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Betreuungsgeld: Madame oder Mütterchen?
CorbisEin Unsinn wie das Betreuungsgeld fiele in Frankreich niemand ein. Hier gehen Mütter bald nach der Geburt wieder zur Arbeit und nehmen am Leben teil - ohne dass dies den Kindern schadet. Blöde Sprüche müssen sich nur Frauen anhören, die sich Vollzeit um ihre Kleinen kümmern.
http://www.spiegel.de/kultur/gesells...829917,00.html
- #190 09.05.2012 10:19 von
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Kinder schon früh keine gute Bindung zu Ihren Eltern hatten und dies nicht von Kita abhängt. Außerdem die Erziehung in Diktaturen mit der Erziehung in demogratischen Systemen zu vergleichen ist absoluter bullshit. Eine gute Erziehung ist Sache des Elternhauses keine Frage aber was leben Hausfrauen Ihren Kindern vor: dass man seine gute Ausbildung in die Tonne kloppen kann, sobald ein Kind da ist, dass man von seinem Gatten abhängig wird, sobald ein Kind da ist. Arbeitende Eltern können nach der Arbeit Ihr Kind zum Teil wertvoller, weil zeitintensiver erziehen. - #191 09.05.2012 10:19 von
Oje
Dazu nur drei Anmerkungen:
Ihr Frauen- und Familienbild stammt aus der Kaiserzeit.
Sie verwechseln Rechte und Pflichten!
Da einer von Ihnen, Ihren Aussagen zufolge, drei Jahre daheim bleibt, sind Sie bereits steuerlich und sozial protegiert (Steuerklasse, Krankenversicherung) - also nicht schlechter, sondern sogar bessergestellt! - #192 09.05.2012 10:20 von
Sie beziehen sich auf den Kommentar eines Users, der kritisiert, dass Babys bereits nach der Geburt im eigenen Zimmer schlafen gelassen werden.
1) Was hat Eigenständigkeit damit zu tun, wenn ein hilfloses Wesen allein in seinem Bett schlafen muss? Am besten noch, indem man es stundenlang schreien lässt, bis es dann vor Erschäpfung selbst einschläft? Sowas kann man dann natürlich als Erwerb von "Eigenständigkeit" feiern.... oder es als das sehen, was es ist: Resignation.
2) Geht es um Selbstbewusstsein oder Selbstwertgefühl?
3) Googlen Sie doch selbst, inwieweit das Alleineschlafen bei Säuglingen mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit des plötzlichen Kindstodes einhergeht.
4) Warten Sie mit Urteilen, bis ihre Kinder erwachsen sind. Bindungsstörungen erkennt man im Normalfall erst dann, wenn ein Mensch mehrfach über längeren Zeitraum nicht in der Lage ist, vertrauensvolle Beziehungen zu anderen Menschen einzugehen. Es ist fraglich, ob Sie dann, wenn sich Folgeschäden zeigen würden, noch soviel Einblick in das Leben ihrer Kinder haben. - #193 09.05.2012 10:21 von
Madame oder Mütterchen
Leider keine Argumente, wie schon der Anriß oben zeigt. Stattdessen das Pseudo-Argument "woanders...". Eben, woanders gibt es auch andere Zustände. Ob die wünschenswert sind oder nicht ergibt sich daraus nicht.
Was evtl. zu beweisen wäre. Aber gut, da läuft es halt so. Und? Am französischen Wesen soll die Welt... Ach nee,...
Na was für ein Fortschritt. Früher bekamen Hausfrauen und Mütter evtl. dumme Sprüche von Männern reingereicht ("das bisschen Haushalt..."), heute zusätzlich noch von anderen Frauen. Kommt nur mir das blöd vor?
Wie ein anderer Forist schon schrieb, wäre es vielleicht eine Idee, sofort nach der Geburt ein fremdes zu betreuen und das eigene betreuen zu lassen und dass dann als Job zu deklarieren. Fielen zwar Abgaben für an aber dennoch...
Ist aber auch nicht gewollt: Man scheint ja daraufhin zu arbeiten, dass Kinder nur noch institutionell betreut werden:
Tagesmütter protestieren gegen neue Hygiene-Vorschriften - SPIEGEL ONLINE
(Und schiebt dann die Schuld der EU in die Schuhe.) - #194 09.05.2012 10:22 von
- #195 09.05.2012 10:23 von
- #196 09.05.2012 10:24 von
Rechtfertigungszwang
Es wäre interessant zu sehen, wer die Väter oder vor allem die Mütter sind, die sich so schön über den Artikel und die französische Situation aufregen. Mein starker Verdacht, der aus Erfahrungen im weiteren Bekanntenkreis rührt, ist folgender. Alles rein hypothetisch, wohlgemerkt. Es handelt sich vornehmlich um Akademikerinnen, die einst progressiv und feministisch waren, die dann nach Studium und evtl Zweitstudium geheiratet und Kinder bekommen haben. Vielleicht haben sie die Kinder auch während des Studiums bekommen. In seltenen Fällen haben sie in ihrem Beruf gearbeitet, wenn sie denn überhaupt gearbeitet haben, Nebenjobs mal bei Seite gelassen. Nun haben diese Frauen vielleicht ursprünglich den Plan gehabt nach dem ersten Kind in ihrem Beruf Fuß fassen zu können, aber da kam dann schon das zweite Kind dazwischen. In der Zwischenzeit ist Frau und Mutter nun aber nicht jünger geworden und die Jahre an Berufserfahrung sind auch nicht gestiegen. Langsam dämmerte es, dass es wohl fast unmöglich sein würde, jemals einen dem studierten Fach nahegelegenen Beruf erlangen zu können. Minijobs oder Aushilfsjobs sind keine Lösung, wo man doch so viel Zeit in die eigene Bildung gesteckt hat und vielleicht auch ganz andere Träume hatte. Nun denken diese Frauen, sich selbst und der Welt gegenüber rechtfertigen zu müssen. Sie müssen sich selbst gegenüber auch erklären (oder vorlügen) warum sie auf keinen Fall arbeiten WOLLEN – nicht, warum es für sie auf dem Arbeitsmarkt schwierig ist. Was liegt da näher, als die Rolle der vollwertigen, gebildeten, aufopfernden Mutter zu übernehmen. Eine Mutter, die sich zig Theorien angelesen hat, warum eine frühe ‚Trennung’ von Mutter und Kind (selten von Vater und Kind, übrigens!) zu irreparablen Schäden bei den Kleinen führt. Diese Mütter rüsten sich mit theoretischem Grundzeugs, mit Statistiken, Anlaysen, Prognosen und Zahlen zu Einzelschicksalen aus, um gegen arbeitende Mütter, karrierebewusste Mütter, lockere und lebensbejahende Französinnen zu Felde zu ziehen. In genau diesen Müttern spiegelt sich nämlich all ihre Frustration, ihr Scheitern, ihre Angst, ihr vermeintliches Unvermögen. Diese Mütter sind eine Bedrohung für ihr Lebensmodell, das sie sich so doch gar nicht gedacht hatten.
Es wäre gesünder, wenn sich die akademischen Gluckenmütter dahingehend engagieren würden, dass unser Arbeitsmarkt durchlässiger wirkt, dass Frauen und Männer im Job tatsächlich gleichberechtigt werden und natürlich, dass Väter endlich anfangen, ihren halben Teil der Kindererziehung Ernst zu nehmen.
Wie gesagt, alles Hypothese. Vielleicht ist dies eine Anregung für den Spiegel, die Beschaffenheit und Seele der konservativen Mutterschaft in Deutschland näher zu untersuchen. - #197 09.05.2012 10:26 von
- #198 09.05.2012 10:26 von
Verbissenheit bringt nicht viel
Die Verbissenheit einiger Beiträge verwundert mich schon, denn es wäre gut sich einmal zu besinnen, in welcher Situation viele Familen sind. Viele Familien können sich schon gar nicht für ein Kind entscheiden, weil sie auf ein ausfallendes Einkommen nicht verzichten können - diesen helfen auch 100,- bzw. 150,-€ im Monat gar nichts und sie mit einer guten Kita-Betreuung nicht rechnen können. Eine Alternative wäre eine Kinderbetreuung, die es aber in praktikabler und notwendiger Form noch zu selten gibt. Es ist zynisch, der Verkäuferin vorzuwerfen, dass sie sich eine flexible Kinderbetreuung wünscht aber selbst gleichzeitigt ohne zeitliche Einschränkungen bis in die späten Abendstunden einkaufen zu wollen (nur ein Beispiel).
Dass Kinder durch Betreuung in einer Kita Schaden nehmen, ist nicht zwangsläufig. Wir hätten unsere Kinder gern selbst betreut, was aber objektiv nicht möglich war. Wir haben das kompensiert, indem wir unsere gesamte Freizeit dann aber unseren Kindern gewidmet haben. Die Bindung unserer Kinder an uns Eltern ist sehr eng und sie haben definitiv keinen Schaden genommen!
Es gibt auch über-mama-betreute Kinder, die nicht unbedingt von der Ganztags-Mutter-Betreuung profitieren und sich nur schnell lösen wollen!
Ergo:
Für gute Kita-Betreuung sorgen, für die,die arbeiten müssen und möchten (aus gesellschaftlicher oder privater Notwendigkeit).
Wer's nicht in Anspruch nehmen möchte - o.k.
Dieses Betreuungsgeld wird "mitgenommen" wirklich helfen tut es Niemandem - #199 09.05.2012 10:27 von
Une question de laicité?
Frankreich ist eben ein laizistischer Staat, in dem eine konservative Regierung nicht Rücksicht nehmen muss auf das mittelalterliche Frauenbild der katholischen Kirche. Die Mutterrolle wird bei unseren westlichen Nachbarn nicht so glorifiziert wie bei uns - Frauen dürfen dort Frauen sein, und keine Gebärmaschinen.
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