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Beschneidungs-Debatte: Weiden am Männerleiden

Verstehe einer die Erregungskurven der westlichen Welt: Die Beschneidung kleiner Männer lässt die Kommentatoren in die Tasten hauen, aber die Verbrechen, die überall auf der Welt an Frauen begangen werden, lässt sie kalt.

Sibylle Berg über Beschneidung und die Empörung der Deutschen - SPIEGEL ONLINE
  1. #770

    dies ist der Titel

    Zitat von inci2 Beitrag anzeigen
    ...

    wird es demnächst eine aufforderung an kinderärzte geben, auf diese form der "kindesmißhandlung" und des "kindesmißbrauchs" besonders zu achten und diese zu melden?
    ... das wäre absolut konsequent und zu begrüssen.
  2. #771

    Zitat von 7eggert Beitrag anzeigen
    Gegenvorschlag: Die Betroffenen bekommen für den Fall, daß eine Kleinkinderbeschneidung im Nachhinein nicht gewollt ist, einen Anspruch auf Schadensersatz gegen zunächst den Arzt oder den Beschneider, nachrangig die Ärztegemeinschaft. Ist ja kein Risiko, wo es ja angeblich keinen gibt, der das rückgängig gemacht haben will. Als Beweis für das Nichtwollen gilt natürlich nur ein ärztliches Gutachten über die negativen Folgen oder eine erfolgte Vorhautrekonstruktion.
    Dieses Recht haben sie jetzt schon und es sollte IHNEN zu denken geben, dass dieses Recht nicht in Anspruch genommen wird.
  3. #772

    Zitat von wabalu Beitrag anzeigen
    Kurz gesagt, nicht beschnittene Männer haben ein besseres Sexualleben!
    Beschnittene Männer (und ihre Frauen!) sagen etwas anderes. Und denen glaube ich mehr, da ich diese im wahren Leben kenne.
  4. #773

    Zu

    Zitat von 7eggert Beitrag anzeigen
    1)



    2) Rechtmäßig kann eine Beschneidung nur sein, wenn sie dem Wohl des Kindes entspricht. Dabei muß man nicht nur die Vorteile, sondern auch die Nachteile betrachten. Die Nachteile sind belegt, das Ausmaß nicht. Die Vorteile einer Beschneidung erreicht man auch regelmäßig, wenn die Beschneidung im religionsmündigen Alter durchgeführt wird, mit Ausnahme des Nichtwissens über den Schmerz.

    3a) Wenn das Beschneiden in Hinterzimmern als Argument gilt, um Beschneidungen offiziell zuzulassen, gilt dann auch das Cracklabor in ähnlichen Hinterzimmern als Argument, diese Droge zuzulassen?
    2) Natürlich. Das ist ja mein Argument. Die hier immer wieder vorgetragene Ansicht, Eltern hätten nur ein Interesse daran ihre Kinder zu verstümmeln, halte ich für absurd. Sie widerspricht meinem Erfahrungshorizont. Im Gegenteil, was Eltern tun, tun Sie in der Regel zum Wohl des Kindes.Ziel ist in der Regel dem Kind soll es später nicht schlechter, sondern besser gehen als den Eltern.
    Mir ist das völlig egal, ob Eltern ihr Söhne beschneiden. Es geht mich nichts an, ob ich meine Söhne beschneiden lasse, geht Sie nichts an und den Leviathan erst recht nicht. Eltern lassen ihre Söhne beschneiden, zum Wohl des Kindes. Die Gründe sind sehr vielschichtig, für gläubige Juden und Muslime mögen auch religiöse Gründe ausschlaggebend sein.

    3a) Ein dummes Urteil m.E., da es sich nur auf religiöse Motivation beschränkt, wohl wissend, dass dadurch nicht eine einzige Beschneidung verhindert wird, nur die Beschneidung in einer Klinik nach den ärztlichen Regeln der Kunst wird verhindert. Und das ist nicht zum Wohl des Kindes.Das Gericht hat einfach die Folgen nicht bedacht. Wir können mit dem Hohn und Spott des Auslandes gut leben, aber um die Kinder, die evtl. Scharlatanen und Kurpfuschern in die Hände fallen und evtl. verstümmelt werden aufgrund eines dummen deutschen Gerichtes, tut es mir schon leid.
    Ergo: fiat justitia, et pereat mundus
    Ich kenne mich mit Crack nicht so gut aus wie Sie, nicht mein Beritt.
    Aber die Prohibition in USA hat manchen US-Amerikaner sein Augenlicht verlieren lassen und wurde dann auch klugerweise wieder einkassiert. Wenn wir schon einmal bei Drogen sind. Ich würde die Cirkumcision lieber mit einem Glas Wein als mit Crack in Verbindung sehen. Obwohl, bei Muslimen ....
  5. #774

    Zitat von elveda Beitrag anzeigen
    Weiter habe ich gar nicht gelesen, denn schon das ist falsch. Die WHO empfiehlt viel mehr die freiwillige (voluntarily) Beschneidung, von "erwachsenen Menschen" ist da nicht die Rede. Wohlweislich, denn das "freiwillig" bezieht sich in diesem Fall auf die freie Entscheidung der Eltern des zu beschneidenden Kindes.
    Wieder jemand der die Aussagen der WHO nicht gelesen hat und einfach so ins Blaue hinein Dinge behauptet. In der Studie, die sich übrigens auf die HIV-Prävention in Afrika und die dortigen Zustände bezieht, wird explizit gefordert, daß Maßnahmen zur Beschneidung die Volljährigkeit bzw. Geschäftsfähigkeit sowie die Menschenrechte zu berücksichtigen haben.
    "The provision of comprehensive male circumcision services involves policy, regulatory and human rights issues broader than the provision of surgical circumcision. A policy, regulatory or legal framework should be in place to govern medical ethics, e.g. confidentiality, discrimination and stigmatization, provision of information, voluntary consent, age of consent, and other human rights considerations."
    Die WHO fordert somit die Volljährigkeit, damit jemand wirksam seine Zustimmung zur Beschneidung geben kann und eben gerade nicht die Zustimmung der Eltern als Ersatz dafür. Hätte man die Entscheidung der Eltern als Ersatz dafür vorgesehen, hätte dies erwähnt werden müssen. Im übrigen wird in der ganzen Studie, die sich mit der Übertragung von HIV auf dem Sexualweg und damit mit der Übertragung von geschlechtsreifen Personen beschäftigt, die Beschneidung im Kindesalter nicht angesprochen. Es stellt somit einen Missbrauch der Studie dar mit dieser die zwangsweise Beschneidung von 8 Tage alten Babys begründen zu wollen.
  6. #775

    Die halbe Wahrheit ist die halbe Unwahrheit

    Zitat von Justitia Beitrag anzeigen
    Wieder jemand der die Aussagen der WHO nicht gelesen hat und einfach so ins Blaue hinein Dinge behauptet. In der Studie, die sich übrigens auf die HIV-Prävention in Afrika und die dortigen Zustände bezieht, wird explizit gefordert, daß Maßnahmen zur Beschneidung die Volljährigkeit bzw. Geschäftsfähigkeit sowie die Menschenrechte zu berücksichtigen haben.
    "The provision of comprehensive male circumcision services involves policy, regulatory and human rights issues broader than the provision of surgical circumcision. A policy, regulatory or legal framework should be in place to govern medical ethics, e.g. confidentiality, discrimination and stigmatization, provision of information, voluntary consent, age of consent, and other human rights considerations."
    Die WHO fordert somit die Volljährigkeit, damit jemand wirksam seine Zustimmung zur Beschneidung geben kann und eben gerade nicht die Zustimmung der Eltern als Ersatz dafür. Hätte man die Entscheidung der Eltern als Ersatz dafür vorgesehen, hätte dies erwähnt werden müssen. Im übrigen wird in der ganzen Studie, die sich mit der Übertragung von HIV auf dem Sexualweg und damit mit der Übertragung von geschlechtsreifen Personen beschäftigt, die Beschneidung im Kindesalter nicht angesprochen. Es stellt somit einen Missbrauch der Studie dar mit dieser die zwangsweise Beschneidung von 8 Tage alten Babys begründen zu wollen.
    Und hier der Link und die ganze Wahrheit: http://www.malecircumcision.org/prog...eFINAL_web.pdf
    Daraus: "e.g. voluntary consent, age of consent and decision-making by parents and guardians on behalf of children.", auf Seite 17.
  7. #776

    Zitat von elveda Beitrag anzeigen
    Dieses Recht haben sie jetzt schon und es sollte IHNEN zu denken geben, dass dieses Recht nicht in Anspruch genommen wird.
    Wie dass denn? Ich dachte, bis zum Urteil des LG Kölns sind alle davon ausgegangen, daß die Zustimmung der Eltern zur Beschneidung wirksam war und der Arzt somit die Körperverletzung rechtfertigen konnte. Der Arzt im Kölner Fall blieb auch nur deswegen straffrei, weil er genau diesem Verbotsirrtum unterlag. Wer soll also bisher von welchen durchsetzbaren Ansprüchen gegen wen und mit welchen Erfolgsaussichten bei einer Klage ausgegangen sein? Sollte das IHNEN nicht zu denken geben?
  8. #777

    Und hier der Link und die ganze Wahrheit: http://www.malecircumcision.org/prog...eFINAL_web.pdf
    Daraus: " decision-making by parents... on behalf of children.", auf Seite 17.
  9. #778

    nene

    Zitat von rabenkrähe Beitrag anzeigen
    .......

    Was ist das denn für ein Humbug? Die meisten wissen doch nichtmal, wieviele Männer weltweit beschnitten sind, in den USA alleine über 50 Prozent der männlichen Bevölkerung. Die perverse Beschneidung von Frauen ist dagegen, völlig zu recht, schon seit Jahrzehnten Thema.
    Mich erschreckt eher, daß es überhaupt noch eine Debatte um diese Schrecklichkeit, diese Perversion in einem Staat wie dem unseren geben kann. Beschneidungen von Kindern sind generell übelste Körperverletzungen, das ist kriminell.
    Da genügt keine religiöse Einstellung, das auch nur ansatzweise auszugleichen. Was wäre denn, wenn irgendeine Religion ausschließend verlangte, jedem dritten Glaubensglied sei der rechte Fuß abzuhacken, sollte auch darüber in einer Demokratie eine ernstzunehmende Debatte geführt werden?!
    rabenkrähe
    Für die meisten Kinder ist es auch eine Folter den halben Tag lang im Klassenzimmmer eingesperrt zu sein. Warum also nicht warten bis sie Erwachsen werden und selbst entscheiden ob sie das wollen? Kulturelle Prägung und Erziehung findet nunmal im Kindesalter statt. Sie urteilen hier über kulturelle Bräuche, die jahrtausende überdauert haben und als Nichtmitdglied haben sie eigentlich keine Befugnis von Außen darüber zu urteilen. Wie übel und pervers das alles ist, können und dürfen nur diejenigen bestimmen, die da drin stecken und wissen wie es wirklich ist.
  10. #779

    Zitat von elveda Beitrag anzeigen
    Und hier der Link und die ganze Wahrheit: http://www.malecircumcision.org/prog...eFINAL_web.pdf
    Daraus: "e.g. voluntary consent, age of consent and decision-making by parents and guardians on behalf of children.", auf Seite 17.
    Danke, diesen Link hatte ich selbst schon vor einiger Zeit hier eingestellt. Sie zitieren aus einer Passage, in der es um die IST-Analyse geht (2. Situation Analysis). Bezeichnenderweise ist bei der Einführung der von der WHO-Studie vorgeschlagenen Maßnahmen, aus der die von mir zitierte Passage auf Seite 25 stammt, die Kinderbeschneidung und die Zustimmung der Eltern nicht angeführt. Folglich geht es der WHO nicht um Kinder- schon gar nicht um Kleinkinderbeschneidung. Und nochmal, die WHO-Studie bezieht sich auf Länder, in denen die HIV-Rate hoch ist und andere Maßnahmen zur Ausbreitung von HIV schwierig sind. Die WHO-Studie hat damit mit Deutschland nichts zu tun. Ich frage mich auch was man als Beschnittener oder als dessen Sexualpartner mit der Information anfangen soll, daß nun das Ansteckungsrisiko gesunken aber gleichwohl noch relevant vorhanden ist. Wer einigermaßen klar bei Verstand ist wird trotzdem nicht auf ein Kondom verzichten.


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