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Berliner Frühchenstation: Babytod löst heftige Hygienedebatte aus

dapdWieder gefährliche Bakterien in der Klinik: In Berlin ist ein Kind gestorben, sieben weitere sind erkrankt, davon schwebt eines in Lebensgefahr. Infektionen auf Neugeborenen-Stationen sind nicht gänzlich vermeidbar, trotzdem lässt sich noch viel dagegen tun, sagen Experten.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-861892.html
  1. #1

    Und

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wieder gefährliche Bakterien in der Klinik: In Berlin ist ein Kind gestorben, sieben weitere sind erkrankt, davon schwebt eines in Lebensgefahr. Infektionen auf Neugeborenen-Stationen sind nicht gänzlich vermeidbar, trotzdem lässt sich noch viel dagegen tun, sagen Experten.

    Hygiene-Mangel: Frühchen stirbt nach Keim-Infektion an Charité - SPIEGEL ONLINE
    wo spielt sich das ganze mal wieder ab?
  2. #2

    Götter in weiß

    Am Hygieneproblem wird sich solange nichts ändern, bis die "Götter in weiß" einsehen, dass sie eben auch ihren beitrag leisten müssen. Ich selbst habe in Frankfurt am Main studiert, zwar nicht Medizin, aber bin dennoch tagtäglich in der Kantine der Uniklinik essen gegangen. Assistenzärzte setzen sich dadurch von gemeinen Studenten ab, dass sie in der Kantine im weißen Kittel rumlaufen. Das gilt dann als besonders cool. Teilweise sieht man sogar grüne Kittel von Schwestern und anderen Assistenten. Dann braucht sich auch niemand mehr wundern, wenn Keime an Kitteln oder sonstwo kleben und dadurch munter herumgetragen werden. Vielleicht nur ein kleines Beispiel, aber es zeigt dennoch, dass in den Köpfen der Ärzte erst noch der Gedanke ankommen muss, dass Hygiene grade bei ihnen anfängt.
  3. #3

    Realitätsverweigerung.

    Wer ernsthaft glaubt, jeden Frühchentod auf irgendeinen Skandal zu schieben, dem ist nicht zu helfen. Sicher, jeder Tod ist traurig. Aber von den Säuglingen, die heute als Frühchen gelten, hätte vor wneigen Jahren noch KEINES überlebt. Auch heute noch werden viele ihr Leben lang in der Entwicklung zurückstehen oder gar bleibende Schäden davontragen.

    Unser Drang, alles und jeden um jeden Preis zu "retten" kommt aber hier an eine Grenze. Während die einen längst vor zu großer Hygiene warnen, gerade im Frühkindstadium, die als für den massenhaften Anstieg von Allergien verantwortlich zu machen ist, wollen andere eine noch sterilere Umwelt. Man beachte mal die Anzahl der Keime, die man gefunden hat.....
  4. #4

    Leider happert es schon an den einfachsten Dingen. Zur Reinigung der Kliniken werden Fremdfirmen eingesetzt - die Reinigungsintervalle werden in der Länge gezogen - innerhalb der vorgebenen Zeiten ist eine gründliche Reinigung nicht möglich - Hilfsmittel zur Reinigung werden von Zimmer zu Zimmer getragen - einfach mal in die Niederlande schauen wie es geht !!!!

    Natürlich kostet es zunächst Geld - man spart aber ein Vielfaches davon, wenn die Langzeitschäden und volkswirtschaftlichen Verluste gesehen werden.
  5. #5

    Neu?

    Zitat von zickezackehoihoihoi Beitrag anzeigen
    wo spielt sich das ganze mal wieder ab?
    Darf ich als Laie fragen: warum schreibt man immer über solche Sachen als ob alles neuentdeckt ist?
    In irgendeinem früheren Artikel, wahrscheinlich in Spiegel Online, habe ich gelesen, dass man es in den Niederländen tatsächlich mit der Kliniken-Hygiene tatsächlich besser handhabt, und dass man dementsprechend bessere Fall-Zahlen in diesen Fragen hat, also weniger Kliniküberführte Infektione usw. Es ist also möglich es zu verbessern, auch wenn man das Problem wahrscheinlich nie 100% lösen kann, durch andere und viellecht mehr Massnahmen. Also eine rein politische Bewilligungs und dadurch eine Finanzierungsfrage.

    Und das wissen mit Sicherheit auch nicht nur alle Experten, aber auch die relevanten Politiker. Also eine Frage von politischen Beschlüssen -die man ausziehen kann solange man bekante Fakten nicht berücksichtigt und so macht als ob es alles neu ist!"
    Es nervt.
  6. #6

    Hygiene

    Kontrollen sind angekündigt! Putzpersonal augedünnt. Kein Wunder, wenn es zu solchen vermeidbaren Disastern kommt.
    Es wird schlichtweg billigend in Kauf genommen.
    Da ja, seit der Reform nur noch pro Fall gezahlt wird und alles patientenfreundliche - aber nicht rentable - Verhalten aus Kostengründen reduziert wird, werden solche Vorfälle keine Seltenheit mehr sein.
    Allein schon der Gedanke, aus dem Leid von Kranken Profit zu schlagen, ist sowas von...
  7. #7

    Es bedarf keine Experten...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wieder gefährliche Bakterien in der Klinik: In Berlin ist ein Kind gestorben, sieben weitere sind erkrankt, davon schwebt eines in Lebensgefahr. Infektionen auf Neugeborenen-Stationen sind nicht gänzlich vermeidbar, trotzdem lässt sich noch viel dagegen tun, sagen Experten.

    Hygiene-Mangel: Frühchen stirbt nach Keim-Infektion an Charité - SPIEGEL ONLINE
    um zu wissen, dass Hygiene Geld kostet. Um nichts anderes geht es.
  8. #8

    Es müsste ein Umdenken in der medizinischen und pflegerischen Praxis stattfinden und ein Umdenken in der moralischen und ethischen Verantwortung.
    Der Mensch wird immer älter und es darf heutzutage keiner mehr sterben, so scheint es.
    Wenn über 85jährige auf der Intensivstation zu Tode gepflegt und behandelt werden, intubiert und beatmet sind, darüber hinaus noch mit Antibiotika vollgeschüttet werden, dann braucht man sich nicht zu wundern, woher die ganzen Resistenzen kommen.
    Den Pseudomonas oder wie hier der Serratia bekommen sie nicht aus der Lunge raus, auch mit der stärksten AB-Therapie nicht. Der Patient nimmt sie mit nach Hause oder auf Normalstation, falls er überlebt und bringt sie dann wieder mit ins Klinikum, wenn er wegen seiner Multimorbidität erneut auf der ICU liegt. Dort wird der Keim wieder diagnostiziert und eine entsprechende AB-Therapie gestartet.
    Es ist ein ewiger Kreislauf, der auch mal auf Stationen übergreift, wie jetzt aktuell in Berlin.
  9. #9

    Aufklärung statt Schuldzuweisung

    Zitat von philkopter Beitrag anzeigen
    Am Hygieneproblem wird sich solange nichts ändern, bis die "Götter in weiß" einsehen, dass sie eben auch ihren beitrag leisten müssen. Ich selbst habe in Frankfurt am Main studiert, zwar nicht Medizin, aber bin dennoch tagtäglich in der Kantine der Uniklinik essen gegangen. Assistenzärzte setzen sich dadurch von gemeinen Studenten ab, dass sie in der Kantine im weißen Kittel rumlaufen. Das gilt dann ....
    Genau...und die haben dann immer die coolen Mädels abbekommen und ich nicht (Sozialpädagogik studiert?).
    Also, mal in der Katine gegessen zu haben und schlichte Klischees zu bemühen, reicht nicht ganz aus, um eine qualifizierte Aussage zu so einem vielschichtigen Themenkomplex zu treffen.
    Bei Neonatologien handelt es sich um absolute Hochrisikobereiche. Frühchen sind extrem gefährdet, vollkommen richtig ist, dass man sich inzwischen in Geburtsgewichtsbereichen bewegt, wo man sich überlegen muss, ob das alles noch sinnvoll ist - vor allem für die spätere Entwicklung des Kindes.
    Natürlich muss jetzt genau untersucht werden, wie es zu diesen Infektionen kommen konnte, um daraus zu lernen. Banale Schuldzuweisungen sind dabei aber wenig hilfreich.








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