Berufspendler: Stadt, Land, Stress

PRIVATWohnen will der Mensch, wo er's heimelig findet. Blöd nur, wenn das Büro ganz woanders ist. Nichts zersägt die Nerven so zuverlässig wie tägliches Pendeln. Fünf Herumtreiber erzählen von Minutenhatz auf dem Kickboard, Stillstand in der Bahn und vergeudeter Lebenszeit im Auto.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...841575,00.html
  1. #90

    Jammern auf hohem Niveau

    Also ich habe nun in etlichen Laendern gelebt und inzwischen schaetze ich den Public transport sehr.
    Man muss die Zeit effizient nutzen. Im Auto im Stau stehen ist nervig, aber wenn man sich mit den öffentlichen anfreundet verliert man wenig Zeit. Man kommt endlich mal wieder zum lesen, man kann vieles vorbereiten. In anderen Laendern pendeln Menschen taeglich 2 Stunden je Richtung vom einem Ende der Stadt zum anderen.
    Also das Gejammere nervt dann gewaltig.
    Und ob man ausserhalb oder innerhalb wohnt macht keinen Unterschied. Etwas mehr Gelassenheit tut gut und vor allem wissen wie man seine Pendelzeit sinnvoll nutzt.
  2. #91

    Vorbild.

    Nehmen Sie sich ein Beispiel an der- nicht unserer-Kanzlerin. Wo muss die ueberall hinpendeln!
    Mal eben nach Suedafrika, dann nach Wasch ich komm und danach den Arnold aufsuchen, dann jeder Woche nach Paris,Bruessel und gefaehrlich noch dazu, fast waere sie mal mitn Hubschrauber abgestuerzt. Und dann diese taegliche Pendelei in Berlin.Aber das macht sie alles mit links oder rechts. Und dann noch rund um die Uhr Aufpasser, dass sie auch puenktlich am Arbeitsplatz ist.Ob da wohl auch einer oder gar zwei in ihrer Wohnung "wohnen?"
    Macht es doch wie ich,Beine ausn Bett schwingen, aufn Buerostuhl setzen und los gehts.
    Haha, ich bin Rentner und mein Kaffee steht vorm PC. Guten Morgen!
  3. #92

    Ich bin 6 Jahre lang von einer Bauernsiedlung in der Nähe von Jettingen nach Stuttgart Vaihingen gependelt, das waren auf der Straße knapp 40 km und 30 Minuten pro Strecke. Die Mieten in Stuttgart waren für meine Begriffe unverschämt hoch so daß ich es vorgezogen hab, für 500 Euro monatlich ein Haus auf einem Bauernhof zu mieten. Die Freundin wohnte in Esslingen, 55 km entfernt, so daß wir abwechselnd bei ihr und bei mir waren. Später sind wir dann zusammengezogen.

    Von Jahr zu Jahr wurde der Stau schlimmer, so daß ich im 3. Jahr auf die Bahn umgestiegen bin.... die aber nur bis zum Nachbardorf reichte, was ca. 12 km Entfernung von meinem Dorf ausmachte. Morgens hat mein Bruder mich oft zum Bahnhof gefahren, oder ich bin mit dem Rad gefahren, was aber im Winter zu gefährlich war. Zum Glück gab es Parkplätze in Bahnhofsnähe, und meist bin ich mit Auto und Bahn 90 Minuten täglich Fahrtzeit ausgekommen. In der Bahn hab ich Fremdsprachen mit dem Laptop gelernt oder gelesen, aber wenn die Bahn gestreikt hat, hat die Busfahrt mit dem Öpnv 2-3 Stunden gedauert.

    Als ich dann nach Bonn gewechselt bin, hab ich mir eine Wohnung in der Nähe meiner Arbeit gesucht was mir plötzllich deutlcih mehr Freizeit bescherte. Aber letztenendlich war mir das schon wichitg, abends im Grünen zu sitzen und tagsüber in Stuttgart zu arbeiten und die Zeit möcht ich nicht missen.
  4. #93

    Zitat von jujo Beitrag anzeigen
    Jedem der Beiträge entnehme ich, das man es anders einrichten könnte, wenn man denn ernsthaft wollte, der Leidensdruck ist noch nicht hoch genug.
    Das sehe ich auch so, noch wichtiger als der perfekte Wohnort, ist Zeit, Freizeit um genau zu sein und die gilt es zu optimieren, wenn das bedeutet das ich als Stadtmensch aufs Land ziehen muss um den Arbeitsweg auf ein Minimum zu reduzieren, dann tue ich genau das. Ich bin in meiner Stadt vom Stadtrand in Richtung Zentrum gezogen, insgesamt hab ich meinen Arbeitsweg um 1 Std. täglich verkürzt. Damit habe ich in einem Monat fast einen ganzen Tag gewonnen, unbezahlbar.
  5. #94

    Zitat von grasswurzel Beitrag anzeigen
    Was bedeutet das sie mit über 100Km/h innerstätisch unterwegs sind.
    Nein, das bedeutet es nicht. Wenn jemand in einer Drittel Stunde (=20min) 15km zurücklegt, dann legt er in einer ganzen Stunde 45km zurück.

    Nun setzen wir das ganze noch zusammen: 45km in 3*1/3h mach 45km/h.

    Beste Grüße
  6. #95

    Kein Wirkliches Problem

    Pendeln ist für mich kein wirkliches Problem. Die anfahrt zur Firma beträgt von Tür zu Tür 60 km, davon 57 km über die Autobahn, die Hälfte davon über den berühmt-berüchtigten Kölner Ring. Sicher, das geht ins Geld. Sicher, ich würde lieber ein wenig näher am Wohnort arbeiten. Das hat sich aber nun mal leider nicht so ergeben, also akzeptiere ich diese Situation. Die Suche nach Mitfahrern über die Mitfahrzentralen hat leider nichts ergeben, weil auf dieser Relation eben kaum jemand unterwegs ist. Also genieße ich während der Fahrt diverse Hörbücher - Musik-CDs sind langweilig, das Radio nervt nur, also sind Hörbücher eine entspannende Angelegenheit.

    Ich treffe morgens viele völlig entnervte Berufspendler, die der Zeit im Auto anscheinend so gar nichts abgewinnen können, unzufriedene Menschen, die meinen, mit Raserei und Drängelei schneller hin- und wieder zurück zu kommen. Sie haben nicht erkannt, dass das ein fataler Irrtum ist, der mehr der Lebensqualität schadet, als die Pendelei an sich.
    Als Pendler vergeudest Du auf alle Fälle jede Menge Zeit, egal, wie sehr Du Dich darüber aufregst.
    Irgendwann werde ich beim Pendeln auch noch einen Sprachkurs anfangen. Man muss die Zeit eben nutzen!
  7. #96

    Zitat von dborrmann Beitrag anzeigen
    Ich bin 20 Jahre über 80 km täglich gependelt. Das ging anfangs sehr gut, wurde wegen des dichter werden Verkehrs aber schwieriger. Dann habe ich eine beziehung in 250km Entfernung begonnen. Das Problem habe ich mit einer BC100 1.KL. gelöst. Mehr wegen der Kosten, weniger wegen der zeit, haben wir dann nach 5 Jahren beide Haushalte aufgelöst und einen gemeinsamen Haushalt in der Nähe meines Arbeitsortes gegründet. Ich bin nun ausgeruhter, lese aber deutlich weniger. Ich schlafe länger, lerne aber weniger Menschen kennen. Die vielen Eindrücke aus dem Zugfenster waren schön, Landschaften, Sonnenaufgänge, Sonnenuntergänge. Verspätungen hatten immer auch etwas entlastendes, Extrazeit nur für mich...
    ...nicht zu vergessen die aufgekratzte Fröhlichkeit vieler Fahrgäste, wenn mal nichts mehr geht. Die Stimmung, als ich mir das EM-Halbfinale via Livestream mit 20-30 Leidensgenossen an einem Vierertisch angesehen habe, werde ich nicht so bald vergessen.

    Auch schön: Kahle Bäume, die ihre Äste aus dem Dunst in den klaren Winterhimmel strecken, zerrissene Wolken, die an dunklen Hängen gefangen scheinen und der Nacken der Mitfahrerin schräg vor mir.
  8. #97

    Geht auch mehr

    Zitat von umegubbe Beitrag anzeigen
    also jeder soll sich sein Leben vermurksen wie er will, bloss sollte dafür nicht per Pendlerpauschale die Allgemeinheit zahlen!
    - Ich hab 5 Minuten mit dem Fahrrad, bisschen wenig so bekomm ich kaum Bewegung!
    Suchen Sie sich doch eine Arbeitstelle, zu der Sie eine Stunde mit dem Fahrrad pendeln müssen, dann haben Sie genug Bewegung.
    Die Pendler pendeln doch gerade weil sie am Wohnort in der Regel
    eine höhere Lebensqualität haben, als am Arbeitsort.
  9. #98

    Forschungsprojekt zum Thema

    An der Uni Frankfurt läuft derzeit ein Forschungsprojekt zum Thema hochmobiles Leben. Vielleicht kann der eine oder andere seine Erfahrungen dort mitteilen. Der Link: www.hochmobile.com
  10. #99

    Vorsicht

    Wer in einer Großstadt lebt und arbeitet, hat es nicht besser. Wer in einer Vorstadt lebt oder in Lübeck, Kiel oder Neumünster braucht in Hamburg in der Regel dieselbe Zeit zum Arbeitsplatz und wieder zurück.