Forum: Blogs
Berufsbildungsbericht: Betrieben droht Azubi-Mangel
APFür Betriebe wird es in den kommenden Jahren schwieriger, Auszubildende zu finden. Zu dem Ergebnis kommt der Berufsbildungsbericht, den das Bundeskabinett in wenigen Tagen verabschieden wird. Demnach sinkt die Zahl der Schulabgänger ohne Hochschulzugang bis 2025 um knapp ein Fünftel.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...831561,00.html
- #1 06.05.2012 14:43 von
Demografische Entwicklung
Jeder, der sich ein wenig mit diesem Thema befaßt hat, konnte diese Entwicklung schon seit 20 Jahren absehen.
Jetzt ist die Wirtschaft - und damit wir alle in einer doppelten Klemme: Weitgehend kostenfreie Hochschulen entziehen dem Lehrlingsmarkt die Potentiale. Fast jeder kann heute auf eine Hochschule. Die verkraften sogar doppelte Jahrgänge. Ergebnis: Mindestens die Hälfte der dort "beschulten" Jugendlichen sind nicht reif für eine akademische Ausbildung mit Niveau. Ein weitere Teil versucht sich in aussichtlosen Fächern. Auf der anderen seite fehlen in > 400 Ausbildungsberufen die qualifizierten Lehrlinge. Selbst in der größten Not lehnen Ausbildungsmeister viele nicht ausbildungsreife Jugendliche zu Recht ab. Pünktlichkeit, Arbeitsdisziplin und Ausdauer fehlen so oft. Kunden hingegen verlangen eine perfekte Dienstleistung an immer komplexeren Produkten. Mismatch ohne Ende: Mangel an qualifizierten Fachkräften auf der einen Seite - unter Wert beschäftigte Akademiker auf der anderen Seite. Was die OECD immer noch nicht begriffen hat: das duale System der Ausbildung war das Rückgrat des Mittelstandes und damit der bisher so erfolgreichen deutschen Industrie. das alles geht kaputt, weil Deutschland meint, seine Studienanfängerquoten auf internationales Niveau bringen zu müssen. Was wir erhalten ist ein akademisches Proletariat und null-Dienstleistung auf der anderen Siete. wer das nicht glauben will, unterhalte sich mal mit einem Häuslebauer der letzten Jahre!
Kauri - #2 06.05.2012 14:45 von
Wo ist das Problem?
Wir haben doch bald 50% Abiturienten.
Darunter wird man doch noch welche finden, die eine Berufsausbildung schaffen.
Zu meiner Zeit konnte man mit Volksschulabschluß problemlos eine Lehrstelle finden. Dank ständiger Schulreformen haben wir es nun geschafft, dass nicht einmal mehr Abiturienten ausbildungsfähig sind.
Das nenn ich mal Fortschritt...
Ach so, ich vergaß ... die Fachkräfte aus dem Orient und Nordafrika. Also an Hirnschirurgen, Raketenwissenschaftlern und Genforschern dürften wir da wenigstens keinen Mangel haben! - #3 06.05.2012 14:55 von
und neulich?
Neulich gab es noch einen Lehrstellenmangel.
(Initiative - Ausbildung für alle!)
An irgendetwas mangelt es immer.
Wer auf die ständigen Mangel-Meldungen noch eingeht, ist selbst schuld. - #4 06.05.2012 15:05 von
Schlechte Zustände in der Ausbildung
Wenn ich so höre, was Azubis in einigen Betrieben so leisten müssen, wie 14 Stunden Tage und gerade mal die Möglichkeit 5 Stunden Schlaf zu bekommen, wundert es mich nicht, dass die Betriebe, die derartiges
fordern, gemieden werden.
Und falls jemand wieder mit dem Spruch Herrenjahre sind keine Lehrjahre
sind kommt:
Man muss auch bedenken, dass kein Azubi seine Gesundheit ruinieren und den eigenen Lernprozess durch zuviel Lernen und Arbeit behindern sollte, nur weil einige Arbeitgeber der Meinung sind, junge Leute so gut
wie möglich ausbeuten zu können. - #5 06.05.2012 15:07 von
50%?
Davon sind wir weit entfernt und die werden wir auch nie erreichen, erstrebenswert sind 50% auch nicht. Auch ist mir niemand bekannt, der eine derartige Abiturientenquote fordert.
Dass man früher mit Volksschulabschluss problemlos eine Lehrstelle finden konnte, mag wohl sein. Einerseits war der aber auch mehr wert als ein heutiger Hauptschulabschluss, andererseits benötigt man heute ganz andere Bildungsvorraussetzungen für die allermeisten Lehrberufe.
Heutzutage kommt kein Zimmermann mehr ohne fundierte Computerkenntnisse aus.
Und was die "Fachkräfte aus dem Orient" betrifft: Mein sehr netter Nachbar ist Afghane. Jetzt raten Sie mal, was der beruflich macht? Er ist Hirnchirurg! - #6 06.05.2012 15:08 von
*
Sind die Ansprüche zu hoch, oder sind die Menschen zu ungebildet.
Eine fragwürdige Option gibt es noch: Es gibt zu viele Menschen, so wie mal eine Meisterin mir erzählte.
Ich habe damals drei Bewerbungen geschrieben und konnte mir von diesen noch eine Lehrstelle Aussuchen. So ähnlich ging es allen Schulabgängern damals in meinem Jahrgang. Also irgendwas stimmt da nicht, bei diesen ganzen Mangelgerede.
Wenn ich von meinem Biotop Holz berichte, dann hat sich nicht wirklich viel geändert. Es sind ein paar mehr Maschinen dazu gekommen die gewisse arbeiten erleichtern, wobei sich bei dreißig Jahren allerdings auch kein Evolutionssprung diesbezüglich vollzogen hat. Das einzig nennenswerte ist die CNC Holzbearbeitung. Aber die Maschine richtet ein Meister, Techniker oder Geselle mit Erfahrung einmal ein, bestücken kann die dann ein Lehrling oder eine Aushilfe wenn es eine Serie ist.
Beschläge sind umfangreicher geworden und bei der Oberflächenbehandlung gibt es mehr Produkte und Anwendungen, wobei hier immer noch ein Standard gilt der sich bewährt. Auch in der Befestigungstechnik hat sich viel getan, aber auch hier bleibt ein überschaubares Sortiment über welches verstärkt zum Einsatz kommt.
Ich würde sagen früher, wenn wir noch einwenig weiter zurück gehen, vor hundert und mehr Jahren, dann war das alles noch viel komplizierter, aufwendiger und schwieriger. Das Equipment bestand zum großen Teil nur aus Handwerkzeuge, eine großes Sortiment an Sägen, Hobel und vieles mehr welches Fach- und Handwerksgerecht zum Einsatz kam und viel Geschick nötig war.
Was sich nicht geändert hat über die Jahrhunderte, der Umgang mit den Materialen und den Werkzeugen welches eine gewisse Sensibilität und ein können voraussetzt; der Groove ist geblieben oder sollte vorhanden sein um in diesen Zünften willkommen zu sein. - #7 06.05.2012 15:15 von
- #8 06.05.2012 15:18 von
Vorhersehbar!
Ich muss *mauimeyer* in Beitrag 1 als Akademiker [Dipl.Ing.- Maschinennau] leider in zweifacher Hinsicht zustimmen.
1. Das Niveau der Bachelors, sei es nun von Uni oder FH oder Berfsakademie, ist gesunken. Zum einen hat sich das Fachwissen tatsächlich reduziert, zum anderen fehlt vielen die Einstellung ein Problem lösen zu WOLLEN.
Die Welt hat sich verändert, gute Leistung im primären und sekundären Sektor der wird nicht belohnt; was zählt ist gehirnerweichendes Gequatsche.
2. Das Niveau der Auszubildenden kenne ich nicht aus eigener Betrachtung, leider. Was ich aber von Bekannten höre, das reicht mir. Es scheinen oft grundlegende Sekundärtugenden wie 'eine saubere Grammatik' zu fehlen.
Eine Lösung: Weiss ich ehrlich gesagt nicht, außer der Auswanderung bevor diese Leute unsere Rente bezahlen... - #9 06.05.2012 15:29 von
Dass hat er doch gesagt:
Mein sehr netter Nachbar ist Afghane. Jetzt raten Sie mal, was der beruflich macht? Er ist Hirnchirurg![/QUOTE]
Es kommen mehr Hirnchirurgen als Maurer. Ein Volk, dass sich 30% eines Jahrgangs auf Hochschulen leistet, hat natürlich zu viele Wissenschaftler in Relation zu produktiv Tätige.
Die aktuellen Top-Themen
Antworten / Zitieren


