Berufseinstieg mit Bachelor: Was ist mein Abschluss wert?

Eva Schneider Viele Studenten sind unsicher, ob sie mit sechs Semestern Studium bei Arbeitgebern punkten können. Die meisten Uni-Absolventen streben deshalb noch den Master an. Doch nicht jeder bekommt einen Platz im weiterführenden Studiengang - und viele hätten ihn nicht nötig.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...833846,00.html
  1. #1

    Aha

    "Wenn das Profil passt, ist der Abschluss egal" - na dann ... wozu all die Arbeit ... dann reicht auch ein Abi, wenn der Abschluss egal ist.
    Am besten man macht ab 16 Praktikas - dann hat man bis 23 genügend Erfahrung gesammelt ... akademische Abschlüsse sollten doch nun einen Wert haben ... der über den von Praktikas hinaus geht.
    Wenn dem nicht so ist - dann wundere ich mich, warum so viele Absolventen keinen Job finden - wie es auch in dem Artikel nochmal festgestellt wird.
  2. #2

    Das sagt dann wohl alles...

    "Wer den Berufseinstieg wagt, kann sich später noch weiter qualifizieren" - genau ... das macht man natürlich auch. ;-)

    Die Frage ist doch wozu man einen Master braucht, wenn man eh nicht in der Uni bleiben will - aber die Unternehmen sind ja nicht blöd und nehmen im Zweifel besser die kostenlose Masterausbildung mit. Schadet ja auch nicht!
    Wer sich später Qualifizieren will - kann das dann mit teuer Geld selbst bezahlen ...

    Das eine ist ebend der Arbeitsmarkt - das andere doch die Lust nach Wissen und persönlicher Weiterentwicklung und diese stellt sich eben erst nach ein paar Jahren im Studium ein.
    Das sagen alle, die an den Unis lehren.

    Nach diesem Artikel bekommt man den Eindruck - ein Studium braucht man eh nicht. Erstmal Praktika - dann irgendwie reinrutschen und dann später Qualifizieren.
    Wozu soll man sich qualifizieren, wenn diese Ausbildung eh keinen Wert hat ....
    Generell ist es schlecht, wenn eine Akademische Ausbildung dazu verkommt allein die Bedarfe der Unternehmen zu decken. Der Social Media Trainee - hat das ja schon schön internalisiert
    "Das Thema Social Media ist schon sehr spezialisiert. Da brauchen die Unis bestimmt noch ein bisschen, bis sie dafür ein gutes Angebot haben."

    Also ein gutes Seminar dazu kostet mehr als der Semersterbeitrag für einen gesamten Masterstudiengang....

    Soviel zum Thema: später qualifizieren. HÖ!
  3. #3

    Ich lasse Bachelor-Absolventen einstellen...

    ...und oft sogar Studenten in späten Semestern. Denn am Ende zählt die Motivation. Weiterbildung (Master, Promotion) unterstützen meine Firmen auch finanziell und durch interessante Forschung (Generatorenbau).
    Von daher schaue ich irritiert auf manche Diskussion um die Eignung bestimmter Abschlüsse in Deutschland. Ein Bachelor vermittelt das notwendige Grundwissen für einen Berufseinstieg, dem fast immer eine Einarbeitungsphase folgt. Besonders Ingenieure müssen sich im Beruf mit sehr konkreten Aufgaben befassen (bei uns beispielsweise dynamische Lastberechnungen großer Maschinen - solche Kenntnisse und Fähigkeiten verinnerlicht man nicht auf Anhieb an einer Universität).
    Daher noch einmal: Wer wirklich motiviert ist, in einer Branche zu arbeiten, dem reicht fundiertes Basiswissen für den Berufseinstieg aus.
  4. #4

    Wie bitte?

    Habe ich das da richtig gelesen? Informatiker brauchen einen Master oder sogar Promotion? Ich dachte die IT-Kräfte wären ach wie sehr gesucht. Und warum gehen Informatiker alle in die Forschung? Ich finde diesen Artikel seltsam.
    Hat man denn durch den Master gar keine Vorteile? Mir hat ein Personaler mal gesagt, dass man mit einem Master ca. 5.000 Euro mehr beim Einstiegsgehalt hat.
  5. #5

    Der Abschluss sagt nichts über die Erfahrung aus!

    Auch ich habe einen Bachelor. Sogar in Soziale Arbeit, was ja nicht bei allen Personen ein sehr angesehenes Studium ist. Trotzdem habe ich gleich nach dem Studium mit 24 eine Stelle als Referent mit Personalverantwortung bekommen. Dabei habe ich mich auch gegen Mitbewerber_innen durchgesetzt die ein Diplom hatten. Am Ende konnte ich mit meinen Erfahrungen punkten, die ich neben dem Studium gemacht habe.
  6. #6

    Ausbildung, Motivation und der Wille ...

    Ich denke, man sollte das nicht so schwarz-weiss sehen. Sicher, es gibt so viele Möglichkeiten, sich weiter zu bilden, aber was davon ist die "richtige" Weiterbildung? ... Praktika, Master, Seminare, etc. sind doch alles Dinge, die einem zu persönlicher Weiterentwicklung verhelfen und dadurch auch die Chance auf einen Arbeitsplatz steigern. Wer die nötige Motivation und den Willen hat, sein Ziel zu erreichen, schafft das in der Regel auch - ohne Fleiß kein Preis.
    Die Meinung, ein bestimmtes Studium durchzuziehen und danach wird "alles schon so laufen" ist denke ich weit verbreitet, aber ist das die Einstellung und das Bildungsniveau, das sich ein Arbeitgeber erhofft?
    Meines Erachtens ist wie so oft die "richtige Mischung" die Quintessenz.
  7. #7

    Nivellierung des Einkommens

    Zunächst ist es der politische Wille, dass das sog. duale Bildungssystem (= Lehre + Berufsschule) immer mehr den Studiengängen vor allem im Einkommen gleichgestellt werden soll.
    Darum dauert auch der Bachelorstudiengang nicht von ungefähr auch nicht länger als eine Lehre (= 3 Jahre oder 6 Semester). Man ist dann in der Lehre und auch nach der Bologna-Reform "Geselle" (eng. Bachelor).

    Die Zeiten sind vorbei, wo man allein durch einen Unistudiengang anschließend dickes Geld verdient hat.
    Die Lobby der Handwerkskammern hat gute Arbeit geleistet.
    Dann gibt es vielleicht 10 % gutdotierte Posten, die zur Disposition stehen. Zieht man jene mit "Vitamin B" ab, d. h. Eltern, die ihre Kinder in gute Positionen "reinbringen", bleiben vielleicht noch 5% gute Posten, um die sich Uni-Absolventen "reißen" als Master reißen können.

    Ob es sich da lohnt, mit einem Masterstudiengang nochmals 2- 3 Jahre auf die Schulbank zu gehen mit wenig Einkommen,möglicherweise BAFÖG-Schulden, Verlust von nicht wiederbringbarer Lebensqualität, muss jeder selbst entscheiden.
    Meistens muss ein Student in eine andere Stadt ziehen (Mietkosten etc.), Probleme, die der Handwerkslehrling vermutlich nicht hat.

    So bitter das für junge Leute, so wahr ist es: Die guten Zeiten sind in Deutschland für (echte) Uni-Absolventen vorbei. Hinzu kommt die Konkurrenz mit verkappten Akademikern von Fachhochschulen und Berufsakademien, die den Uni-Absolventen erreichbare mittlere Jobs wegschnappen, wobei diese Absolventen meistens auch noch jünger sind.

    Ich bin froh, dass ich als klassischer Diplomstudiengangabsolvent einer echten Uni diese Probleme nicht hatte.
  8. #8

    Bachelor - nicht Fisch, nicht Fleisch

    Es ist kein wirklicher Abschluss, mit dem ein Absolvent etwas anfangen kann, und der ihm Sicherheit bietet, auf dem Arbeitsmarkt einen Platz zu finden. Vor langer Zeit gab es mal eine Region in Deutschland, da gab es einen Fachschulabschluss. Eine Mittelstufe zwischen Lehrausbildung und Studium. Aber mit regulärem Abschluss, z.B. für Ingenieure u.a. Diese Stufe ist leider abgewickelt, würde aber für viele eine Lücke schließen.
  9. #9

    FHs -> UNis

    Zitat von donadoni Beitrag anzeigen
    Die guten Zeiten sind in Deutschland für (echte) Uni-Absolventen vorbei. Hinzu kommt die Konkurrenz mit verkappten Akademikern von Fachhochschulen und Berufsakademien, die den Uni-Absolventen erreichbare mittlere Jobs wegschnappen, wobei diese Absolventen meistens auch noch jünger sind.
    Oh ja, das regt mich auch auf! Im Rahmen der Bachelor Einführung wurden FHs und Unis de Fakto gleichgestellt. Mit FH Bachelor kann man problems einen Uni Master machen und mit FH Master sogar promovieren. Die FHs wurden also massiv aufgewertet.

    Dazu kommt auch noch die Umbenennung. So heißen FHs oft Hochschule für Technik, leicht zu verwechseln mit den ja eher elitären Technischen Hochschulen. Und in Englisch sind sie sogar Universitäten, nämlich University of aplied science o.ä. Naja, es gibt sicher gute FHs, aber auch echt schrottige darunter, die nun quasi zur Uni aufgewertet wurden.

    Also, mit G12 Fachhochschulreife nach der 11 abgehen, einen schnellen Bachelor+Master an der FH und dann 3 Jahre an einer Forschungseinrichtung (länger geht dort ja nicht, wg. Verträgen) promovieren. Dann ist man zwar total unreif und hat keine Ahnung vom Leben, aber nen schönen Titel in Rekordzeit erreicht.