnisch nicht weiterkommende Beamte da jetzt als "James-Bond-für-Arme" den gutgläubigen Arbeitgebern für billige Küchentisch-Psychologie auftischt, ist ja wohl nicht zu unterbieten.
Seine "Tipps" sind seit Jahrzehnten bekannt und werden schon mal in Fernsehzeitschriften in der Rubrik für Hobby-Psychologen verbratenl
Aber es finden sich ja immer ein paar unsichere Manager, welche die eigenen Inkompetenz und das Versagen der Firma lieber an einem bösen Mitarbeiter aufhängen und dem Herrn Ex-Beamten gerne viel Geld für seine billige Schnüffelei bezahlen, statt die eigenen Mitarbeiter mit einem Bonussystem, ordentlichen Gehalt und gutem Betriebsklima zu zufriedenen, loyalen Mitarbeitern zu machen, die nie auf die Idee kommen würden, irgendwas zu tun, was der Firma schadet.
... sehe ich als Anwalt das Tätigkeitsgebiet des vorgestellten Experten gar nicht als so negativ an. Der wird seine Erfahrungen haben und auch vieleicht auch seriös arbeiten. Schließlich können nicht alles Scharlartane sein.
Aber als Verdächtiger (und auch als Zeuge) bei solch einer Vernehmung sollte man unbedingt seine Rechte kennen und auch wahren. (oder durch einen Anwalt wahren lassen, schließlich wollen wir auch leben). Und zwar unabhängig davon, ob man schuldig ist oder nicht. Die wollen schnell einen Täter überführen und wenn man "passt", dann wird man ganz schnell als Täter hingebogen und zur Unterschrift unter ein Geständnis genötigt. Besonders Kassiererinnen aus eher unteren Bildungsschichten werden dann gern mal so durch Wolf gedreht, dass die alles unterschreiben, bloß um rauszukommen. Dabei werden dann Kleinigkeiten, wie die Rechte des Betroffenen mal eben unter den Tisch gekehrt. Und dann neigen Firmen dazu, sämtliche Inventurverluste auf den entdeckten "Täter" anzuschreiben. Und stellen sich dann noch als Wohltäter hin, weil sie auf eine Strafanzeige verzichten. Dabei kann man den meisten ertappten Mitarbeitern allerhöchstens eine Straftat nachweisen, für die sie eine lächerliche Strafe erhalten hätten.
Andererseits muss man such sehen, dass Mitarbeiter klauen wie die Raben, wenn man sie denn läßt. Irgendwie kann ich auch die Unternehmer verstehen.
Jeder der wirklich Fachkenntnis hat, kann unschwer Herrn Löws Professionaliät erkennen. Beispielsweise anhand seiner manipulativen Körpersprache gegenüber dem Befragten. Ich habe auch die beiden Bücher von Herrn Löw gelesen und bin begeistert, sie gehören sicherlich zu den besten am Markt in diesem Segment. Ich möchte nicht wissen wieviele Konkurrenten von Herrn Löw hier mitschreiben. Man müsste naiv sein dies auszuschließen. Nur so kann ich mir einige unqualifizierte Kommentare hier erklären. Oder aber dadurch, dass einige den Arbeitgeber als Feindbild betrachten, anstatt als dass, was er wirklich ist, nämlich die Existenzgrundlage vieler Familien. Jeder der Selbstständig ist weiß, dass es zumeist lange Jahre dauert, bis man sich etabliert hat. Ich finde es erstaunlich wie schnell sich Herr Löw in der verhältnismäßig kurzen Zeit seiner Selbstständigkeit etabliert hat. Wenn ich Headhunter wäre, würde ich ihm ein unmoralisches Angebot machen, denn unabhängig von seiner fachlichen Qualifikation ist es erstaunlich, was er bisher in kurzer Zeit zu erreichen imstande gewesen ist.
Selbstverständlich: Erhöhe ich den Druck auf eine Person in einer "Vernehmung", umso verdächtiger sind die Zeichen, die diese Person mit dem Körper gibt. Würden aber Zeichen der Körpersprache fehlen, so würde das nach Lesart auch ein Verdachtsmoment sein.
Hier wird einfach mit einer begründeten oder auch unbegründeten Angst Geld gemacht. Und vermutlich verdient Herr Löw jetzt im Monat mehr als er im Jahr als A12-Empfänger bekommen hätte.
Gönnen wir Ihm das. Interessanterweise sind Verhöre und die Methoden, die in Verhören eingesetzt werden sowie die Rückschlüsse daraus keine Beweise für den Richter, um zum Beispiel Haftbefehl, Hausdurchsuchungen oder weitere repressive Naßnahmen zu genehmigen. Insbesondere nicht, weil der vernehmende Beamte aus der Körpersprache erkennt, der beschuldigte lügt!
Jeder Anwalt würde diese Anordnung sofort und kalt lächelnd in der Luft zerreißen und wir hätten dann ein echtes Problem.
Einfach seine Mitarbeiter fair behandeln, mit Ihnen reden und Sie nicht nur als zweibeinige Investitionskosten betrachten, welche sich auch mal wieder amotisieren müssen.
Anerkennung ist das beste Mittel, um Betrug in einer Firma zu verhindern, zumindestens zu einem großen Teil.