Sony Music/ RankinJe gewichtiger Sängerin Beth Ditto wird, desto leichter wirkt die Musik ihrer Band Gossip. Auf ihrem neuen Album huldigen die feministischen Alternative-Rocker jetzt dem Pop und damit ihrem großen Vorbild - der frühen Madonna. "A Joyful Noise" ist auf SPIEGEL ONLINE komplett zu hören.
http://www.spiegel.de/kultur/musik/0...831753,00.html
"[...] der das Jahrzehnt des bonbonbunt inszenierten Pathos und der geschmacklosen Frisuren als obercool verklärt."
Falsch: Es war das Jahrzeht der geschmackvollen Frisuren.
Sonst hätten wir sie nicht getragen.
Das, was die Leute heute auf dem Kopf tragen, ist nach außen demonstrierte Langeweile, Uniformität und Blasiertheit. Mehr nicht.
Die Tonfolge der E-Gitarre im Intro des Songs "Perfect World" kommt mir aber sehr bekannt vor. Für das Intro bzw. die Strophe in "Move in the right direction" hat man sich fleissig bei Disco und Hi-NRG der 80er bedient. Der Refrain klingt dann aber wie Einheitsbrei mit Trance-Anklängen. Im Song "Get Lost" wird für den Refrain dann absolut einfallslos das komplette Piano-Riff eines Dance-Tracks aus ca. 1988-90 (Titel vergessen) übernommen, und in "Love in a foreign Place" wird im Intro eine Synthesizer-Sequenz gespielt die verdächtig nach Kraftwerk klingt, wobei einige Noten transponiert wurden, man wollte es mit den Anleihen (und den entsprechenden Tantiemen) dann wohl doch nicht übertreiben.
Dittos Gesang in der gesamten Produktion klingt im Vergleich zum Track "Heavy Cross" zurückgenommen, ja stellenweise fistelstimmenartig, oder gar piepsig. Der Produzent hat den sowieso schon sehr kommerziellen Sound (des letzten Albums) zum absoluten Einheitsbrei eingedampft: Er hat Dittos Stimmgewalt weichgespült bzw. nahezu in den Hintergrund gedrängt und hat bei der Produktion, wie die meine sicher unvollständige Liste der Anleihen bei anderen Autoren belegt, nicht einmal genügend Kreativität entwickelt, um halbwegs originelle neue Ansätze aufzubieten. Die Synthesizer-Bassläufe in "Get a Job" klingen fast so belanglos wie in etwas älteren Madonna-Songs. Der Basslauf in "I won't play" klingt zunächst progressiv, flacht dann aber zu einer verkorksten 80er-Reminiszenz ab, die dann wieder mit den typischen Gossip-Refrains übertüncht wird.
Da muss man dem Autor zustimmen, mit dem Legendenstatus wird das so nichts....
Der Produzent war definitiv ein Fehlgriff.
Generell ist Gossip m. E eher überbewertet, ewig die gleiche Leier: Ruhiges Intro (mit Basslauf, Synthie-Riff oder -Basslauf, mit eher minimalistischem/dezentem Schlagzeug), um dann im Refrain mit Dittos "Stimmexplosion" zu "überraschen"....
Schnarch.
Diese "Leier" dominiert jetzt schon 2 Alben, und ich würde mich nicht wundern, wenn Gossip das schon seit 2001 so macht (ich habe nur die letzten 2 Alben gehört). Zusätzlich wird jetzt also, dank dem Produzenten, nicht nur die eigene Leier wiederverwertet, sondern es wird auch noch bei anderen Künstlern/Autoren geklaut. Kreativität sieht anders aus.
Wirklich überbewertet.
Ich finde, das klingt absolut nicht wie die frühe Madonna. Viel zu rockig. Early Madonna war viel grooviger, hookiger, synthetischer. Ich fühle mich eher an Pat Benatar erinnert - allerdings nur unter der absurden Vorstellung, dass sie sich beim Singen die Nase zu hält.
Was die unterirdischen Kommentare über Leibesfülle oder gefühlte Ansehnlichkeit gewisser Begutachter angeht - hat sich da jemals einer bei Meat Loaf damals zu geäussert?
"Egal, was sie gemacht hat und künftig machen wird, sie wird immer mit einer riesigen Welle von Kritik konfrontiert werden". Und trotzdem ziehe sie ihr Ding durch.
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Da hat sie Recht.Toll, dass es noch solche Frauen mit Selbstbewusstsein gibt.
Jetzt nehmen wir einmal Dittos Song "I wrote the book". Und wir hören ihn vor dem Ausgehen. Mit Fake-lashes vor dem Spiegel und dem Drink unserer Wahl. Irgendeiner fährt dann. Und der Song bleibt immer noch. Und alles verwandelt sich in Paris. Und man selbst ist Lady Di.
Was will man denn mehr von einem Song? Celebration ist schlecht möglich mit Prog.
Oh nein, die Platte unterscheidet sich kaum noch von dem, wenn man das Radio zu einer beliebigen Uhrzeit einschaltet. Wo ist die Goss(en)ip-Musik geblieben? Das Authentische wurde im Studio wohl einfach mit der Maus gelöscht.
dass hier dermassen auf beth dittos aussehen herumgetrampelt wird.
wie so oft muss eine frau immer auch mit ihrem äusseren punkten egal was sie macht, wohingegen ein mann, ach lassen wir das.
ich finde sie klasse.
mit music for men habe ich die truppe live gesehen. eines der besten konzerte die ich je gesehen habe. mega power frau
leider ist die aktuelle cd gar nicht mein geschmack. die punkigeren sachen waren mir lieber.
zum äusseren der unglaublichen frau und den kommentaren hierzu vielleicht noch folgendes.
...wer im glashaus sitzt.
zum glück sind wir alle schön und schlank
;-)
Ich bin doch ganz schön überrascht, wie kleinbürgerlich sich die Kommentatoren auf SPIEGEL ONLINE geben. Da wird genüsslich über das Aussehen der Sängerin hergezogen, die inhaltliche Relevanz der Songtexte bestritten und der persönliche Musikgeschmack zum Maß aller Dinge erhoben. Die Haltung "Früher war ja sowieso alles besser" darf natürlich auch nicht fehlen. Ziemlich armselige Sicht auf die Dinge.
Hat die mal in den Spiegel geschaut? Da wäre mir Madonna auch mit 80 Jahren noch hundertmal lieber..