Oha! Das Pensum bleibt das gleiche, die Ausbildungsdauer in Jahren/Monaten bleibt die gleiche, aber der Azubi-Lohn geht auf 75 % runter? Tolle Idee! Wer schneller lernt, bekommt weniger Geld!
DPAVollzeit ist normal - für die meisten Azubis, die nun ihre Lehre beginnen. Für junge Eltern ist das ein Problem. Dabei gibt es längst die Möglichkeit einer Teilzeitausbildung. Die will die Deutsche Bahn bald flächendeckend anbieten. Doch das Gehalt solcher Azubis ist mickrig.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...853635,00.html
Oha! Das Pensum bleibt das gleiche, die Ausbildungsdauer in Jahren/Monaten bleibt die gleiche, aber der Azubi-Lohn geht auf 75 % runter? Tolle Idee! Wer schneller lernt, bekommt weniger Geld!
Vielleicht weil das Unternehmen nicht dafür bezahlt, daß man Sachen in der Berufsschule lernt, die das Unternehmen eigentlich gar nicht interessiert (z.B. Rechte von Auszubildenen/Arbeitnehmern, Zinsrechnung...)?
Das Unternehmen bezahlt den Azubi dafür, daß er in der Firma arbeitet (wie weit diese Arbeit für die Firma etwas bringt, sei jetzt mal dahingestellt). Das Lernen selbst wird nicht bezahlt (sonst könnte man ja auch das Gehalt kürzen, wenn ein Azubi nicht lernt!).
Wer also nur 75% seiner Zeit in der Firma arbeitet, bekommt 75% seines Gehaltes. In sofern ist das für die Firma sogar teurer, einen Teilzeitazubi einzustellen, weil man ihn ja für 100% seiner Berufsschulzeit bezahlt. Er arbeitet also für die Firma effektiv weniger als 75%. Beispiel: Azubi hat 40h in der Woche, 8h sind für die Berufsschule ->32h für Firma. Teilzeitazubis haben 30h in der Woche, 8h sind für die Berufsschule -> 22h für Firma. 75% von 32h wären aber 24h, der Azubi arbeitet also für die Firma 2h weniger. Er wird also besser bezahlt, als seine Kollegen, die 100% arbeiten, ist für die Firma also teurer.
Man könnte sich ja auch einfach am Riemen reißen und mit der unverhüteten Rumvögelei erst anfangen wenn man zumindest die Ausbildung geschafft hat. Aber ist klar das mal wieder diejenigen, die ihr Hirn am wenigsten benutzen sogar noch einen kräftigen Bonus bekommen sollen...
Die Bahn ist nicht für die Kompensation familiärer Defizite zuständig. 75% Lohn für 75% Zeit ginge in Ordnung, was irritiert ist natürlich die gleichgebliebene Gesamtdauer. Wer mit Kindererzieheung zusätzlich eingespannt ist, kann sich intensiver um die Ausbildung kümmern? Oder lernen die Vollzeitler überflüssiges Zeug? Das passt doch was nicht, was übersehe ich?
Gute Familienpolitik ist sowohl für unsere Gesellschaft als auch für die Unternehmen sehr wichtig. In Deutschland muss da noch viel getan werden. Kasper Rorsted ist Vorstandsvorsitzender von Henkel und versucht mit gutem Beispiel voranzugehen. Einen interessanten Artikel dazu gibt es hier Die Rush-Hour des Lebens – Der “Familien-Manager” | A.T. Kearney 361°
Die 75% weniger Arbeitszeit beziehen sich wahscheinlich eher auf die Arbeit im Betrieb. Die Deutsche Bahn bezahlt ihren Azubis weitherhin die Ausbildung bei DB Training (die nicht kürzer ist) Außerdem besuchen die Teilzeitazubis wie jeder andere in vollem Umfang die Berufsschule. Heißt im klartext also weniger Verwendung im Betrieb und somit würde der Teilzeitazubi bei voller AUSBILDUNGSVERGÜTUNG mehr kosten als der Vollzeitazubi. Und es heißt in DE AUSBILDUNGSVERGÜTUNG und nicht LOHN. Wer noch rummeckert, dass er in Teilzeit eine Ausbildung nach IHK Standard kriegt und dann weniger Geld bekommt(mehr als wahrscheinlich noch immer in allen anderen Ländern der EU) dem ist nicht zu helfen.