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Berliner Plagiatsaffäre: Uni nimmt CDU-Fraktionschef Doktortitel
DPAEr hat bekommen, was er wollte: Die Universität Potsdam hat dem Berliner CDU-Fraktionschef Florian Graf den Doktortitel aberkannt. Der hatte zuvor eingeräumt, die Hochschule getäuscht zu haben. Nun hofft Graf, dass er bald zur Tagesordnung übergehen kann.
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...830973,00.html
- #1 02.05.2012 18:15 von
Vater ist er auch noch geworden
Kein Wunder, dass er "seine"Doktorarbeit erst im Februar 2012
nochmals lesen konnte und dann auch gleich feststellte, dass
da nicht alles in Ordnung war.
M.E. hat Graf wohl "seine"Doktorarbeit zum ersten Mal im Februar 2012
gelesen, wußte vorher wohl nicht, was in "seiner" Doktorarbeit stand.
Normalerweise schreibt ein Doktorrand mehr als ein Jahr an seiner
Doktorarbeit, hat diese Arbeit zich-mal gelesen und überarbeitet,
kennt jeden Satz auswendig.
Aber Herr Graf war halt überlastet!! Der Arme!!! - #2 02.05.2012 18:51 von
Gibt es überhaupt promovierte Politiker ...
... von CDU, CSU und FDP, die ihren Doktortitel ohne Schmu erworben haben?
Es ist schon auffällig, das bisher nur Politiker aus dieser Ecke mit Plagiaten auf die Nase gefallen sind.
Guttenberg, Vroni Saß (Stoiber-Tochter), Koch-Mehrin, Chatzimarkakis, jetzt auch noch Schavan: Langsam hat man den Eindruck, dass sich in diesen Parteien die Betrüger häufen ... - #3 02.05.2012 19:18 von
wie wahr ...
ein aspekt, der m.e. viel zu wenig beachtung findet. zur zeit des verfassens der arbeit, zu der - wie Sie richtig bemerken - der (seriöse) autor sein werk en detail und in teilen bis in die ausformulierung kennen sollte, fallen die wissenschaftlichen mängel nicht auf, beim kursorischen lesen jahre nach titelerwerb hingegen schon ?
an diese form der betriebsblindheit zu glauben, fällt mir einigermaßen schwer. eine promotion ist schließlich keine seminararbeit und sollte auch über die anforderungen einer abschlußarbeit deutlich hinausgehen.
mfg, carsten - #4 02.05.2012 19:20 von
Titel abschaffen
Will man den Titelbetrug abschaffen, muß man die Titel abschaffen. Diese dienen ohnehin mehr der eigenen Eitelkeit denn als Nachweis eigener Meriten.
Die Dunkelziffer unehrlich erworbener Titel scheint enorm hoch zu sein, wie beim Eisberg, wo der untere Teil auch nicht sofort sichtbar wird.
Warum macht man nicht einfach einen Schlußstrich unter dieses unselige Geschacher und schafft alle Titel einfach ab?
Wer was kann, ist auf Titel nicht angewiesen. - #5 02.05.2012 20:26 von
Das bedeutet nur, dass in diesen Parteien ein besonders hoher Druck herrscht sich dieses Kompetenz-Mimikrys zu bedienen. Dieser Druck kommt aber auch, weil es in diesen Parteien echte Akademikerkarrieren gibt. Kurt Biedenkopf, Rita Süßmuth, Georg Milbradt und Rupert Scholz sind Persönlichkeiten, die eine Karriere als Professor jenseits ihrer politischen hatten. Da versucht natürlich so mancher in der Partei sich mit unlauteren Mitteln auf Augenhöhe zu hieven. In einer Arbeiterpartei, wie die SPD, oder einer ökologischen Partei, wie die Grünen, ist der Druck wesentlichen geringer sich mit akademischen Attributen zu profilieren.
Fazit: Die vielen falschen Doktoren in der Union und der FDP sind nicht durch eine andere Grundhaltung der Mitglieder verursacht, sondern durch den hohen Anteil "echter Akademiker". Das setzt Karrieristen in diesen Parteien besonders unter Druck, derartige Abschlüsse vorzuweisen, auch wenn ihnen das Potential fehlt, sie sich auf regulärem Weg zuzulegen. - #6 02.05.2012 20:37 von
Bin gespannt, wie Sie das beurteilen wollen. Etwa eine Million Deutsche sind promoviert, etwa ein Dutzend davon musste seinen Doktortitel zurückgeben.
Der Handwerksmeister, das Abiturzeugnis, die erfolgreiche Promotion und der Gesellenbrief weisen den erfolgreichen Abschluss einer Prüfung nach. Warum sollte man das alles abschaffen?
Lassen Sie sich am Herzen operieren von jemandem, von dem sie nicht wissen, ob er das schon mal gemacht hat? Nur weil er Ihnen sagt, dass er "was kann" und deshalb "nicht auf Titel angewiesen ist"? Das nehme ich Ihnen nicht ab. - #7 02.05.2012 20:43 von
aaa
Nein, es dient als Befähigungsnachweis. Sie beweisen mit einer ordentlichen Doktorarbeit, dass Sie wissenschaftlich arbeiten können und in der Lage sind zu neuen(!) wissenschaftlichen Erkenntnissen zu kommen.
Warum sollte man? Wenn Sie was machen wollen, dann überlegen Sie doch lieber ob Sie die Betrügern nicht besser einer wirklichen Strafe zuführen sollten. Wenn nur der "Dr." weg ist, dann ist das ja keine Strafe. Da lohnt der Versuch dann ja immer. Es könnte ja gut gehen und wenn nicht ist auch nicht so schlimm ...
Wer was kann, der braucht auch kein Abitur oder keinen Meisterbrief oder ... Sehen Sie worauf Ihr Vorschlag hinausläuft? Wir schaffen ja auch nicht das Auto ab nur weil einige nicht lernen richtig zu parken. - #8 02.05.2012 20:44 von
Immer mehr Politiker geraten mit ihren Dosktorarbeiten ins Zwielicht. Sind sie in ihrer politischen Arbeit genauso verlogen und nur auf ihren Vorteil bedacht? Wen soll man dann noch wählen? Am besten überhaupft nicht.
- #9 02.05.2012 21:57 von
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