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Beruf und Privates: Unternehmen scheuen flexible Arbeitszeitmodelle

Uhrenindustriemuseum Moderne, flexible Arbeitswelt? Naja: Was Unternehmen ihren Mitarbeitern anbieten, um Beruf und Privatleben zu vereinbaren, ist hausbacken. Stark verbreitet sind Arbeitszeitkonten, aber raffinierte Ideen wie Jobsharing oder Sabbatical finden kaum Anklang. Und viele Firmen versuchen es erst gar nicht.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...846324,00.html
  1. #1

    Teilzeit nicht für jeden

    Obwohl offiziell jeder das Recht auf Teilzeit hat, wird dieser bei uns im öffentlichen Dienst nur denjenigen genehmigt, die kleine Kinder oder alte Eltern zu versorgen haben. Ich empfinde das als Diskriminierung. Man nimmt das Argument in Anspruch, dass es keine Möglichkeit dazu gäbe, weil die Vollzeitstellen zum Erhalt des Dienstbetriebes nötig seien. Wieso gilt das dann nicht auch für die genehmigten, o. g. Stellen?
  2. #2

    "Trotzdem nicht!"

    Eine Kollegin wollte mit Kleinkind eine Woche arbeiten (in der ihr Partner das Kind betreute), eine Woche nicht. Aber für ein Jobsharing gab es keine Chance. Unser damaliger Chef zu mir: "Wenn Du und die Y Euch das so aufteilen würdet, das würde klappen. Wir wüssten, dass wir uns 100% auf Euch verlassen können. ABER TROTZDEM NICHT."
    Bloss nicht grundsätzlich eine neue Option im Betrieb einführen. Man war sich auch nicht zu schade zu argumentieren, die Übergabe von Aufgaben könne schwierig sein. Bitte? Wir arbeiteten für ein Medienunternehmen im aktuellen Bereich, da war die Aufgabe (tagesaktuelles Thema) jeden Morgen neu.
    Meine Antwort: Arbeitgeberwechsel. Siehe da, es geht.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für manchen vielleicht überraschend: Home Office (30 Prozent) und freie Mitarbeit (13 Prozent) [...] sind ebenfalls eher wenig verbreitet.
    Für mich nicht überraschend. Das sind Arbeitszeitmodelle, die nicht überall möglich sind. Schon allein der Begriff "Home Office" zeigt deutlich, dass dies nur für Bürotätigkeiten möglich ist. Im Home Office kann ich keine Schuhe verkaufen oder ne Produktionsanlage bestücken. Und der LKW entlädt sich auch (noch) nicht automatisch per Mausklick von zu Hause... ;-)

    Und freie Mitarbeit geht auch nur in den Arbeitsbereichen, wo keine firmenspezifische Einarbeitung nötig ist. Außerdem ist es nicht in allen Branchen gleich leicht, sich als Dienstleister selbstständig zu machen, schließlich braucht man da teilweise erst mal das nötige Kapital für die entsprechende Ausrüstung.
  4. #4

    Jobs sind halt nicht flexibel

    Kann ja sein, dass Arbeitnehmer heute flexibel sind vielelicht sogar gerne. Aber Arbeitsstellen sind nunmal nicht flexibel. Sobald jemand mehr macht als Tütenkleben sammelt er automatisch Erfahrung an die es recht schwierig macht ihn zu 1:1 zu ersetzen. Hinzukommt, wenn zwei Leute sich eine Stelle teilen hat man automatisch ein Kommunikationsproblem. Wenn ich nur vormittags arbeiten würde müsste ich alle Infos, an die ich mich normalerweise nachmittags einfach erinnere, an meinen Mitstelleninhaber weitergeben. Da ich mein Gerhirn aber leider nicht dumpen kann wäre das eine ziemlich aufwändige und fehleranfällige Sache.
  5. #5

    Flexibilität?

    Ja gerne, wenn es um Überstunden geht, aber wehe, es geht um Flexibilität im sinne der Arbeitnehmer, dann herrscht Betonkopf. Schon alleine der Terror der Frühaufsteher ist nervtötend für Leute, die halt entweder nicht zu dieser Gruppe gehören oder wegen einer längeren Anfahrt nicht Punkt 8 oder 9 Uhr auf der Matte stehen können. Es wäre mal an der Zeit, die Fahrtzeiten der Pendler zu 50-100% als Arbeitszeit zu berechnen, dann würden vermutlich ratzfatz eine ungeahnte Flexibilität ausbrechen, Solange es aber günstiger ist, die Leute lange fahren und übermüdet ins Büro kommen zu lassen, wird sich daran nichts ändern.

    Ich denke, dass Arbeitgeber, die ihren Arbeitnehmern keine Flexibilität in Sachen Arbeitszeit und Arbeitsort anbieten, zukünftig ein massives Problem damit haben werden, noch qualifizierte Fachkräfte zu finden, die Work-Life-Balance nicht mehr bloß als Synonym für Überstunden und Zeitkonten verwendet wissen wollen. Und am nervigsten ist immer noch der Terror der Frühaufsteher, die zwar brav um 8 Uhr im Büro sind, dort aber erstmal eine halbe bis ganze Stunde mit Kaffeetrinken, Frühstück und Toilettengang verbraten, bevor sie tatsächlich mit der Arbeit anfangen.

    Aber wehe, es kommt ein Kollege variabel zwischen 8 und 10 Uhr, dann wird die Nase gerümpft und ihm Faulheit unterstellt, auch wenn B-Typen bekanntlich kreativer und produktiver sind als die Frühaufsteher - vorausgesetzt, man ermöglicht ihnen weitgehend ihren natürlichen Biorythmus zu leben. Aber in unserer irren Wirtschaft gelten Frühaufsteher ja unsinnigerweise als fleißiger als Spätaufsteher, obwohl Spätaufsteher in diversen Studien als kreativer, produktiver und teils gar intelligenter als Frühaufsteher eingestuft wurden. Frühaufsteher sind vielfach lediglich eines: gute Untertanen und willige Sklaven.
  6. #6

    Yoooh

    In meinem Betrieb ist es mir egal wann die Arbeit erledigt wird, hauptsache es ist fertig wenn es gebraucht wird. Und da gibt es einen Knackpunkt. Hat die Person etwas vergessen, kam etwas Neues hinzu, hat sich die Situation geändert und schon müsste ich meinen Mitarbeiter wieder kommen lassen. Ich bin damit nicht einverstanden, meine Mitarbeiter ebenfalls nicht, denn für den Mehraufwand bin ich nicht bereit zu zahlen. Deshalb hat sich mein Mitarbeiter auf die Arbeitszeit, die eigentlich nicht von mir kommt sondern von meinen Kunden, einzustellen oder ich muss mir einen anderen Mitarbeiter suchen.
  7. #7

    Ohje, bei so viel Unwissenheit und so vielen pauschalen Vorurteilen kann man nicht ruhig bleiben:

    Zitat von SozialRomantiker Beitrag anzeigen
    ... Es wäre mal an der Zeit, die Fahrtzeiten der Pendler zu 50-100% als Arbeitszeit zu berechnen, dann würden vermutlich ratzfatz eine ungeahnte Flexibilität ausbrechen, Solange es aber günstiger ist, die Leute lange fahren und übermüdet ins Büro kommen zu lassen, wird sich daran nichts ändern....
    Erstens: Warum sollten Menschen weniger müde sein, wenn ihre morgendliche Anreise und abendliche Rückreise als Arbeitszeit zählten? Achso, weil sich insgesamt der zeitliche Aufwand für die Arbeit verringern würde und die Mitarbeiter brav früher im Bett wären - jajaj hihihi.

    Zweitens: Klar, der Arbeitgeber ist dafür verantwortlich, wo seine Mitarbeiter wohnen. Deswegen muss der Weg zur Arbeit als Arbeitszeit gelten. Super Idee, bitte sofort umsetzten. Ich ziehe dann um, etwa drei bis vier Autostunden von meinem Arbeitgeber entfernt. Das halte ich gut aus. Soll er mir doch eine Wohnung in Büronähe finanzieren, wenn er mich vermehrt am Arbeitsplatz haben willl ;-)

    Zitat von SozialRomantiker Beitrag anzeigen
    ...Und am nervigsten ist immer noch der Terror der Frühaufsteher, die zwar brav um 8 Uhr im Büro sind, dort aber erstmal eine halbe bis ganze Stunde mit Kaffeetrinken, Frühstück und Toilettengang verbraten, bevor sie tatsächlich mit der Arbeit anfangen...
    Na, Sie möchteich aber nicht als Kollegen haben. Woher wissen Sie als kreativer Spätkommer eigentlich, was die Frühaufsteher so treiben? Achja klar: Kreativ zusammengereimt oder einfach nur Flurfunk weitergegeben? Wenn Sie es als "Terror" empfinden, wenn Kollegen Kaffee trinken, sollten Sie Ihre Einstellungen und Ihr Verhalten mal überdenken.

    Zitat von SozialRomantiker Beitrag anzeigen
    ... Aber wehe, es kommt ein Kollege variabel zwischen 8 und 10 Uhr, dann wird die Nase gerümpft und ihm Faulheit unterstellt, auch wenn B-Typen bekanntlich kreativer und produktiver sind als die Frühaufsteher - vorausgesetzt, man ermöglicht ihnen weitgehend ihren natürlichen Biorythmus zu leben...
    Dass Biorhythmus und Leistung etwas mit einander zu tun haben, bleibt unbestritten. Aber woher haben Sie Ihre Weisheit, dass Frühaufsteher (vorausgesetzt, dieses Verhalten entspricht ihrem Biorhythmus) weniger kreativ seien?


    Zitat von SozialRomantiker Beitrag anzeigen
    ...Aber in unserer irren Wirtschaft gelten Frühaufsteher ja unsinnigerweise als fleißiger als Spätaufsteher, obwohl Spätaufsteher in diversen Studien als kreativer, produktiver und teils gar intelligenter als Frühaufsteher eingestuft wurden...
    Sie arbeiten wahrscheinlich nicht in einem ausgeprägt akademischen Umfeld. Ich kenne das eher umgekehrt: Was morgens ist, zählt nicht. Entscheidend sind die Zirkel ab 17:00 Uhr und später. Da ist es wichtig, dabei zu sein oder zumindest gesehen zu werden.

    BTW: Es gibt auch Frühaufsteher, die früh kommen, um Staus aus dem Wege zu gehen und manchmal durchaus neidisch auf die Kollegen schielen, die später kommen. Und trotzdem kommen die "Gruppen" gut miteinander aus. Ihre Form der Polarisierung empfinde ich als borniert.
  8. #8

    Frühaufsteher? Aber ja doch!

    Ich bitte darum, diese verallgemeinerungen zu unterlassen! Ich bin Frühaufsteher, u.a. weil gerade in der Früh, wenn niemand da ist, sich viele Dinge erledigen lassen mit der nötigen Ruhe und Konzentration. Ich bin definitiv kein Untertan und williger Sklave!
    Wenn Sie nicht mich gemeint haben, dann benennen Sie doch die jenigen welchen direkt mit Namen. Mal schauen ob Sie den Mut dazu aufbringen??
  9. #9

    moin moin

    ...es gibt nicht nur büroleute, sondern auch handwerker, die für euch die sch...arbeit machen. und das rund um die uhr!








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