Betreuungsgeld: Madame oder Mütterchen?

CorbisEin Unsinn wie das Betreuungsgeld fiele in Frankreich niemand ein. Hier gehen Mütter bald nach der Geburt wieder zur Arbeit und nehmen am Leben teil - ohne dass dies den Kindern schadet. Blöde Sprüche müssen sich nur Frauen anhören, die sich Vollzeit um ihre Kleinen kümmern.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...829917,00.html
  1. #270

    Working Mums ...

    Zitat von by_the_way Beitrag anzeigen
    was in der Schule anliegt, was das Kind zum Mittag essen will und mit wem es heute nachmittag zum Spielen verabredet ist.
    gut eine Tasse Kaffee und ein Plausch mit dem Mütterchen von gegenüber war auch drin.
    haben Mittagspausen ... Sasapi spricht mir übrigens aus der Seele: Ihr Kind ist vormittags in der Schule und verabredet sich nachmittags zum Spielen, also wenn ich da die Zeit zusammenzähle, die Sie mit Ihrem Kind verbringen, ist das vielleicht doch nicht allzuviel. Aber Sie haben ja viel Zeit, um hier jede Menge Beiträge zu verfassen - hoffentlich immer nur in der Zeit, in der Ihr Kind in der Schule war. Nett, der Hinweis auf das Kaffeekränzchen mit der Nachbarin - Klischee erfüllt! Vielleicht sollten Sie Ihr Zeitmanagement zur Bewältigung Ihres Haushalts optimieren - ich koche jeden Abend nach der Arbeit für meine Kinder, nach dem Abendessen wird gequatscht und die Erlebnisse des Tages besprochen, Pläne für's Wochenende gemacht (und wieder verworfen - bei 2 Teenies völlig normal), gelacht, gestritten, gekuschelt -> gelebt! Komischerweise ist unser Haushalt immer tiptop - woher nehme ich mir bloß die Zeit dafür? Heinzelmännchten habe ich auch noch keine entdeckt. Achja, Aufgabenverteilung und gegenseitige Wertschätzung innerhalb der Familie helfen da viel weiter -> Mama arbeitet und macht 3/4 des Haushalts, 1/4 teilen sich die Kinder gerne (hilft übrigens auf dem Weg zur Selbstständigkeit).
  2. #271

    Zitat von gogundmagog Beitrag anzeigen
    Nur noch soviel noch einmal: es GIBT einen Zusammenhang zwischen den Massnahmen, mit denen man die Frauen der bezahlten Arfernhält und der Altersarmut, die besonders Frauen betrifft. Und das ist keine Glaubenssache. Das ist eine ideologiefreie, einfache Rechenaufgabe.
    Zur Altersarmut fällt mir immer wieder auf, dass dort plötzlich nichts mehr von den Kindern erzählt wird. Sprich, eine Mutter, die drei Kinder großzieht und deswegen zuhause bleibt, ist plötzlich im Alter völlig auf sich alleine gestellt. Wo sind denn die erwachsenen Kinder?

    Da kann kein Kind der Mutter etwas Geld geben, da kann kein Kind der Mutter, im Zweifelsfall anbieten, bei ihm und seiner Familie zu wohnen?
    Die Wahrheit ist doch, gut erzogene Kinder sind der beste Garant GEGEN Altersarmut der Mutter. Ich zumindest habe das gemacht und ich kenne sehr viele Menschen, die ihre Mutter/Eltern nicht im Alter vergessen. So bin ich erzogen worden obwohl ich von einer Mutter groß gezogen wurde, die nur wenige Tage im Monat arbeiten gehen konnte, da sie drei Kinder hatte.
    Ich kann da wirklich nur den Kopf schütteln, wie immer wieder hier nur Negativbeispiele genannt werden, also eine Familie nur aus Einzelkämpfern besteht...
  3. #272

    Zwei Gründe

    Zitat von saturnring Beitrag anzeigen
    Genau das verstehe ich auch nicht. Warum bilden sich keine privaten Initiativen die Krippenplätze anbieten? Wir haben lange in einem Land gelebt, in dem Kinderbetreuung nur privat angeboten wurde und auch voll von den Eltern bezahlt werden musste und das auch auch funktioniert.
    (1) der Staat zieht das Geld, von dem die Krippe bezahlt werden könnte vorab in Form von Steuern ein und finanziert staatliche KiTa-Plätze vor. Er verzerrt damit die Betreuungssituation in Richtung staatliche KiTa. Und versucht es, anschließend mit dem Betreuungsgeld wieder in die andere Richtung zurückzuzerren, was zusammengenommen völliger Blödsinn ist.

    (2) der Staat verhindert aktiv die Gründung privater KiTas, indem er solche Initiativen mit tausenderlei bürokratischen Vorschriften zuschüttet. Stand mal so bei uns in der Tageszeitung. Eine komplette Regalwand voll Akten mit Behördenkorrespondenz - dann haben die privaten Initiatoren, eine Gruppe von Eltern, aufgegeben. Mit den Nerven völlig am Ende. Das ist Deutschland.
  4. #273

    Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Letztlich eine typisch deutsche Art der Diskussion. Früher wurde der Mutterinstinkt in den Himmel gehoben, jetzt gilt er als behandlungsbedürftige Krankheit. Immer von einem Extrem ins andere.
    Da haben sie recht, deswegen gibt es entweder Karrierefrauen, die Vorstandsvorsitzende werden wollen oder Hausmütterchen.

    Etwas zwischendrin gibt es scheinbar gar nicht, obwohl ich sagen würde, dass in mindestens 70% aller aller Fälle es eine Mischform ist.

    Ich kenne kaum eine Frau, die NUR zuhause bleibt ihr ganzes lebenlang. Meist ist es doch so, die Frau macht eine Ausbildung/Studium, arbeitet, dann bekommt sie Kinder und nimmt Elternzeit, nach und nach wird geschaut wie die Betreuungsmöglichkeiten sind und die Frau geht zunächst in Teilzeit arbeiten. Die Stundenanzahl erhöht sich mit dem Alter des Kindes (sofern von der Frau gewollt).
    Also insofern ist reine Hausmütterchen, was ihr lebenlang zuhause bleibt, seltener.
  5. #274

    Zitat von wahrsager23 Beitrag anzeigen
    Zur Altersarmut fällt mir immer wieder auf, dass dort plötzlich nichts mehr von den Kindern erzählt wird. Sprich, eine Mutter, die drei Kinder großzieht und deswegen zuhause bleibt, ist plötzlich im Alter völlig auf sich alleine gestellt. Wo sind denn die erwachsenen Kinder?...
    Hat denn die Mutter, die drei Kinder großzog und kein eigenes Einkommen hatte, die eigene Mutter mit Geld versorgt?

    Und wo soll diese Mutter im Alter wohnen, in der 3-Zimmer-Wohnung zusammen mit der Jungfamilie? Der jungen Familie, die gerade die eigenen Kinder großzieht und finanziert?

    Könnte klappen, wenn die junge Mutter die Kinderbetreuung der Oma überlässt und arbeiten geht. Dann ist vielleicht auch die 4-Zimmer-Wohnung drin.
  6. #275

    Naja ...

    faul ist vielleicht etwas hart, aber Sie bezweifeln doch sicher nicht, dass eine Vollzeit Mutter, selbst wenn sie z.B. 50% mehr Zeit für den Haushalt aufwendet (nicht negativ gemeint, würde sicher jeder gern machen, alles in Ruhe und sorgfältiger) und ein Mahlzeit mehr bereiten muss als eine berufstätige Mutter, deutlich mehr Zeit zur Verfügung hat. Wendet sie diese Zeit voll fürs Kind auf und hat Freude daran ist dass doch schon ein Luxus. Denn im allgemeinen ist der Umgang mit 1-3 Kindern doch angenehmer als der Arbeitsalltag der meisten. Sieht die Mutter das als Arbeit/Belastung, ist sie der arbeitenden Mutter gleichgestellt, wenn nicht sollte sie ihre Wahlfreiheit nutzen, ihre Kinder betreuen zu lassen und sich eine erfüllende Tätigkeit suchen. Oder meinen Sie, sie "opfern" sich für Ihre Kinder auf um ihnen gute Zukunfstchancen zu geben, indem Sie wider ihrem Empfinden 6-8h am Tag mit Ihren Kindern Spielen? Oder widmen Sie die Arbeitszeit der arbeitenden Mütter garnicht voll den Kindern, sondern Erledigen in dieser Zeit den Haushalt. Dann haben Sie nach dem "Gute-Nacht-Kuss" für die kleinen wirklich Feierabend ... dass ist dann schon mehr als Luxus. ALSO: nicht faul aber Luxus.

    Zitat von Stef87 Beitrag anzeigen
    Schade, dass Mütter die Haulshalt schmeissen und sich um die Kinder kümmern immer als faul bezeichnet werden. Das sind dann wohl die Frauen, die von den Emanzen (die ja angeblich für alle Frauen im Lande sprechen) nicht in Schutz genommen werden.
    Schöne Worte, aber wir leben leider nicht in der Tauschgesellschaft. Wir leben vom Geld. Und was denken Sie wie viele Gutverdiener gern nur 30 oder weniger Stunden arbeiten würden bei entsprechendem Gehaltsverzicht. Allein die Gesellschaft gestattet das nicht. Manche Berufsgruppen können es versuchen beim Arbeitgeber durchzusetzen, da sie "unentbehrlich" sind. Die meisten können es nicht.

    Zitat von Stef87 Beitrag anzeigen
    Wenn sie hier von NATÜRLICHEN AUFGABEN sprechen, dann sollten sie auch erkennen, dass es nicht einfach darum geht arbeiten zu gehen, sondern darum, sich und seine Familie zu versorgen. Und wo jemand die Prioritäten bei der Versorgung der Familie setzt, ist jedem selbst überlassen. Da gehört nämlich nicht nur das Anschaffen von Geld dazu.
  7. #276

    Jeder für sich....

    Es ist doch interessant wie hier bei diesem Thema immer auf andere Länder verwiesen wird. Skandinavien ist so toll in der Schulbildung, Frankreich ist so toll bei der Kinderbetreuung . Nur Deutschland macht alles falsch? Leider, und das machen die wenigsten, prüfen nach, ob hier nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden. Die Voraussetzungen sind ja auch völlig unterschiedlich. Gesamtskandinavien hat nur etwas mehr Einwohner als NRW. Das da andere Gruppenstärken und eine individuellere Betreuung möglich ist, liegt in der Natur der Sache. Das aber als Referenz zu nehmen und zu sagen „Da klappt das ja auch“ geht völlig an der Realität vorbei. Kenne im Ruhrgebiet weder in KiTa´s noch Schulen, Größenverbände die signifikant < 30 Kinder sind. Wie da eine Individualbetreuung bei den gegebenen Stellenschlüsseln möglich sein soll, erschließt sich mir nicht. Wer meint, daß in KiTa´s oder Schulen Erziehung stattfindet, der glaubt auch das Zitronenfalter Zitronen falten. Auch ein Argument das hier bereits genannt wurde; Qualtät > Quantität. Durchaus richtig. Aber um Qualität zu geben, benötige ich auch ein gewisses Maß an Quantität. Leider geht auch diese Qualität und auch Pflicht (auch wenn viele meinen, man hätte ausschließlich Rechte) in einem wichtigen Zeitraum verloren, wenn man meint, die Kinder direkt in die KiTa abzuschieben. Leider ist meine Erfahrung, und das zeigt der Artikel und auch einige Meinungen hier, daß die Kita ´s als Erziehungsersatz herangezogen werden und die Erzieher dann verantwortlich gemacht werden. Lieber ELTERN, IHR erzieht eure Kinder und nicht die Erzieher (auch wenn der Name dies nahelegt). Alle Defizite beruhen auf der NICHTERZIEHUNG der Eltern. Aber anderen die Schuld zuzuweisen ist heute leider in. Diese Erfahrung muss ich immer wieder machen.
    Es wird keine andere Lebensweise außer der eigenen toleriert. Und das ist die Crux…
    Schlussendlich hat jede Seite die Argumente auf ihrer Seite, nur die Kinder, was ist eigentlich mit den Kinder?......
  8. #277

    xxx

    Zitat von raminagrobis Beitrag anzeigen
    Die Darstellung der Kinderbetreuung in Frankreich fällt hier wieder mal stark klischeehaft aus. .
    nein - es wird schlichtweg so getan, als ob alle Französinnen Vollzeit arbeiten, was aber nicht stimmt. Zwar ist ihre Anzahl höher, in den letzten Jahren aber zurückgegangen.
    Des Weiteren sind Mehrkindfamilien auch in Ländern wie Frankreich und Skandinavien hiernach vor allem bei Familien vorhanden, wo die Frau Teilzeit arbeitet:

    http://ftp.iza.org/dp1576.pdf
    Des Weiteren ist die Situation Frankreich - Deutschland nicht vergleichbar. In DE geht der Ausbau des Niedriglohnsektors auf Kosten der Frauen, da 70% der Niedrigjobber, 400EuroJobber etc. Frauen sind... diese Beschäftigungsverhältnisse sind in vielen Gegenden nicht freiwillig, sondern es gibt schlichtweg keine Alternative --- in meinem Bekanntenkreis war es auch so: keine Übernahme nach Ausbildung, arbeitslos, Schwangerschaft -- erfolglose Jobsuche - nur 400EuroJobs gefunden.

    wenn also mehr Frauen Vollzeit arbeiten sollen, wo genau soll das bei sinkendem Arbeitsvolumen und Unterbeschäftigung passieren? Noch mehr 400EuroJobber - dann halt 2 davon, sofern es die gibt?

    noch dazu ist Vollzeit in FRankreich oft die 35Std.-Woche, in DE 41 Std.-Woche.
    nicht immer nur an Frauen denken die im Journalismus arbeiten, sondern auch an andere, z.B. hinter Supermarktkassen.

    Connexion-Emploi | Die Mischung macht's: Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Frankreich und Deutschland

    "Die Bedingungen für die Berufstätigkeit von Müttern werden hier außerdem dadurch erschwert, dass in Deutschland in den letzten Jahren verstärkt der Niedriglohnsektor ausgebaut worden ist (traditionell sind hier deutlich mehr Frauen als Männer beschäftigt), wodurch Frauen stärker in geringfügige Beschäftigungsverhältnisse gedrängt worden sind. Auf diese Weise haben viele Frauen in ihrer Familie höchstens die Rolle der Dazu-Verdienerin.

    In Frankreich wird dieser prekären Situation der Frauen schon durch den gesetzlich festgelegten Mindestlohn und die die verkürzte Wochenarbeitszeit entgegengewirkt."
  9. #278

    Zitat von rgutwald Beitrag anzeigen
    Nur ein Beispiel: "Wer seine Kinder mit 12 Monaten abgibt, darf sich später nicht beschweren, wenn er mit 70 ins Heim muss."
    Wirklich? Das sind die Argumente, die hier vorgebracht werden? Ich schäme mich mittlerweile, dass ich diese Diskussion verfolgt habe, das ist einfach nur peinlich.

    Wenn es bei diesem Niveau bleibt, ein Gegenbeispiel von meiner Seite: ich war bis zum Kindergarten zu Hause, und dann nur halbstags. Meine Mutter pflege ich dennoch nicht, weil ich das nicht möchte bzw. schaffe und weil meine Mutter das nicht will. Was ist bei uns schief gelaufen? Hätte meine Mutter mich 6 Jahre daheim behalten müssen? Noch länger?

    Tut mir leid, so kann ich hier nicht mehr diskutieren. Es ist zu peinlich.
    Jetzt mal eine ganz ketzerische Frage. Warum ist eigentlich ihre Mutter nicht so egoistisch und verlangt einfach die Pflege von Ihnen?

    Trösten Sie sich, ich und meine drei GEschwister, werden unsere Mutter, sollte sie pflegebedürftig werden, nicht pflegen, das werden wir den professionellen Kräften überlassen und um uns um eine ordentliche Versorgung kümmern. Also lassen Sie sich kein schlechtes Gewissen einreden.

    Geflegt wurde früher zu Hause auch nur, weil die Frau ihr ganzes Leben sich um Haushalt, Kinder und Eltern zu kümmern hatte. Das wurde einfach von der Familie, sprich von Kindern und Ehegatten und Vätern so festgelegt.
  10. #279

    Zitat von wahrsager23 Beitrag anzeigen
    Zur Altersarmut fällt mir immer wieder auf, dass dort plötzlich nichts mehr von den Kindern erzählt wird. Sprich, eine Mutter, die drei Kinder großzieht und deswegen zuhause bleibt, ist plötzlich im Alter völlig auf sich alleine gestellt. Wo sind denn die erwachsenen Kinder?
    Früher sagte man: "Eine Mutter kann 10 Kinder versorgen, aber 10 Kinder nicht eine Mutter!" Das Problem ist also nicht neu.