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Betrug in der Wissenschaft: Schämen Sie sich, Mann

Institut FreseniusAuf Nachwuchsforschern lastet oft ein großer Druck, je mehr sie veröffentlichen, desto besser. Vielleicht betrügen sie deswegen häufiger, dachten drei US-Wissenschaftler. Ihr überraschendes Ergebnis: Frauen forschen ehrlicher.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-879100.html
  1. #1

    Wie ?

    Wie stellen denn die US-Unis im Moment Profs ein ? Wenn da auch die Quote verschoben werden muß, ist der Druck halt groß ... mal abgesehen vom Anspruch.
  2. #2

    Das ist doch

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Auf Nachwuchsforschern lastet oft ein großer Druck, je mehr sie veröffentlichen, desto besser.
    Das zeigt doch wie krank und wissenschaftsfeindlich das ganze System der Beurteilung von Wissenschaftlern ist.
    Es zeigt, dass dafür eben keine Wissenschaftler verantwortlich sind, sondern Leute, die lediglich zählen können.

    Das einzig akzeptable Prinzip wäre doch: Man setzt eine sehr geringe Anzahl als Grenze, und wenn ein Wissenschaftler bewertet werden will, muss er die n Veröffentlichungen angeben, die die Basis für die Beurteilung sein sollen. Alle anderen Veröffentlichungen, ab Nr. n+1 werden ignoriert.

    Der Nachteil: Die Beurteiler müssten die Veröffentlichungen verstehen, und sich nicht einfach aufs Zählen beschränken.
  3. #3

    These widerlegt

    Aus dem Artikel geht interessanterweise hervor, dass die ursprünchliche These abgelehnt werden muss: Die Betrugsrate mit dem Aufstieg auf der akademischen Karriereleiter nimmt eher zu als ab, obgleich sich die Zahl der Wissenschaftler auf den entsprechenden Karrierestufen nach oben deutlich verjüngt.

    Das ist auch genau meine eigene Beobachtung aus neun Jahren wissenschaftlicher Tätigkeit: Während junge Wissenschaftler oft noch mit Idealen, Kreativität und Motivation in ihre Karriere starten werden sie über Jahre mit den Erwartung der manchmal realitätsfremden Vorgesetzten konfrontiert. Diese schrecken in ihrem Kampf um die verknappten Geldmittel und das Ansehen im Kollegenkreis auch vor institutionellen Lügen als "legitimes" Mittel nicht zurück. Traurig aber wahr. Auch wenn es vielleicht noch viele ehrliche und hochmotivierte Wissenschaftler gibt - der Wettbewerb zwingt die ehrlichen oft zu Entscheidungen die nichts mit wissenschaftlichem Verhalten und Praktiken zu tun haben und eher aus politischen Kreisen oder dem Süden Italiens bekannt sind, was sie auf kurz oder lang selbst zu Lügneren macht.
  4. #4

    ...

    Ihre These war: Der Nachwuchs täuscht in der Wissenschaft häufiger, schließlich stehen Nachwuchswissenschaftler unter enormem Publikationsdruck.

    Aus eigener Erfahrung als Nachwuchswissenschaftler kann ich nur sagen, daß Doktoranden und Postdocs vielleicht mehr vortäuschen, als es die Daten hergeben, daß aber etablierte Wissenschaftler teilweise die wesentlich "schlechtere" Forschung machen, eben weil sie es sich leisten können. Schlechter bedeutet hierbei, daß fachlich alles korrekt sein mag, der eigentliche Forschungsgegenstand aber praktisch keine Bedeutung hat, langweilig und unkreative Resultate produziert und sich eigentlich alles nur noch wiederholt. Der Feind der Wissenschaft ist daher aus meiner Sicht weniger die Ungenauigkeit, sondern die nicht vorhandene Kreativität.
  5. #5

    der feldzug gegen den mann -- er nimmt nun so richtig fahrt auf.
  6. #6

    Naja

    da das finanzielle Überleben im Wissenschaftsbetrieb immer mehr an bestimmte Forschungsergebnisse und perfekte Projektverläufe gebunden ist, wird die Dunkelziffer wohl noch wesentlich höher sein.

    Ich mein die allgemeinen Mittel die ein Lehrstuhl erhält reichen nicht mal für ein Leben auf Sparflamme, man muß fast immer Drittmittel und projektgebundene Gelder beantragen.

    Nun ist aber Forschung nicht ganz so plan- und absehbar wie andere Projektaufträge in der freien Wirtschaft. Wenn ich ein Bauingenieur bin und eine Brücke bauen soll, weiß ich (zumindest nach Vorerkundungen) daß ich das und das Ergebnis in so- und sovielen Monaten fertighabe.

    In der Forschung ist das aber nicht so einfach, vor allem nicht in den Biowissenschaften. Da gehen soviele Experimente nicht auf wie gedacht. Deshalb wird da eben häufiger die Realität zurechtgebogen. Sonst versiegen die Projektgelder.

    Traurig aber wahr.
  7. #7

    Zitat von Newspeak Beitrag anzeigen
    Ihre These war: Der Nachwuchs täuscht in der Wissenschaft häufiger, schließlich stehen Nachwuchswissenschaftler unter enormem Publikationsdruck.

    Aus eigener Erfahrung als Nachwuchswissenschaftler kann ich nur sagen, daß Doktoranden und Postdocs vielleicht mehr vortäuschen, als es die Daten hergeben, daß aber etablierte Wissenschaftler teilweise die wesentlich "schlechtere" Forschung machen, eben weil sie es sich leisten können. Schlechter bedeutet hierbei, daß fachlich alles korrekt sein mag, der eigentliche Forschungsgegenstand aber praktisch keine Bedeutung hat, langweilig und unkreative Resultate produziert und sich eigentlich alles nur noch wiederholt. Der Feind der Wissenschaft ist daher aus meiner Sicht weniger die Ungenauigkeit, sondern die nicht vorhandene Kreativität.

    Was sind für Sie denn langweilige und unkreative Resultate?
    Können Sie das mal erklären?
  8. #8

    Das lohnendste Feld

    Es wäre vordringlich ratsam, mal eine Untersuchungskommission zur Überprüfung der Vorgänge in der Klimaforschung einzusetzen. Denn es hat für den unbefangenen Betrachter der Szene den Anschein, dass da das grösste Ding gedreht wird.

    Wohl nirgendwo sonst in der Wissenschaft treffen so viele auffällige Umstände zusammen: Es fliessen Forschungsgelder in Milliardenhöhe und die sind davon abhängig, dass das Publikum mit Horrorsszenarien in Angst und Schrecken versetzt wird. (Ein Beispiel: Die Eröffnung der Klima-Kampagne vor etwa 20 Jahren mit dem [i]Kölner Dom unter Wasser[i] auf einem SPIEGEL-Titel.) Die diese Gelder bewilligenden Politiker können das nutzen, ihr eigenes Süppchen damit zu kochen, dass sie mit dem Versprechen Wähler gewinnen, den Horror abzuwenden. Eine organisierte Koordination der Publikumsarbeit und inner-disziplinäre Sprachregelungen zwischen den Fachabteilungen internationaler Universitäten bis zur "kreativen Ordnung" des zu veröffentlichenden und des besser nicht zu veröffentlichenden Materials sind kürzlich ans Tageslicht gekommen.

    Diskussionen mit den Vertretern dieser "Wissenschaft" und innerhalb von ihr selbst (Wissenschaftler, die zu abweichenden Ergebnissen kommen, werden als "bezahlte Skeptiker" diffamiert) nehmen immer sofort einen gehässigen, den "Gegner" abwertenden Charakter an und werden mit Methoden geführt, wie man sie sonst nur in gänzlich anderen Milieus kennt.

    Das alles geschieht vor dem Hintergrund, dass bei voller Akzeptierung der Thesen Billionen der Wirtschaft entnommen werden sollen, um die "Katastrophe" abzuwenden.

    Kurz, dies scheint das mit Abstand lohnendste Feld beim Kampf für Ehrlichkeit in der Forschung zu sein.
  9. #9

    .

    In manchen "Wissenschaften" werden Ergebnisse veröffentlicht, die gar keine sind. Da heißt es z.B., dass Wirkstoff x in 5-10 Jahren gegen Krankheit y eingesetzt werden könnte. In 99 % dieser Fälle hört man nie wieder etwas davon. Das ist keine Wissenschaft, das grenzt an Kaffeesatzleserei. Und daher kann derjenige, der in solchen Bereichen arbeitet, praktisch nach Belieben Veröffentlichungen erzeugen.

    In den Ingenieurwissenschaften ist es gar nicht so selten, dass in einer einzigen Veröffentlichung ein Verfahren beschrieben wird, das sofort eingesetzt werden kann. Und falls nicht, sind die technischen und finanziellen Randbedingungen für den Einsatz beschrieben. Inhaltlich ist das ein ganz anderes Kaliber.

    Wer das berücksichtigt, der wird nicht mehr geblendet von der Anzahl an Publikationen, die mancher "Wissenschaftler" aufführt.








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